Gratis Comic Tag 2013 Review (18): Hades Syndrom: Crossfire #1 [TheNextArt, Mai 2013]

GCT 2013TheNextArt ist einer der Verlage, die gerade deutschen Jungkünstlern eine Chance geben und es ermöglichen deren Werke einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Neben Michael Feldmanns Hades Syndrom erscheinen auch Blue Evolution, sowie Tomppas Der Engel mit inzwischen 3 Ausgaben bei TheNextArt.

Hades Syndrom: Crossfire #1
(Gratis Comic Tag 2013)

Dodo und ihre Band, die Iwo Jima Girls, haben ein kleines Problem. Sie haben ein Liveprogramm von 25 Minuten Länge und sollen aber einen Gig mit 60 Minuten Livemusik füllen. Das wäre alles nicht so tragisch, wenn sie nicht in der Quarantänezone einer postapokalyptischen Zukunft Deutschlands leben würden, in denen Strom und Benzin zu den wertvollsten Gütern gehören.
Darum fällt es auch sehr schwer, das Programm zu proben und somit auf 60 Minuten auszudehnen, wenn kein Strom zur Verfügung steht, und das letzte Benzin für den Generator vor Kurzem über den Fußboden geflossen ist. Als dann die Band auch noch überfallen wird, und das gesamte Equipment gestohlen wird, droht die Konventionalstrafe des Gigs, den Mädchen das Leben zu kosten …

Bereits 2012 veröffentlichte Michael Feldman den Band Hades Syndrom – Der letzte Gig. Crossfire bietet nun die direkte Vorgeschichte hierzu und erscheint in zwei Teilen. Erneut bestimmt die düstere Atmosphäre mit depressiven Figuren das Bild und die Bilder wiederum sind vorrangig in Grau und Braun gehalten. Die Zeichnungen sind gelungen, die Anatomie der Figuren stimmt größtenteils auch. Besonders schön sehen jedoch die Damen in Crossfire aus. Es scheint, als wären diese auch Feldmanns bevorzugtes Zeichenmotiv. Wie sonst sollte ich es mir erklären, dass diese immer wieder in leichter Bekleidung durch die Panels huschen. Leider fehlen gerade den Kampfszenen die notwendige Dynamik, sodass diese nur wie Momentaufnahmen aussehen, und kaum Dramatik und Action vermitteln. Da ist noch ein wenig Nachholbedarf. Anders sieht es dagegen mit den Settings aus. Diese wirken atmosphärisch dicht und vermitteln ein beängstigendes und beklemmendes Gefühl und wirken dennoch sehr realistisch und vertraut.

Hades Syndrom: Crossfire weckt Interesse und Mitgefühl. Interesse, um wissen zu wollen, wie es weitergeht. Und Mitgefühl mit Dodo und ihren Bandkolleginnen, die es nicht einfach haben und alles tun würden, um erfolgreich zu werden. Die nicht perfekten, aber dennoch sehr guten Zeichnungen tragen ihren positiven Anteil dazu bei. Ich werde mich wohl bei Gelegenheit um den zweiten Teil on Crossfire bemühen müssen und dann auch noch „Der letzte Gig“ in Augenschein nehmen.

Ein Kommentar zu “Gratis Comic Tag 2013 Review (18): Hades Syndrom: Crossfire #1 [TheNextArt, Mai 2013]

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