Daredevil: Der Tod von Daredevil [Panini, Januar 2020]

Auch am heutigen Sonntag gibt es wieder ein Review zu einem Band, der mir freundlicherweise von Panini als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. In diesem über 170 Seiten starken band sammelt sich das große Finale von Charles Soules Arbeit am Mann ohne Furcht, und wie auch schon bei Wolverine schickt er den titelgebenden Helden in den Tod. Doch weshalb muss Daredevil sterben und ist er auch wirklich tot?

Daredevil: Der Tod von Daredevil

Autor: Charles Soule
Zeichner: Phil Noto
Format: Softcover/Hardcover
Umfang: 172 Seiten
Inhalt: Daredevil 606-612
Verlag: Panini Comics
Preis: 17,99 Euro (SC) / 27,00 Euro (HC)

Der Kingpin ist seit kurzem Bürgermeister und dies ist er nicht geworden, weil er ehrlich gewonnen hat. Natürlich hat er die Wahl manipuliert und nun will Matt ihm dies auch nachweisen. Dafür hat er zusammen mit dem Inhuman Frank McGee, der bis vor kurzem als Sicherheitsbeauftragter für die Inhumans tätig war und jetzt als freier Ermittler arbeitet, ein Team zusammengestellt. Dieses besteht aus dem Mutanten Cypher, der die Fähigkeit hat jede Sprache und jeden Code zu lesen, zu sprechen und zu verstehen, sowie dem blinden Reader und seinem Hund Forey. Reader kann alles, was er in Blindenschrift, liest erschaffen. Gemeinsam wollen sie Fisk den Betrug nachweisen. Doch plötzlich taucht Mike Murdock, Matts erfundener Bruder auf und beginnt alles durcheinanderzubringen …

Mike Murdock zeigt sich von seiner „besten“ Seite.

Da gräbt Soule doch tatsächlich eine über fünfzig Jahre alte Figur aus für seinen Abschluss an Daredevil. Es gibt wohl nicht mehr so viele Leser, die sich noch an den kurzen Auftritt von Mike Murdock erinnern werden, den Matt damals in US-Daredevil Nummer 25 erschuf um von sich und Daredevil abzulenken. Doch weil Karen Page begann sich in Mike zu verlieben ließ Matt in in US-Dardevil Nummer 41 wieder sterben. Seitdem war Matts selbstbewussterer „Zwillingsbruder“ nicht wieder in Erscheinung getreten. Bisher!
Über sieben US-Ausgaben erstreckt sich da Ableben von Daredevil und Soule zieht alle möglichen Register der Erzählkunst. Es beginnt ruhig, fast schon kriminalistisch, mit den ersten Ermittlungsarbeiten gegen Wilson Fisk. Der Aufbau des Ermittlungsteams steht hierbei im Mittelgrund verliert sich aber schnell durch das Auftauchen von Mike. Danach hat Soule einen Twist eingebaut, über den ich hier allerdings nichts schreiben möchte, was aber wiederum zum Umstand führt, der diesem Band den Titel gab. Ab hier wird es teils fantastisch, als auch mysteriös, da Soule einen eigentlich altbekannten Kniff anwendet, um seine Geschichte zum alles erwartenden Ende zu führen.

Wer wäre besser geeignet als der fast fünfzigjährige Phil Noto, um dieses Abschlusskapitel visuell in Szene zu setzen? Sicher gäbe es da einige Fan-Favourites, die denken, dass ihr Liebling besser dafür geeignet wäre, aber für mein Ermessen macht Noto seine Arbeit nicht einfach nur gut, sondern erzeugt mit seinem Artwork, eine stimmungsvolle Atmosphäre. Mal mit klassischen schwarzen Outlines und dann wieder in einer malerischen Gemälde-Optik ohne dominierende Linien, die irgendwelche Grenzen setzen.
Hierbei spielt Noto immer wieder mit teilweise über mehreren Seiten gehenden Hintergrundfarben und setzt nur mit den Hauptakteuren einige Farbakzente. Zudem ändert er seinen Stil ab dem Twist, was aber erst beim zweiten Lesen, mit dem Wissen über die Entwicklung der Ereignisse im Hinterkopf, wirklich auffällt. Phil Noto hat somit ein visuelles Gesamtwerk geschaffen, welches zwingend zweimal gelesen werden sollte, da es Kleinigkeiten gibt, die man zwar beim ersten Lesen wahrnimmt, aber sich erst mit dem zweiten Lesen vollends entfalten.

Der Tod gehört zu Superheldencomics dazu. Es gibt kaum einen Helden, der nicht bereits mindestens einmal den Löffel abgegeben hat. Und so war es auch nur eine Frage der Zeit, bsi der heimlichste Liebling der Massen an der Reihe ist. Ja, Daredevil nahm schon immer eine Sonderstellung im Marvel Universum ein. Der große Erfolg von Spider-Man, den X-Men, da Fantastic Four oder den Avengers blieb ihm bisher verwehrt. Auch zählt er eigentlich nicht iwrklich zur Riege der Helden, die den Start des Silver Ages der Comics mitbegründete, da er streng genommen ein Jahr zu spät auftrat. Und selbst sein eigener Start war von mehreren Hindernissen geprägt. Aber irgendwie war er auch den Held den jeder kannte und mochte. Nur eben nicht an erster Stelle, obwohl seine Storys, immer ein klein wenig über dem Mainstream lagen, vor allem was die Qualität betraf. Andere Helden gingen durch dunkle Zeiten mit viel Kritik und Hähme, aber Daredevil konnte immer wieder überzeugen.
Und so ist es auch mit diesem Band. Er wird sicher nicht so viele Anhänger finden wie die Hauptserien bei Panini, aber er wird dennoch denen die ihn lesen, ein besonderes Gefühl geben. Dieses Gefühl bei etwas dabei gewesen zu sein, was eben nicht so alltäglich ist, obwohl es genau das ist. Das Gefühl etwas gelesen zu haben, was Besonders ist, obwohl es aus denselben Zutaten besteht wie andere Comics. Sogar weitaus erfolgreichere Comics. Doch hier schwingt etwas mit, dass man bei anderen Titeln vergebens sucht. Dieses kleine Etwas, was nur wenigen Helden vergönnt ist. Ein Held zu sein, der fantastisches vollbringt, und dabei ganz und gar bodenständig ist. Glaubhaft, ehrlich, real. Auf Wiedersehen Daredevil, du, der uns gelehrt hat, dass es nichts gibt wovor wir uns fürchten müssen, außer der Furcht selbst.

Das Ende … ?

Copyright der verwendeten Fotos © 2020 Thomas „Mueli77“ Mülbradt, des darauf abgebildeten Materials © 2018-2020 Marvel Characters B.V. / Panini Comics

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