Outlaw Nation Band 1 bis 3 [Dantes Verlag, Dezember 2019 bis Dezember 2020]

Es gibt Comicserien, auf die man durch Zufall stößt. „Outlaw Nation“ ist so eine Reihe, die ich dank Joshua vom Dantes Verlag ausprobieren konnte und einem guten Freund, der mir die Reihe fast schon „aufgeschwatzt“ hat. Nunja, was soll ich sagen? Eines kann ich auf jeden Fall schon vorwegnehmen: „Outlaw Nation“ ist extremer Stoff und das auf vielerlei Ebenen. Und ja, ich bin begeistert davon. Aber jetzt will ich euch natürlich auch erklären weshalb …

Outlaw Nation Band 1 bis 3

Autor/in: Jamie Delano
Zeichner/in:
Goran Sudžuka, Goran Parlov
Format:
Softcover / Hardcover (limitiert auf 90 Exemplare)
Umfang:
180 Seiten (1) / 148 Seiten (2 & 3)
Inhalt:
Outlaw Nation 1-19
Verlag:
Dantes Verlag
Preis:
17,00 Euro (SC) / 25,00 Euro (HC)

Familie ist wichtig, Für Story Johnson auch … irgendwie zumindest, denn er gehört zur Johnson-Familie. Und die haben „Eigenschaften“ die nicht jeder hat. Story Johnson hat es beispielsweise nach seiner doch recht erfolgreichen Karriere als „Groschenheftroman“-Autor in den Vietnamkrieg gezogen, wo er seitdem als verschollen, bzw. sogar als verstorben galt. Zu Hause in den Staaten blieb seine große Liebe Ruth alias „Zuckertorte“ mit seinem Sohn, von dem Story allerdings nichts weiß. Auch das Leben in Vietnam bleibt nicht stehen, und so kommt es, dass Story wieder auftaucht. Zu Beginn noch ein wenig verwirrt, landet er schnell auf dem Radar von Asa Arizon, alias Big Buck Johnson, seinem Vater, und Evelyn „Kid Gloves“ Johnson, seinem Bruder. Diese beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Sprößlinge der Johnson-Familie einzusammeln und mithilfe ihres Blutes das Leben von Asa zu verlängern. Als jetzt nicht nur Storys Sohn ins Visier seines geisteskranken Vaters und Bruders gerät, sondern auch noch sein zu diesem Zeitpunkt ungeborene Enkel, lichten sich die Nebel seines Geistes und er beginnt mit der Jagd auf seinen Bruder und Vater, um die restliche Johnson-Familie und besonders seine Nachkommen zu beschützen. Doch das ist als fast 100-jähriger, auch wenn er aussieht als wäre er gerade einmal Ende 30 oder Anfang 40, gar nicht so einfach. Leider wird es noch komplizierter, als er unterwegs nicht nur Ruth wieder trifft, sondern auch die Bekanntschaft von Martin „Teufelskind“ Reiner und seiner Mutter Jenny „Rabenmutter“ macht, die beide aus einem gottesfürchtigen Städtchen stammen, wo Martin jetzt gejagt und gesucht wird, weil er in einem Schulaufsatz die Existenz Gottes angezweifelt hat. Zum Glück bekommt Story einiges an Unterstützung, von neuen und alten Freunden und einem Teil der Johnson-Familie …

Ihr merkt es schon, „Outlaw Nation“ ist ziemlich weirder Shit. Ein über 100-jähriger Autor, mit einem noch älteren Vater, der bereits zu Wild West-Zeiten gelebt hat in einem Road Movie/Action-Abenteuer/Familien-Drama mit einem extrem schrägen Humor und viel, ganz viel, sehr viel, also eigentlich fast schon haufenweise Gewalt, fliegenden und abgetrennten Körperteilen und mehr. Im Original erschien „Outlaw Nation“ von 2000 bis 2002 bei DCs Imprint „Vertigo“, wo auch der Preacher und andere „extremere“ Storys ihren Platz hatten. Leider musste Jamie Delano aufgrund der 2002 anstehenden Änderungen bei DC seine Serie schneller beenden, als es ursprünglich geplant war, weshalb die letzten Hefte mitunter ein wenig gerafft wirken, was aber meiner Meinung nach doch recht gut zur Handlung passt, da hier, zumindest für mein Empfinden, der Weg an sich das Ziel war und das Finale eher eine Art Sahnehäubchen darstellt. Oder um im „Flow“ der Serie zu bleiben, der abgenagte Schädel auf einem Haufen von Leichen.
Die Geschichte selbst, ich schreibe absichtlich nicht „Story“, ist dabei sehr unterhaltsam und stellt eine Mischung aus realen Ereignissen und Urban American Fantasy dar. Dabei geht Delano ausgiebig auf eine sehr genaue Charakterisierung seiner Figuren ein, verpasst ihnen nicht nur eine Historie, sondern ein echtes Leben. Das Ergebnis ist eine faszinierende Familiensaga mit mitreißenden Figuren ganz im Stil der amerikanischen Outlaws.

Optisch wirkt „Outlaw Nation“ durch sein Schwarz/Weißes Artwork erst einmal recht schlicht. Die vielen Details in den Zeichnungen von Goran Sudžuka überfordern einen beim ersten Durchblättern sogar, üben aber andererseits einen schwer entziehbaren Reiz aus. Das vollständige Fehlen von Farben und sogar Graustufen fällt bereits nach den ersten Seiten überhaupt nicht mehr ins Gewicht und man verliert sich sehr schnell in der Welt von Story Johnson. Auch das während der drei Bände ein Wechsel von Goran Sudžuka zu Goran Parlov stattfindet, fällt nicht massiv ins Gewicht, da beide Zeichner zwar einen ähnlichen Strich, aber dennoch eigenen Stil haben. Während Sudžukas Zeichnungen feiner und ein Stück detailverliebter sind, arbeitet Parlov mit stärkeren Linien. Ein Grund weshalb der Wechsel fließend ist, ist der, dass Sudžuka bis zum Schluss als Tuscher erhalten bleibt. Dadurch ergibt sich ein sehr stimmiges und ja, auch wohliges Gesamtbild. Gut, man könnte jetzt fragen, wie einem das Wort „wohlig“ im Zusammenhang mit dieser doch recht blutigen Geschichte und dem nicht gerade jugendfreien Artwork, in den Sinn kommt. Nun, bei all der Gewalt, den Körperteilen, den Gedärmen, dem Blut und anderen Körpersäften, steht doch die Familie im Vordergrund und es gibt sehr viele Situationen, in denen dieses familiäre Gefühl in den Zeichnungen präsent, geradezu spürbar, ist.

Okay, warum also sollte man jetzt „Outlaw Nation“ eigentlich genau lesen? Was ist der Grund, der einen zum Kauf der drei Bände, mit denen die Serie übrigens komplett auf Deutsch vorliegt, und das, nur so nebenbei, mit zwei exklusiv für den deutschen Markt angefertigten Covern, anregen sollte? Ganz einfach. Wenn du es nicht machst, entgeht dir eine krasse, abgefahrene Story mit fantastischem Artwork, genialen Figuren, rasanter Action und echt schrägem Humor. Oder kurz gesagt: „Fuck, scheiß drauf und kauf es, sonst bist du ein verdammter Arsch!“
Übrigens könnt ihr wählen, ob ihr lieber das Softcover für jeweils 17 Euro nehmt, oder lieber die auf 90 Exemplare limitierten Hardcover mit nummeriertem Print und Signatur von Goran Sudžuka (Band 1 & 3) oder Jamie Delano (Band 2) für jeweils 25 Euro.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2000-2020 DC Comics / Vertigo / Dantes Verlag

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