Ma-Co-Re-Mix (Vol. 23) (Iron Man Season One & Avengers Season One)

Im heutigen Ma-Co-Re-Mix möchte ich mich zwei außergewöhnlichen Origins widmen. Da wäre zum einen die modernisierte Fassung von Iron Man und zum anderen die Frischzellenkur der Avengers-Entstehungsgeschichte …

MaCoReMix

Iron Man Season One [Panini, Mai 2013]

Tony Stark ist nicht nur ein Multimillionär und Kopf der Stark Industries, sondern auch ein versoffenes Arschloch, das mit seinen Mitmenschen alles andere als sozial umgeht. Diese Schwächen wollen sich auch einige S.H.I.EL.D.-Mitarbeiter zunutze machen, indem sie den immer unter Promille stehenden Playboy um ein paar Millionen betrügen wollen. Selbst seine treue Assistentin, Pepper Potts ist vor Tonys Ausbrüchen nicht sicher, und das, obwohl er sich ihrer Zuverlässigkeit und der Treue zu Stark Industries immer sicher sein kann. Doch dann passiert ein Unglück, während Tony in Chardistan, einem Kriegsgebiet in Asien, unterwegs ist. Hier wird Tony schwer verwundet und von einem alten Studienkollegen, der sich nun als Kriegstreiber entpuppt, gefangen genommen. Es gibt nur eine Möglichkeit zu entkommen, und diese besteht aus einer schweren Eisenrüstung …

Als Iron Man im März 1963 in Tales of Suspense debütierte, war die Welt noch eine andere. Der kalte Krieg war in vollem Gange und Amerika zeigte sich waffenstark im Indochina-Konflikt. Tony Stark war ein Multimillionär und Playboy, der mit seinen Waffen viel Geld verdiente. Zwar war damals die Figur des Tony Stark und auch des Iron Man in seinen Grundzügen bereits sehr gut ausgearbeitet, aber selbst Stan Lee, der geistige Vater von Iron Man, musste später zugeben, dass die von ihm erdachte Origin des Helden aus sehr viel Schwarz/Weiß-Malerei bestand. Einer der Gründe, weshalb die Entstehungsgeschichte von Iron Man in den letzten Jahrzehnten so oft erneuert wurde. Ein weiterer Grund war die charakterliche Weiterentwicklung von Tony Stark durch David Michelinies „Demon in a Bottle“-Storyline, in der Tony Starks Alkoholkonsum das zentrale Thema war und die Figur von Grund auf demontierte. Aus dem schicken, immer strahlenden und eleganten Playboy wurde ein soziales und emotionales Wrack, welches nicht gegen seine Sucht ankam.
All dies versucht nun Howard Chaykin, einer der ganz großen Comickünstler der 60er bis 80er Jahre. Erst in den letzten Jahren machte er wieder als Zeichner vermehrt von sich reden. Auch wenn hier und da sein früherer Glanz in meinen Augen nicht mehr erreicht wurde. Die nun aktualisierte Origin von Iron Man wurde in die Neuzeit transferiert und auch seine Alkoholsucht ist von Beginn an ein Schwerpunkt. Chaykin leistet ganz gute Arbeit bei dieser Modernisierung. Unterstützt wird er hierbei von Gerald Parel, der wundervolle Gemälde abliefert. Mit seinem skizzenhaften Stil und der Verzicht auf Inks lassen viele der Panels fast schon fotorealistisch wirken.

FAZIT:

Iron Man Season One ist eine gelungene Neuinterpretation einer klassischen Origin. Sie aktualisiert diese an vielen Stellen, ohne sie in den Grundzügen zu verändern. Chaykin und Parel haben sehr gute Arbeit geleistet und dem Eisernen einen frischen Anstrich verliehen.

Avengers Season One [Panini, Januar 2014]

Durch Loki haben sich die Avengers vor Kurzem als Team zusammengefunden. Doch nun will der Gott der Lügen seinen Fehler wieder gut machen. Also entsinnt er eine neue List um die drei Avengers, Iron Man, Thor und Captain America gegeneinander aufzuhetzen. In einem fingiertem Auftrag, bei dem die Avengers den entflohenen Hulk wieder einfangen sollen, legt er seine Fallen aus. Während er Captain America glauben macht, dass Tony Stark ihn entführen und foltern lies, wird Iron Man mit Außerirdischen konfrontiert, die einen Zusammenhang mit Thor aufweisen. Diesem wiederum gaukelt Loki vor, dass Captain America eine Fälschung sein und seine Rückkehr nur von Zarrko inszeniert wurde, indem dieser einen Cap aus einer anderen Zeitlinie einschleuste. Können die Avengers die List durchschauen oder werden sie am gegenseitigen Misstrauen zugrunde gehen …?

Mit Peter Allan David (der leider am 29. Dezember 2012 einen Schlaganfall erlitt, von dem er sich zwischenzeitlich glücklicherweise erholt hat) ist einer DER Autoren-Veteranen am Werk. David genießt auch bei den Fans hohes Ansehen und seine Geschichten heben sich immer wieder von denen anderer Autoren positiv ab. Auch diesmal gibt er sein Bestes um eine Story aus der Frühzeit der Avengers zu erzählen. Spannend und actionreich, aber leider ohne wirkliche Wendungen. Trotzdem fesselt der Band den Leser aufgrund seiner gelungenen Erzählstruktur. Denn auch wenn es sich hier im Original um eine einzelne Ausgabe handelt, gibt es Kapitelabgrenzungen, die an eine Heftveröffentlichung erinnern.
Aber auch vom Artwork her kann die Ausgabe überzeugen. Auch wenn sich hier gleich fünf Zeichner austoben konnten, wirkt der Band größtenteils in sich stimmig. Trotzdem kann jeder der Zeichner seinen eigenen Stil aufweisen. Während die Grund-Rahmenhandlung von Andrea Di Vito umgesetzt wurde, durften sich an Captain America Jon Buran, an Iron Man Nigel Raynor und an Thor Mike Bowden & Walden Wong versuchen.

FAZIT:

Avengers Season One ist eine gelungene Geschichte aus der Anfangsära der Avengers, ohne dabei die aktuelle Origin neu zu definieren oder erneut zu ändern. Vielmehr ergänzt sie die vorhandene Entstehungsgeschichte mit einem faszinierenden und spannenden Element. Schade ist lediglich, dass zwei der ursprünglichen Avengers, Wasp und Giant Man, fehlen, da sie laut Story auf einer Kreuzfahrt sind.

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