Ikigami ist eine sehr emotionale Achterbahnfahrt.
Schicksalhafte Geschichten, die definitiv unter die Haut gehen.
Das bekommt der Leser in jeweils zwei in sich abgeschlossenen Geschichten pro Band sehr deutlich zu spüren. Jede Geschichte endet quasi mit dem Tod.
Es hat sich in Bezug auf die Erzählstruktur eigentlich nicht viel geändert.
Zwischen den Geschichten erfährt der Leser mehr über Fujimoto, seinen Zweifeln gegenüber dem System des Gesetztes für Fortschritt und Wohlstand sowie über seine allgemeine Arbeit als Ikigami Bote. Sogenannte Gedankenverbrecher (Menschen, die Gedanken gegen das Gesetz für Fortschritt und Wohlstand haben) werden vom System beobachtet und verfolgt.
In diesem Sinne erfährt der Leser immer mehr über die geheimnisvolle Frau Kubo. Wem kann Fujimoto eigentlich noch trauen?
Zeichnerisch sind die Bände alle einwandfrei auf demselben Niveau wie die bisherigen Ausgaben auch.
Weiterhin realistische und detaillierte Zeichnungen beherrschen die Bände. Text und Panels ergänzen sich homogen, die Charaktere werden angemessen proportioniert dargestellt.
Ich bin sehr zufrieden mit diesem Zeichenstil. Alle Zeichnungen sind in den jeweiligen Panels (auch in denen es von Personen/Gegenständen bzw. Ereignissen nur so wimmelt) hervorragend auf den ersten Blick zu erkennen. Dabei spielt es keine Rolle ob Bücher, Geschirr, Lunchboxen, Gesichter einer Schulklasse oder ähnliches. Details lassen sich in vielen Panels finden.
Ikigami#5:
Die erste Geschichte dreht sich um saubere Straßen und Graffiti Künstler.
Fujimoto bekommt dieses Mal als Ikigami Bote einen Kinnhaken vom Vater des Sohnes verpasst.
Um den Familienbetrieb der Eltern aufrechtzuerhalten, ist der sterbende junge Mann in der Nacht als geheimnisvoller Sprayer in den Straßen unterwegs.
Eine einmalige Chance auf der „Legal Wal“ ein Graffiti zu malen.
Diese Wand wird ein Manifest an die Gesellschaft. Kritik am System, Kritik am Gesetz für Fortschritt und Wohlstand (kurz GFW).
Diese Geschichte zieht viel weitere Kreise, als man vielleicht zu Beginn glauben mag.
Die zweite Geschichte berichtet über einen jungen Mann, der sich über einen Ikigami freut.
Wie kann man sich denn darüber freuen, einen Ikigami zu bekommen und in vierundzwanzig Stunden zu sterben?
Stirbt man anhand eines Ikigami geht der Verstorbene als Nationalheld in die Geschichte ein.
Bereits in der Kindheit hat dieser Junge alles getan, um dem GFW zu dienen.
Nun hat er die einmalige Chance, kurz vor seinem Tod, die Gedankenverbrecher seiner Klasse zu verraten …
Fujimoto und Frau Kubo.
Eigentlich findet Fujimoto Frau Kubo ja sehr nett und attraktiv, jedoch ist er sich nicht sicher, ob er ihr wirklich trauen kann.
Ist sie vielleicht eine Gedankenverbrecherin?
Ikigami#6:
Es wird immer offensichtlicher, dass Frau Kubo (die Psychologin) scheinbar gegen die Regierung arbeitet.
Fujimoto steckt in einer tiefen Sinnkrise, die ihn zu zerreisen droht. Was ist richtig was ist falsch? Wirklich nachweisen kann Fujimoto Frau Kubo nicht, dass sie eventuell ein Gedankenverbrecher sein könnte. Dieser Band nimmt ordentlich an Fahrt auf in Bezug auf die Geschehnisse des GFW.
In der ersten Geschichte überreicht Fujimoto einem Obdachlosen den Ikigami.
Der Ikigami gilt sowohl als Zahlungsmittel bis zum Tod. Somit fährt der junge Mann noch ein letztes Mal zu seiner Familie (sie hatten sehr lange keinen Kontakt mehr).
Begeht man vor dem Tod noch ein Verbrechen, so bekommen die Angehörigen keine Hinterbliebenen Rente vom System ausgezahlt.
Dem Jungen wird schnell klar, dass es der Familie in erster Linie um das Geld geht und nicht um gemeinsame letzte Stunden. Was wird er wohl noch anstellen, bevor er stirbt? Kann die geheimnisvolle Obdachlose, die er kennengelernt hat, ihn noch vor einem Verbrechen bewahren?
In der zweiten Geschichte wird Fujimoto als Geisel genommen. Als Mitglied der Rebellen will dieser ein Zeichen setzen. Dazu benötigt er eine Live Übertragung auf allen Kanälen im Fernsehen.
Das System versucht mit allen Mitteln dieses Szenario zu vertuschen und nicht Live zu übertragen.
Interessanterweise gibt es bei dieser Konfrontation ein Wiedersehen mit Frau Kubo.
Ikigami#7:
Hat Frau Kubo Fujimoto manipuliert?
Untersuchungen der Mitarbeiter des GFW stehen an. Fujimoto wird bei seinem nächsten Auftrag als Ikigami Bote begleitet werden.
In der ersten Geschichte geht es um eine Mikon F. Dieses Modell wurde bereits vor 40 Jahren entwickelt, aber die modernen Kameras können ihr trotzdem nicht das Wasser reichen.
Sein Onkel betreibt einen Kamera Laden.
Wenn der Junge einmal groß sein wird, so würde er diesen Laden gerne übernehmen.
Der Kamera Laden läuft immer schlechter, die Konkurrenz steigt langsam aber sicher auf digitale Kameras um.
Die Jahre vergehen, der Junge lernt viel über alte und moderne Kameras. Sein Onkel und er geraten in Zwiespalt.
Als er einen Ikigami bekommt, versucht er noch ein letztes Mal seinen Onkel davon zu überzeugen, auf moderne Kameras umzurüsten.
Die zweite Geschichte in diesem Band dreht sich um Streetdance.
Ein junger Mann hängt sein Hobby an den Nagel, um ein Jahr lang nur für die Uni (Aufnahmeprüfung) zu pauken. Dabei vernachlässigt er sein Training und seine Freunde. Er nimmt an Gewicht ordentlich zu.
Als dieser Junge seinen Ikigami bekommt, erkennt er letztendlich, was er im Grunde genommen für nichts aufgegeben hat. Sein Hobby als Streetdancer.
Ikigami#8:
Fujimoto zweifelt weiterhin an seiner Arbeit als Ikigami Bote, jedoch zeigt er dies nicht mehr so offensichtlich nach außen.
Der achte Band konzentriert sich im Wesentlichen wieder mehr um die zwei unabhängig voneinander zu lesenden Einzelschicksale.
In der ersten Geschichte verliert eine junge Frau auf dramatische Weise ihren Freund, der ihr kurz zuvor einen Heiratsantrag gemacht hat.
In der Familie treten Schwierigkeiten auf, der Unfallfahrer wird später auch noch freigesprochen.
Rache steht im Raum. Der Mörder jedoch erhält einen Ikigami. Sie will jedoch dafür Sorge tragen, dass der Mörder ihres geliebten Freundes kein glückliches Leben mehr führen kann.
Da der Mörder sowieso in vierundzwanzig Stunden sterben wird, versucht er in einer finalen Konfrontation, wenigstens der jungen Dame ihr Leid nehmen zu können.
Die zweite Geschichte dreht sich um einen jungen hässlichen Mann, der oftmals gehänselt bzw. gequält wurde.
Durch eine Gesichtsoperation hofft er, Anerkennung, Liebe und Freundschaft zu bekommen.
Der Ikigami haut den jungen Mann aus den Latschen. Gerade als er versucht sein Leben zu genießen bekommt er diesen Ikigami überreicht.
Voller Zweifel trifft er auf ein verzweifeltes Mädchen aus der damaligen Schulkasse. Schon damals war er in dieses Mädchen verliebt.
Was kann er in den letzten Stunden seines Lebens schon noch ausrichten?
Fazit:
Ich bin selbst ein bisschen verwirrt, warum es diese Reihe schafft, mich so sehr zu begeistern.
Im Grunde genommen erhält der Leser in jedem Band unabhängig voneinander zu lesende Geschichten mit Einzelschicksalen.
Diese sind um das GFW verknüpft. Nur langsam nimmt die Geschichte um das GFW, Fujimoto und Frau Kubo an Fahrt auf.
Ich kann definitiv sagen, dass jede Geschichte gnadenlos spannend und zutiefst emotional erzählt wird. Das ist es, was den Leser mitreißt.
Hinzu kommt diese sich langsam aufbauende Spannung zwischen den oberen Ämtern im System des GFW.
Mit Sicherheit wird es im abschließenden zehnten Band noch einen großen Knall geben. Irgendetwas wird mit Sicherheit noch passieren.
Ich bleibe definitiv am Ball. Es lohnt sich!
In Kombination mit den hervorragenden Zeichnungen ist in diese Reihe gut investiert. Wer den ersten Band bereits mag, der wird definitiv die folgenden Bände mögen!
Copyright aller verwendeten Bilder © 2013-2015 Carlsen Manga
Review zu Ikigami Band 1 und 2
Review zu Ikigami Band 3 und 4
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Ikigami, Band 1
Ikigami, Band 2
Ikigami, Band 3
Ikigami, Band 4
Ikigami, Band 5
Ikigami, Band 6
Ikigami, Band 7
Ikigami, Band 8
Ikigami, Band 9




