Ma-Co-Re-Mix (Vol. 76) [Spider-Women Nr. 1 & Spider-Man: Web-Warriors Nr. 2]

Nachdem es im letzten Ma-Co-Re-Mix zwei mal Solo-Action gab, sind diesmal die Spinnen-Teams an der Reihe. Zum einen gibt es das Crossover der weiblichen Spinnen-Heldinnen und dann wäre da noch der zweite und abschließende Band der Web-Warriors, in dem es ähnlich turbulent zur Sache geht. Damit habe ich auch reichlich aufgeholt und kann ab nächste Woche bereits mit dem Event Civil War II anfangen. Nun aber erst mal eine goße Dosis Spinnen …

MaCoReMix

Spider-Women Nr. 1: Mit Netz, Charme und Spinnenkraft [März 2017]

Autor: Dennis Hopeless, Jason Latour, Robbie Thompson
Zeichner: Bengal, Vanessa Del Rey, Tana Ford, Joëlle Jones, Nico Leon
Format: Softcover
Umfang: 212 Seiten
Inhalt: Spider-Woman Alpha (2016) 1, Spider-Gwen (2015 II) 7-8, Silk (2016) 7-8, Spider-Woman (2016) 6-7 & Spider-Woman Omega (2016) 1
Verlag: Panini Comics
Preis: 19,99 Euro

Eigentlich wollten Spider-Woman, Jessica Drew, Spider-Woman, Gwen Stacy und Silk, Cindy Moon, nur einen schönen Tag gemeinsam verbringen, als plötzlich ein Roboter auftaucht, und sie in ihre Superheldenidentitäten zwingt. Nachdem der Kampf gewonnen ist, sind jedoch die Teleporter verschwunden und Jess und Cindy sind in Gwens Heimatwelt gefangen. Auf der Suche nach ihren Teleportern entdecken sie ein unfassbares Geheimnis der Cindy Moon dieser Welt und das die Pendants der verschiedenen Universen nicht immer Ähnlichkeit mit ihren heldenhaften Versionen haben …

Ein Event, in dem die Helden nur weiblich sind und die entgegen aller Superhelden-Comic-Regeln nicht leicht bekleidet sind? Kann so etwas funktionieren? Weibliche Comichelden sind nun wahrlich keine Besonderheit mehr. Doch meist bedienen diese Heldinnen nur gewisse Männerfantasien. Üppig ausgestattete Damen, mit wenig Kostüm und in aufreizenden posen prügeln sich mit Bösewichtern, die ihre schon viel zu knappen Kostüme beschädigen, wodurch sie noch knapper werden. Doch Hopeless, Latour und Thompson gehen ihren eigenen Weg und präsentieren stattdessen einen eindrucksvollen Spionagethriller mit drei weiblichen Helden, fast schon im Stile der Charlie’s Angels. Denn auch hier gibt es ein wenig Humor, Drama und den Touch Weiblichkeit. Denn, wenn Jessica mal eben so nebenbei Muttemilch abpumpt, diese dann mit einem leicht süffisanten Lächeln der jungen, sichtlich verstörten Cindy in die Hand drückt, um dann weiter zu ermitteln, dann entlockt dies, zumindest mir, schon ein leichtes Schmunzeln. Und so zeigt sich, dass drei Autoren, die im Grunde recht ähnliche Serien schreiben, wenn sie gut zusammenarbeiten, ein ebenso eindrucksvolles Crossover auf die Beine stellen können.
Ein wenig chaotischer wirkt hingegen die Optik des Bandes, welche aber vor allem den teils sehr unterschiedlichen Zeichenstilen geschuldet ist. Denn anders, als der rein inhaltliche Teil, der sich trotzdem die Autoren ihren Stil bei ihren jeweiligen Helden beibehalten haben, und dennoch insgesamt sehr homogen wirkt, stellen die Zeichnungen von Bengal, Del Rey, Ford, Jones und Leon schon starke Brüche zu den jeweils anderen Kapiteln dar. Gerade die Anfangs und Endkapitel (Alpha und Omega) zeigen dominante Eigenheiten im Stil. Dennoch sind es nur wenige Zeichenstile, die mir persönlich nicht gefallen und so manch ein Stil braucht einfach nur eine gewisse Eingewöhnungszeit.

Insgesamt ist „Spider-Women: Mit Netz, Charme und Spinnenkraft“ ein gelungener Spionage-Thriller, der sich manchmal nicht ganz ernst nimmt und mit Klischees spielt und Hommagen einsetzt, um zu unterhalten. Denn auch wenn die Story einiges hergibt, so darf man nicht allzu viel Tiefgang erwarten, wenngleich dies an der einen oder anderen Stelle ganz gut getan hätte.

Spider-Man: Web-Warriors Nr. 2: Zerfallendes Netz [Februar 2017]

Autor: Mike Costa
Zeichner: David Baldeon, Jay Fosgitt
Format: Softcover
Umfang: 132 Seiten
Inhalt: Web-Warriors (2016) 6-11
Verlag: Panini Comics
Preis: 14,99 Euro

Nachdem die Electros das Netz der Spinnen gehörig durcheinandergewirbelt haben, tauchen die ersten Probleme auf. Karn hat keine Verbindung mehr zu Billy Braddock, dem Spider-UK und May Parker, Spider-Girl, die nach wie vor auf Erde 803 von Lady Spider mit den ganzen Electros in einem faradayschen Käfig festsitzen. Unterdessen müssen sich die verbliebenen Spider-Warriors mit den ersten Auswirkungen und sich überlagernden Welten auseinandersetzen. Zum Glück gibt es ja genug Spider-(Wo)Men, um das alles wieder zu reparieren. Oder macht das alles nur noch schlimmer?

Ein großes Team braucht große Bedrohungen und so ist es kein Wunder, dass nach den Electros aus dem ersten Band hier wieder etwas hermusste, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Denn wenn ich ehrlich bin, reichen kurze Einzelabenteuer kaum aus, um interessante Abenteuer zu erzählen. Und so plätschern die ersten Seiten recht ereignislos dahin und auch die Abwechslung, welche ich mir durch den Besuch bisher unbekannter Welten erhoffte, bleibt zumindest zu Beginn aus. Mike Costa scheint sich, meinem Empfinden nach, nicht wirklich Mühe gegeben zu haben, um sich großartig vom ersten Band absetzen zu wollen, den schon ab etwas der Hälfte beginnen sich die Muster zu wiederholen. Sogar die eigentliche Bedrohung, die Electros ist die Gleiche.
Auch optisch bleibt die erhoffte Abwechslung aus. Neue, witzige, spannende Welten dachte ich, würden die Web-Warriors bereisen, doch so wirklich experimentierfreudig zeigen sich Costa und Baldeon leider nicht. Ein kleiner Lichtblick ist da noch eine kurze Sequenz von etwa sechs Seiten aus der Feder von Jay Fosgitt, der das Geschehen visuell ein wenig auflockert.

Im Grunde ist „Spider-Man: Web-Warriors“ keine schlechte Comicserie, unterhält sie doch recht leichtfüßig und kurzweilig. Man könnte es noch am ehesten mit einem Michael Bay-Popcorn-Blockbuster vergleichen. Die sind zwar keine Meilensteine, aber immernoch ganz gut, um sich locker berieseln zu lassen. Auf Dauer würde ich aber, selbst als großer Spider-Man-Fan, die Serie unter diesen Umständen, aber sicher nicht unterstützen. Und vermutlich bin ich nicht der Einzige, der so gedacht hat, sonst hätte man die Serie wohl weiterlaufen lassen.

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