Ma-Co-Re-Mix (Vol. 108) [Rocket Raccoon: Sackgasse Erde & Was wäre, wenn …? Infinity]

Nach dem hoffentlich erfolgreichen Start ins neue Jahr und dem ersten Review vom Mittwoch, gibt es heute ein paar ältere Marvel Comics, die ich schon vor längerer Zeit gelesen hatte, aber bisher nicht hier reviewt habe. Somit starte ich den Marvel-Comics-Review-Mix 2024 mit Rocket Raccoon und der Frage: „Was wäre, wenn …?“

MaCoReMix

30ad576eb8e4714d03083c31a5723e39_normRocket Raccoon: Sackgasse Erde [September 2017]

Autor: Matthew Rosenberg
Zeichner: Jorge Coelho
Format: Softcover
Umfang: 116 Seiten
Inhalt: US: Rocket Raccoon (2017) 1-5
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,99 Euro

[Verlagstext] Die Guardians of the Galaxy haben sich getrennt! Fortan zieht der knurrige Rocket auf eigene Faust los, doch es gibt ein Problem: Er hasst die bescheuerte Erde! In New York trifft er die Fackel und Spider-Man Miles Morales, aber auch Spideys alten Gegner Kraven. Der manische Jäger ist wild entschlossen, seiner Trophäensammlung ein Alien-Pelz hinzuzufügen …
Gestrandet. Genervt. Gejagt.

Charakterlich ist Rocket, trotz seiner Zugehörigkeit zu den Guardians of the Galaxy, eher als Einzelgänger angelegt. Und auch wenn ihn mit Groot eine innige Freundschaft verbindet, zeigt er immer wieder Caraktereigenschaften des typischen Lonesome Cowboys und das im doppelten Sinne. Denn von dieser klassischen Westernfigur ist Rocket gar nicht so weit entfernt. Somimt ist es nur logisch, den kleinen Waschbären, auch wenn er diese Bezeichnung hasst, in einem Soloabenteuer unterzubringen. Dass es dann auch ausgerechnet auf der Erde passiert, die Rocket von allen Planeten am meisten hasst, scheint auch nur logisch.
Matthew Rosenberg erzählt ein klassisches Abenteuer, gemixt mit Western-Elementen und ein paar Psychothriller-Eigenschaften. Im Grunde eine gute Mischung, wenn da nicht einige kleine Probleme wären. Gastauftritte, wie die von Miles Morales wirken künstlich und auch Kraven als Gegner ist eher suboptimal besetzt. Klar, wenn es darum geht ein „Tier“ zu jagen, fällt einem zuerst Kraven der Jäger ein. Aber so wie Rosenberg ihn hier darstellt, ist nicht nur eindimensional, sondern geradezu klischeehaft. Während der Anfang noch spannend ist, sich von Seite zu Seite kontinuierlich aufbaut, wirkt es mit dem eigentlichen Beginn der Jagd nur noch hektisch und chaotisch. Und so ist das Ende auch mehr Erlösung und Enttäuschung, als ein gelungenes Finale.
Positiv lässt sich aber das Artwork von Jorge Coelho erwähnen. Sein sketchy Stil passt zwar zu der verschrobenen und verrückten Geschichte, allerdings muss man sich auf dieses Artwork auch einlassen. Stellenweise haben die Zeichnungen etwas von den italienischen Funny und Disney-Comics der 90er Jahre, was ich persönlich ganz gelungen finde.

Letztendlich bleibt eine mittelmäßige Geschichte mit guten Ansätzen, die aber schnell verblassen. Ein frisches gelungenes Artwork, was aber schon recht spezifisch ist und auf das man sich erst einlassen muss, weil man sonst als Leser durchaus Schwierigkeiten bekommen könnte. Mich hat der Band optisch auf jeden Fall überzeugt, storytechnisch leider weniger.

aaa7a23782b4faa70198963f8a1d84b7_normWas wäre, wenn …? Infinity [Juli 2016]

Autor: Joshua Williamson, Scott Edelman
Zeichner: Goran Sudzuka, Mike Norton, Riley Rossmo, Mike Henderson, Jason Copland, Mike Zeck
Format: Softcover
Umfang: 116 Seiten
Inhalt: US: What if? Infinity Thanos (2015) 1, What if? Infinity Inhumans (2015) 1, What if? Infinity Guardians of the Galaxy (2015) 1, What if? Infinity Dark Reign (2015) 1, What if? Infinity X-Men (2015) 1 & Logan’s Run (1977) 6 (II)
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,99 Euro

[Verlagstext] Dieser Band enthält fünf spektakuläre Gedankenspiele und klärt u. a., was passiert wäre, wenn Thanos mit den Avengers gegen die Builder gekämpft hätte. Wie eine Konfrontation zwischen den Guardians of the Galaxy und den Illuminati abgelaufen wäre. Und wie Norman Osborns Herrschaft ausgegangen wäre, hätte Spider-Mans Erzfeind die Infinity-Juwelen besessen …
Mit den Avengers, den Guardians of the Galaxy, den X-Men und Spider-Man
Was, wenn in INFINITY alles anders gekommen wäre?

Fünf Geschichten, die sich verschiedenen Ereignissen in der Marvel-Historie angenommen haben, klingt im ersten Moment wirklich spannend. Leider bleibt die Spannung außerhalb dieses Bandes. Im Normalfall erwartet man bei „What If …“-Geschichten neue Blickwinkel und andere Entwicklungen. Zwar bieten alle fünf Geschichten, das auch, aber so richtig innovativ sind, die „Variationen“ bedauerlicherweise nicht. Ehrlich gesagt sind es sogar Handlungen, die ich selbst als Gedankenspiele während des Lesens dieser Momente gehabt hatte. Möglicherweise liegt es also an mir, dass mich diese Geschichten nicht so wirklich abholen konnten.
Einziges Highlight neben einigen der Zeichnungen, gerade die ersten Geschichten, ist aber der Abschluss des Bandes, die Zweitstory aus der sechsten Ausgabe von „Logan’s Run“ vom Juni 1977. Zwar ist auch diese Geschichte eher belanglos, kann aber wenigstens noch mit etwas nostalgischem Charme aufwarten, während die anderen Stories einfach nur Durchschnitt sind.

Eigentlich mag ich „Was wäre, wenn …?“-Geschichten, eben aus den bereits oben genannten Gründen. Dieser Band war jedoch weitergehend eine Enttäuschung, die selbst durch die etwas gelungeneren Zeichnungen nicht gerettet werden kann. Kurz gesagt, den Band kann man getrost auslassen. Niemand verpasst etwas, wenn er, oder sie, den Band nicht liest, oder gelesen hat. Die 13 Euro sind anderweitig besser angelegt.

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