Ultimate Comics Spider-Man Nr. 2 [Panini, Oktober 2012]

Lang, lang ist es her, dass ich euch den neuen Spider-Man, Miles Morales vorgestellt habe. Aber heute geht es mit dem zweiten Band weiter …

Ultimate Comics Spider-Man Nr. 2

Miles Morales ist der neue Spider-Man. Er ist der Nachfolger von Peter Parker. Und Nick Fury will ihm helfen ein besserer Spider-Man zu werden. Der Junge kann es noch gar nicht so recht glauben, als sich bereits die nächsten Probleme auftun. Zwar schafft er es zuerst eine Gruppe von kleinen Handtaschenräubern aufzuhalten, dann Omega Red dingfest zu machen und auch der Polizei zu entkommen, die aus irgendeinem Grund schlecht auf ihn zu sprechen ist. Aber als sich sein Onkel Aaron, der auch gleichzeitig der Prowler ist, offenbart und ihm klarmacht, dass er weiß, wer der neue Spider-Man in Wirklichkeit ist, wird es knifflig. Wenn er nicht tut, was sein Onkel sagt, droht sein Leben noch chaotischer zu werden, und wenn er es tut, könnte es sein Leben kosten. Was ist nun schlimmer …?

Der neue Scorpion ist kein Leichtgewicht.

Der neue Scorpion ist kein Leichtgewicht.

Das Chaos geht weiter. Auch im zweiten Band ist von normaler Superhelden-Action nur wenig zu spüren. Stattdessen gibt es Soap satt. Miles, der im Clinch mit seinen Eltern liegt, in der Schule nur dank seines Freundes Ganke herausschleichen kann und vor allem die Probleme mit Onkel Aaron. Der wiederum Probleme mit dem Scorpion hat. Doch dieser hat mit dem klassischen Spider-Man Gegner nicht mehr viel gemein. Statt eines lächerlichen Anzugs mit Skorpionstachel am verlängerten Rücken, erwartet den Leser ein muskelbepackter Knastbruder mit Tätowierungen am ganzen Körper und einer Stahlkette mit Haken am Ende. Und mit dem, kann er ganz schön zulangen. Bendis schafft so, einen ganz neuen, und dennoch ein klein wenig bekannten Gegner in das Rampenlicht zu rücken. Hier wird wieder einmal das Credo des ultimativen Universums, welches Anfangs so groß propagiert wurde, umgesetzt. Keine simple Neuerzählung sondern, alternative Möglichkeiten um neue und frische Geschichten zu erzählen. Keine simplen Hommagen sondern eigene Kreationen, die dennoch auf Altbekanntem basieren.

Tante May und Gwen sind geschockt, als sie in Paris vom neuen Spider-Man erfahren.

Tante May und Gwen sind geschockt, als sie in Paris vom neuen Spider-Man erfahren.

Bei drei Zeichnern innerhalb dieses Bandes, könnte man meinen, dass es ziemlich bunt zugeht. Aber dem ist nicht so, was vor allem daran liegt, dass der Stil von David Marquez, der die US-Nummern 9 und 10, und somit zwei Fünftel des Bandes, dem von Sara Pichelli zu verwechseln ähnelt. Pichelli ist mit nur einer US-Ausgabe diesmal recht spärlich vertreten, was aber daran liegt, dass sie zu der Zeit mit der Miniserie Spider-Men ausgelastet war. Der Dritte, oder eigentlich Erste, da er die US-Ausgaben 6 und 7 übernimmt, Zeichner ist Chris Samnee. Sein Stil ist wesentlich stärker von dominanten und kräftigen Outlines geprägt als der von Pichelli/Marquez. Dennoch ergibt sich durch den ganzen Band ein stimmiges Gesamtbild, wofür aber in erster Linie Justin Ponsor mit seinen Farben verantwortlich ist. Er gibt der Ausgabe damit eine Gleichmäßigkeit, die mir persönlich sehr willkommen ist, da die Geschichte einen kompletten Storybogen darstellt.

Miles gegen seinen Onkel Aaron.

Miles gegen seinen Onkel Aaron.

FAZIT:

Der neue, kleine und dennoch charmante Spider-Man, Miles Morales, ist den Netzstrümpfen, welche ihm Peter Parker hinterlassen hat, gewachsen. Und das meine ich nicht im Heldensinne. Vielmehr ist es das Gesamtpaket aus Geschichten, Zeichnungen und Figuren, das hier einfach stimmt. Genau die richtige Dosis aus Soap, Drama, Action und Humor bringt frischen Wind in das ultimative Universum. Und es bringt einen neuen unerfahrenen Spider-Man, der aus ganz anderen Beweggründen das Kostüm überstreift und dennoch dem Grundtenor des Charakters von Stan Lee und Steve Ditko treu bleibt.
Ultimate Comics: Spider-Man Nr. 2 ist ein gelungener Band für alle, die frische Superhelden-Comics lieben. Auch wenn die Handlung eher der eine Daily-Action-Soap gleicht, kann man nicht viel falsch machen. Aufschlagen, lesen und in einer spannenden Fantasiewelt versinken.

Eines hat er schon drauf, der Neue. Er ist "genauso witzig" wie der Alte.

Eines hat er schon drauf, der Neue. Er ist „genauso witzig“ wie der Alte.

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