Spider Island-Reviewserie (2): Spider-Man (Vol. 2) #97 [Panini, Mai/Juni 2012]

Spider-Island rückt immer näher. Doch es gibt noch so einige Hürden, die Spider-Man auf dem Weg dorthin bewältigen muss.

Spider-Man (Vol. 2) #97

Spider-Man als Lehrer?
So abwegig ist die Sache ja eigentlich nicht, wenn man bedenkt, dass Peter Parker ja eigentlich diesen Beruf gelernt hat und auch eine Zeit lang ausgeübt hat. Bis sein Leben als Spider-Man dies verhindert hat. Aber jetzt ergibt sich die Möglichkeit erneut, Kindern etwas beizubringen. Und wenn es sein unerschütterlicher Sinn für Verantwortung ist. Doch die Kinder, an welche er in Henry Pyms Rächer Akademie gerät, hat Spider-Man nicht erwartet. Eines ist so giftig, dass es nur in einem Anzug leben darf, da es sonst das Leben aller um ihn herum gefährden würde. Eines mit einer Haut aus Metall, ein weiteres das jede Kampffertigkeit innerhalb von Sekunden erlernt, aber keinerlei menschliche Gefühle kennt, ein Junge, der sich immer wieder in ein Reptil verwandelt, ein Mädchen, bei dem die Gefahr besteht, dass sie sich in ihrer Gasform für immer verliert und einen jungen Mann der Stromstöße verteilt. Die besten Voraussetzungen also für einen turbulenten Schultag …

So einfach ist es dann wohl doch nicht.

So einfach ist es dann wohl doch nicht.

Wie schon in der letzten Ausgabe zaubert Slott ein wenig herum und fördert eine Situation zutage, die an Skurrilität nur schwer zu überbieten ist. Spidey als Aushilfslehrer für eine Gruppe von verstörten Superheldenteenagern, die von Osborn manipuliert wurden. Als dann auch noch ein alter Bekannter auftaucht und das Gefüge ein wenig durcheinanderwirbelt, zeigen sich die wahren Fähigkeiten von Lehrer Spider-Man.
Auch Spider-Island wird in einem kleinen Intermezzo weitegeführt. Leider sind es diesmal nur 2 Seiten, in denen die Auswirkungen eines kleinen Experimentes von einem alten Widersacher Peter Parkers immer weitere Kreise zieht. Und leider steht auch hier wieder die Bezeichnung „Prolog“ in keinem Verhältnis zu dem, was im Heft enthalten ist. Die Geschichte an sich ist gut und macht Appetit auf mehr, aber leider ist es viel zu kurz.

Manchmal helfen auch auch Spinnenkräfte nicht um alle zu retten.

Manchmal helfen auch auch Spinnenkräfte nicht um alle zu retten.

Visuell ist diese Ausgabe wieder ein wahrer Leckerbissen. Reilly Browns Zeichnungen sind rundum gelungen. Viele Details, zarte Linien und eine stimmungsvolle Farbgebung. Einzig die Soundwörter wirken in diese Grafikpracht vollkommen fehlplatziert, weil sie einfach zu dominant sind. Stellenweise zerstören sie fast das Gesamtbild. Das ist meiner Meinung nach aber auch der einzige Kritikpunkt an diesen wunderbaren Bildern.
Anders ist es mit dem Spider-Island Intermezzo. Hier darf Emma Rios ihr Talent zu Papier bringen und das macht sie, wie immer, sehr gut. Trotz, oder gerade wegen, der starken Striche gefallen mir ihre Bilder immer wieder.

Tolle Bilder gestört durch die Soundwörter. Nicht so toll.

Tolle Bilder gestört durch die Soundwörter. Nicht so toll.

FAZIT:

Wieder einmal verzaubert Slott mit seinen Wissen um Marvel Kontinuität und seinem wirklich humorvollen Erzählstil den Leser. Kurzweilig, lehrreich und dennoch mit einem Augenzwinkern überzeugt sein derzeitiger Run an Amazing Spider-Man wohl auch den letzten Kritiker. Gepaart mit den wunderbaren Bildern in diesem Heft ergibt sich ein kurzweiliges Vergnügen, auch für diejenigen, die mit Spider-Man bisher nicht so viel am Hut hatten. Denn diese Ausgabe lässt sich auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen und auch verstehen.

Wie in guten alten Zeiten. Ein fast schon klassisches Team Up.

Wie in guten alten Zeiten. Ein fast schon klassisches Team Up.

„Spider-Man #97“ bei Panini Comics bestellen.

Hive-VerweisCopyright aller verwendeten Bilder © 2011/2012 Marvel & Subs. / Panini

Spider Island-Reviewserie (1): Spider-Man (Vol.2) #96 [Panini, Mai 2012]

Mit der heutigen Ausgabe beginnt die Spider Island Reviewserie, in der es massive Probleme für Peter Parker zu bewältigen gibt. Doch erstmal läuten wir das Chaos mit einem Prolog ein …

Spider-Man (Vol.2) #96

Das erste große Abenteuer von Spidey mit der Future Foundation führt das Team in die Karibik, wo eine Zeitanomalie einen ganz schön Ärger verursachen soll. So zumindest hat es Reed ermittelt. Aber was die Vier dort erwartet, hat wohl keiner von ihnen so kommen sehen. Denn plötzlich sieht sich die Future Foundation Zombiepiraten gegenüber, die sich dann aber als die Sinistren Sechs entpuppen. Selbst die herbeigeeilte Jugend der Foundation schafft es nicht, die Situation zu beruhigen. Als dann auch noch ein Dimensionsriss die Fähigkeiten der betroffenen Helden verändert, scheint die Lage zu eskalieren …
Währenddessen macht sich Carlie Sorgen um ihre Beziehung zu Peter und begeht eine kleine Dummheit. Und ein bekannter Gegner läutet mit einem Experiment mit New York und seinen Bewohnern eine neue Zeit des Chaos ein, vor allem für den Netzschwinger …

Zombiepiraten voraus!!!

Zombiepiraten voraus!!!

Man merkt das Slott ein wahrer Kenner des Marvel Universums ist. Denn so oft, wie er Ereignisse aus der Vergangenheit der Protagonisten wieder hervorholt und damit neue und frische Storys kreiert, zeigt es sich einfach nur, wie viel Spaß der Mann an seinem Job hat. Auch wenn die Geschichte an sich ab dem ersten Drittel schon ein wenig vorhersehbar ist, ist es Unterhaltung und gute Laune pur. Sein Erzählstil ist spannend und humorvoll, denn an jeder Ecke wartet eine Pointe, auch wenn diese manchmal nur für Kenner der Materie erkennbar sind.
Weitaus weniger witzig ist der eigentliche Prolog zu Spider-Island, der so groß auf dem Cover beworben wird. Hier deutet sich schon an, wohin die Geschehnisse führen sollen. Dennoch kommen die Ereignisse aktuell noch zu kurz und stellen eher eine Art Appetitmacher dar.

Carlies kleine Dummheit kommt bei Peter gut an.

Carlies kleine Dummheit kommt bei Peter gut an.

Unterstützt wird Slott grafisch in der Hauptstory von Stefano Caselli, der einen sehr lockeren Grafikstil hat. Leider ist dieser aber, zumindest in dieser Ausgabe, ein wenig zu unspektakulär und auswechselbar. Oder einfacher gesagt. Es wirkt fast so als hätte irgendein unbekannter und zeichnerisch nicht gefestigter Künstler hier den Bleistift geschwungen. Da gibt es von Caselli weitaus bessere Arbeiten.
Wesentlich besser gefallen mir da schon die kurzen Intermezzos zum Spider-Island Prolog. Ersteres wird von Barry Kitson visualisiert und dieser hat einen ganz besonderen Stil, der ein wenig an die klassischen Horrorhefte aus den 60er Jahren erinnert. Das zweite Intermezzo wird von Lee Garbett umgesetzt, der ein wenig an Todd Nauck erinnert.

Die Sinistren Sechs gegen die Future Foundation.

Die Sinistren Sechs gegen die Future Foundation.

FAZIT:

Spider-Man #96 ist ein kurzweiliges und lustiges Abenteuer mit vielen Anspielungen auf die Vergangenheit der Fantastischen Vier, bei dem aber leider das auf der Titelseite groß beworbene „Spider Island“ viel zu kurz kommt. Selbst die Bezeichnung „Prolog“ ist für insgesamt nur vier Seiten übertrieben. Doch diese vier Seiten haben es dafür wirklich in sich. Wenn sich Spider Island so weiterentwickelt, dann freue ich mich wirklich darauf.

Die ersten Auswirkungen einer kommenden Epidemie.

Die ersten Auswirkungen einer kommenden Epidemie.

„Spider-Man #96“ bei Panini Comics bestellen.

Hive-VerweisCopyright aller verwendeten Bilder © 2011/2012 Marvel & Subs. / Panini

Punisher #1 [Panini, Juli 2012]

Wie ich bereits vor wenigen Tagen bekannt gegeben habe werde ich zukünftig Artikel nicht nur auf meinem Blog hier veröffentlichen sondern auch einige davon auf Comic Hive. Diese Artikel werde ich dann am Ende mit einem kleinen Logo versehen, damit Ihr auch wisst, dass Ihr diesen Artikel auch noch einmal auf Comic Hive findet.

Heute möchte ich euch den ersten Band der neuen Punisherreihe vorstellen, der mir, wie auch schon „Lenore“, freundlicherweise von Panini zur Verfügung gestellt wurde.

Punisher #1: Ermittlungen

Der Punisher hatte wahrlich einen schweren Weg zurück in das normale Marvel Universum und hat dabei so einiges durchleben müssen. Nach den von Garth Ennis verfassten Abenteuern unter dem Marvel Knights Label und der Rückkehr durch Autor Matt Fraction während des Civil War und seinem darauf folgenden Kampf mit Norman Osborn, Hood und sogar Daken, der Frank Castle sogar das Leben kostete, was ihn kurz darauf als Frankencastle wiederauferstehen ließ, ist der Punisher nun dank des Blutsteins endgültig wieder im klassischen Marvel Universum angekommen.

Doch Frank hat keine Zeit zum Verschnaufen, denn ein Blutbad bei einer Hochzeit zwischen einem Arzt und einer Afghanistan-Soldatin fordert ihn erneut auf aktiv zu werden. Ebenfalls aktiv wird die Polizei mit den verantwortlichen Detectives Oscar Clemons und sein neuer Partner Walter Bolt. Aber genauso groß wie das Geheimnis um den Grund dieses Attentats ist das Geheimnis Walter Bolts. Die wahren Drahtzieher holen sich dabei Hilfe von niemand anderem als Jimmy Natale, dem neuen Geier. Als die attraktive und ehrgeizige Reporterin des Daily Bugle, Norah Winters, davon Wind bekommt hat Frank mehr zu tun als ihm lieb ist…

Was Greg Rucka hier zusammen mit dem Zeichner Marco Checchetto abliefert ist einfach nur…

…Wahnsinn!

Denn eines das mir bei vielen der vorangegangenen Punisher-Geschichten immer irgendwie gefehlt hat war der Blick auf die Opfer. Wie gehen diese mit den Verlusten um, was haben die Hinterbliebenen für Probleme nach den tragischen Ereignissen und so weiter. Rucka stellt hier nicht nur den Punisher in den Vordergrund der Geschichte sondern auch die Braut des Arztes, die ihre gesamte Zukunft durch dieses Attentat verloren hat. Zwar ist der Punisher noch immer der eigentliche „Held“ der Geschichte der auch noch immer auf einem Rachefeldzug der aus dem Verlust seiner eigenen Familie herrührt ist, aber es wird auch endlich einmal deutlich gemacht das die Menge die er inzwischen an Kriminellen aus dem Weg geräumt hat wesentlich höher ist als die Anzahl an möglichen Opfern die dadurch verhindert hätten werden können.

Somit wird unterschwellig auch Franks Handeln kritisiert, oder zumindest die Art und Weise wie er gegen die Gangster vorgeht. Zwar werden die Ergebnisse in einem gewissen Maße, gerade von den Betroffenen honoriert, aber die Umsetzung und das manchmal ausufernde Maß an „Bestrafung“ wird nicht einfach so akzeptiert. Ebenfalls positiv fällt auf das Rucka mehr und mehr das Drumherum um die Taten und Handlungen der beiden Parteien ins Rampenlicht stellt. Unterstützt wird dies hierbei nicht nur durch das ermittelnde Detective-Duo Bolt und Clemons, sondern auch durch die sympathische und starke Norah Winters die ihre Nase einfach überall hineinstecken muss und dies auf eine ziemlich freche und eigensinnige Weise.

Eine sehr elementare Sache für die der Punisher schon immer bekannt war, ist seine Gewalt und deren überhöhte Darstellung. Auch diese findet natürlich auch in diesem Band wieder ihre Anwendung. Jedoch ist sie lange nicht mehr so extrem und explizit wie es noch vor kurzem war und wird nun als Stilmittel zum Transport der Geschichte verwendet. Für Leser des Punisher (auch wenn diese einen Comic dieses Charakters erstmalig in Augenschein nehmen) wird, anhand der Kleidung und des Waffenarsenals, durchaus eine gewisse Erwartungshaltung geschürt, die der Punisher auch in den meisten Fällen erfüllt. Dies sind dann eben manchmal auch die Momente und Geschichten gewesen in denen die Gewalt leider nur deswegen eingesetzt wurde um eben jene Erwartungen auch zu erfüllen und weniger weil es der Story dienlich war.

Ein weiterer, und meiner Meinung nach sehr wichtiger Pluspunkt in diesem ersten Band der neuen Punisher-Serie ist die immer präsente und spürbare Einbindung in das klassische Marvel Universum. Wie es früher der Fall war agieren nicht mehr nur die Helden in kurzen Crossovern miteinander, sondern auch Nebendarsteller werden mit eingebunden. So ist neben Norah Winters auch Ben Urich und Peter Parkers Freundin Carlie Cooper mit von der Partie, als es um die Ermittlungen und Spurensicherung geht. Diese Zusammengehörigkeit und Verknüpfung zu einem gemeinsamen Universum in dem alle Helden mit- und nebeneinander agieren war schon früher eine der großen Stärken von Marvel und wird hier nun endlich auch wieder praktiziert. Zwar könnte man durch dieses Wirr-Warr Kontinuität leicht den Gedanken erhalten das es neue Leser schwer haben könnten sich in eine so vollständige und komplexe Welt einzufügen, aber Marvel hat es den Lesern schon immer leicht gemacht seine Lieblingsfigur zu finden und sich in ihrer Vergangenheit zurecht zu finden. Ähnlich ist es auch mit diesem Band, denn wie in einem guten Film oder einem Roman, so haben auch die Protagonisten in einem Comicband ein „Vorleben“ von dem immer nur ein Ausschnitt repräsentiert werden kann.

Neben den ersten fünf Ausgaben der inzwischen neunten Punisher-Serie befindet sich in diesem Band auch noch eine Kurzgeschichte aus dem Spider-Island: I Love New York City Special welches bei Marvel erstmals zuerst digital und sogar kostenlos über die Comixology-Plattform angeboten wurde um dann später auch in Printform veröffentlicht zu werden. Das diese Story hier mitveröffentlicht wurde hat eigentlich nur zwei (dafür aber durchaus nachvollziehbare) Gründe. Der Erste wäre, dass als Autor hier ebenfalls Greg Rucka fungiert hat, während Max Fiumara als Zeichner brillierte und der Andere wiederum ist wohl die Tatsache, dass dieser Band auch für die Spider-Man: Spider Island Komplettisten interessant werden sollte und somit die Verkaufszahlen des ersten Bandes und somit auch der neuen Serie ein wenig gepusht werden könnten. Denn wenn man es genau betrachtet, dann hat diese Geschichte mit dem Rest des Bandes genauso viel zu tun wie Uwe Boll mit guten Filmen. 😉

FAZIT:

Zusammenfassend bleibt ein Band mit einem neuen (auch emotionaleren und verletzlicheren) Punisher, der dennoch eine Härte und Energie versprüht die Spaß macht und auch gelegentlich zum Nachdenken anregt. Die Zeichnungen von Marco Checchetto wissen dabei genauso zu überzeugen, wie die Geschichten und Protagonisten mitsamt ihren ganzen Problemen. Das der Band dabei nicht nur emotional ziemlich düster ist, sondern auch visuell eher mit den dunkleren Tönen spielt ist dabei weder hinderlich noch ermüdend. Im Gegenteil. Die wenigen hellen Passagen lockern das gesamte Geschehen immer wieder erfreulich auf und spenden fast ein wenig Energie, um sich durch die düsteren Passagen zu kämpfen, wie durch eine grausam kalte und nebelverhangene Nacht. Und dies ist durchaus ein positiver Kampf.

„Punisher #1: Ermittlungen“ bei Panini bestellen.
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