Halloween Special Review: Simpsons Comics Sonderheft: Bart Simpsons Horror Show Nr. 18 [Panini, Oktober 2014]

Heute ist Halloween und da dachte ich mir, schieb doch mal ein Halloween-Special-Review ein. Vielleicht werde ich das sogar jedes Jahr machen, mal schauen. Vor ein paar Jahren hatte ich das ja schon einmal angefangen, aber irgendwie muss ich auch zeit und material dafür haben. Wobei alleine mit den Simpsons-Halloween-Ausgaben kann ich ein paar Jahre füllen, und auch sonst habe ich ein paar Horror und Gruselausgaben vorliegen, die sich eignen würden. Aber heute ist das diesjährige Bart Simpsons Horror Show an der Reihe …

Simpsons Comics Sonderheft:
Bart Simpsons Horror Show Nr. 18

Wie üblich füllen auch die achtzehnte Ausgabe des Simpsons Comics-Sonderheftes: Bart Simpsons Horror Show mehrere Kurzgeschichten, ganz im Stil der Simpsons Treehouse of Horror-Episoden. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, immerhin nennt sich die amerikanische Originalausgabe, welche Panini, und vorher schon Dino, unter diesem Namensmammut verbirgt „Treehouse of Horror“. Zwar handelt es sich hierbei um US-Heft Nummer 19 aus dem Jahre 2013, die Nummer 20 von 2014 ist auch gerade erst erschienen, aber das tut der Spannung und dem Grusel keinen Abbruch. Doch sehen wir uns die drei Kurzgeschichten einmal genauer an.

Leichgläubiger Homer. Aber was kann man schon bei jemandem erwarten, der mit dem Bauch denkt.

Den Auftakt macht „Monster Kuddelmuddel“ von Kultautor Doug Moench und Simpsons-Allstar Mike Kazaleh. Hier verschlägt es Homer in ein altes Geisterhaus (Wie kann man auch nur andauernd auf Gratis-Bier und Gratis-Donuts hereinfallen?), in dem ein ganzer Haufen an Gruselwesen auf ihn wartet. Als ob Patty und Selma in ihrer Urform, als Marges Schwestern, schlimm genug wären, treten sie hier als Hexen auf, und auch Apu kommt als Werwolf daher. Krustiy ist eine Mumie mit Pinhead-Kopf und Moe, Barney und der Duffman sind nur hirnlose Zombies (was nicht gerade geistreich ist, weil alle drei mit Alkohol zu tun haben), aber auch die Inkarnationen von Bürgermeister Quimby und Reverend Lovejoy glänzen nicht gerade vor Ideenreichtum. Denn während Lovejoy als Teufel auftritt, gibt sich Quimby als mageres Skelett die Ehre. Aber auch Marge wird durch den Kakao gezogen, immerhin tritt sie als Geist auf. Alles nicht wirklich überraschend, aber dennoch werde ich das Finale nicht vorwegnehmen.
Die Zeichnungen sind typisch Kazaleh und nicht ganz Simpsons-typisch. Sicher, die Figuren sind erkennbar, aber Mike Kazalehs Stil ist klar erkennbar, was der Geschichte auch sehr gut tut.

Zu was Bart nicht alles mit ein klein wenig Grips fähig ist …?!

Danach geht es in die Springfielder Grundschule, wo Küchenhilfe Doris ihren Job verliert, nachdem sie dem Schulessen ein paar Büroartikel beimischt. Ganz abgesehen davon, dass die gesundheitsschädlich ist (als ob das die Grundschulverantwortlichen jemals interessiert hätte), ist es in Rektor Skinners Augen vor allem Eines: Zu teuer. Also stellt er neue Küchenhilfen ein. Das Essen schmeckt den Schülern auf einmal un dplötzlich greift die Intelligenz an der Springfielder Grundschule um sich. Sogar Bart wird zum Genie (schon wieder einmal), aber es gibt auch Nebenwirkungen. Denn sämtliche Schüler bekommen Tentakel, kräftige Hauer und haben nur noch ein Auge.
Bevor ich aber jetzt wieder Zuviel verrate, komme ich zum Autor, der niemand Geringeres als Simpsons-Stammautor Ian Boothby ist. Boothby konnte schon des Öfteren sehr gute Geschichten vorweisen, aber wie so oft ist nicht alles Gold, was aus seinen Gedanken entspringt. So ist auch diese Geschichte zwar unterhaltsam, aber insgesamt eher durchwachsen, weil auch zu vorhersehbar. Ähnlich unzufrieden bin ich mit den 08/15-Zeichnungen von Tone Rodriguez. Diese sind zwar handwerklich in Ordnung, lassen aber sowohl einen eigenen Stil als auch die notwendige Abwechslung zum üblichen Einheitsbrei der Simpsons vermissen. Gerade die visuelle Außergewöhnlichkeit war ein ganz großes Plus in den Horror-Heften und oftmals hätte ich mir dies auch für die TV-Versionen gewünscht.

Bei dem Bild brauchts echt nicht viele Worte …

Story Nummer Drei rückt Bart und das Necronomicon samt Cthulhu und H.P. Lovecraft in den Vordergrund. Nachdem Bart wieder einmal einen seiner bekannten Schulstreiche durchführend musste, wird er von Rektor Skinner in eine geheimnisvolle Bibliothek unter dem Schulgebäude verbannt, mit der Auflage sämtliche Bücher zu katalogisieren und zu sortieren. Dabei fällt Bart besagtes Necronomicon in die Hände, und wie es für den Jungen typisch ist, sorgt er für Riesenärger, indem er Cthulhu mit einer dämonischen Beschwörung auf die Erde holt.
Inhaltlich nicht wirklich innovativ, was Horror-Experte und Swamp Thing-Schöpfer Len Wein hier liefert, aber im Vergleich zu den beiden anderen Geschichten immer noch die Beste. Neben der gut dargestellten Cthulhu-Mythologie von Lovecraft, kommt auch der bekannte Simpsons-Humor nicht zu kurz. Und auch die Zeichnungen, in diesem Fall von Dan Brereton, sind sehr passend und stimmungsvoll. Der malerische Stil, mit dicken Outlines, fügt sich sehr gut in das Gesamtbild ein. Lediglich eine gewisse Dynamik muss ich den Bildern absprechen.

Auf 888 Exemplare limitiertes Variantcover zur Comic Action 2014.

Die Horror Show-Comics sind, ähnlich wie die vergleichbaren Treehouse of Horror-Episoden eine manchmal krude Mischung aus Kurzweil, Unterhaltung und erzählerischem Kleinod. Sie sidn weder durchweg schlecht, noch rundum gelungen, aber eines können sie sehr gut. Unterhalten, zum Schmunzeln bringen und manchmal auch ein klein wenig Gänsehaut erzeugen. Die von der wohligen Sorte aber. Leider findet sich das diesmal nicht und so bleibt nur eines von inzwischen achtzehn Horror-Show-Heften, dass aber zum Glück kein kompletter Reinfall ist.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013/2014 Bongo Comics / Panini

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