Ikigami – Der Todesbote Nr. 1 & Nr. 2 [Carlsen Manga, August/Oktober 2012]

Dominik_AVAKlappentext:

Um den Menschen den Wert des Lebens zu verdeutlichen und sie zu produktiven Bürgern zu formen, hat die japanische Regierung per Gesetz den „Nationalen Wohlfahrtsakt“ erlassen: Bei Schuleintritt werden alle Kinder geimpft. In jeder 1000. Spritze befindet sich eine tödliche Nano-Kapsel, die ihr Opfer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren tötet. Das Verfahren ist rein zufällig – und steht der Todesbote mit dem „Ikigami“ vor der Tür, gibt es kein Entkommen. Sie haben noch 24 Stunden zu leben…
Das ist die Nachricht des Todesboten bei der Übergabe des so genannten „Ikigami“. Für die Opfer, im Durchschnitt Anfang 20, und deren Freunde und Angehörige beginnt ein Rennen gegen die Zeit. In ihrer Verzweiflung gelingt es dem einen, vor seinem Tod noch „die gute Tat“ zu vollbringen, dem anderen schlägt das Schicksal mit solcher Wucht entgegen, dass ein glückliches Ende unmöglich ist.

Ein spannender Thriller um den immerwährenden Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft und eine brisante Horrorutopie, die vielleicht schon näher ist als man glaubt.

Ikigami Nr. 1

Ich habe mir diese Manga Reihe, die laut Carlsen Manga in 10 Bänden abgeschlossen ist, schon länger notiert gehabt. Sehr viele positive Kritiken gibt es im Internet zu beinahe jedem Band und die Serie hat viele renommierte Preise gewonnen: So zum Beispiel in Frankreich:

* Prix spécial BD des Utopiales 2009
* Prix Polymanga 2010 (Bester Seinen-Manga)
* Prix du Meilleur Seinen – Japan Expo Awards 2010
* Grand Prix de l’Imaginaire 2010 Etonnants Voyageur
* Ausgewählt für die Shortlist des Comicfestivals in Angoulême 2010

Endlich habe ich mir die ersten fünf Bände zugelegt und ich muss sagen, es ist zeitweise ein absoluter Pageturner! Vor Spannung kaum auszuhalten! Mir gefallen die ersten beiden Bände richtig gut! Ich hätte was verpasst, würde ich diese Reihe nicht kennen! Von mir bereits im Vorfeld, eine klare Kaufempfehlung!

Das Gesetz für Fortschritt und Wohlstand wird dem Leser direkt zu Beginn vorgestellt.
Die Impfung zum Wohl der Nation bei Schuleintritt. Fujimoto ist der „Ikigami – Überbringer“. Es ist sein Job, als Todesbote, die Nachricht seinen Opfern zu überbringen.
In den ersten beiden Bänden erfahren wir immer wieder, wie Fujimoto mehr über das Gesetz von Fortschritt und Wohlstand erfährt. Wie geht er mit den Gewissenskonflikten um, die ihm in der Seele brennen.
Ist es möglich, als“ Ikigami Bote“, kritisch dem System gegenüberzustehen?

Immer im Wechsel erfahren wir etwas über Fujimoto und das erlassene Gesetz in Japan.
Dazwischen erfährt der Leser ganz unterschiedliche Schicksale von Menschen.

So zum Beispiel über einen Jungen, der gezwungen wurde, einen Diebstahl zu begehen. Ebenfalls wurde der Junge früher stark gemobbt und gedemütigt. An deren nachfolgenden Auswirkungen hat dieser Junge bis heute noch zu leiden. Was passiert, wenn genau dieser Junge erfährt, dass er nur noch 24 Stunden zu Leben hat?

Wem bereits diese erste Geschichte gut gefallen hat, dem wird die zweite Geschichte in dem ersten Band bestimmt noch besser gefallen.

Eine Straßenband in Japan. Zwei Menschen machen gute Musik, einer singt, der andere schreibt die Songs und spielt Gitarre.
Eigentlich läuft alles gut, bis einer der beiden Jungs einen Deal bei einer Plattenfirma angeboten bekommt.
Die Ereignisse überschlagen sich, die Zeit vergeht, die Musiker gehen unterschiedliche Wege.
Einer von beiden bekommt einen „Ikigami“, wer mag es wohl sein?

Das ist eine sehr spannende Frage, der Leser lernt in einer kurzen Geschichte sympathische Charaktere kennen. Im Grunde genommen gönnt er niemanden von Ihnen einen „Ikigami“, doch einer wird ihn bekommen? Wer mag es nur sein? Was wird er dann in seinen letzten 24 Stunden mit dem Leben machen? So entwickeln sich die Bände dann von ganz alleine zu einem Pageturner, der Leser will unbedingt wissen, wie diese Geschichten enden!

Eine weitere Geschichte dreht sich um ein Pärchen, wobei der Freund Drogen nimmt.
Die Beziehung läuft nicht mehr so rund, es gibt Schwierigkeiten.
Der Freund arbeitet viel, er bekommt die Chance bei der nächsten Produktion als Regisseur zu fungieren.
Einer der beiden bekommt einen „Ikigami“, wer wird es sein, was wird in den letzten 24 Stunden des Lebens geschehen?

Die zweite Geschichte in dem zweiten Band dreht sich um soziale Berufung im Altenheim.
Eine ältere Dame im Rollstuhl, fortschreitende Demenz, kann aber eigentlich noch laufen, trifft auf einen sympathischen jungen Auszubildenden Pfleger.
Was passiert mit der Person, die den“ Ikigami“ überreicht bekommt.

In beiden Bänden werden zwischen den Geschichten jeweils die Gedanken von Fujimoto in Bezug auf das Nationale Wohlfahrtsgesetz dem Leser näher gebracht.
Das Bindeglied zwischen den spannenden Einzelschicksalen ist immer Fujimoto und der „Ikigami“.
Ansonsten sind sich die Geschichten und ihre Schicksale völlig fremd.
Die einzelnen Geschichten sind allesamt sehr emotional gestaltet, Fujimoto bekommt jedoch nur langsam einen charakterlichen Hintergrund dem Leser nähergelegt.

Ich bin gespannt, ob diese Erzählweise bis zum Schluss funktioniert, oder ob Fujimoto sich gegen das System auflehnen wird und in absehbarer Zeit um sein Leben fürchten muss?
Definitiv bleibe ich bei dieser Serie dabei! „Ikigami  – Der Todesbote“ ist eine emotionale Achterbahnfahrt, jeder Tod ist aufwühlend, der Leser wird zum Nachdenken über Leben und Tod angeregt.

Ikigami Nr. 2

Der Zeichenstil gefällt mir persönlich sehr gut. Wichtige Szenen sind detaillierter gezeichnet als der Rest. Die Linien sind klar und deutlich, Proportionen sind nicht annähernd übertrieben, Slapstick Einlagen kommen nicht vor!
Die einzelnen Charaktere sind allesamt gut voneinander zu unterscheiden, Ähnlichkeiten sind nur minimal vorhanden.
Der Zeichenstil erfüllt seinen Zweck, Aufbau der Story ist passend zum Zeichenstil, homogen miteinander verknüpft. Ich würde sagen, eher ein realistischer Zeichenstil, gerade die Naturlandschaften oder auch Städte Zeichnungen gefallen mir sehr gut. Details sind vorhanden, überwiegen in den beiden Bänden aber nicht. Eine gute Mischung aus einfachen und detaillierten Zeichnungen prägen den Manga.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Zeichenstil, für mich ist er genau richtig!

Diese Bände können in jeder gut sortierten Buchhandlung, am Kiosk, Zeitschriftenladen, im Comicshop oder bei Amazon erworben werden.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2012-2015 Carlsen Manga

Ein Kommentar zu “Ikigami – Der Todesbote Nr. 1 & Nr. 2 [Carlsen Manga, August/Oktober 2012]

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