Ma-Co-Re-Mix (Vol. 85) [Carnage Nr. 1 & Howard The Duck Nr. 2]

Wie letzte Woche bereits versprochen versuche ich nun auch die anderen Serien (Trades), die ich hier liegen habe, in eine Reihenfolge und somit auf eine Zeitschiene zu bekommen. Leider haben Trades in der Regel einen größeren Umfang als die Hefte der üblichen Serien, meistens sogar um das doppelte oder dreifache, wodurch es teilweise schwierig wird, das wöchentlich durchzuhalten. Sprich, es kann durchaus einmal passieren, dass ich es nicht nur wie heute, etwas später schaffe, sondern vielleicht überhaupt nicht. Aber dennoch werde ich mein Bestes versuchen, weiterhin wöchentlich ein Review zur Verfügung zu stellen.

MaCoReMix

Carnage Nr. 1: Blutrausch [August 2016]

Autor: Gerry Conway
Zeichner: Mike Perkins
Format: Softcover
Umfang: 132 Seiten
Inhalt: All-New, All-Different Point One (2015) 1 (II) & Carnage (2016) 1-5
Verlag: Panini Comics
Preis: 16,99 Euro

Als ob es noch nicht reichen würde, dass Cletus Casady wieder frei ist, so hat er auch weiterhin seinen Symbionten Carnage bei sich. Doch alles wird noch schlimmer, als man beschließt Carnage eine Falle zu stellen, um ihn wieder einzufangen und dafür eine wichtige Person aus seiner Vergangenheit als Köder einsetzt. Auch wenn diese Person inzwischen eine hoch dekorierte Soldatin ist, und neben ihr auch noch Eddie Brock mit seinem Toxin-Symbionten mitmischt, wird es nicht überschaubarer. Im Gegenteil, der Einsatz läuft schief und Carnage beginnt mit seinem blutigen Rachefeldzug …

Spider-Man-Veteran Gerry Conway liefert gemeinsam mit dem Starzeichner Mike Perkins eine sehr gelungene Story rund um den psychopatischen Massenmörder Cletus Casady. Hierzu verknüpft er Casadys Vergangenheit, um seinen ersten Mord, mit den Ereignissen der (damals aktuellen) Marvel-Kontinuität. Warum schreibe ich damals? Nun, als die Serie in den Staaten erschien, das war vom Dezember 2015 bis April 2016, für die in diesem band enthaltenen Originalausgaben, gab es noch andere Voraussetzungen. Eddie Brock trug noch Toxin, Flash Thompson war Agent Venom und Peter Parker begann seinen Siegeszug als Firmenchef von Parker Industries. Nimmt man es also zeitschienentechnisch ganz genau, liegt Carnage etwa eineinhalb Jahre hinter dem letzten Spider-Man-Heftserienreview zurück. Das klingt nicht sonderlich viel, bietet aber dennoch einiges an Spielraum für Gerry Conway. Und der zaubert daraus einen harten Horrorthriller.
Gemeinsam mit den wirklich außergewöhnlichen Zeichnungen von Mike Perkins (Siehe auch die „Stephen King: The Last Stand“-Reviews) entsteht eine spannende Atmosphäre die für das eine oder andere Mal durchaus für Gänsehaut sorgt. So zeigt Perkins nur wenig direkte Gewalt, sondern überlässt vieles der Fantasie des Lesers. Je nachdem wie geschutl der Leser somit in Sachen Horror/Psycho/Splatter, usw. ist, kann das persönliche Leseerlebnis vollkommen unterschiedlich ausfallen. Trotzdem vieles im Dunkeln stattfindet, bleibt Perkins keine Details der grausamen Taten Carnages schuldig, wendet aber sehr sicher ausgewählte Stilelemente an, um zusätzlich für die richtige Stimmung zu sorgen. Gerade im späteren Verlauf scheint die Gewalt zuzunehmen. Sieht man sich die Bilder aber einmal ruhig und genau an, erkennt man, dass überhaupt nicht viel wirklich zu sehen ist, sondern sich Großteils wirklich während des Lesens im Kopf abspielt. Stellenweise ist die Erzählung dermaßen intensiv, dass man als Leser das Gefühl hat, die Bilder würden lebendig und sich bewegen.

Der Auftakt zu Carnages neuer Solo-Horror-Serie macht unglaublich viel Spaß und ist eine willkommene Abwechslung zum alltäglichen Superhelden-Einheitsbrei. Ich hoffe, dass diese Qualität anhält und ich noch ein paar mitreißende Storys rund um Carnage zu lesen bekomme. Auch wenn er eigentlich als Antiheld und Schurke hinter den Helden zurückstehen sollte.

Howard The Duck Nr. 2: Im Weltraum hört dich niemand quaken [Dezember 2016]

Autor: Ryan North, Chip Zdarsky
Zeichner: Veronica Fish, Eric Henderson, Joe Quinones, Chip Zdarsky
Format: Softcover
Umfang: 164 Seiten
Inhalt: Howard the Duck (2016) 1-6 & The Unbeatable Squirrel Girl (2015 II) 6
Verlag: Panini Comics
Preis: 16,99 Euro

Die letzten Ereignisse haben Howard ziemlich mitgenommen und so beschließt er die erde zu verlassen und auf seinen Heimatplaneten zurückzukehren. Allerdings gestaltet sich das alles andere als einfach, wie Howard schnell erkennen muss. Nicht nur, dass plötzlich der Collector hinter ihm her ist, auch tauchen zusätzlich weibliche Versionen von ihm und Rocket Raccoon auf, die aus der Gegenwart in die Vergangenheit geflüchtet sind, um dem Collector zu entkommen und auch Squirrel Girl kann es nicht lassen sich in die Ereignisse einzumischen, ganz zu schweigen vom Silver Surfer, Galactus und den Guardians of the Galaxy …

Schon der erste Band der deutschen Serie konnte mich vollends überzeugen und so sammelt dieser zweite Band die ersten sechs Ausgaben von Howards neuer 2016 gestarteten Serie. Panini hat sich also entschlossen, ähnlich wie auch schon bei anderen Serien, die Nummerierung einfach fortzuführen und keine neue Nummer 1 auf den Band zu „klatschen“. Weshalb auch, geht die Story doch nahtlos weiter. Und hier zeigt Chip Zadrsky erneut seinen verrückten Humor und würfelt alle möglichen Figuren aus dem Marvel-Kosmos ineinander. Wobei Kosmos erneut wörtlich zu verstehen ist. Die derzeitige Besetzung der Guardians of the Galaxy mit Rocket, Groot, Kitty Pryde, dem Ding und Agent Venom sind ebenso mit an Bord, wie der Silver Surfer Norrin Radd, der mutmaßlich neue Herold, oder besser gesagt die, Roberta alias Scout, Doctor Strange und auch Howards seit der letzten Serie neu gewonnenen Freundin Tara wird immer wichtiger. Und dann wäre da noch Squirrel Girl, die inzwischen einen ähnlichen außergewöhnlichen Status im Marvel Universum besitzt, wie auch schon Howard. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die beiden einmal aufeinandertreffen würden. Allerdings muss ich gestehen, dass eben genau dieses Crossover in dem gesamten Band die schwächste Storyline darstellt. Für mich kam weder ein ordentlicher Lesefluss auf, noch zog mich die Geschichte, die an sich nicht schlecht war, so richtig in ihren Bann.
An den Zeichnungen lag es dabei nicht, denn diese hatten ihren Reiz und waren auch optisch wirklich schön anzusehen, wie die restlichen Artworks auch. Obwohl die Stile teilweise recht verschieden sind, passen sie doch jeweils sehr gut zu den Geschichten, bzw. deren Abschnitten. Auch das zweiteilige Crossover bildet hier zeichnerisch keine Ausnahme und dennoch finde ich keinen wirklich Zugang. Zum teil könnte dies an den zwar durchaus witzigen, aber größtenteils belanglosen Zusatztexten unterhalb fast jeder Seite liegen und die die Autoren Chip und Ryan, wobei Ryan dies bei Squirrel Girl wesentlich häufiger macht, verfasst haben. Diese bremsen sowohlö die Handlung als auch den Lesefluss deutlich aus und ein nachträgliches Lesen macht aufgrund der Einbindung in die Story oder den Bezug darauf, keinen Sinn.

Sieht man vom Squirrel Girl-Crossover ab, gefällt mir der Band erneut sehr gut und beinhaltet eine ähnlich abgedrehte Art und Weise, wie sie Zdarsky schon in der ersten Serie und zuvor auch Gerber mit seinem Erpel erzeugt haben. Dennoch wirkt Zdarsky diesmal ein klein wenig braver, als noch im ersten Band, was aber vielleicht auch der Menge an Helden geschuldet sein kann. Daher werde ich mal schauen, wie sich der dritte Band, der dann auch gleich wieder ein Finalband sein wird, entwickelt.

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