Comics – Made in Germany (4) [WHOA Comics Nr. 17 & Mr. Kill Nr. 6]

Auch Deutschland hat inzwischen eine blühende Comiclandschaft und viele kleine Verlage treten aus dem Schatten des Indiedaseins heraus und geben sich so viel Mühe kleine Comicperlen zu veröffentlichen, von deutschen Autoren und deutschen Zeichnern, dass ich diesen auch weiterhin mit dieser Rubrik eine Bühne bieten möchte. Deswegen gibt es heute zwei weitere Comics aus Christopher Kloibers Plem Plem Productions-Verlag …

4e48bb22494b3525510d60d9852fb9eb_normWHOA Comics Nr. 17 [März 2020]

Autor: Peter Dörp, Christina Ellis, Chris Tull
Zeichner: Sascha Dörp, Christina Ellis, Chris Kohler
Format: Heft
Umfang: 28 Seiten
Inhalt: WHOA Comics 17
Verlag: Plem Plem Productions
Preis: 4,90 Euro

Der Buddha von Berlin ermittelt weiter, als er plötzlich ein Paket mit dem Unterschenkel einer Frau bekommt. Das Verzwickte daran ist, dass der Körperteil nicht echt ist, aber was will der Absender ihm dann damit sagen?
In der zweiten Geschichte begegnet uns ein Reisender, der ewig lebt und eine wunderschöne Frau in einer Flasche. Ist es ein Märchen oder Realität?
Als dritte Story kämpft ein Mann mit seinen Erinnerungen, von denen er nicht weiß, was wahr und was Traum ist, über eine Frau, an dessen Gesicht er sich nicht erinnern kann. Oder steckt doch mehr dahinter?

Neben der durchaus gelungenen Fortsetzung des Buddhas von Berlin, den Gesamtband habe ich übrigens auch noch hier liegen, ist es vor allem dir zweite Geschichte, die mich diesmal positiv überrascht hat. Trotz ihres visuellen Minimalismus ist es gerade dieser Stil, der mich ein wenig an das Spiel „Journey“ erinnert. Hier ist die Geschichte geradezu perfekt mit dem Artwork zu etwas vollkommen Neuem verschmolzen, was mich persönlich dennoch zwiegespalten zurückgelassen hat. Einerseits begeistert, andererseits aber auch fragend. Nicht fragend, als ob etwas fehlt, sondern eher fragend über das Wieso, weshalb und warum. Doch dies macht in meinen Augen auch den Reiz der Geschichte aus.
Die dritte und letzte Geschichte ist zwar nicht schlecht, aber irgendwie fehlt ihr auch etwas Besonderes. Die Handlung selbst ist mysteriös, aber nicht logisch, es fehlt ihr an einem direkten Zusammenhang. Visuell ist es auch leider nur Durchschnitt, auch wenn ich Chris Kohlers Artwork durchaus ansprechend finde.

Insgesamt ist dieses Heft wieder eine gelungene Mischung an Stilen, Handlungen und Genres. So sollte auch dieses Mal eigentlich für jeden etwas dabei sein. Die zweite Story bleibt aber dennoch mein Favorit in dieser Ausgabe und den Buddha von Berlin muss ich wohl mal komplett lesen, da ich denke, dass dieser dann sein eigentliches Potenzial entfaltet.

e2699f6b9ce48259f68e82db04132d14_normMr. Kill Nr. 6 [März 2019]

Autor: Henning Mehrtens
Zeichner: Andreas Butzbach, Katrin Felder, Genji Otori
Format: Heft
Umfang: 28 Seiten
Inhalt: Mr. Kill 6
Verlag: Plem Plem Productions
Preis: 4,90 Euro

Der erste Auftrag führt Mr. Kill auf einen Maskenball, doch offensichtlich scheint hier jemand ein doppeltes Spiel zu spielen. Außerdem besucht Mr. Kill eine alte Bekannte, eine ganz spezielle Dame, die einen ganz besonderen Platz in seinem Herzen hat. Zu guter Letzt verschlägt es Mr. Kill nach Japan, wo ein etwas anderer Auftrag auf ihn wartet …

Der Killer von Nebenan ist wieder da und bringt drei neue Geschichten mit, die wohl unterschiedlicher kaum sein könnten. Ist man zu Beginn noch Zeuge eines eher normalen Auftrags, wird die zweite Geschichte schon deutlich emotionaler und zeigt einmal wieder sehr deutlich, dass im Körper dieses eigentlich doch skrupellosen und eiskalt agierenden Menschen, so etwas wie ein liebevolles Herz zu schlagen scheint. Somit ist auch in diesem Fall die zweite Story jene, die mich, wie auch schon bei WHOA Comics, am meisten beeindruckt.
Die abschließende Manga-ähnliche Geschichte sehe ich eher als netten Bonus, als eine „ernst“ zu nehmende Story, was nicht heißen soll, dass sie schlecht ist. Aber sie fühlt sich leider mehr wie eine Zugabe an.

Mr. Kill ist und bleibt etwas Besonderes im Verlagsprogramm von Plem Plem Productions. Ähnlich der WHOA Comics gibt es immer wieder wechselnde Zeichner, nur dass diese alle durch die Hauptfigur miteinander verbunden werden. Daher bleibt es für mich ein absoluter Geheimtipp.

Shoplinks:

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„Mr. Kill“ Heft Nr. 6 bei Plem Plem Productions bestellen.

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