Derzeit scheint der Serienmarkt weiterhin überflutet zu sein und es fällt nicht immer leicht, gute Serien vom Einheitsbrei zu unterscheiden. Gefühlt erscheinen täglich neue Serien auf irgendeinem Streaming Dienst. Die sechs Folgen umfassende Krimiserie bietet von der ersten bis zur letzten Folge spannende Unterhaltung! Bis zum Schluss bleibt es spannend, wer der Entführer der Kinder ist …
Unbedingt mal reinschauen!
Hier kommt ein Schwedenkrimi. Jede der sechs Folgen geht gute 40 – 50 Minuten.
Einige Zeit hat die Schwedin Lejla (Léonie Vincent) in Amerika gelebt. Als Kind wurde sie in Schweden in ihrem Heimatdorf entführt und in eine Glaskuppel gesperrt. In vielen kurzen Rückblenden über die Serie verteilt erfährt der Leser, wie sie aus dieser Glaskuppel damals entkommen konnte. Der Täter ist bis heute nicht geschnappt worden und es gab wohl auch noch weitere vermisste Kinder über die Jahre. Wie dies alles zusammenhängt und wer der Täter ist, erfährt man natürlich am Schluss der Serie. Immer wieder werden dem Zuschauer geschickte Hinweise gezeigt, welche jedoch nur in eine Sackgasse führen. Mit der Auflösung dürften wohl die wenigsten gerechnet haben. Allein die Tatsache, wer der Entführer der Kinder ist und wo er sie in die Glaskuppel eingesperrt hat, macht diese Serie ungemein spannend.
Aufgrund ihrer eigenen dramatischen Vergangenheit ist aus Lejla eine erfahrene Kriminologin geworden, mit dem Schwerpunkt der Verhaltensforschung. Lejla wird von ihrem damaligen Polizeikollegen und zugleich ihrem Pflegevater Valter (Johan Hedenberg) zur Beerdigung ihrer Mutter angerufen. So kehrt Lejla zurück in das kleine Dorf ihrer Heimat in Schweden.
Die Beerdigung ihrer Mutter wird zu einer Tragödie, denn kurz darauf findet Lejla ihre Freundin mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Badewanne. Zudem scheint die Tochter ihrer Freundin entführt worden zu sein. So beginnt die Suche nach dem Entführer.
Es mag nicht zu viel gesagt sein, doch es bleibt kein Geheimnis, dass diese Entführung bis tief in ihre eigene Kindheit zurückreicht …
So macht Lejla sich auf die Suche nach dem Entführer, mit Unterstützung des pensionierten Polizeikollegen Valter und seinem Bruder Tomas, der aktuell die örtliche Polizeistelle leitet.
So rätselt man als Zuschauer mit, denn es gibt einige mögliche Tatverdächtige.
Es ist offensichtlich, dass uns die bekannte Krimi-Autorin und Serienerfinderin Camilla Läckberg mit auf eine dramatische Achterbahnfahrt der Gefühle nimmt und tief in die Psyche der Hauptfigur eindringt. Lejlas Ängste werden thematisiert, wir können ihre psychische Last quasi permanent spüren. Flashbacks und Alpträume nehmen den Zuschauer mit in Lejlas Vergangenheit.
Die immense bedrückende Atmosphäre wird durch audiovisuelle Musik betont. So wird die melancholische Grundstimmung bekräftigt und selbst die einsame und trostlose, kalte Landschaft in Schweden sowie die Thematik rund um die ansässige Mine und ihre kantigen Charaktere beherrschen die Szenerie.
Valter und Lejlas Beziehung zueinander ist schon etwas ungewöhnlich. Als damaliger leitender Ermittler hat er den Fall um Lejlas Entführung nie aufklären können. So kam es auch erst dazu, dass die Familie Lejlas Pflegeeltern wurden. Diese Erinnerungen machen Valter das Leben schwer.
Tomas leitet nun die Ermittlungen im aktuellen Entführungsfall, doch dieser zeigt sich eher als etwas unflexibel und unkooperativ. Je länger die Suche nach dem aktuell vermissten Mädchen Alicia andauert, umso unwahrscheinlicher scheint es, sie noch lebend zu finden. Mit jeder Minute, die verstreicht, tauchen wir als Zuschauer und Lejla nur noch tiefer in ihre Psyche ein.
Léonie Vincent und Johan Hedenberg in den Hauptrollen sind genau richtig. Die enormen Emotionen der Geschichte werden hervorragend an das Publikum herangetragen. Die Verletzlichkeit der Gefühle in Bezug auf wichtige Entscheidungen im Fall des entführten Kindes, demonstriert beinahe schon eine gewisse Hilflosigkeit. Lejla hat ihre eigene Strategie entwickelt, um mit ihren traumatischen Erlebnissen fertig zu werden. Diese Erlebnisse verdeutlichen ihr, wie der Täter ggf. vorgeht.
Der Zuschauer erhält eine dicht servierte Inszenierung, welche schnell und spannend auf den Punkt kommt. Keine 08/15-Figuren, sondern Charaktere, die eine eigene Vorgeschichte haben und sich entwickeln, treiben die Serie voran.
Von mir gibt es eine klare Empfehlung!
Ein hervorragender Schwedenkrimi!
Unbedingt mal reinschauen!
Copyright aller verwendeten Bilder © 2025 Netflix / Regisseure: Henrik Björn, Lisa Farzaneh / Autoren: Amanda Högberg, Axel Stjärne, Camilla Läckberg /Einige Schauspieler: Léonie Vincent, Johan Hedenberg, Johan Rheborg, Ia Langhammer, Farzad Farzaneh, Cecilia Nilsson, Emil Almén


