Warum Alita Last Order (Perfect Edition) ein Cyberpunk-Meilenstein ist
Hey Leute! Heute packe ich mal ein echtes Schwergewicht aus meinem Manga-Regal an. Wer die originale Serie rund um unser aller Lieblings-Cyborg-Girl Alita (oder Gally, wie sie im Original heißt) kennt, weiß, dass das damalige Ende ziemlich überstürzt war. Der Grund waren gesundheitliche Probleme des Schöpfers Yukito Kishiro. Doch zum Glück gab es grünes Licht für ein gigantisches Comeback: Battle Angel Alita: Last Order. Ich habe mir die komplette Perfect Edition auf Deutsch (erschienen bei Carlsen Manga) reingezogen und muss einfach meine Begeisterung (und ein ganz klein wenig Kritik) mit euch teilen.
Schnallt euch an, es geht weg vom Schrottplatz und direkt hinein in den interplanetaren Wahnsinn!
Der Inhalt: Von der Müllhalde in die Weiten des Kosmos
Die Story setzt genau dort an, wo die Originalserie kurz vor dem alternativen Ende aufhörte. Alita erwacht im schwebenden Utopia Jeru. Schnell wird klar: Die Welt ist dreckiger, größer und verdammt noch mal viel komplexer, als wir auf dem Schrottplatz je ahnen konnten.
Der rote Faden der Handlung ist das Z.O.T. Tournament (Zenith of Things) – ein absolut brutales, interplanetares Kampfsportturnier im Weltraum. Was als Rettungsmission für Alitas Freundin Lou beginnt, mutiert schnell zu einem epischen Polit-Thriller und Überlebenskampf auf kosmischer Ebene. Was Last Order für mich so besonders macht, ist das phänomenale Worldbuilding. Kishiro wirft nicht nur mit coolen Sci-Fi-Begriffen um sich, sondern stellt die ganz großen Fragen: Ab wann ist ein Cyborg noch menschlich? Haben künstliche Wesen eine Seele? Wer hält die Fäden in einer unsterblichen Gesellschaft in der Hand?
Der genialste Wahnsinnige der Manga-Geschichte: Desty Nova
Man kann nicht über Last Order reden, ohne IHN zu erwähnen: Prof. Desty Nova. Er ist derjenige, der Alitas Gehirn überhaupt erst rekonstruiert und ihr den unzerstörbaren Imaginos-Körper verpasst. Nova ist kein typischer 08/15-Bösewicht. Er ist ein genialer, absolut durchgeknallter Nanotechnologie-Wissenschaftler, der eine ungesunde Obsession für Flan-Pudding hat und besessen von der Erforschung von „Karma“ ist. Seine moralische Unberechenbarkeit bringt eine fantastische Dynamik in die Story. Man weiß nie, ob er Alita im nächsten Moment hilft oder sie für ein bizarres Experiment opfert. Ein absolut ikonischer Charakter!

Mein heimliches Highlight: Die Vampir-Vorgeschichte!
Während viele Fans im Netz manchmal über die extrem langen Flashbacks meckern, muss ich eine Lanze für eine ganz bestimmte Storyline brechen: Die Geschichte der Vampire. Kishiro nimmt sich hier mehrere Bände Zeit, um uns die düstere, Jahrhunderte alte Vorgeschichte der Erde und des Charakters Vilma zu erzählen. Für mich war das kein störender Filler, sondern absolute Weltklasse! Dieser Mix aus klassischem Horror, apokalyptischer Endzeit und harter Science-Fiction hat der gesamten Lore so viel Fleisch auf die Knochen gegeben. Es fühlte sich an wie ein eigenständiges Meisterwerk innerhalb der Hauptstory.
Die Zeichnungen: Yukito Kishiro auf dem absoluten Peak
Visuell ist Last Order eine absolute Wucht. Kishiro hat seinen Stil im Vergleich zur Neunziger-Jahre-Hauptserie noch einmal massiv verfeinert.
- Mechanische Perfektion: Die Detailverliebtheit bei den Cyborg-Designs, den Raumschiffen und den futuristischen Städten ist schwindelerregend. Man sieht quasi jede Schraube, jedes Kabel und jedes hydraulische Gelenk.
- Dynamik, die aus den Seiten springt: Die Kämpfe im Z.O.T.-Tournament sind das Beste, was ich je im Manga-Bereich gesehen habe. Jede Kampfsporttechnik, jede Explosion und jeder High-Tech-Schlag besitzt eine spürbare, brachiale Wucht. Trotz des enormen Tempos verliert man in den Panels nie die Übersicht.
Qualität & Haptik: Die „Perfect Edition“ macht ihrem Namen alle Ehre
Carlsen Manga hat die ursprünglichen 19 Taschenbücher in 12 dicken, großformatigen Bänden neu aufgelegt. Und wow, diese Edition ist handwerklich ein Traum für Sammler!
- Größeres Format & Premium-Papier: Das Format ist deutlich größer als Standard-Mangas. Gepaart mit dem hellen, dicken Premium-Papier kommen Kishiros extrem detailreiche Cyberpunk-Artworks und epischen Doppelseiten erst so richtig zur Geltung. Keine matschigen Grautöne, alles ist gestochen scharf.
- Brillante Farbseiten & Extras: Jeder Band startet mit wunderschönen, frisch digitalisierten Farbseiten. Als genialer Bonus sind zudem bislang auf Deutsch unveröffentlichte Kurzgeschichten von Kishiro enthalten.
- Geniale Bindung (Kein Buchrücken-Brechen): Wer kennt es nicht? Bei dicken Manga-Sammelbänden hat man oft Angst vor unschönen Knicken im Buchrücken. Carlsen nutzt hier eine clevere Bindung bei den Klappenbroschuren, bei der das Cover an den Seiten fixiert ist, sich beim Lesen aber flexibel vom Buchblock abhebt. Der Buchrücken bleibt also selbst nach dem Lesen wie neu. Die Übersetzung meistert zudem den Spagat zwischen komplexer Quantenphysik und derber Schrottplatz-Umgangssprache fehlerfrei.
Meine Heldin: Warum Alita einfach die Beste ist
Ich muss es einfach sagen: Alita ist und bleibt mein absoluter Lieblingscharakter. In Last Order erreicht ihre Entwicklung ihren Höhepunkt. Sie ist keine unbesiegbare, kalte Kampfmaschine. Sie zweifelt, sie leidet, sie sucht nach ihrer Identität und kämpft mit den Dämonen ihrer Vergangenheit. Ihre bedingungslose Loyalität zu ihren Freunden und ihr unbeugsamer Wille, sich niemals vom System unterdrücken zu lassen, machen sie so unglaublich nahbar. Wenn Alita im Ring alles gibt, fiebert man als Leser in jeder Sekunde mit ihr mit.

Kritik: Wo Licht ist, ist auch Schatten
Trotz aller Liebe müssen wir ehrlich sein: Last Order ist ein echter Marathon. Das Z.O.T.-Turnier zieht sich über eine extrem lange Strecke. Wer ein schnelles, knackiges Cyberpunk-Abenteuer wie den Vorgänger erwartet, wird hier erst mal schlucken müssen. Kishiro neigt dazu, sich manchmal in pseudowissenschaftlichen Erklärungen über Quantenphysik, Nanotechnologie oder Geopolitik zu verlieren. Das bremst das Erzähltempo phasenweise stark aus. Man braucht also Geduld und Sitzfleisch, um die Reihe vollends zu genießen.
Mein Blog-Fazit
Die Battle Angel Alita: Last Order Perfect Edition ist ein monumentales Epos, das in keinem Sci-Fi-Regal fehlen darf. Ja, es hat seine Längen im Turnierteil, aber die tiefgründige Philosophie, die genialen Zeichnungen, die fantastische Vampir-Vorgeschichte, der irre Desty Nova und Alita als grandiose Hauptfigur machen das mehr als wett. Wer Hard-Sci-Fi liebe und Alita auf ihrer ultimativen Reise begleiten will, kommt an dieser edlen Gesamtausgabe nicht vorbei.
Wie seht ihr das? Fandet ihr das Turnier auch etwas zu lang, oder hat euch das Worldbuilding genau so gefesselt wie mich? Und wer feiert die Vampir-Story noch so sehr? Schreibt es mir in die Kommentare!
Meine Wertung: 4.5 von 5 Cyber-Herzen 🦾🖤
- Titel: Battle Angel Alita – Last Order (Perfect Edition)
- Autor & Zeichner: Yukito Kishiro
- Deutscher Verlag: Carlsen Manga
- Umfang: 12 Bände (Gesamtausgabe)
- Format: Großformatige Klappenbroschur
- Genre: Cyberpunk / Hard Science-Fiction / Seinen
Copyright aller verwendeten Bilder © 2018 – 2021 Carlsen Manga / 銃夢Last Order / Gunnm Last Order) Shūeisha (im Magazin Ultra Jump) Kodansha (im Magazin Evening) 2000 – 2014 / Autor: Yukito Kishiro (木城 ゆきと)
Dieser Beitrag wurde mit redaktioneller Unterstützung von KI verfasst.
Nicht alle Bände sind derzeit vorrätig und lieferbar, einige sind nur schwer zu beziehen.
Es macht durchaus Sinn auch auf die englischsprachige Variante zurückzugreifen bzw. kombiniert zu lesen.

