Beyond Two Souls (PS3) [Quantic Dream, Oktober 2013]

Manchmal gibt es Games die eine große Masse begeistern, weil sie gut sind, und manchmal, weil sie einfach nur bekannt sind. Dann gibt es Games die sind gut, fristen aber ihr Dasein in kleinen Fankreisen. Neben den beiden wirklich grandiosen ICO und Shadow of the Colossus (Zu denen ich auch mal unbedingt etwas schreiben muss) trifft dies auch auf Fahrenheit und Heavy Rain zu. Mit Beyond Two Souls erschien im Oktober 2013 nun das dritte Spiel von Quantic Dream …

(links: Standardversion / rechts: Special Edition Steelbook)

Beyond Two Souls (PS3)

Was kann man über Beyond Two Souls groß sagen, ohne zu viel von der Handlung preiszugeben? Beyond Two Souls hat eine so ergreifende Geschichte zu bieten, dass sie den geneigten Spieler von der ersten Szene an, in ihren Bann zieht. Beginnend mit Jodies Kindheit, die bereits alles andere als einfach ist. Jodie Holmes (Ellen Page) hat eine Begabung, die auch der Grund dafür ist, dass ihre Eltern sie in die Obhut des Wissenschaftlers Nathan Dawkins (Willem Dafoe) und seines Gehilfen Cole Freeman (Kadeem Hardison). Jodies Kraft ist jedoch nicht so einfach zu steuern. Genaugenommen hat diese Kraft, eine Entität namens Aiden, sogar einen ganz schönen Dickkopf. Während Jodie weiter heranwächst und ihre Kräfte immer weiter untersucht und auch trainiert werden, gibt es viele Ereignisse, die das Leben des Mädchens gehörig durcheinanderwirbeln …

Filmreife Inszenierungen machen einen Großteil des Spiels aus.

„Spiel“-Film?
Wenn man Beyond Two Souls zum ersten Mal startet bekommt man zuerst das Gefühl einen Film zu schauen. Kinoreif inszenierte Szenen, hochkarätige Schauspieler und ein ergreifender Soundtrack lassen sofort richtiges Movie-Feeling aufkommen. Für viele Gamer ist dies aber auch gleich der größte Knackpunkt des Spiels. Denn oftmals ist der Spieler nur zum Zusehen verdammt und wird nur durch gelegentliches Knöpfe drücken gefordert. Doch was ist das neue Spiel von Gamegenie David Cage eigentlich genau? Beyond Two Souls ist ein interaktiver Film, ein Adventure, ein Third-Person-Shooter und ein Geschicklichkeitsspiel. Doch kann man so viele Genres miteinander so gut vereinen, dass ein stimmiges Spiel dabei herauskommt? Die Antwort ist Jain. Inhaltlich ergibt diese Mischung ein interessantes Abenteuer. Spielerisch kommt leider nicht ganz so viel herum. Die Steuerung ist durchwachsen. Neben Menschen, allen voran Jodie, darf man nämlich auch Autos, Motorräder und Pferde steuern. Zumindest solange Jodie am Steuer oder den Zügeln sitzt. Doch nicht immer klappt dies reibungslos. Mal ist sie extrem schwammig (gerade bei Menschen, die dann wie Marionetten in Zeitlupe durch die Landschaften staksen) oder extrem feinfühlig (wenn es darum geht, ein Pferd oder Motorrad zu steuern). Schwer wird es für so manchen Spieler auch, der Handlung zu folgen, oder Entscheidungen treffen zu müssen, da das Spiel nicht linear verläuft. Zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Denn Jodies Leben wird immer in kurzen Abschnitten erzählt, die mal in ihrer Kindheit, in ihrer Jugend oder dem Erwachsenenalter spielen. Hier wird sozusagen durch sämtliche Entwicklungsstufen gesprungen, sowohl vorwärts, als auch rückwärts.

Jodie mal vier. Verschiedene Alterstufen und gesellschaftliche Zustände.

WOW! Sieht das gut aus!
Die Charaktermodelle, die Gesichtszüge, Gestik und Mimik sind für ein Videospiel wirklich atemberaubend. Sämtliche Gesichter sehen so lebensecht aus, wie bisher in keinem anderen serienreifen Videospiel zuvor. Man sieht, wie die Haut atmet, wie sie lebt, wie Blut durch die Adern gepumpt wird, und auch wie sich kleinste Härchen an der Oberfläche bewegen. Selbst die Augen, einer der größten Knackpunkte bei virtuellen Geschöpfen, sprühen vor Leben. Die gesamte Inszenierung ist außergewöhnlich, gut durchdacht und, wie bereits mehrfach angemerkt, filmreif umgesetzt. Doch leider gibt es auch visuell ein paar Mankos. Die Landschaften wirken steril und leblos. Läuft man mit Jodie durch Schnee oder durch Regen aufgeweichten Boden, hinterlässt sie nicht einmal Spuren. Auch sonst hört man zwar viel Fauna, aber zu sehen bekommt man diese nicht wirklich.

Das Spiel lebt vor allem von den Schauspielern und den emotionsstarken Gesichtern.

Ende gut, alles gut?
Egal, wie viele Kritikpunkte ich genannt habe. Sie alle sind nur zweitrangig in meinem persönlichen Empfinden. Denn mit Beyond Two Souls haben Quantic Dream einen Meilenstein abgeliefert. Ein außergewöhnliches Game, das einen fesselt, und dank verschiedener Enden auch zum mehrmaligen Spielen ein. Anders als der x-te Neuaufguss eines GTA zum Beispiel, hat Beyond Two Souls wirklich neue Ideen zu bieten und bietet eine interessante Mischung mit einer mitreißenden Geschichte. Keine Tausenden sich wiederholende Sidequests, keine stumpfen Missionen, die eigentlich aus den immer gleichen Mustern bestehen. Dennoch wird das Spiel nicht den Bekanntheitsgrad erreichen, der einem GTA zugutekommt, auch wenn es bereits über 1 Million verkaufte Exemplare bis zum Jahreswechsel 2013/2014 gab. Ärgerlich hingegen ist, dass das Spiel für den europäischen Markt leicht abgeändert wurde, um eine 16er Freigabe zu erhalten. Ohne diese „Korrekturen“ wäre wohl eine USK 18 fällig gewesen. Welche Szenen genau geändert wurden, kann man im folgenden Video sehen. Dennoch kann man mit diesen Änderungen leben, da sie nur die Gewaltdarstellung minimieren und sonst für die Handlung unerheblich sind.

Copyright aller verwendeten Bilder und Videos © 2013-2104 Quantic Dream / Sony

Cover RE smallPlattform: Playstation 3
USK: ab 16 Jahren
Format: BluRay
Verpackung: Amaray
Spieler: 1
Entwickler: Quantic Dream
Publisher: Sony Computer Entertainment
Preis: ca. 35 Euro
Extras:

Cover LE smallPlattform: Playstation 3
USK: ab 16 Jahren
Format: BluRay
Verpackung: Steelbook
Spieler: 1
Entwickler: Quantic Dream
Publisher: Sony Computer Entertainment
Preis: ca. 60 Euro
Extras: Steelbook-Verpackung, 4 Soundtrack-Songs (als DLC), zusätzliche spielbare Szene (30 Minuten, als DLC), Making Of-Videos, Dynamisches Design, Playstation Network Avatar-Paket

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