Riot Nr. 1 [Plem Plem Productions, Juni 2014] + Zweite Meinung

Mit Riot erscheint das erste Spin-Off aus dem Metaverse von Gerald Seufert und Marc Blinn. Doch während das Metaverse und vor allem die Metahuman$ ein Gemeinschaftsprojekt waren und auch sind, ist Riot vor allem Marc Blinns Kreation. Hier stelle ich euch heute also nicht nur Marcs ersten Alleingang vor, sondern auch den von Riot, und wie er überhaupt zu diesem Namen kam …

Riot Nr. 1

1976. Ein Experiment gerät aus dem Ruder. Gewalt und Hass bestimmen die Situation. 15 Jahre später, 1991. Riot wacht morgens auf, und nachdem er seine Bruchbude verlässt, entdeckt er auf einer Werbetafel ein bekanntes Gesicht. Ziemlich überrascht macht er sich auf den Weg Rache zu üben. Zurück im Jahr 1976, schlägt sich der noch junge Riot den Weg frei. Ohne Erinnerungen, ohne zu wissen, was ihn da draußen erwartet und ohne einen Namen. Auf seinem Weg findet er jedoch Gleichgesinnte. Die junge Dame, die ebenfalls das Opfer eines Experimentes zu sein scheint, hört auf den Namen Mary. Gemeinsam machen sie sich auf die Flucht vor den miesen Machenschaften von Professor Belmont. Doch der will seine Versuchskaninchen nicht einfach so fliehen lassen. 1991, die Ereignisse von vor 15 Jahren haben bei Riot Spuren hinterlassen. Er will Rache an Belmont für den Tod von Mary, deren voller Name Bloody Mary lautet, und der er seinen Namen, Riot verdankt …

Einmal Riot aus dem Reagenzglas zum Mitnehmen bitte.

Riot Nummer 1 ist nicht nur ein Alleingang von Marc Blinn, sondern auch ziemlich brutal und blutig. Sicher ist die Figur von Riot kein Unschuldsengel, das hat sich ja bereits in Metahuman$ sehr überdeutlich gezeigt. Doch was Blinn hier auffährt, das kann schon locker mit Genregrößen wie Wolverine oder Deadpool mithalten. Diese beiden scheinen auch einen großen Einfluss auf Riot gehabt zu haben. Beide sind „Opfer“ von Experimenten, und beide sind auch relativ locker im Umgang mit Waffen, Gewalt und flotten Sprüchen. Was bei Marvels Bad Boys funktioniert, kann doch ebenso bei Plem Plem Productions und den Metahuman$ klappen, dachte sich wohl Marc Blinn und spendierte seinem „Anti“-Helden eine blutige, gewalttätige und ebenso sarkastische Origin.
Sowohl inhaltlich, als auch visuell ist aber trotzdem noch eine Menge Luft nach oben, auch wenn Riot schon um Längen besser aussieht als Metahuman$. Doch man muss zur Ehrenrettung anerkennen, dass Metahuman$ das erste richtige Projekt war, und auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, wogegen Riot relativ neu ist. Dennoch muss sich Marc Blinn die Kritik über anatomische und perspektivische Fehler gefallen lassen, die sich nicht immer mit dem Blickwinkel des Betrachters erklären lassen. Ebenfalls ein Manko, wenn auch ein kleineres, ist die doch größtenteils dunkle Farbgebung. Hier gehen oftmals Details verloren, die sich nur bei genaustem Hinsehen entdecken lassen.

Tragische Ereignisse formen Helden und Superhero-Origins.

FAZIT:

Grundsätzlich jedoch spricht mich Riot weitaus mehr an, als es Metahuman$ schon getan hat und nach dem doch relativ offenen Ende wächst die Vorfreude auf das nächste Heft. Die gereifteren Zeichnungen, die knackige und witzige Geschichte, die gerade wegen der absichtlich überspitzten Gewalt, als Stilmittel, überzeugen kann, sind es auf jeden Fall wert, dass jeder Wolverine- oder Deadpool-Fan mal einen Blick riskiert. Hier könnte Plem Plems Antwort auf die beiden übermächtigen Comic-Gegner warten.

Mit dem Kopf im Arsch voran auf den Asphalt. Das hätte auch eine Idee von Deadpool sein können.

Dominik_AVAZweite Meinung von MysteriouslyBuddha:

Es ist nicht unbedingt Voraussetzung, The Metahumans vorher gelesen zu haben, aber von Vorteil in Bezug auf das gesamte Geschehen ist dies schon. Riot ist quasi ein Spin – Off aus dem Metaverse.
Während sich für The Metahumans Marc Blinn und Gerald Seufert verantwortlich zeigen, so entstand die Geschichte zu Riot mit Unterstützung bei der Farbgebung von Krishaun J. Padaguan ohne Gerald Seufert.

Riot der anti Held dieses ersten Heftes, startet einen Rachefeldzug gegen die Firma, die ihm vor Jahren durch fragwürdige genmanipulierte Experimente, das Leben geschenkt hat. Ist Riot in der Lage, Dr. Warren Belmont zu besiegen?

Dieser Rachefeldzug gestaltet sich durchaus blutig. Es wird generell in diesem Heft viel gekämpft, Blut und Gedärme, zerspaltene Köpfe oder auch anderweitig abgetrennte Gliedmaßen lassen sich finden. Auch wenn explizite Gewaltdarstellungen vorhanden sind, habe ich diese bei Weitem nicht so unangenehm oder schockierend aufgenommen, wie zum Beispiel bei den aktuellen Crossed titeln. Das kann zum einen daran liegen, dass die Zeichnungen die Gewalt nicht so extrem fokussieren und in den Mittelpunkt stellen und zum anderen sehen die Zeichnungen in Kombination mit der Story und der Farbe nicht so realistisch aus, um zu schockieren. Das ist durchaus auch gut so für dieses Heft.

Die Geschichte vollzieht sich auf zwei Zeitebenen. 1976 rettet Riot Mary, seine Freundin aus dem Gen Labor. Dabei haben beide die Chance, sich in dem Gemetzel und dem ganzen Chaos, auch ein wenig näher zu kommen. Die zweite Zeitebene (1991) handelt davon, wie Riot Dr. Warren Belmont ausfindig macht und umbringt.
Zum Schluss gibt es einen Cliffhanger, der den Zusammenhang zu den Metahumans herstellt und auch den Leser neugierig auf folgende Hefte warten lässt.

Riot gegen eine ganze Armee. Die Chancen stehen schlecht. Für die Armee.

Die Zeichnungen wirken durchweg solide. Hier ist auf jeden Fall noch Luft nach oben vorhanden. Zum einen empfinde ich stellenweise zu viel Gewusel in den Panels. Vor allem in Kampfszenen muss man schon genauer hinschauen. Gerade dann, wenn Riot gegen mehrere roboterähnliche Wesen (Robocop?) am Kämpfen ist, spürt man förmlich dieses Gewusel. Die Textpassagen tuen diesbezüglich ihr Übriges bei.
Stellenweise würde ich eine eindeutigere Trennung zwischen Vordergrund und Hintergrund begrüßen. Diesbezüglich würde für den Leser eine bessere Dimensionalität (Tiefe) erkennbar sein.
Ich bin ein Freund von Details in Comic Heften, vergleicht man aktuell Riot und The Changer, so erkennt man eindeutige Unterschiede.

Die Farbgebung gefällt mir gut. Sehr kräftige bunte Farben dominieren dieses Heft. Explosionen, Blut und Schüsse, werden farblich eindeutig erkennbar dargestellt.
Als ich die erste Seite von Riot aufschlug, dachte ich wirklich: Wow, Hut ab, das sieht ja mal verdammt gut aus, dieses Embryo und die einleitenden Worte haben mich fasziniert. Da habe ich richtig Lust auf mehr bekommen. In den darauffolgenden Seiten merkte ich einen Unterschied. Die Zeichnungen wurden „trashig“, vielleicht ist das auch genau passend für Metahumans und auch Riot, aber ich für meinen Geschmack hätte mich gefreut, wenn die Zeichnungen und die Atmosphäre der ersten Seite entsprechend geblieben wäre.

Auf jeden Fall werde ich am Ball bleiben und mir zukünftige Hefte besorgen.
Gute kurzweilige Unterhaltung bietet dieses Heft im Metaverse auf jeden Fall.
Wer The Metahumans kennt und mag, wird selbstverständlich mit diesem Heft überhaupt nichts falsch machen. Für alle anderen sei gesagt, reinschnuppern lohnt sich in jedem Fall.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2014 Plem Plem Productions

INFO:

Titel: Riot Nr. 1
Verlag: Plem Plem Productions
Autor: Marc Blinn
Zeichner: Marc Blinn
Inker: Marc Blinn
Koloration: Marc Blinn & Krishaun J Padaguan
Format: Heft
Umfang: 26 Seiten
Preis: 4,90 Euro

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