Buddha Band 1 bis 10 [Carlsen, April 2012 bis Oktober 2014]

Dominik_AVAMit dem zehnten abschließenden Band der ausgezeichneten Reihe (unter anderem der renommierte Eisner Award) und vielen sehr erfolgreichen internationalen Veröffentlichungen weltweit, endet ein humanistisches Epos, welches mit großer Sicherheit zu den großen Meisterwerken japanischer bzw. allgemeiner Comicliteratur gehört.

Der Japaner Osamu Tezuka wuchs unter buddhistischen Einflüssen auf, er arbeitete rund zehn Jahre an den Buddha Bänden.
Der Carlsen Verlag hat sich zur Aufgabe gemacht, sein Werk originalgetreu in einer handlichen Hardcoverausgabe (14,5 cm. Mal 21 cm.) von rund 300 bis 320 Seiten pro Band zu veröffentlichen.
Wer sich auch nur annähernd für den Buddhismus, asiatische Kultur bzw. das Leben des Buddhas interessiert, dem sei die gesamte Reihe wärmstens ans Herz gelegt.
Seit April 2012 hat mich die „Buddha“ Reihe in ungefähren Abständen von 3 Monaten stets begleitet.
Ende Oktober 2014 ist der zehnte abschließende Band erschienen und ein humanistisches Epos endet im Nirvana.

Buddha ist komplett

Buddha ist komplett

Voller Fabulierlust widmet sich Osamu Tezuka dem Leben und Wirken des Begründers des Buddhismus.
Der Leser erfährt viele Einzelheiten des historischen Indien. Die abenteuerliche Geschichte des Fürstensohns Siddharta Gautama beginnt am Hofe des Königs. Vor rund 2500 Jahren ist Siddharta seiner Tradition ausgebrochen, wurde nicht zum Nachfolger des Königs, fand seine Bestimmung und Erleuchtung – fähig seinen Weg aus dem leidvollen Leben zu finden und diesen auch anderen Menschen, gleich, welcher Kaste sie auch angehörten, zu weisen.
Dabei schafft es Osamu Tezuka sein Werk stets spannend, humorvoll und auch sozialkritisch zu erzählen.
Gerade die Predigten des Buddhas sind immer sehr schön zu lesen, geben sie doch den Kern des Buddhismus gekonnt wieder. Sehr viele Charaktere mit unterschiedlich relevanter Bedeutung in Bezug auf die Geschichte werden nach und nach eingeführt. Einige Charaktere reifen mit der Zeit, so zum Beispiel der Buddha, welcher als Baby zur Welt kam und als erwachsener „seniler“ Greis in das Nirvana eingeht. Viele Charaktere treffen auf den Buddha und begleiten ihn ein Stück seines Lebens.
Es entsteht eine Sangha (Gemeinschaft) welche die buddhistischen Lehren in sich trägt und verbreitet. Viele Scharlatane, Neider, Mönche und Glaubensrichtungen anderer Lehrer stellen den Buddha immer wieder auf eine harte Probe. Hinzu kommen die politischen Verstrickungen der einzelnen Königreiche, welche der Buddha bereist. Kriege, Konflikte, Ängste um die Thronfolge und allgemeine Machtspiele der damaligen Herrscher machen das Leben für die buddhistische Gemeinschaft nicht leicht. Das Ende ist eindeutig, der Buddha wird in das Nirvana eingehen, doch wie schafft es der Buddhismus, sich über alle Teile der Welt zu verbreiten? Dieser Frage wird gerade in den abschließenden Bänden nachgegangen.

Die Geburt des Buddha

Die Geburt des Buddha

Interessant und auch sehr gut gefallen hat mir, dass auch auf den ersten Blick Charaktere eingeführt werden, die erst mal rein gar nichts mit dem Buddha zu tun haben. Erst im späteren Verlauf erkennt der Leser die Bedeutung dieser Charaktere. Charaktere, die zu einer Art besonderen vertrauten des Buddhas werden, obwohl sie zum Beispiel zuvor viele Menschenleben vernichtet haben.

Ich habe stets alle Bände verschlungen, mit aufmerksamer Neugier gelesen und mich immer wieder auf die folgenden Bände gefreut. Einzig und allein der letzte Band, für diesen habe ich eine gefühlte „Ewigkeit“ gebraucht. Zu Anfang wusste ich nicht warum, ich habe nur ein Kapitel gelesen und den Band an die Seite gelegt. An den darauf folgenden Tagen ging es mir genauso.
Ich glaube ich wollte einfach nicht wahrhaben, dass eine so wunderbare Geschichte auf das unausweichliche Ende zusteuert. Der Buddha wird sterben und in das Nirvana eingehen, seine Gemeinschaft verlassen. Der letzte Band steuert unaufdringlich darauf zu! Ich wollte diesem Ende nicht näher kommen. Über zwei Jahre hat mich die Geschichte regelmäßig mit großen Freuden begleitet und nun geht sie zu Ende. Die Charaktere, der Leser, sicherlich auch der Autor, machen eine Entwicklung im Sinne der spirituellen Geschichte mit. Sie Leiden und freuen sich mit der Handlung und den entsprechenden Charakteren. Umso schwerer ist es, wenn eine Geschichte den Leser über Jahre hinweg fesselt, sie nun beendet zu Wissen.

Die Felder sind kahl ...

Die Felder sind kahl …

Der Buddha zählt für mich zu den besten Manga Comics, die ich bisher gelesen habe.
Der Manga ist in westlicher Leserichtung in schwarz- weißen Zeichnungen.
Die Zeichnungen sind stets auf den Punkt gebracht, wenig übertrieben, wie man es vielleicht aus anderen Manga kennt. Humor ist vorhanden, hin und wieder auch stilistisch überdreht dargestellt. Manchmal sind einige Charaktere albern, skurril bzw. witzig gezeichnet, sodass man sich vorkommt, als lese man einen albernen humorvollen Manga. Diese Augenblicke passen jedoch zur gesamten Handlung situationsbedingt hinein. Zwischenzeitlich spricht Osamu Tezuka zu dem Leser, zu sich, oder einfach über Dinge in unserer heutigen Zeit, welche die Bände stets auflockern und dem Leser ein Schmunzeln über die Lippen huschen lassen.  Die meisten Zeichnungen sind jedoch klar und deutlich, nicht albern, nicht zu ernst, proportional angemessen und der Handlung entsprechend passend dargestellt. Osamu Tezuka zeichnet seine Charaktere nie zu detailverliebt. Hintergründe sind vorhanden, jedoch auf das Nötigste reduziert.
Es gibt Manga, in denen fällt es den Leser schwer, verschiedene Charaktere zu erkennen, auseinanderzuhalten und erst recht in Kämpfen den Überblick zu behalten. Osamu Tezuka meistert diese Aufgabe sehr gut, indem er die Charaktere wachsen lässt, ihnen eindeutige Erkennungsmerkmale gibt (Dhepa hat nur ein Auge, Tatta hat längeres wirres dunkles schwarzes Haar, ein Baby hat stets eine „Rotznase“ und andere Personen haben ebenfalls spezifische Erkennungsmerkmale).

Auf Leben und Tod

Auf Leben und Tod

Die Manga Bände lesen sich leicht, die Story hat Anspruch, die Zeichnungen tun ihr übriges bei, sie behindern den Lesefluss in keinster Weise. Die Story ist in sich stimmig und schlüssig.
Auf über 3100 Manga Seiten entfaltet sich ein anspruchsvolles Werk, welches sich spirituell buddhistisch interessierte Leser keineswegs entgehen lassen sollten.
Auch wenn die Werke bereits im Original zwischen den Jahren 1972 bis 1983 erschienen sind, so spiegeln sie im ganzen ein humanistisches Epos, welche den Respekt für alle Lebewesen im Besonderen zum Ausdruck bringen bzw. gerecht werden.
Von mir bekommt der „Buddha“ eine klare uneingeschränkte Empfehlung!

Copyright aller verwendeten Bilder © 1972-2014 Osamu Tezuka / Carlsen Comics

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