Review Kurzüberblick (15) (Teenage Mutant Ninja Turtles Nr. 2 & 3)

Auch bei den Paperbacks der Teenage Mutant Ninja Turtles muss ich mal wieder weitermachen. Zwar habe ich bei den US-Bänden bisher nicht einen solchen Rückstand wie bei den deutschen gehabt, aber wenn ich mir die kaufe, sollte ich sie wohl auch lesen, selbst wenn ich die amerikanischen Pendants bereits gelesen habe …

Comic Review Kurzüberblick

Teenage Mutant Ninja Turtles Nr. 2: Alte Feinde, neue Feinde [November 2013]

Autor: Kevin Eastman, Tom Waltz
Zeichner: Dan Duncan, Mateo Santolouco
Format: Softcover
Umfang: 108
Inhalt:
US-Teenage Mutant Ninja Turtles #5-8
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,95 Euro

Dieser Band setzt da an, wo der Letzte endete. Endlich sind die vier Brüder wieder vereint und Meister Splinter erzählt ihnen aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Er offenbart ihnen, dass er ihr Vater ist. Im feudalen Japan, war er als Hamato Yoshi Teil des Foot Clans, den er jedoch verließ, als Oroku Saki den Foot Clan zu seinen Zwecken zu missbrauchen begann. Für Saki war dies Verrat und so ließ er Yoshis Frau Tang Shen töten. Auch seine Söhne sollten ermordet werden, aber Yoshi kam gerade noch rechtzeitig, um mit seinen vier Söhnen zu flüchten. Doch seine Flucht war nicht von langer Dauer und so fanden die Fünf durch Saki den Tod. Nun jedoch sind alle fünf im modernen New York wieder vereint und Yoshi, als Meister Splinter lehrt seinen Söhnen alles, was er weiß.

Dies ist jedoch nur einer der Handlungsbögen, welcher sich über die etwa 100 Seiten des Trades erstreckt. Auch Old Hob taucht erneut auf um den Turtles den Garaus zu machen und Splinter gefangen zu nehmen. Dieses Mal hat er jedoch von Baxter Stockman Unterstützung bekommen in Form kleiner Roboter, die er „Minen-und-Artillerie-Unschädlichkeits-System-Erweiterungs-Roboter“ nennt. Oder kurz: „MAUSER“. Mit diesen beiden Handlungssträngen wird viel Spannung erzeugt, die auch gleichzeitig die Bindung zu den Figuren fördert. Kevin Eastman und Tom Waltz ergänzen sich wunderbar und schaffen eine neue Origin, die dennoch viel Ähnlichkeit zum Original hat, ohne dabei altbacken zu wirken.
Zusammen mit den tollen Zeichnungen von Dan Duncan, der stellenweise von Mateo Santolouco unterstützt wird, ergibt sich auch hier wieder ein frisches und dennoch vertrautes Gefühl beim Lesen. Der skizzenhafte, düstere und leicht indieartige Stil der alten Mirage Comics kommt dabei ebenfalls zum Vorschein wie das moderne durch die Computerkoloration geprägte Design. Angereichert wird die deutsche Fassung von einem wunderbar geschriebenen Editoral von Christian Endres und wie auch schon im US-Band durch zusätzliche Covermotive am Ende des Bandes.

Im Grunde gehen sich die US-Veröffentlichung und die deutsche Fassung nicht sehr viel aus dem Weg. Bei der deutschen allerdings finde ich das etwas wertigere Papier, welches Panini verwendet ein Stück weit besser und auch das Klappenbroschur des Umschlages macht die Ausgabe ein Stück weit edler, auch wenn mir das matte Front- und Backcover nicht so ganz zusagen und ich hier einem teillackierten Cover den Vorzug geben würde. Aber das ist immerhin Meckern auf sehr hohem Niveau.

Teenage Mutant Ninja Turtles Nr. 3: Vier Brüder [April 2014]

Autor: Brian Lynch, Tom Waltz
Zeichner: Franco Urru, Andy Kuhn, Valerio Schiti, Ross Campbell
Format: Softcover
Umfang: 100
Inhalt:
US-Teenage Mutant Ninja Turtles Microseries #1-4
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,99 Euro

Wie auch schon bei der ersten Teenage Mutant Ninja Turtles Comicserie (damals noch bei Mirage) gibt es auch beim Neustart von IDW die bekannten und beliebten One-Shots, die sich den einzelnen Figuren widmen. In diesem Band sammeln sich die ersten vier Ausgaben der Microseries, die sich mit den Helden und ihren Freunden befasst, was im Klartext bedeutet, dass diesmal die vier Turtles-Stories enthalten sind. Panini hat sich entschieden, diese innerhalb der normalen Paperbackserie zu veröffentlichen, da der Bezug zur regulären Comicserie sehr eng ist.
Und so erzählt dieser Band, mit dem gelungenen deutschen Titel „Vier Brüder“ wie unter anderem Raphael mit Casey Jones um die Häuser zieht. um Verbrechen zu bekämpfen und dabei auf einen neuen Gegner, die mutierte Fuchshündin Alopex trifft. Michelangelo hingegen will nur Party machen und findet sich in einem Juwelenraub wieder, während Donatello auf einem Erfinderkongress auf seinen Interneterzfeind trifft. Aber auch Leonardo ist nicht untätig und muss sich auf einer Baustelle mit einem ganzen Haufen Ninjas vom Foot Clan herumprügeln und zieht dabei den Kürzeren.

Auch diesen Band habe ich bereits im Original gelesen. Die vier Geschichten stammen allesamt von Brian Lynch, wobei dieser beim Donatello One-Shot Unterstützung von Tom Waltz hatte. Jede einzelne Geschichte widmet sich geradezu akribisch seinem Hauptprotagonisten und stellt ihn auf bekannte Weise mit dennoch neuen Facetten dar. Dabei lässt es sich Brian Lynch nicht nehmen Bezug auf ältere Comics, vor allem aus der Mirage-Zeit zu nehmen. Während Leonardos Abenteuer fast komplett auf dem Leonardo One-Shot von 1985 basiert, bis auf wenige Ausnahmen, wurden bei Donatellos Ausflug nur der Schwerkraftausgleicher und der Nickname seines Interneterzfeindes entliehen. Anmerken möchte ich hierbei vor allem, dass sich dessen Nickname KIRBY_FAN01 auf eben jenen Großmeister Jack Kirby bezieht, während Donatellos Nickname DUZ_MACHINES_84 eine Anlehnung an den Themesong der 1984er Animationsserie ist. Daher auch schon die 84 am Ende des Nicks. Außerdem wird dort in einer Strophe Donatellos Technikaffinität mit „Donatello does machines“ besungen, was wiederum dessen Nick in diesem One-Shot erklärt. Ebenfalls nur sehr lose basiert Michelangelos Geschichte auf der Geschichte „The Christmas Aliens“ des 1985er Michelangelo One-Shots der Mirage-Serie. Raphaels Abenteuer hingegen hat keinen Bezug zu den Mirage Comics, wartet aber mit einer anderen Besonderheit auf.
Ihr Zeichner Franco Urru verstarb im November 2011, knapp ein Jahr, nachdem dieses Heft veröffentlicht wurde. Ihm zu Ehren widmeten die ihm Macher die Micro-Series Villain-Ausgabe zu Alopex (veröffentlicht im Juli 2013), welche in diesem Heft ihren ersten Auftritt hatte. Und damit wären wir auch gleich bei den Zeichnern angelangt. Jeder hat seinen eigenen und sehr zu den Figuren passenden Stil. Während Urru sehr düster und mit dominanten Linien und großen Flächen daherkommt, die mit einer durchaus sehenswerten Computerkoloration von Fabio Mantovani überzeugen kann, ist Andy Kuhn bei Michelangelo sehr cartoonhaft. Auch hier gibt es zwar dicke schwarze Linien aber anders als bei Urru wirkt es hier sehr bewusst zweidimensional und stellenweise arg überzeichnet. Donatellos Geschichte wurde von Valerio Schiti umgesetzt. Sein Stil erinnert mich ein wenig an die 2003er Animationsserie gemischt mit dem Design der aktuellen 2012er Animationsserie und dem Elan der italienischen Phantomias-Comicserie. Mein heimlicher Favorit ist jedoch Ross Campbell an Leonardos One-Shot. Seine Bilder haben mich vom ersten Moment an überzeugt und die Geschichte zu einem wahren visuellen Leckerbissen werden lassen. Dabei ist sein Stil nicht einmal besonders außergewöhnlich. Ihr merkt es lässt sich nur schwer erklären, man muss es selbst gesehen haben.

Paninis Entscheidung den Band innerhalb der Serie zu veröffentlichen war und ist in meinen Augen die perfekte Entscheidung. IDW hat es nicht getan und so bin ich erst nach der Lektüre des dritten Bandes auf die Micro-Series aufmerksam geworden. Liest man die Abenteuer aber in der richtigen Reihenfolge, sprich vor den Ausgaben 9 bis 12 der regulären Serie, ergibt sich ein insgesamt wesentlich stimmigeres Gesamtbild in der Kontinuität.

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