Riot Nr. 2 [Plem Plem Productions, Juni 2015]

Mit diesem, heute vorgestellten Heft, geht der Soloauftritt von Riot, aus den Metahuman$ weiter. Schon die erste Ausgabe wartete mit viel Gewalt und einer quirligen Geschichte auf. Mal schauen, ob es da eine Steigerung gibt und wie sich Riot weiterentwickelt, wenn er es denn macht:

Riot Nr. 2

Zwei parallele Zeitebenen. Die Halbinsel Yucatán in Mexiko im Jahre 1976. Die Kleinstadt Nueva Esperanza wird vom schwarzen Tod heimgesucht. Viele Menschen haben bereits ihr Leben durch El Sangre Del Diablo verloren und die Rache von Santa Muerte drohte noch mehr zu nehmen. Doch dann tauchte El Muerte Negro persönlich auf, um das Werk zu vollenden. Doch ihm stellte sich jemand entgegen, der ihm doch noch nichts entgegenzusetzen hatte. Riot! Er verlor nicht nur fast sein Leben, sondern wurde durch El Muerte Negros Sense förmliche auseinandergerissen und den Kojoten im heißen Wüstensand überlassen. Aber er bekam unerwartet Hilfe und stellte sich erneut seinem „Mörder“…
1991 in Dodge City in den Vereinigten Staaten. Riot bekommt ein Angebot, den Metahuman$, einer neuer Gruppe von Superhelden beizutreten. Anfänglich ist er wenig begeistert, vor allem weil diese auch noch nicht tödliche Waffen einsetzen wollen, aber da ist auch noch Gunchick, eine heiße blonde und irgendwie andere Braut, als alle die Riot bisher kennengelernt hat, außer seiner Mary natürlich. Doch schon der erste Einsatz, ein Terrorschnlag einer bis dato unbekannten Organisation, bringt die Metahuman$ dazu zusammenzuarbeiten und den Anschlag zu verhindern. Die Welt nimmt diese Heldentat wohlwollend auf, aber nicht nur die …

Ist er nicht niedlich?

Zwei Handlungsstränge sind nicht immer ganz einfach. Ist es doch wichtig beide gleichermaßen spannend zu halten, ohne wichtige Elemente zu verraten. Man kann hier, wenn es denn gelungen ist, schon von einer hohen Kunst des Erzählens sprechen. Denn obwohl beides unterschiedliche Zeitebenen sind, sollten sie schon miteinander im Einklang sein. Kein Strang darf zu sehr von dem anderen abweichen, da es sonst den Lesefluss zu sehr stört. Allerdings sollten sie auch nicht zu ähnlich sein, da es im schlimmsten Fall langweilig werden kann. Doch Autor und Zeichner Marc Blinn schafft es beides sehr gut in Einklang zu bringen und bleibt sich auch optisch treu. Dennoch wirkt Ausgabe 2 von Riot ein wenig erwachsener. Die Gewalt, welche nach wie vor ein Merkmal von Riot ist, steht auch weiterhin im Mittelpunkt, doch Riot selbst, sein Handeln ist bedächtiger geworden. Flüche sind, zwar immer noch vorhanden, aber verhaltener.
Trotz dieser Ansätze ist Riot keine hochgelobte Graphic Novel, hat keinen wirklichen tieferen Sinn und versucht nicht, mit einer Moral daherzukommen. Es will unterhalten und das mit brachialer Action, mit viel Blut, zerfetzten und toten Körpern und derben Humor. Und dennoch gibt es, wenn man genauer hinsieht, einiges zu entdecken. Inhaltliche Parallelen, wie es bei Spawn mit seinem Mentor Cogliostro der Fall war, der wiederum optisch ein wenig an Darkman erinnert, oder ein Schurke der an den wirklich üblen Zapp-Superman erinnert. Und dann wäre da noch der interaktive Aspekt des Heftes, den ich sehr gelungen finde. Denn Marc Blinn hat QR-Codes eingebaut mit denen man (Smartphone mit QR-Reader vorausgesetzt) Videos auf Youtube ansehen kann. Diese sind durchaus unterhaltsam und passen irgendwie auch sehr gut zu dem schrägen Humor von Riot. Allerdings werde ich hier weder verraten, welche Videos dies sind, noch diese verlinken. Wer es wirklich selber wissen möchte, der muss sich das Heft zulegen und selbst nachschauen.

Tja, WIllkommen im Team ?!

Zeichnerisch hat sich in meinen Augen, auch zum Glück, nur wenig getan. Keine Stiländerungen, sondern lediglich ein etwas sicherer Strich sind auszumachen. Dadurch haben sämtliche Figuren aus dem ersten Heft und den Metahuman$ einen großen Wiedererkennungswert, und auch die bereits in Heft 1 vorhandenen Doppelsplashpages sind hier erneut und mehrfach vertreten. Gerade diese sind für mich, auch wegen der vielen Details eine wahre Augenweide und bergen so manches Geheimnis im Hintergrund. Nicht nur was wichtige Handlungselemente betrifft, sondern auch kleine Easter Eggs und Cameos, wie die der Plem Plem Crew. Einziges Manko für meinen Geschmack ist die manchmal etwas zu grellbunte Farbgebung. Hier wären für mich persönlich etwas gedecktere Farben hier und da angebracht gewesen. Gerade die Zeitebene in Mexiko, Mitte der 70er Jahre, würde mit einem Filter mit etwas blasseren Farben und nur gelegentlichen kraftvollen Farbakzenten stimmungsvoller wirken. Aber wenn ich ehrlich bin, ist das auch schon meckern auf hohem Niveau.

Zapp-Superman und die Plem Plem Crew.

Wer Riot Nr. 1 bereits sein Eigen nennt, oder auch die Metahuman$, der kann und wird bedenkenlos zugreifen können und auch hier seine Freude haben. Alle, die bisher weder Ausgabe Nr. 1 noch die Metahuman$ kennen, oder ihnen eine Chance gegeben haben: Schämt euch. Hier wird geflucht, geschlachtet und all das auch noch in tollen, wenngleich auch noch steigerungsfähigen, Bildern. Also nichts wie ab in den Whoa Shop, oder die Chance nutzen und die Plem Plem Jungs auf einer der vielen Messen treffen, auf denen sie inzwischen vertreten sind und deren Termine sie regelmäßig auf Facebook oder Twitter bekannt geben. Hier kann man nicht nur nett mit ihnen plaudern, sondern auch gleich noch im reichhaltigen und abwechslungsreichen Sortiment stöbern und einkaufen.

Manchmal hat man so viel zu tun, dass man sich teilen möchte.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2015 Plem Plem Productions / Marc Blinn

Comic-Info:

Titel: Riot Nr. 2
Verlag: Plem Plem Productions
Autor: Marc Blinn
Zeichner: Marc Blinn, Sabrina Bärzler
Format: Heft
Umfang: 24 Seiten
Preis: 4,90 Euro

„Riot“ Nr. 2 bei Plem Plem Productions bestellen.

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