Spider-Man & The Avengers (31) (Avengers Nr. 15, Spider-Man Nr. 15, Avengers – Die Rächer Nr. 12)

Nach Infinity geht es nun, wie ganz am Anfang schon einmal erwähnt, mit dem Inhumanity-Crossover weiter. Allerdings gibt es eine kleine Änderung, da nach einer kleinen Recherche doch mehr Ausgaben eingebunden sind und Inhumanity eigentlich kein wirkliches Crossover ist, sondern eher eine Art längerer Zustand, wie schon bei Dark Reign. Daher sind es aktuell 5 Ausgaben, die ich wohl auf zwei Reviews verteilen werde. Aber mal schauen, was ich noch so finde.Spider-Man Avengers

Avengers Nr. 15 [Oktober 2014]

Autor: Jonathan Hickman
Zeichner: Esad Ribic, Salvador larroca, Mike Deodato, Butch Guice, Simone Bianchi
Format: Heft
Umfang: 60 Seiten
Inhalt: Avengers (2013) 24 & New Avengers (2013) 13
Verlag: Panini Comics
Preis: 4,99 Euro

Die Ereignisse um die Builder und Thanos sind gerade erst vorbei, als eine neue“Bedrohung“ auftaucht. Ein Iron Man aus der Zukunft macht das Team auf eine neue drohende Gefahr aufmerksam. Ein sogenannter Irrläufer, ein vagabundierender Planet, ist auf Kollisionskurs mit der Erde. Doch wer hat ihn auf diesen Kurs gebracht und vor allem wann? Denn wie es scheint, ist dieser „Plan“ bereits Millionen von Jahre alt …
Unterdessen muss sich auch das Team der Illuminaten mit den Auswirkungen der Terrigenbombe auseinandersetzen. Dies ist in vielen Universen und alternativen Realitäten spürbar. Als dann auch noch die mysteriösen schwarzen Priester auftauchen, und beginnen in einigen der alternativen Universen das Leben auszulöschen, ist es Zeit zu handeln …

Vielleicht liegt es an meiner aktuellen Verfassung, aber irgendwie wird mir Hickmans Geschreibsel langsam zu krude. Mystery und Fantasy hin, oder her. Irgendwie wirkt hier alles total verschroben und kryptisch. Ich habe stellenweise das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Auf die Builder und Thanos wird nur noch am Rande eingegangen die Terrigenese spielt auch nur eine untergeordnete Rolle und irgendwie finde ich alles ziemlich durchwachsen.
Auch zeichnerisch bin ich alles andere als zufrieden. Zwar liefern alle beteiligten Künstler technisch solide Arbeit ab, die mich aber über die gesamte Ausgabe hinweg nicht wirklich begeistern kann. Viele Bilder wirken lieb- und seelenlos und könnten von jedem x-beliebigen Zeichner stammen. Kaum ein eigenständiger Stil ist zu erkennen, nicht einmal der von Mike Deodato.

Insgesamt bin ich von dem Heft sehr enttäuscht. An vielen Stellen war es ein regelrechter Krampf weiterzulesen, und irgendwie bin ich hier jetzt auch froh die Avengers in diesem Monat von meiner Aboliste geschmissen zu haben. Vielleicht bereue ich es in einem der späteren Hefte wieder, wenn ich dann bei den Ausgaben der letzten Monate angekommen bin, aber womöglich liegt es auch wirklich nur an den aktuellen Umständen. Ich bin mir nicht so sicher.

Spider-Man Nr. 15 [Oktober 2014]

Autor: Christos N. Gage, Brian Reed
Zeichner: Stephanie Hans, Lee Garbett
Format: Heft
Umfang: 76 Seiten
Inhalt: Inhumanity: Superior Spider-Man 1 & Amazing Spider-Man Annual (1964) 39
Verlag: Panini Comics
Preis: 4,99 Euro

Die Aufräumarbeiten und Evakuierungen der teilweise zerstörten Stadt und deren Bewohner ist noch in vollem Gange und auch Spider-Man hilft tatkräftig mit, als er zu einem Haus kommt, welches ein mysteriöses Geheimnis in sich birgt. Offenbar wird den Menschen, die dem Haus zu nahe kommen, oder dort wohnen, auf geheimnisvolle Weise die Lebensenergie entzogen. Sofort macht sie der neue verbesserte Spider-Man auf die Suche nach der Ursache und findet ein Pärchen, welches sich vom Leben betrogen fühlt und nun etwas gefunden hat, was ihm dabei helfen könnte …
Noch bevor Otto Octavius den Körper von Peter Parker, alias Spider-Man übernommen hat, gab es einen Zwischenfall bei Horizon Labs, in den Peter verwickelt war. Grady Scraps versucht, mithilfe manipulierter Zeit das Leben zu verbessern. Stattdessen wird Peter plötzlich aus der Zeit gelöscht und landet in einer Welt, die bisher ohne ihn auskam und in der Onkel Ben noch lebt, Mary Jane eine erfolgreiche Schauspielerin ist, Norman Osborn ein Heilmittel gegen Krebs entdeckt hat und J. Jonah Jameson Präsident ist. Niemand kann sich an ihn erinnern, nicht einmal seine Freunde die Rächer …

Sieht man einmal von den Aufräumarbeiten und der Bemerkung Spideys über die Terrigen-Bombe ab, könnte die Story auch zu jeder beliebigen Zeit spielen. Doch davon abgesehen ist die Geschichte eine typische Spider-Man-Story mit persönlichen Schicksalen, die aus der Verzweiflung geboren werden. Da hat sich Chris Gage weder mit Ruhm bekleckert noch liefert er eine enttäuschende Arbeit ab. Grundsolide und unterhaltsam trifft es dabei noch am besten. Wesentlich auffälliger sind die Zeichnungen von Stephanie Hans, die mit ihrem wirklich außergewöhnlichen Stil sofort ins Auge sticht und begeistert.
Inhaltlich weitaus mehr überzeugt dagegen die zweite Story aus dem 39. Annual von 2012, und findet somit vor den umwälzenden Ereignissen mit dem Gehirntausch statt. Es tut gut den alten Spider-Man wieder zu erleben, auch wenn Sp-Ock durchaus seinen Reiz hat. Dennoch handelt es sich auch hier um eine typische Zeitreise-Geschichte mit allen möglichen Hochs und Tiefs, und ohne jegliche Überraschungen. Selbst die Zeichnungen sind kein echtes Highlight, sondern nur Durchschnitt, können aber mit gelegentlichen Flashbacks im Ditko/Kirby-Stil überraschen.

Das Heft ist irgendwie eine bunte Mischung aus Event-Tie In und Flashback-Ausgabe. Aber ehrlich gesagt passt dies auch, schon wegen der noch kommenden Ereignisse, sehr gut, um ein wenig zu verschnaufen. Mit Inhumanity hat die Ausgabe dennoch nicht wirklich viel zu tun, aber es ist einfach wunderbar zu sehen, wie Peter Onkel Ben umarmen darf. Da geht mir als altem Spider-Man-Fan das Herz auf.

Avengers – Die Rächer Nr. 12 [Oktober 2014]

Autor: Kelly Sue DeConnick, Warren Ellis
Zeichner: Matteo Buffagni, Paco Diaz
Format: Heft
Umfang: 52 Seiten
Inhalt: Avengers Assemble (2012) #21-22
Verlag: Panini Comics
Preis: 4,99 Euro

Während in den Städten die Aufräumarbeiten laufen, sind im Rächerturm die Avengers dabei einen Plan auszuarbeiten, um die Inhuman-Pandemie einzugrenzen. Doch genau in diesem Moment taucht das neue Spider-Girl Anya Sofia Corazon auf. Ihr Lehrer war einer der Menschen die latente Inhuman-DNA in sich trugen und nun in einem Kokon auf sein neues Ich wartet. Doch das ist nicht einmal das Schlimmste. Sowohl ihr Lehrer als auch ein weiteres Opfer der Terrigen-Bombe, wurden nun mitsamt ihren Kokons aus dem Krankenhaus entführt. Gemeinsam mit Spider-Woman und der Black Widow macht sich Spider-Girl auf die Suche nach ihrem Lehrer und trifft dabei nicht nur auf AIM, sondern auch auf Dr. June Covington, alias Toxic Doxie, die ebenfalls großes Interesse an Anyas Lehrer hat …

Kelly Sue DeConnick hat ein Händchen für Geschichten mit persönlichen Tragödien. Selbst dann, wenn es wie hier eigentlich nur beiläufig geschieht. Doch gerade diese Art von Geschichten können mich ganz besonders unterhalten. Erst recht dann, wenn auch noch ein Fünkchen Humor mitspielt, und davon gibt es in dem weiblichen Trio einiges zu entdecken. Und seien es nur kurze Aussagen, die einem zum Schmunzeln bringen. Natürlich ist auch ein wenig von Warren Ellis‘ polit- und sozialkritischen Einflüssen zu spüren, aber dennoch überwiegt DeConnicks Stil.
Zeichnerisch gibt es schon ein paar Kritikpunkte mehr. Matteo Buffagnis Stil ist nicht alltäglich, bietet aber dennoch keine wirklichen Eigenheiten, sodass er nur schwer zu erkennen ist. Gleiches gilt für Paco Diaz. Auch er kommt ohne jeglichen Wiedererkennungswert daher, was zwar innerhalb der Geschichte ganz in Ordnung ist, da der Stilbruch nur marginal ausfällt, aber er ist dennoch sichtbar. Wieso sind also hier zwei Zeichner am Werk, die keinen eigenen Stil haben und trotzdem nicht wirklich miteinander harmonieren. Von diesen Punkten jedoch abgesehen, wird technisch solide Arbeit geliefert, die aber über ein müdes zustimmendes Nicken meinerseits nicht hinauskommt. Wenigstens stören die Zeichnungen den Lesefluss nicht, was irgendwo auch ein Pluspunkt ist.

Ich mag DeConnicks Stil und ich mag Spider-Girl. Dazu kommen solide Zeichnungen und eine unterhaltsame Story. Das reicht mir persönlich, auch wenn es wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Aber um eine Zeit lang abgelenkt und unterhalten zu werden, ist das schon genug.

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