Gratis Comic Tag 2019-Review (4): Broceliande

Nach dem gestrigen Western des Verlages Schreiber & Leser verschlägt es uns heute in die Fantasy-Welten des Splitter Verlags, der das gesamte erste Album der Reihe Broceliande – Der Wald des kleinen Volkes zum Gratis Comic Tag den erwartungsvollen Lesern zur Verfügung stellt. Keine Leseprobe, keine abgehackte Story, sondern eine vollständige Geschichte warten auf 68 Seiten, inkl. einer Vorschau auf den kommenden Hit „Der grosse Indienschwindel“ von Juanjo Guarnido (Blacksad) und Alain Ayroles (Garulfo) …

Broceliande – Der Wald des kleinen Volkes Nr. 1: Die Quelle von Barenton [Mai 2019]

Autor: Olivier Peru
Zeichner: Bertrand Benoit
Format: Heft
Umfang: 68 Seiten
Inhalt: Brocéliande – Forét du petit Peuple (tome 1): La Fontaine de Barenton
Verlag: Splitter
Preis: 0,00

Ein wunderschöner magischer Wald. Er ist das Zuhause von Orignace einem Kobold und Geschichtenerzähler. Alles, was er sieht, schreibt er auf und hin und wieder denkt er sich auch Geschichten aus. Aktuell wird er von den zwei Korrigans Priou und Gourmelen erpresst eben eine solche Geschichte zu verfassen. Unterdessen lernt der Waldmagier Merlin die junge und hübsche Viviane, Tochter eines Edelmannes kennen und versucht sie mit seinem Charme für sich zu gewinnen. Doch Viviane verbirgt ein Geheimnis, welches sie selbst noch nicht kennt …

Mit Fantasy und Märchen ist es wie mit Western. Wenn mich die Story und die Figuren nicht sofort gefangen nehmen, wird es sehr schwer, mich zu begeistern. Und der Beginn von Broceliande ist wahrlich kein Genuss für mich gewesen. Trolle und Kobolde sehen für mich alle gleich aus, sind gleich dumm und haben kaum nennenswerte Eigenschaften. Das klingt nach ziemlich vielen Vorurteilen und sind es vermutlich auch, aber ich versuche dagegen anzukämpfen. Und so habe ich auch dieser Story eine Chance gegeben und muss sagen, dass es sich sogar gelohnt hat. Sie wird zwar nie eine der Topausgaben sein, aber ich fühlte mich im weiteren Verlauf des Heftes dann doch noch gut unterhalten.
Nicht unwesentlich haben dazu natürlich auch die Zeichnungen von Bertrand Benoit beigetragen, die einerseits mit einen wunderbaren Realismus überzeugen, aber dennoch ein Quäntchen Humor, etwas leicht cartooniges beinhalten. Der größte Nachteil ist aber sicherlich, dass dieses Artwork in dieser Form der Veröffentlichung, als kleines Heft, stark verliert und teilweise etwas unübersichtlich wird. Ähnlich verhält es sich mit dem Lettering, welches handschriftlich wirkt, aber auch genau dadurch in dieser Verkleinerung, oftmals schwer zu lesen ist.

Auch wenn mir die Lektüre zum Ende hin durchaus Freude gemacht hat, so kann ich es dennoch nicht uneingeschränkt empfehlen, weil es gerade zu Beginn einige Längen hat. Auch sind ein Großteil der Figuren zu eindimensional und Klischeehaft. Als Stilmittel mag dies durchaus funktionieren, wenn dies denn so gewollt ist, was aber nicht wirklich den Anschein auf mich erweckt. Fantasyfreunde und Liebhaber werden aber sicherlich ihre Freude daran haben.

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