Clementine: Buch Eins [März 2023]

Die Geschichte knüpft einige Jahre später an die Geschehnisse aus dem Telltale Game an.
In diesem Zusammenhang ist es schön, falls man Vorkenntnisse hat, diese sind aber absolut nicht notwendig.
Mittlerweile ist Clementine siebzehn Jahre alt. Es ist nicht leicht, alleine in dieser grausamen Welt zu überleben. Clementine ist angeschlagen, aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung (sie benutzt Gehhilfen und ihr Bein wurde amputiert), kommt sie nur langsam voran. In einem kleinen Dorf findet sie äußerst gastfreundschaftliche Menschen, die ihr eine Prothese für ihr Bein anfertigen. Mir kam diese Szenerie seltsam vor. Diese Gastfreundschaft kam mir seltsam vor. Ich habe mich ständig gefragt, wo hier der Haken ist. Irgendwie scheint mir an dieser Szenerie etwas „faul“ zu sein.
Relativ schnell verlässt Clementine die Siedlung wieder und trifft auf ihrem Weg nach Norden auf einen Jungen namens Amos.
Amos überzeugt Clementine, sich ihm anzuschließen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, eine neue Gemeinschaft abseits der Zivilisation auf einem hohen schneebedeckten Berg wieder aufzubauen.
Auf dem schneebedeckten Hügel treffen Amos und Clementine auf die Zwillinge (vorerst ohne Namen) und auf Ricca.
So beginnt eine Zeit vom Wiederaufbau einer Hütte auf dem Berg.
Gibt es dort oben wirklich keine Untoten?
Gibt es dort oben wirklich keine Gefahr?
Der Winter ist sehr hart …

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Langsam entstehen Dynamiken in der Gruppe (Freundschaft, Romantik, Rivalität, Angst, Sorgen etc.).
Über allem steht der Traum vom Fliegen …
Was hat ein Flugzeug mit dieser Geschichte zu tun?
Über allem steht der Traum von Frieden und einem Leben ohne Gefahren, ohne Walker und ohne Angst vor menschlichen Feinden.
Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen. Ich hatte beim Lesen jedoch vermehrt das Gefühl, dass hier irgendwie etwas nicht stimmt. Sei es zu Beginn in dem kleinen Dorf oder auf dem schneebedeckten Hügel mit den Zwillingen.
So baut sich natürlich ein Spannungsbogen auf. Leider hat sich nicht alles immer so bestätigt, wie ich mir das ausgemalt habe. Die Gefahr ist zwar präsent, doch anders als erwartet. So war die Spannung zwar spürbar, aber nicht konkret greifbar. Irgendwie fühlte es sich nicht stimmig an, aber dennoch spannend. Selbst am Ende habe ich mit mehr gerechnet, doch der große Showdown verhielt sich anders als erwartet. Wie kann es sein, dass zu Beginn die Menschen in der Siedlung alle so nett zu Clementine sind und sie dann einfach so ziehen lassen? Können Menschen in dieser Welt einfach nett und freundlich sein, ohne eine Gegenleistung zu verlangen?
Letztendlich passierte in meinem Kopf mehr als im Comic.
So bleibt zum Schluss ein merkwürdiger Beigeschmack, der keineswegs schlecht ist, aber dennoch nicht für ein Highlight ausreicht.

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Als Leser erfahren wir nur bruchstückhaft etwas über Clementines Vergangenheit. Die anderen Personen bleiben eher etwas blass, was ihre Hintergrundgeschichten anbelangt.
Die zweifache Eisner-Award Gewinnerin Tillie Walden erzählt eine aufregende, zum Kosmos von The Walking Dead passende Geschichte. Ein langsames Erzähltempo gibt den Charakteren genug Raum, sich zu entfalten. So entsteht eine bedrückende Geschichte.
Cliff Rathburn (kennt man als Graustufen-Zeichner von The Walking Dead) hat bei den Grautönen von Clementine unterstützend mitgewirkt.
Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen konnten mich nicht immer hundertprozentig überzeugen. Gelegentlich gibt es dunkle Szenen (im Berg) und die dominanten Schwarztöne überdecken die eigentlichen Zeichnungen. So fällt es stellenweise nicht leicht zu erkennen, was in den einzelnen Panels vor sich geht.
Ansonsten ähnelt es den Zeichnungen von The Walking Dead bzw. passt sich hervorragend dem zeichnerischen Konzept an.

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Clementine bietet einen guten Einstieg ohne Vorkenntnisse in die Welt von The Walking Dead. Zudem ist diese Serie auf drei Bände angelegt. Als Leser lässt man sich quasi darauf ein, dass diese Reihe vermutlich keine Jahrzehnte laufen wird.
Mit 26,00 Euro finde ich diesen Band etwas teuer.
Für meinen Geschmack hätten es auch 22,00 Euro getan.
Ich bleibe dabei, der Band ist gut, er wirkt nach und bleibt im Kopf. Dennoch schleicht sich ein Gefühl ein, dass irgendetwas einfach nicht stimmig erscheint …
Die Handlung hat kein richtiges „kawum“, die Spannung explodiert nicht wie erwartet, irgendetwas fühlt sich nicht richtig an …
Dennoch ist es ein gelungener Auftakt!

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