Long John Silver #1: Lady Vivian Hastings [Carlsen Comics, März 2009]

Dominik_AVAIch bin ein begeisterter Fan seit meiner Kindheit von Robert Louis Stevenson’s „Die Schatzinsel“.
Es war damals in meiner Grundschulzeit das allererste Buch, welches ich durchgehend selbständig gelesen habe.  Seitdem sind Jim Hawkins und der berüchtigte Pirat Long John Silver immer mal wieder in meinem Gedächtnis.  Damals als Kind habe ich keine Folge der Anime Serie “ Die Schatzinsel“ auf Rtl2 verpasst. Viele verschiedene Buch und Film Interpretationen von „Die Schatzinsel“ gibt es mittlerweile.  Jedoch kommt meinem Empfinden nach,  keine Version an die Originalausgabe des Buches und an die Anime Serie „Die Schatzinsel – Die komplette Serie [5 DVDs] (teilweise schwierig zu erhalten) von den Produzenten Yutaka Fujioka  und  Autoren Haruya Yamazaki, Robert Louis Stevenson, Yoshimi Shinozaki aus dem Produktionsjahr 1978 heran.

Umso mehr habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Long John Silver und anderen bekannten Gesichtern aus „Die Schatzinsel“ gefreut, als ich mir

Long John Silver #1: Lady Vivian Hastings

zugelegt habe.

Es ist ruhig geworden um den berüchtigten Piraten Long John Silver. Nach seiner Rückkehr von der Schatzinsel hat er in Bristol ein Wirtshaus eröffnet, doch für einen Mann wie Silver ist das kein Weg, um alt zu werden.
Als ihn die schöne Lady Hastings aufsucht, um ihn für die Suche nach den sagenhaften Reichtümern der verschollenen Stadt Guyanacapac anzuwerben, kann er nicht ablehnen. Silver bricht auf zu seiner letzten Reise, zu seinem größten Abenteuer.

Bereits die erste Seite enthält ein Zitat aus dem Buch „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson.  Wer das Buch kennt, so wie ich, fühlt sich auf Anhieb zurückversetzt in die damalige Zeit und das Geschehen.  Einen besseren Einstieg für diesen Comic hätte ich mir gar nicht vorstellen können.

Wie bereits die zweite Seite im Comic erläutert, versteht sich dieses Werk nicht als Fortsetzung von „Die Schatzinsel“, sondern als bescheidene Hommage an dieses Meisterwerk, welches uns seit Kindheitstagen in Erstaunen versetzt.

Der Comic selbst beginnt im Jahre 1785 in den Gestaden des Amazonas.
Lord Hastings ist auf Entdeckungsfahrt in eben diesen Gebieten rund um den Amazonas unterwegs und hat seine Frau Lady Vivian Hastings in England zurückgelassen. Lange Zeit hört sie nichts von ihrem Mann und beginnt sich mit anderen Männern zu vergnügen. Lady Vivian Hastings erwartet sogar von einem anderem Mann ein Kind.  Eines Tages  taucht jedoch der Bruder von Lord Hastings auf und übermittelt die freudige Nachricht, dass Lord Hastings lebt und die sagenumwobene Stadt Guyanacapac entdeckt habe. Um eine Expedition von England aus nach Guyanacapac zu starten, soll Lady Vivian Hastings auf Anweisung des Lord höchstpersönlich, den ehelichen Besitz, der fast komplett  aus der Mitgift von Vivian Hastings stammt, zur Finanzierung der Expedition verkaufen.

Doch Lady Vivian Hastings lässt sich nicht so leicht abfertigen und versucht an der Expedition teilzunehmen. Dabei wendet sie sich hilfesuchend an den berüchtigten Piraten Long John Silver – und löst damit Ereignisse aus, die in ihrem Lauf nicht mehr aufzuhalten sind.

Wenn man die Bücher und auch die Verfilmungen kennt,  werden dem geneigtem Leser immer wieder kleine Anspielungen auf die Buchvorlage preisgegeben. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen. Ebenso bekannte Gesichter wie z.B. Doktor Livesey trifft man wieder. Wer jedoch ein Wiedersehen mit Jim Hawkins sich erhofft, muss bisher enttäuscht werden. So ging es mir zumindest, aber dafür werden viele neue interessante Charaktere sehr glaubhaft eingeführt.

Zeichnerisch habe ich mich am Anfang etwas schwer mit diesem Comic getan. Es ist vieles in grauen, schwarzen Tönen gehalten. Stellenweise wirkt es eher skizziert als vollständig ausgearbeitet.  Die Zeichnungen erstrecken sich über ein breites Spektrum, jedoch oftmals wirken diese sehr grob. In heftigen Regenschauern fallen die Charaktere ja fast nur marginal aus. Jedoch nimmt mit dem Szenenwechsel nach England auch die Darstellungsweise der Figuren zu und gipfelt stellenweise in detailreichen schön anzusehenden Bildern. Diese dunkle Darstellungsweise einerseits, und die detaillierte Darstellungsweise andererseits bilden zusammen einen ganz eigenen Charakter, der sich der Atmosphäre der Szenerie anpasst.  Anfangs habe ich mir wirklich deutlichere Zeichnungen gewünscht, aber wenn der Leser sich darauf einlassen kann, fällt dies in keinster Weise negativ zur Geltung. Ganz im Gegenteil,  das einzig und alleinige Ziel dieses Comics ist es, ein wenig von dem Zauber aufzunehmen, der in Robert Louis Stevensons Geschichte wirkt…

Und genau durch diese Darstellungsweise  hat der Leser die Möglichkeit, eben diesen Zauber zu spüren und auch  wahrzunehmen.

Dieser Comic liest sich nicht einfach so mal nebenbei, der Leser wird immer wieder gefordert, aufzupassen, mitzudenken und die verschiedenen Charaktere und ihre Verwicklungen im Blick zu behalten.  Der Comic ist von vorne bis hinten durchgehend spannend gehalten. Das Ende ist durchaus abzusehen, jedoch will der Leser darauf unbedingt Wissen wie es weitergeht im zweiten Band.

Die Aufmachung ist im A 4 großen Format (Softcover),der geneigte Leser erhält 64 Seiten zum Preis von 48 (12.00 Euro). Das muss auch mal gesagt werden!

Zusammengefasst hat mich dieser Comic verzaubert. Anfangs hab ich mich etwas schwer mit den gewöhnungsbedürftigen Zeichnungen getan, die oft grob und düster gehalten sind, zwischendurch jedoch auch detailgenau sein können. Story technisch gibt es meinerseits  überhaupt nichts zu kritisieren. Ich bin auf die weiteren Bände gespannt.

Eine gute Online Leseprobe von Carlsen Comics gibt es hier.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2009 Carlsen Comics (Die Bilder werden verwendet mit freundlicher Genehmigung der ComicRadioShow München.)

Supernatural #3: Der Anfang vom Ende [Panini, Januar 2011]

In der heutigen Comicreview geht es wieder einmal um die Winchesters und ihre Abenteuer ergänzend zur TV-Serie Supernatural…

Supernatural #3: Der Anfang vom Ende

Dean und Sam sind zusammen mit ihrem Vater auf dem Weg nach New York wo ein alter Bekannter ihnen Informationen liefern sollen, wer ihre Mutter Mary vor vielen Jahren getötet hat. Dabei entwickelt sich gerade zwischen Vater John und dem jüngsten Sohn Sam eine sehr starke Hassbeziehung, da Sam nur noch sein normales Leben leben möchte aber sein Vater John auf einer blinden Jagd nach dem Mörderdämon seiner Frau ist. Dabei treffen sie auch auf alte Freunde von John Winchester, Colonel Cox, der eine Armee von fast zwei Dutzend Dämonenjägern um sich geschart hat um New York frei von sämtlichem Übernatürlichen zu halten. Doch es dauert nicht lange bis sich eine Spur zu dem Informanten verdichtet der seit wenigen Tagen verschwunden zu sein scheint. Als dann auch noch Sam entführt wird und die Spur diesmal zum Mörder von Mary Winchester führt wird es kritisch für die drei Winchesters…
FAZIT:
Anders als in der Serie ist Sam schon hier in dieser (chronologisch vor der ersten Staffel angesiedelten) Story wesentlich stärker als sein Bruder Dean, und sogar stärker als sein Vater es vermutlich wahrhaben will. Sam wehrt sich gegen den ach so mächtigen Übervater der es mit allen Dämonen aufnimmt um seinen eigenen Wunsch nach einem freien Leben durchzusetzen. Deshalb und weil mir persönlich Sam schon immer der liebere Charakter in der Serie war, weil er eben nicht so glatt und durchsichtig wie Dean war, gefällt mir dieser Band ausgesprochen gut. Unterstützt wird das ganze durch hervorragend düstere Bilder die die Atmosphäre der Serie, das mystische und gruselige hervorragend wiederspiegelt.
Für Fans der Serie ist dieser Band fast schon Pflichtprogramm, da er die Handlung und Ereignisse der Serie perfekt ergänzt.

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Ähnliche Artikel:
“Supernatural #2: Origins” [Panini, August 2010]
“Supernatural #1: Der verlorene Sohn” [Panini, Februar 2010]

Supernatural #2: Origins [Panini, August 2010]

Heute geht es weiter mit den Winchesters und einer idealen Ergänzung zur Top-Serie „Supernatural“. Diesmal geht es, anders als in Band 1, nicht um die Abenteuer die Dean und Sam mit ihrem Vater seit dem Tod der Mutter erlebten, sondern wie, damals 1983, ihre Mutter starb und es dann weiterging…

Supernatural #2: Origins

1983. Die Tragödie der Winchesters beginnt. Es ist der Abend an dem Mary Winchester auf mysteriöse Weise ihr Leben verliert. Und so beginnt kurz danach die Odyssee von John Winchester auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau. Er ist aber auch noch nur ein unbedarfter Familienvater und kein brutaler Dämonenkiller, doch er erhält Hilfe von einem ihm unbekannten Jäger. Von nun an ziehen die beiden umher, verfolgen Spuren, räumen nebenbei ein paar weniger wichtige Dämonen beiseite, bis sie endlich den Hinweis auf den Mörder seiner Frau finden.
Sofort machen sich John und sein Kumpel auf den Weg nach einem Höllenhund, dem ein Zahn fehlt, aber die Reise ist alles andere als einfach. Seltsame Phänomene stellen sich ihnen in den Weg, bis sie endlich am Ziel ihrer Reise angelangt sind. Was John jedoch dort erfährt und erlebt ist weitaus mehr als ein Mensch ertragen kann…
FAZIT:
Das wie und warum wurde zwar in der Serie schon immer ein wenig angedeutet, doch wie aus John der taktierende und brutale Jäger wurde, der er dann war, war bisher immer ein kleines Geheimnis. Diese Miniserie will die Lücke nun schließen, und schafft das auch relativ gut. Zwar gibt es noch immer Fragen und auch kleine Ungereimtheiten gegenüber der Serie, aber ansonsten ist es ganz gelungen. Auch das mal ein wenig mehr der Fokus auf John liegt und weniger auf Dean und Sam ist etwas besonderes. Zwar sind Dean und Sam die Hauptprotagonisten der Serie, doch immerhin treten sie das Erbe ihres Vaters an, von daher hatte ich mir schon immer gewünscht zu erfahren wie es denn dazu kam.
Zeichnerisch ist der Band in Ordnung, auch wenn der etwas minimalistische Strich nicht überall perfekt passt. Dennoch machen die Zeichnungen einen irgendwie ganz besonderen Reiz aus, den ich nicht so einfach erklären kann.

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Ähnliche Artikel:
„Supernatural #1: Der verlorene Sohn“ [Panini, Februar 2010]

Supernatural #1: Der verlorene Sohn [Panini, Februar 2010]

Mit dem heutigen Artikel schlage ich mal wieder eine Brücke von der Serie zum Comic. Mit den Supernatural-Comics die Panini seit Anfang 2010 veröffentlich erhält der Serienfan eine wunderbare Ergänzung zu seiner Lieblingsserie, oder ist es nur Geldschneiderei? Dem werde ich auf den Grund gehen…

Supernatural #1: Der verlorene Sohn

John Winchester ist nun schon ein paar Jahre unterwegs auf der Suche nach dem Dämon der seiner Frau das Leben genommen hat. Sam der inzwischen im Schulkindalter ist, hat noch keinerlei Erfahrungen mit dem was sein Vater durch die gesamte USA treibt und Dean im Gegensatz dazu ist seinem Vater fast hörig.
Während also John sich die Nächte um die Ohren schlägt um Dämonen zu jagen, passt Dean auf seinen jüngeren Bruder Sam auf, erzählt ihm Lügen über die Arbeit ihres Vaters und versucht so Sam von all dem Unglück noch ein wenig fernzuhalten.
Doch es kommt der Punkt und Tag an dem John seine Kinder in diesen Kampf mit hineinzieht und ab diesem Punkt bleibt ihm keine Wahl mehr…
FAZIT:
Für Fans der Serie (und dazu zähle ich mich auch) ist dieses Werk natürlich mehr als nur eine Comicadaption. „Der verlorenene Sohn“ erzählt die Vorgeschichte zur Serie und vermittelt somit einen tieferen Einblick in die Beweggründe und das Verhalten von Sam und Dean und ihrer Beziehung zu ihrem Vater. Zwar schafft es diese 6-teilige Miniserie nicht die Stimmung der Serie so gut einzufangen wie ihr großes TV-Vorbild, dennoch wird auch hier das mysteriöse und gruselig/brutale groß geschrieben. Leider vermisse ich etwas den Humor der Serie. Dieser Band ist wesentlich ernsthafter und auch melancholischer als die bisherigen Staffeln. Dennoch denke ich dass gerade Kenner und Fans der Serie hier bedenkenlos zugreifen können, da es gute Unterhaltung im Stil der Serie ist. Alle die Supernatural bisher nicht gesehen haben, oder es bewusst nicht sehen wollten, können trotzdem mal einen Blick riskieren, denn vielleicht wird so eine ungewollte Sympathie zur Serie geweckt.

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