Superman: Erde Eins [Panini, November 2012]

Nachdem es auf diesem Blog, mit Ausnahme der neuen Beiträge meines ebenfalls neuen Kollegen MysteriouslyBuddha, ein wenig marvellastig war, möchte ich Euch heute mit einer DC-Review beglücken.


Superman: Erde Eins

Viele Jahre ist es inzwischen her, dass Kal-El als Baby auf die Erde kam. Er wurde liebevoll von seinen „Eltern“ Jonathan und Martha Kent aufgezogen, doch jetzt ist es an der Zeit Smallville zu verlassen und in Metropolis ein neues Leben zu beginnen. Dank seiner überragenden Fähigkeiten im Vergleich zu normalen Menschen schafft es Clark, wie er inzwischen heißt, sich den am besten bezahlten Job aus den vielen Angeboten auszusuchen. Er könnte genug Geld verdienen um das Leben seiner Mutter, die inzwischen Witwe ist, und sein eigenes für immer abzusichern.
Aber es kommt wie immer alles anders als geplant. Plötzlich tauchen auf der ganzen Welt Raumschiffe auf, und ein Unbekannter droht die ganze Erde zu vernichten, falls sich der letzte Überlebende des Planeten Krypton, Kal-El, nicht zu erkennen gibt. Clark ist sich noch nicht sicher, welche Entscheidung er treffen soll. Als jedoch der Unbekannte damit beginnt ganze Städte zu verwüsten und Menschenleben auf das Spiel zu setzen, ist seine Entscheidung klar. Und nicht nur Clark steht inmitten des Chaos, auch zwei Reporter des Daily Planet sind im Zentrum des Kampfes und weichen nicht zurück …

Clark kommt in Metropolis an.

Clark kommt in Metropolis an.

Mit J. Michael Straczynski hat sich einer der besten Autoren Amerikas dem Stählernen angenommen. Und er schafft es auch mich, der Superman eigentlich nicht wirklich mag, mit einer spannenden und gefühlvollen Geschichte zu überzeugen. Der „alte“ Superman war mir immer zu glatt und perfekt. Er hatte seine unerschütterlichen Ideale und war von einer kindlichen Naivität, was die Erwartung an das Denken und Handeln seiner Mitmenschen betraf. Gepaart mit seiner unmenschlichen Kraft, seinen übernatürlich und fast unbegrenzten Fähigkeiten, war er einfach zu unangreifbar und unverwundbar, sowohl körperlich, als auch geistig. Zwar haben viele Autoren in der Vergangenheit versucht eben jenes zu ändern, indem durch verschiedene Kryptonitfarben Schwächen erzeugt wurden. Er heiratet Lois Lane und vieles andere sollte das Leben des Mannes aus Stahl realistischer gestalten. Doch nichts konnte mich persönlich bisher genug von einer Änderung oder auch Weiterentwicklung überzeugen. Aber genau hier setzt Superman: Erde Eins an. Es wird klargestellt, dass sein Handeln nicht alleine von einer inneren Überzeugung entstammt, sondern eine Entwicklung durchläuft. Ein inneres Hadern mit dem eigenen Schicksal und der Angst vor der Zukunft. Straczynski schafft es ideal diesen inneren Zwiespalt zwischen dem, was ihm sein Vater lehrte und dessen was die Welt von ihm erwarten würde, darzustellen.

Noch hat Clark die Qual der Wahl.

Noch hat Clark die Qual der Wahl.

Einen großen Teil trägt der Zeichner Shane Davis bei. Sein Superman, egal ob im Kostüm oder als Clark Kent, ist kein muskulöser Übermensch. Seine Darstellung ist vielmehr einfach nur echt. Clark sieht aus wie ein durchschnittlicher Teenager, der gerade die Highschool verlassen hat. Keine monströsen Muskeln, kein außergewöhnlich athletischer Sportlerkörper und erst recht keine ungewohnt auffällige Körpergröße. Bei Davis ist alles normal und durchschnittlich.
Gepaart mit den detailverliebten Zeichnungen ergibt dies eine frische und visuell sehr ansprechende neue Origin von Superman, die mich persönlich überzeugen kann. Hinzu kommt eine, immer der Situation angepasste Koloration. Barbara Ciardo überzeugt mit wohldurchdachten und angepassten Farben, die nur in Ausnahmesituationen das Bild dominieren. Die meiste Zeit jedoch sind gedeckte und sanfte Farbkompositionen vorherrschend.

Auch wenn er nicht so wirkt. Clark kann sich wehren.

Auch wenn er nicht so wirkt. Clark kann sich wehren.

FAZIT:

Mit Superman: Erde Eins präsentieren Straczynski und Davis eine überzeugende und emotionale Origin des neuen Mannes aus Stahl, der diesmal nicht so glatt und perfekt wie seine alte Inkarnation ist. So ist zumindest mein persönliches Empfinden. Wer also einen idealen Einstieg in die Welt von Superman sucht, der kommt an diesem Band einfach nicht vorbei. Zusammen mit den wunderbaren Zeichnungen ergibt sich Comicunterhaltung vom Feinsten. Besser als die letzte Neuorientierung in Filmform und auch besser als die Originalursprungsgeschichte. Daher kann ich diesmal ohne ein schlechtes Gewissen, einen Superman Comic bedenkenlos weiterempfehlen.

Mit dem Zug in die weite Welt.

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Copyright aller verwendeten Bilder  © 2012 DC Comics / Panini

Supernatural #3: Der Anfang vom Ende [Panini, Januar 2011]

In der heutigen Comicreview geht es wieder einmal um die Winchesters und ihre Abenteuer ergänzend zur TV-Serie Supernatural…

Supernatural #3: Der Anfang vom Ende

Dean und Sam sind zusammen mit ihrem Vater auf dem Weg nach New York wo ein alter Bekannter ihnen Informationen liefern sollen, wer ihre Mutter Mary vor vielen Jahren getötet hat. Dabei entwickelt sich gerade zwischen Vater John und dem jüngsten Sohn Sam eine sehr starke Hassbeziehung, da Sam nur noch sein normales Leben leben möchte aber sein Vater John auf einer blinden Jagd nach dem Mörderdämon seiner Frau ist. Dabei treffen sie auch auf alte Freunde von John Winchester, Colonel Cox, der eine Armee von fast zwei Dutzend Dämonenjägern um sich geschart hat um New York frei von sämtlichem Übernatürlichen zu halten. Doch es dauert nicht lange bis sich eine Spur zu dem Informanten verdichtet der seit wenigen Tagen verschwunden zu sein scheint. Als dann auch noch Sam entführt wird und die Spur diesmal zum Mörder von Mary Winchester führt wird es kritisch für die drei Winchesters…
FAZIT:
Anders als in der Serie ist Sam schon hier in dieser (chronologisch vor der ersten Staffel angesiedelten) Story wesentlich stärker als sein Bruder Dean, und sogar stärker als sein Vater es vermutlich wahrhaben will. Sam wehrt sich gegen den ach so mächtigen Übervater der es mit allen Dämonen aufnimmt um seinen eigenen Wunsch nach einem freien Leben durchzusetzen. Deshalb und weil mir persönlich Sam schon immer der liebere Charakter in der Serie war, weil er eben nicht so glatt und durchsichtig wie Dean war, gefällt mir dieser Band ausgesprochen gut. Unterstützt wird das ganze durch hervorragend düstere Bilder die die Atmosphäre der Serie, das mystische und gruselige hervorragend wiederspiegelt.
Für Fans der Serie ist dieser Band fast schon Pflichtprogramm, da er die Handlung und Ereignisse der Serie perfekt ergänzt.

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Ähnliche Artikel:
“Supernatural #2: Origins” [Panini, August 2010]
“Supernatural #1: Der verlorene Sohn” [Panini, Februar 2010]

Supernatural #2: Origins [Panini, August 2010]

Heute geht es weiter mit den Winchesters und einer idealen Ergänzung zur Top-Serie „Supernatural“. Diesmal geht es, anders als in Band 1, nicht um die Abenteuer die Dean und Sam mit ihrem Vater seit dem Tod der Mutter erlebten, sondern wie, damals 1983, ihre Mutter starb und es dann weiterging…

Supernatural #2: Origins

1983. Die Tragödie der Winchesters beginnt. Es ist der Abend an dem Mary Winchester auf mysteriöse Weise ihr Leben verliert. Und so beginnt kurz danach die Odyssee von John Winchester auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau. Er ist aber auch noch nur ein unbedarfter Familienvater und kein brutaler Dämonenkiller, doch er erhält Hilfe von einem ihm unbekannten Jäger. Von nun an ziehen die beiden umher, verfolgen Spuren, räumen nebenbei ein paar weniger wichtige Dämonen beiseite, bis sie endlich den Hinweis auf den Mörder seiner Frau finden.
Sofort machen sich John und sein Kumpel auf den Weg nach einem Höllenhund, dem ein Zahn fehlt, aber die Reise ist alles andere als einfach. Seltsame Phänomene stellen sich ihnen in den Weg, bis sie endlich am Ziel ihrer Reise angelangt sind. Was John jedoch dort erfährt und erlebt ist weitaus mehr als ein Mensch ertragen kann…
FAZIT:
Das wie und warum wurde zwar in der Serie schon immer ein wenig angedeutet, doch wie aus John der taktierende und brutale Jäger wurde, der er dann war, war bisher immer ein kleines Geheimnis. Diese Miniserie will die Lücke nun schließen, und schafft das auch relativ gut. Zwar gibt es noch immer Fragen und auch kleine Ungereimtheiten gegenüber der Serie, aber ansonsten ist es ganz gelungen. Auch das mal ein wenig mehr der Fokus auf John liegt und weniger auf Dean und Sam ist etwas besonderes. Zwar sind Dean und Sam die Hauptprotagonisten der Serie, doch immerhin treten sie das Erbe ihres Vaters an, von daher hatte ich mir schon immer gewünscht zu erfahren wie es denn dazu kam.
Zeichnerisch ist der Band in Ordnung, auch wenn der etwas minimalistische Strich nicht überall perfekt passt. Dennoch machen die Zeichnungen einen irgendwie ganz besonderen Reiz aus, den ich nicht so einfach erklären kann.

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