Steel Diver Sub Wars (Nintendo, Februar 2014)

U-Boot Simulationen gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Selbst Multiplayer-Online-Schlachten sind möglich. Klar, dass Nintendo da auch ein Stück vom Kuchen abhaben will, und schickt daher „Steel Diver Sub Wars“ auf dem Nintendo 3DS (plus XL und 2DS) ins Rennen.

Einmal richtig abtauchen …
So manchem 3DS-Besitzer wird der Name, zumindest teilweise, bekannt vorkommen. Immerhin zählte „Steel Diver 3D“ zu einem der Starttitel der Handheldkonsole mit der tragbaren dritten Dimension. Doch während es sich bei besagtem ersten Teil noch um einen seitwärts scrollenden Shooter handelte, der nur gelegentlich in ein echtes 3D-Modell wechselte, oder es zumindest simulierte, ist Sub Wars anders gestrickt. Mit echten 3D-Modellen innerhalb einer echten 3D-Umgebung sollen den Spieler noch tiefer in das Abenteuer eintauchen.

Eine kleine Auswahl der über 20 U-Boote die ihr freispielen könnt.

Soviel zur Grundidee und Umsetzung von „Steel Diver Sub Wars“. Viele Elemente aus dem Vorgänger finden auch in diesem Spiel erneut Verwendung. Missionen, in denen gegnerische U-Boote, Unterwasserbasen und vieles mehr ausgeschaltet werden müssen, Schlachten an der Wasseroberfläche und auch der Multiplayer-Modus sind hierbei aber nicht einfach nur übernommen worden. Die Missionen sind zwar noch immer nicht wirklich anspruchsvoll, sehen dafür aber jetzt wesentlich besser aus. Die Schlachten machen sehr viel Spaß, auch wenn das Zielen jetzt noch schwieriger ist, als es bei „Steel Diver 3D“ der Fall war. Neben einfachen Missionen in denen Ziele vorgegeben sind, die es innerhalb einer gewissen Zeit zu zerstören gilt, gibt es auch „Wettrennen“. Hier muss eine durch Ringe festgelegte Strecke zurückgelegt werden. Zusätzlich gibt es Morsecodemissionen, in denen Kriegsschiffe an der Wasseroberfläche mit Morsecodes angegriffen werden müssen. Die Morsecodes dienen hierbei als eine Art Auftrag für herannahende Luftunterstützung. Fortschritte hat aber auch das Onlinegaming gemacht, welches nun der eigentliche Kern des Spiels ist, während er im ersten Teil noch eine Art Goodie war. Zwar hat man nach wie vor auch einen Offline-Einzelspielermodus, doch diesen könnte man auch als Trainingslager für die Onlinebattles bezeichnen.

Verteidigungsmissionen sind nur eine Möglichkeit.

Schiffe versenken mal unter Wasser.
Im Onlinespiel, welches wahlweise Lokal oder über das Internet ausgetragen werden kann, treten bis zu 8 Spieler, aufgeteilt in zwei Gruppen, gegeneinander an. Sieger ist das Team, welches am Schluss noch mindestens 1 U-Boot auf dem Schlachtfeld hat. Dabei kann man wählen, ob man gegen Gegner auf dem eigenen Kontinent antreten möchte, oder sein Glück weltweit versucht. Auch die Levelstärke seiner Mitstreiter und Gegner können vorher festgelegt werden, um sich nicht gleich den Profis hilfslos auszuliefern. Alle Spieler werden hierbei gleichzeitig ins Getümmel geschickt und müssen einander mithilfe des Sonars, welches entweder über den Touchscreen oder die Y-Taste aktiviert werden kann, finden. Danach gilt es, das gegnerische Team zu dezimieren und selber am Leben zu bleiben. Eine Runde ist vorbei, wenn alle Spieler aus einem Team geschlagen wurden. Neben diesem Spielmodus gibt es auch die Möglichkeit mit Morsecodes zu chatten und somit das Morsealphabet zu trainieren. Das ist am Anfang ganz witzig, wird aber dadurch gestört, dass es immer wieder Nutzer gibt, die einfach nur sinnlos herumtrollen. Ein großes Manko dieses Chats ist aber nicht etwa die Kommunikation mithilfe des Morsealphabets, was bereits nach sehr kurzer Zeit sehr flüssig von der Hand geht, sondern dadurch, dass dem Chat wichtige Funktionen fehlen. Andere Nutzer, wenn sie z.B. nur stören oder stänkern, des Chats zu verweisen wäre hierbei noch die Nützlichste.

Online-Multiplayer-Gaming mit bis zu 8 Spielern.

Links, rechts, hoch, runter, Gas, Bremse …
Um die U-Boote in Sub Wars zu steuern gibt es mehrere Möglichkeiten. Über den Touchscreen kann man alle Funktionen des Bootes direkt und per Touchpen steuern. Alternativ ist auch eine Steuerung über das Slidepad, sowie Steuerkreuz und die A-, B-, X-, Y-, sowei L- & R-Tasten möglich. Das Gasgeben und Bremsen, sowie rückfahren wird hierbei über X und B geregelt, während man mit dem Slidepad lenkt und die Tauchtiefe reguliert. Hier liegt aber auch ein großes Manko der Steuerung. Oftmals sinkt und steigt man ohne es zu wollen, nur weil man lenken will. Dadurch eckt man öfters an, als man es eigentlich will. Über A und R werden Torpedos abgefeuert, wobei hier zwischen normalen und zielsuchenden Torpedos unterschieden wird. Mit L wird die Karte aufgerufen. Die Steuerung wirkt, abgesehen von dem Lenken und Auf- und Abtauchen, sehr durchdacht und geht leicht von der Hand. Ich persönlich bevorzuge die Tastensteuerung, da hier zügig mehrere Aktionen hintereinander möglich sind.

Eine der wunderschönen Hintergrundgrafiken.

Ist das schick?
Grafisch kann „Steel Diver Sub Wars“ überzeugen. Die Effekte unter Wasser sehen sehr gut aus und läuft auch mit vielen Objekten sehr flüssig. Dennoch bleibt der eher geringen Leistung des Handhelds einiges geschuldet. Die Sichtreichweite ist mäßig und immer wieder gibt es aufploppende Elemente. Auch die U-Boot-Modelle weisen eine nur geringe Polygonanzahl auf, was aber durch geschickt platzierte Texturen und Lichteffekte zu kaschieren versucht wird. Auch die Explosionen unter Wasser sind eher zweckmäßig als hübsch anzusehen.
Richtig gut hingegen sehen die per Slidepad schwenkbaren Hintergrundbilder aus. Hier hat man sich offensichtlich mehr Mühe gegeben, als bei den Menüs, die zwar durch ihre großen Buttons sehr übersichtlich, aber auch lieblos wirken. Der 3D-Effekt des 3DS passt perfekt zu dem Spiel. Wirken doch die Schlachten unter Wasser, zwischen all den Ruinen, Höhlen und Kanälen sehr plastisch und tiefenwirksam. Wer möchte, der kann im Pausenmodus mithilfe der L und R-Tasten sogar einen Screenshot des Spiels machen, und auf seinem 3DS speichern.
Auch die Soundkulisse kann sich sehen, oder besser hören lassen. Hier werden akustisch gesehen Erinnerungen an dejn Filmklassiker „Das Boot“ wach. Typische U-Boot-Geräusche machen einen Großteil der Soundkulisse aus und werden von leichter instrumentaler Musik untermalt. Diese reichen von orchestralen Stücken bis hin zur Dancemusik. Am Anfang ist das ganz in Ordnung, aber mit der Zeit gehen die Musikstücke, die sich auch schnell wiederholen, auf die Nerven.

Die U-Boote konnt ihr mit verschiedenen Mustern und Farben selbst gestalten.

Zwei Versionen, muss das sein?
Bei „Steel Diver Sub Wars“ hat man die Qual der Wahl. Gratis oder als Premium-Version. Doch wozu und welche Vorteile bringt es? Eines gleich vorweg: Man kann das Spiel auch in der Free-Version spielen, ohne an eine Grenze zu kommen, an der es irgendwann nicht mehr weitergeht. Für 9,99 Euro erhält man die Premium Version und damit 18 statt nur 2 U-Booten, aus denen man wählen kann. Auch die Besatzungsmitglieder und die U-Boot-Designs, die zur Auswahl stehen, werden erhöht. Dennoch erhält man auch Vorteile gegenüber den Nutzern der Free-Version. Die Boote steigern ihre Fähigkeiten, wie Geschwindigkeit, Panzerung, Waffenbestückungsmenge je weiter man im Singleplayermodus vorankommt und diese freischaltet. Diese Vorteile machen sich jedoch nur im Online-Multiplayermodus wirklich bemerkbar. Wer keine 10 Euro ausgeben will, kann auch einzelne Inhalte für jeweils 0,99 Euro erwerben und so seinen Fuhrpark und seine Fähigkeiten gezielt aufstocken.

Free oder Premium. Ihr habt die Wahl.

Volle Kraft voraus?
„Steel Diver Sub Wars“ ist ein unterhaltsamer Actiontitel, der vor allem durch seine Multiplayer-Möglichkeiten überzeugen kann. Grafisch ist er durch die Nutzung von echten 3D-Modellen und Umgebungen ein wenig schicker als sein Vorgänger. Das Spiel lebt von seinen direkten Kämpfen und wird durch die nette Idee mit den Morsecodes sehr gelungen aufgepeppt. Wer bereits Spaß mit „Steel Diver 3D“ oder Games wie „Aces of the Deep“ hatte, wird sich auch bei Sub Wars schnell zurechtfinden und seine Freude haben.

SubWars ScreenGenre: Action
System: 3DS
Entwickler: Nintendo
Spieler: 1-8
Preis: 9,99 Euro bzw. Free2Play
Verkaufsversion: Download

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