Inzwischen bin ich ein wenig in Rückstand geraten (wer mich kennt, der weiß, dass dies nichts Außergewöhnliches ist) aber dennoch heute geht es mit den November-Ausgaben von Spider-Man und den Avengers weiter …
Spider-Man Nr. 4 [Panini, November 2013]
Dr. Elias Wirtham, auch bekannt als Cardiac, hat die Räumlichkeiten der alten Tafel, bei der auch Tante May unwissend als angestellte von Mr. Negative arbeitete, als Notfall-Krankenhaus für Bedürftige umfunktioniert. Doch auch dies ist wieder nur Tarnung. Denn offiziell wird hinter der Fassade an hoffnungslosen Fällen experimentiert. Hierfür schöpft Cardiac alle möglichen Mittel, legal, wie auch illegal, aus, um Menschenleben zu retten. Ein kleines Mädchen mit einem Hirntumor erfordert, dass Cardiac in die Asservatenkammer für Superheldenaccessoires, auch bekannt als „Friedhof“, einbrechen muss. Dort ruht ein Zerebralhelm, mit dem er hofft, das Mädchen operieren zu können. Aber der Einbruch bleibt nicht unbemerkt und der neue, überlegene Spider-Man taucht am Ort des Verbrechens auf …
Autor Dan Slott und Zeichner Humberto Ramos geben erneut alles um Otto Octavius in seiner neuen Aufgabe als Spider-Man zu etablieren. Auch wenn es durchaus spannend ist, zu sehen, wie sich Octavius langsam in die Rolle einfindet, so wirken manche Entscheidungen, die er trifft, sehr unglaubwürdig. Zwar war Octavius noch nie der extrem brutale Schurke, auch wenn er zum Ende seines vorherigen Lebens Millionen Opfer in Kauf genommen hat, aber der Heilige, der er nun manchmal ist, war er auch noch nie.
Wesentlich glaubwürdiger kommt das die Jagd der Avengers auf den veränderten Spider-Man daher. Lange konnte sein Handeln nicht unbemerkt bleiben. Schade nur, dass das Ergebnis in meinem Augen eher schwach ausfällt. Aber die Avengers sind nicht die Einzigen, die Sp-Ock, auf der Spur sind. Da wäre immer noch Peters ehemalige Freundin Carlie Cooper. Schön, dass Slott sie nicht vergessen hat, und ihr auch eine wichtige Rolle zugedenkt.
FAZIT:
Es bleibt spannend, auch wenn es hin und wieder unglaubwürdig wird. Dafür sind die Zeichnungen von Ramos ohne Tadel, wenn man ihn und seinen Stil denn mag. Ist dem nicht so, wird man mit dem Heft wohl nicht warm werden.
Avengers Nr. 4 [Panini, November 2013]
Jedes Universum verfügt über einen Superflow. Eine Kommunikations-Angliederungsstation mit der es möglich ist, mit den anderen Universen zu kommunizieren. Doch nacheinander gehen Hunderte, Tausende und am Schluss alle Superflows offline. Das große Weiß kommt und es entsteht ein neuer Avatar. Sein Name ist Starbrand und sein Geburtsort ist ein College. Das Resultat sind mehr als 3000 Opfer, deren Leben jäh beendet wurde und ein verunsicherter Jugendlicher, der plötzlich über Superkräfte verfügt. Als dann auch noch die Avengers auftauchen um den Jungen, Kevin Kale Connor, in Gewahrsam zu nehmen eskaliert die Situation …
Mit dem Superlow, dem großen Weiß und dem Multiversum bedient sich Autor Jonathan Hickman einiger älterer Elemente, welche Jim Shooter, Archie Goodwin und Tom DeFalco 1986 zum 25. Marvel-Jubiläum für des New Universe schufen. Knapp 20 Jahre später bediente sich Warren Ellis erneut des New Universe, aber auch sein Versuch währte nicht lange. Nun nutzt Hickman wenigstens einige der Elemente und bringt sie „herüber“ in das bekannte Marvel-Universum. Er verbindet „klassische“ Teile, um damit eine neue Saga mit seinen neuen Gegnerkreationen, wie Ex-Nihilo, zu erschaffen. Dies geschieht durchaus spannend, hat aber mit einigen Längen zu kämpfen, da manche Szenen unnötig gestreckt wirken.
Die Zeichnungen von Dustin Weaver hingegen sind sehr gelungen und ähneln manchmal denen des jungen John Romita Jr., ohne sie dabei einfach nur zu kopieren. Es ist sehr wohl eine gewisse Eigenständigkeit zu erkennen, und diese gefällt mir persönlich aufgrund der sehr dynamischen und detaillierten, aber niemals überladenen Bilder, sehr gut.
FAZIT:
Während die Handlung noch immer vor sich „hindümpelt“ wissen wenigstens die Zeichnungen zu gefallen. Auf Dauer ist das aber keine wirkliche Basis, um eine Serie interessant zu gestalten und daher liegen meine Hoffnungen in den nächsten Ausgaben. Sonst müsste ich wirklich mit dem Gedanken spielen, die Reihe aus meinen Abos zu kicken.

