I Want You For US Comics (6) [Teenage Mutant Ninja Turtles Vol. 5 & Teenage Mutant Ninja Turtles Villains Microseries Vol. 1]

Mit diesem US-Review möchte ich ein wenig die US-Turtles-Veröffentlichungen aufholen, da ich in letzter Zeit vermehrt die deutsche Bände hier vorgestellt habe. Da Panini nun allerdings die deutsche Veröffentlichung eingestellt hat, werde ich die US-Bände wieder vermehrt reviewen und muss dafür erst einmal aufholen, bis zu dem Punkt, wo Panini dann abgebrochen hat. Somit wird der demnächst vorgestellte 10 Band, der letzte deutsche sein, und danach wird es mit den US-Ausgaben nahtlos weitergehen. Bis dahin werden noch einige Ausgaben parallel laufen. Heute gibt es die fünfte Volume der Hauptserie und die erste Volume der Villain-Microseries …

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Teenage Mutant Ninja Turtles Vol. 5: Krang War [Mai 2013]

Autor: Kevin Eastman, Tom Waltz
Zeichner: Ben Bates
Format: Softcover
Umfang: Seiten
Inhalt: Teenage Mutant Ninja Turtles (2011) 17-20
Verlag: IDW Publishing
Preis: 17,99 US-Dollar

Die Krang führen Krieg auf Neutrino, einem kleinen Planeten, von dem auch Professor Honeycutt stammt, der aktuell im Androidenkörper des Fugitoiden weiterlebt. Doch die Bewohner, die Neutrinos geben sich nicht kampflos den Angreifern geschlagen, die ihren Planeten erobern wollen. Und so schickt König Zenter seine vier besten Kämpfer aus, um Professor Honeycutt aufzuspüren. Nur mit seiner Hilfe können sie es überhaupt noch schaffen, die Krang zurückzudrängen. Doch Honeycutt befindet sich auf der Erde als Chet Allen in einem Gespräch mit April O’Neill, die wiederum von ihren Freunden den Turtles beschützt wird. So werden die vier Brüder erneut in ein interdimensionales Abenteuer gezogen …

Langsam, aber sicher, beginnen Kevin Eastman und Tom Waltz die Ereignisse, um die Krang und die Turtles zusammenzuführen. Zusätzlich verlieren sie dabei aber nicht den Faden zu Shredder und seinem Foot Clan, ohne dabei die Übersicht zu gefährden. Herausgekommen ist eine zwar vorhersehbare, aber dennoch sehr unterhaltsame Geschichte, um den Kampf gegen die Krang für die Neutrinos und um deren Überleben auf Neutrino. Wie immer fehlen auch die kleinen Gags am Rande nicht. Michelangelo ist wieder einmal schnell verliebt und trägt immer einen witzigen Spruch auf der Zunge. Lippen kann man bei Schildkröten ja auch schlecht sagen.
Als Zeichner ist auch erstmals Ben Bates mit an Bord und er macht seine Arbeit ganz gut. Anfangs ist sein Stil etwas gewöhnungsbedürftig. Vor allem wenn man bisher die Arbeiten von Dan Duncan und Andy Kuhn gewohnt war, wobei in den deutschen Paperbacks durch die Veröffentlichung der Microseries, bereits auch andere Künstler zu sehen waren. Doch recht schnell gewöhnt man sich an die teils doch recht skizzenhaften Zeichnungen. Während die humanoiden Figuren, wie die Neutrinos etwas deformiert wirken, sehen die Krang und deren Exoskelette sowie sämtliche technischen Geräte einfach nur gut aus. Des Weiteren sind die Bilder sehr dynmisch und lebhaft gezeichnet, was der rasanten Geschichte wiederum zugutekommt.

Es geht spannend weiter. Doch als US-Leser muss man sich erst schlau machen, wie und wo es danach weitergeht, wenn man keinen Zusammenhang verpassen möchte. Extras gibt es, außer einer Art-Gallery und drei Seiten mit Figurenentwürfen wie gewohnt bei den IDW-Bänden nicht. Nun kann es mit dem nächsten Band und einem kleinen Einschub in Sachen Bösewichter weitergehen.

Teenage Mutant Ninja Turtles Villains Microseries Vol. 1 [November 2013]

Autor: Joshua Williamson, Erik Burnham, Jason Ciaramella, Brian Lynch
Zeichner: Mike Henderson, Andy Kuhn, Dave Wachter, Sophie Campbell
Format: Softcover
Umfang: Seiten
Inhalt: Teenage Mutant Ninja Turtles Villains Microseries (2013) 1-4
Verlag: IDW Publishing
Preis: US-Dollar

Wie ist aus Krang dieses machtbessene „Monster“ geworden, dass er heute ist? Was hat ihn so sehr geprägt? Weshalb verhält sich Baxter Stockman augenscheinlich so loyal gegenüber den Krang und welchen Plan verfolgt er? Warum ist Old Hob so versessen darauf an Splinter, den Turtles und auch Baxter Stockman und den Krang Rache zu nehmen? Und wie verhält es sich mit Alopex‘ Vergangenheit? Was hat die junge Polarfüchsin geprägt und in die Arme von Shredder getrieben? So viele Fragen und einige davon werden hier beantwortet …

Vier Feinde. Vier Autoren und vier Zeichner. Vier eigentlich recht gleiche Geschichten und dennoch jede ein Unikat. Alle Autoren haben sich gleichermaßen Mühe gegeben, die ihnen anvertraute Figur möglichst gut in Szene zu setzen. Leider, so muss ich zugeben, ist dies nicht bei allen geglückt. Die in meinen Augen schwächste Geschichte ist die um Baxter Stockman. Sie wirkt oberflächlich und hat nur sehr wenig Neues zur Figur beigetragen. Zeichnerisch kann ich dafür nicht meckern, da hier Andy Kuhn gewohnt gute Arbeit macht. Sein rauher Stil, der aber durch „sanftere“ Momente in den Rückblicken mit Baxters Vater durchbrochen wird, passt sehr gut zu Baxter Stockman.
Gleich danach kommt Krangs Vergangenheit. Diese bietet sehr interessante Einblicke und erklärt ein wenig seine Handlunsgweise, bleibt aber schlussendlich doch recht oberflächlich, da sie in meinen Augen zu viele Klischees bedient. Der unbeachtete Sohn, der seinem Vater etwas beweisen will und alleine auf sich gestellt, dann plötzlich zu einem Überlebenskämpfer mutiert. Auch zeichnerisch bleibt alles nur durchschnittlich. Zu wenig Eigenständigkeit im Stil ist bei Mike Henderson zu erkennen. Technisch sind die Bilder in Ordnung, aber dennoch fehlt etwas, das sich nur schwer beschreiben lässt.
Um einiges besser ist da Old Hobs Entstehungsgeschichte. Hier wird nicht nur gezeigt, wieso er so handelt, wie er es tut, sondern das er vorher komplett anders war, als er es aktuell ist. Es ist also eine wirkliche Entwicklung sicht- und spürbar. Dafür sorgen unter anderem die sehr gelungenen Zeichnungen von Dave Wachter, der ähnlich dem Stil von Dan Duncan ist, aber dennoch genug Eigenständigkeit besitzt.
Mein absolutes Highlight, sowohl inhaltlich, wie auch visuell, ist die Geschichte um Alopex. Hier gibt es einfach alles, was eine gute Origin braucht. Leid, Entwicklung, Erfahrungen und eine Figur, mit der man mitfühlt und ihre Entscheidungen nachvollziehen kann. Autor Brian Lynch hat erneut sehr gute Arbeit geleistet. Eigentlich sollte hier an diesem Abenteuer das gleiche Dreamteam arbeiten, wie beim ersten Auftritt von Alopex im dritten Turtles Band „Vier Brüder“. Dieses bestand aus Brian Lynch und Franco Urru. Doch leider verstarb Urru noch während der Planungsphase zu diesem Heft, weshalb Sophie Campbell an seine Stelle trat. Auch zu Sophie Campbell, deren Stil ich nach wie vor sehr bewundere, gibt es etwas zu schreiben. Denn immerhin ist sie kein unbeschriebenes Blatt, auch wenn ihr Name noch recht wenig im Comicbereich auftaucht. Dies liegt daran, dass bis zum März 2015 Sophie Campbell den Namen Ross Campbell trug und ein Mann war. Unter diesem Namen und Geschlecht hatte sie bereits einige Turtles-Geschichten und Cover gezeichnet und ich werde ihre Arbeit auch weiterhin sehr zu schätzen wissen.

Wie auch schon bei den anderen Microseries-Bänden ist die Mischung nicht immer geglückt und es gibt gute und weniger gelungene Geschichten. Doch ich muss sagen, dass dieser Band insgesamt recht gut ausgefallen ist, und so einige positive und interessante Einblicke geboten hat.

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