Riot Nr. 4 [Plem Plem Productions, April 2017]

Weiter geht es heute mit der vierten und (bislang) letzten Ausgabe von Marc Blinns Soloheld Riot, der aus dem von Marc Blinn und Gerald Seufert erdachten Metaverse stammt, aus dem auch die Metahuman$ kommen. Nächste Woche ist dann die zweite Ausgabe des Überraschungshits „Tracht Man“ an der Reihe, bevor ich mich langsam, aber sicher, dem Ende des aktuellen Plem Plem-Lesestapels nähere …

Riot Nr. 4

Autor: Marc Blinn
Zeichner: Marc Blinn
Format: Heft
Umfang: 24 Seiten
Verlag: Plem Plem Productions
Preis: 4,90 Euro

Wir schreiben das Jahr 1977 und Riot ist inzwischen nicht mehr alleine unterwegs, sondern Teil des MI7 und hat mit seiner Partnerin Calavera, als Agent R und Agent C einiges zu tun, um für Rech tund Ordnung zu sorgen. Natürlich auf seine ganz eigene Art und Weise und auf jeden Fall mit genügend Nachdruck und ein paar Hilfsmitteln. Unterdessen tobt im 21. Jahrhundert ein nicht minder gefährlicherer Kampf …

Mehrere Zeitebenen innerhalb einer Geschichte unterzubringen, beide logisch nebeneinander laufen zu lassen und dabei noch eine nachvollziehbare Handlung zu erzählen ist eine Kunst. Eine nicht gerade einfache Kunst. Allzu schnell können so sehr gute Ideen zunichtegemacht werden, weil es schwierig ist, beide Ebenen gleichberechtigt zu bedienen, sie einigermaßen parallel laufen zu lassen, auch wenn sie streng genommen oftmals sehr weit auseinanderliegen, und dennoch Fehler innerhalb der Geschichten zu vermeiden. Tja, und leider funktioniert dies auch hier nicht immer perfekt. Während die Haupthandlung diesmal im Jahre 1977 (übrigens ein sehr guter Jahrgang) angesiedelt ist. Und nur kurze Sequenzen ins 21. Jahrhundert abtauchen, wirken die Sprünge dennoch verwirrend. Einige Handlungselemente haben den Anschein, als würden sie nur aufgrund einer fixen Idee existieren und wegen ein paar guter Bilder eingebaut worden.
Ja, und die Zeichnungen sind wirklich sehr gut. Marc Blinn hat seit seinem Beginn bei den Metahuman$ einen deutlich sichtbaren Schritt gemacht. War das Artwork zu Beginn noch rau, unbeholfen und teilweise auch etwas unsicher, wirken seine aktuellen Bilder schon souveräner. Mit den Perspektiven scheint Blinn aber noch immer ein paar Probleme zu haben, was gerade bei Panels mit einer deutlichen Verbindung von Vorder- und Hintergrund auffällt. Ebenfalls nicht immer geglückt ist die Kolorierung der Ausgabe. Während Marc Blinns Zeichnungen größtenteils einen klassischen Look haben und manchmal charmant Oldschool wirken, kommt die Koloration mit Computerfarbgebung, Glanz- und Leuchteffekten daher. Das ist leider oft unpassend, und zerstört einen Teil des doch recht positiven Gesamtbildes. Hier gilt in meinen Augen die Regel: „Weniger ist manchmal mehr“.

Ja, was soll ich noch groß zu Riot sagen, wenn Julia Brauch das doch so schön im Editoral am Schluss des Heftes bereits geschrieben hat. „Riot spaltet nicht nur die Schädel seiner Gegner, sondern auch die Meinungen der Comicleser. Die einen mögen es, die anderen sind Weicheier.“
Und so muss ich sagen, dass ich persönlich weder zur einen, noch zur anderen Gruppe gehöre und mal wieder eine Ausnahme darstelle. Irgendwie ein bisschen wie Riot. Die Serie ist gut, sie macht Spaß, aber man merkt oft auch, dass Marc Blinn hierran reift und lernt. Leider manchmal auch auf Kosten der Handlung und Zeichnungen. Aber, und das ist das Gute daran, er wird mit jeder Ausgabe besser.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2017 Marc Blinn / Plem Plem Productions

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