Tank Nr. 1 [SD Comics, Juni 2014]

Nachdem „Tank“ nun schon bereits in die vierte Runde geht, und die Kickstarter-Kampagne zum besagten vierten Heft für mich Grund genug war, nicht nur das Projekt finanziell zu unterstützen, sondern mir auch gleich die Ausgaben 1 bis 4 im Paket zuzulegen, wollte ich nun heute und die nächsten drei Mittwoche damit beginnen, euch die Hefte vorzustellen, auch wenn mein Blogkollege Dominik schon die eine oder andere Ausgabe reviewt hat.

Tank Nr. 1

Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft. Die Zivilisation ist zusammengebrochen und viele Städte sind nur noch Ansammlungen von Ruinen. Die Kraft des Stärkeren bestimmt die Überlebenschancen und wer zu schwach ist stirbt, oder wird unterworfen und ausgenutzt. Die Überlebende mit dem Tattoo 208 am Kopf ist eine jener Stärkeren, auch wenn man ihr dies nicht ansieht. Sie kann sich auch gegen Gruppen von Angreifern und Plünderern wehren und zieht alleine durch das Land …

So richtig viel zu entdecken und erfahren gibt es in der ersten Ausgabe von Tank noch nicht. Wer ist die geheimnisvolle Überlebende mit der markanten Frisur und dem Tattoo? Was ist mit Deutschland passiert und ist die ganze Welt betroffen? Viele Fragen und keine Antworten. Autor und Zeichner Sebastian Drewniok macht es spannend mit dem ersten Kapitel seiner Endzeit-Saga, die er zuerst als Webcomic www.sdcomics.com veröffentlichte. Der Leser erfährt so gut wie nichts über die Umstände und Personen. Man wird förmlich in das kalte Wasser geworfen und sich selbst überlassen. Und dennoch kommt sofort eine nicht unerhebliche Spannung auf. Man leidet und fühlt zwar noch nicht mit den Figuren mit, entwickelt aber schon ein gewisses Interesse an ihrem Lebens- und Leidensweg. Statt einer kleinen Hintergrundinfo rundet Drewniok die Ausgabe mit ein paar Figurenskizzen ab, die zwar nicht wirklich hilfreich sind, aber wenigstens ganz gut aussehen.

Zeichnerisch gibt sich Sebastian Drewniok richtig Mühe. Das Artwork sieht wirklich sehr gut aus, dafür, dass es sein Erstlingswerk darstellt. Hie rund da gibt es zwar noch einiges zu verbessern, gerade wenn es um eine korrekte perspektivische Darstellung geht, aber die Grundtechniken sind durchaus schon sehr gelungen. Drewniok übernimmt an seinem Werk auch sämtliche Arbeiten. Neben der Story und den Vorzeichnungen stammen auch die Tuschezeichnungen und die Farbgebung von ihm, wodurch sich ein sehr stimmiges Gesamtbild ergibt. Aber auch eine starke Eigenständigkeit, da keinerlei andere Stile in die Zeichnungen einfließen. Andererseits können so auch persönliche Handycaps weniger gut ausgeglichen werden. Gerade in Sachen Anatomie muss Drewniok noch etwas zulegen, da einige der Bewegungen wirklich sehr gefährlich aussehen, zumal ich trotz meiner Beweglichkeit, solche nicht schmerzfrei hinbekomme. Dafür versteht sich Drewniok sehr gut auf Dynamik, was vor allem den Kämpfen Mann-gegen-Mann, bzw. Frau, zugutekommt.

„Tank“ macht Spaß, auch wenn es aktuell noch nicht wirklich viel gibt, dass es zu verfolgen gilt. Die Figuren sind unbekannt und dadurch recht eindimensional, das Setting ist unbekannt und dennoch schwingt eine beachtliche Faszination mit. Ich bin wirklich gespannt, was Sebastian Drewniok noch aus dieser Idee zaubert, oder ob er schon bald in die üblichen Klischees verfällt. Nächste Woche kommt auf jeden Fall die zweite Ausgabe und dann kann ich vielleicht schon etwas mehr zur Story und den Figuren sagen …

Copyright aller verwendeten Bilder © 2014-2017 Sebastian Drewniok

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