Ma-Co-Re-Mix (Vol. 75) [Spider-Man: Miles Morales (2. Serie) Nr. 1 & Spider-Man 2099 (2. Serie) Nr. 2]

Es ist nicht einfach, pro Woche neben allen anderen Aufgaben auch noch mindestens vier Trades mit mehr als 100 Seiten zu lesen und darüber zu schreiben. Aber aktuell mache ich genau das, kann aber auch verlauten lassen, dass ich inzwischen ziemlich viel aufgeholt habe. Heute gibt es zwei Soloserien. Einmal den jungen Miles Morales, von Brian Michael Bendis und Sara Pichelli und dann noch die zweite Ausgabe der zweiten Spider-Man 2099-Serie von Peter David und Will Sliney. Das sind immerhin auch über 250 Seiten …

MaCoReMix

Spider-Man: Miles Morales (2. Serie) Nr. 1: Ein neues Leben [Januar 2017]

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Sara Pichelli
Format: Softcover / auf 222 Exemplare limitiertes Variantcover
Umfang: 116 Seiten
Inhalt: Spider-Man (2016) 1-5
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,99 Euro (SC) / 20,00 Euro (Lim. VC)

Seit den Ereignissen während des Secret Wars und dem Multiplaneten Battleworld ist sehr viel passiert. Miles Morales ist nun Teil des regulären Marvel-Universums und hat von Peter die offizielle Erlaubnis als Spider-Man weiteragieren zu dürfen. Doch nicht nur das verändert Miles Leben massiv. Auch seine Mutter weilt nun wieder unter den Lebenden während sein Vater vom Schurken zum geheimen S.H.I.E.L.D.-Agenten wird. Aber das wäre noch nicht alles. Während eines Kampfes mit Blackheart, dem Sohn von Mephisto, wird sein Kostüm beschädigt, woraufhin die ganze Welt sehen kann, dass unter de, Kostüm des neuen Spider-Man ein Farbiger steckt, was seinen Beliebtheitsgrad massiv nach oben pusht. So richtig schlimm wird es aber erst, als Ganke dem neuen Mitschüler der Beiden offenbart, das er Miles Morales, der neue Spider-Man ist. Miles ist dementsprechend sauer und es ist ihm auch egal, dass es sich bei dem neuen Klassenkameraden um Goldball von den X-Men handelt …

Nun, wie langjährige Leser meines Blogs bereits wissen, bin ich bei Bendis immer etwas skeptisch. So gibt es zwar wundervolle und grandiose Arbeiten aus der Feder des Multitalents, aber auch ziemlich viel Mist. SO ehrlich und offen muss man das einfach sagen. Der ultimative Spider-Man und was danach kam, zählt zu seinen besseren Werken, weshalb ich bei Miles eigentlich ein gutes Gefühl hatte, als es hieß, das Bendis ihn zusammen mit der überaus begnadeten Sara Pichelli weiter betreut. Und ja, ich muss auch sagen, dass Bendis in Soloserien so richtig auftrumpfen kann, was ihm bei Teamserien einfach nicht gelingen will. So spielt auch hier Bendis erneut mit den Ängsten des jungen Titelhelden und konfrontiert ihn mit aktuellen Problemen und Erkenntnissen, die in unserer aufgeklärten Gesellschaft schon längst keine Rolle mehr spielen sollte, es aber sehr wohl noch tun. Den die Reaktionen auf einen farbigen Spider-Man baut Bendis immer wieder einmal ein, wobei so gravierend wie in diesem Band war es bisher nicht.
Nun muss ich aber auch zugeben, dass Bendis hier nichts wäre ohne Sara Pichelli. Ich kenne einige Kritiker ihrer Arbeit, verstehe aber nicht, warum diesen die Arbeit nicht gefällt. Sie zeichnet realitätsnah, fantastisch, anatomisch korrekt und schafft es dennoch immer eine gewisse Portion Slapstick mit einzubauen ohne, dass es fehlplatziert wirkt.

Nach der Lektüre des Bandes kann ich erleichtert aufatmen und feststellen, dass Bendis immer noch schreiben kann, was aber vermutlich nach wie vor daran liegt, dass es sich bei Miles um eine Soloserie handelt und das hat der Mann einfach im Griff. Bis jetzt zumindest. Durch die Einführung neuer Komponenten schafft Bendis auch wieder eine zusätzliche Spannung, was sich vor allem darin äußert, dass nur er und sein Vater sich an Battleworld und alles davor erinnern. Und das verspricht noch einiges an Potenzial.

Spider-Man 2099 (2. Serie) Nr. 2: Neue Götter [März 2017]

Autor: Peter David
Zeichner: Will Sliney
Format: Softcover
Umfang: 156 Seiten
Inhalt: Spider-Man 2099 (2015) 6-12
Verlag: Panini Comics
Preis: 16,99 Euro

Der vermeintliche Tod seiner Freundin lässt Miguel nach wie vor nicht los. Das bessert sich auch nicht, als durch einen Terrigen-Unfall im Labor die Freundin von Jasmine, der Assistentin von Miguels Assistent Raul in einen Inhuman verwandelt wird. Mit ihren neuen Kräften glaubt Rhonda nun eine Art Gott zu sein und verletzt dabei sogar ihre Freundin Jasmine. Diese überlebt zwar, entdeckt kurz darauf im Krankenhaus eine verdächtige Patientin, die sie für Miguels verstorbene Freundin Tempest hält. Als dieser davon erfährt, macht er sich auf die Suche. Nicht nur nach Tempest, sondern auch nach der Drahtzieherin hinter dieser Lüge: Tempests Mutter! Sie ist aber nicht die Einzige, die Miguel schaden will. Da wären auch noch die mysteriöse Gruppe „Fist“, wegen der Miguel plötzlich in einer noch schlimmeren Version seiner Zeit, dem Jahr 2099 landet …

Peter David mutet seinem Schützling eine ganze Menge zu in letzter Zeit. Erst gibt er ihm eine Freundin an die Seite, die ihn so glücklich macht, dass er sogar darüber nachdenkt, seinen Spider-Dress an den Nagel zu hängen, auch um sich besser der Erforschung der Umstände über die Zerstörung seiner Zeit widmen zu können. Dann lässt er sie scheinbar töten, entwickelt einen Thriller auf mehreren Zeitebenen, vermischt dies mit den aktuellen Problemen des Marvel-Universums, wie den Terrigen-Neben-Mutationen, führt neue Figuren ein und schleudert seinen Helden in dystopische Zukunftsvisionen. Ziemlich umtriebig der Herr David. Aber gerade das macht es auch wiederum spannend. Die Verbindung zu Peters Firma Parker Industries schweißt die Serie somit noch enger an den namensgebenden Haupthelden, wodurch beide Serien füreinander an Bedeutung gewinnen.
Und dann wäre da noch Will Slineys Artwork, welches von Ausgabe zu Ausgabe faszinierender wird. Die Gestaltung des neuen Kostüms mit den futuristisch anmutenden Komponenten, der schon früher am Kostümbefindlichen dominanten Angriffswerkzeuge, die noch ein wenig dramatischer gestaltet wurden und nun nicht mehr unbedingt so stark an Batmans Handschuhe erinnern, wie zuvor. Dafür besitzt nun auch Miles in seinem Kostüm Schubdüsen in den Schuhsohlen seines Kostüms, wobei sich mir die Frage aufdrängt, wie dies funktionieren kann, da Miles Kostüm eigentlich eine Holoprojektion darstellt, was auch die Panzerung sehr fraglich macht. Aber das fällt vielleicht unter künstlerische Freiheit oder den unerklärlich schnellen Wechseln zu einem physischen Kostüm.

Stellenweise ist es schon schwierig, den Ereignissen auf allen ihren Ebenen zu folgen und möglichst kein Detail zu verpassen, aber ich muss auch zugeben, dass dies für mich genau den Reiz ausmacht. Früher empfand ich Miguel immer ein wenig wie ein verbittertes und blasses Abziehbild von Peter Parker, aber jetzt im Moment entwickelt er sich zu einem recht spannenden Charakter. Mal schauen, ob Peter David das Niveau halten kann.

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