Ma-Co-Re-Mix (Vol. 89) [Moon Knight (2017) Nr. 2 & Spider-Gwen Nr. 4]

Heute gibt es weitere Ausgaben aus meinem Marathon, um alle Serien auf eine Zeitachse zu bekommen. Diesmal ist es die zweite Ausgabe der neuen Moon Knight-Serie von Jeff Lemire und Greg Smallwood, dessen erste Ausgabe ich hier vorgestellte habe. Außerdem geht es mit Gwen Stacy weiter, auch wenn dieser Band nur zwei Ausgaben ihrer US-Serie beinhaltet und ansonsten mit zwei Annuals aufgefüllt wurde …

MaCoReMix

Moon Knight (2017) Nr. 2: Inkarnationen [August 2017]

Autor: Jeff Lemire, Doug Moench
Zeichner: Francesco Francavilla, Bill Sienkiewicz, Greg Smallwood, James Stokoe, Wolfredo Torres
Format: Softcover
Umfang: 116 Seiten
Inhalt: Moon Knight (2016) 6-9 & Moon Knight (1980) 2
Verlag: Panini Comics
Preis: 14,99 Euro

Noch immer kämpft Moon Knight mit seinen alternativen Egos. Wer ist er nun wirklich? Der Produzent Stephen Grant, der Taxifahrer Jake Lockley oder doch Marc Spector der im All gegen Weltraum-Werwölfe kämpft? Und welche Rolle spielt Konshu in diesem ganzen Durcheinander? Fragen, auf die er noch keine Antworten hat, aber den Willen diese zu bekommen. Und wenn er dafür bis zu Konshu gehen muss …

Jeff Lemire demontiert die einstige Batman-Kopie weiter. Okay, Batman-Kopie ist etwas hart, aber es ist kein Geheimnis, wer für Moon Knight Pate stand, und es gab Zeiten, da war Moon Knight, zumindest für mich, um einiges interessanter, als der Mitternachtsdetektiv. Und genau so einen Zeitpunkt haben wir jetzt mit Lemires Moon Knight wieder, wobei Snyders Batman schon echt stark ist. Aber nun zurück zu Moon Knight. Dass es Moon Knight mit seinem vielen Identitäten schon immer nicht so einfach hatte, wurde bisher eher am Rande beiläufig angemerkt, aber nie so richtig thematisiert. Bereits im ersten Band hat Lemire daher versucht dies in den Mittelpunkt zu stellen und nun wird der Kampf der jeweiligen Persönlichkeiten ausgebaut. Moon Knight nimmt den Wechsel zwischen seinen Alter Egos stärker war, erkennt diese auch als eigenständige Persönlichkeiten an und ist dennoch verwirrt. Die innere Zerrissenheit, die Unsicherheit über seine Existenz und dessen, was wahr sein könnte, oder eben doch nicht ist.
Besonders gut wird dies durch die verschiedenen Zeichner dargestellt. Jedes Alter Ego hat seinen eigenen Zeichner, und der um die Vorherrschaft kämpfende Moon Knight hat ebenfalls seinen eigenen Zeichner. Dadurch sind insgesamt vier Künstler an diesem Band beteiligt, wenn man einmal den Klassiker aus dem Jahre 1980 von Doug Moench und Bill Sienkiewicz außen vorlässt, was aber dennoch nicht dazu führt, dass es unübersichtlich wird. Im Gegenteil, da man bereits am Zeichner erkennt, welches Ego gerade die „Hauptrolle“ spielt. Und so ist jeder der Stile für sich einzigartig und gemeinsam bilden sie dennoch eine gute Symbiose. Die kontrastreichen und von starken Linien geprägten Bilder von Francesco Francavilla stehen den filigranen, detailreichen und mit dünnen Linien gezeichneten Bildern von James Stokoe in nichts nach. Dem gegenüber stehen dann wieder die sehr sauberen Zeichnungen von Wilfredo Torres und die eher skizzenhaften, aber sehr stimmungsvollen Bilder von Greg Smallwood. Eine wirklich sehr gelungene Auswahl an Zeichnern, die der Story nur zugutekommt.

Band Zwei steht dem ersten in nichts nach und legt nach meinem Empfinden sogar noch um einiges zu. Der indirekte Kampf zwischen den Figuren, bis weit über die Hälfte des Bandes ist dabei zu keiner Zeit langweilig, und auch der enthaltene Klassiker liefert einen interessanten Einblick in die Grundlagen diverser Beziehungen.

Spider-Gwen Nr. 4: Kingpin [Januar 2018]

Autor: Jason Latour, Tom Taylor
Zeichner: Chris Brunner, Veronica Fish, James Harren, Jason Latour, Emi Lenox, Olivia Margraf, Annpaola Martello, Robbi Rodriguez, Javier Rodriguez, Marcio Takara, Chris Visions, Michael Walsh
Format: Softcover
Umfang: 116 Seiten
Inhalt: Spider-Gwen (2015 [II]) 14-15, Spider-Gwen Annual (2016) 1 & All-New Wolverine Annual (2016) 1
Verlag: Panini Comics
Preis: 14,99 Euro

Gwens Vater sitzt im Gefängnis, ihre Kräfte sind weg und sie kann nur noch als Spider-Woman aktiv werden, wenn sie eine ihrer jetzt schon stark begrenzten leistungssteigernden Ampullen nutzt, die ihre Kräfte aus irgendeinem Grund wieder freisetzen. Doch da taucht plötzlich Matt Murdock auf, der im Auftrag des Kingpin nicht nur die Verteidigung von Gwens Vater übernimmt, sondern auch noch mit einer weiteren Überraschung aufwartet …
Das alleine ist aber noch lange nicht alles. So richtig merkwürdig wird es erst, als auch noch She Hulk, Captain America, der Beobachter, Spider-Woman Jessica Drew, Silk und die neue Wolverine Laura Kinney auftauchen. Langweilig kann es so auf jeden Fall nicht werden …

Wenn man es genau nimmt, enthält dieser Band nur zwei Kapitel aus Spider-Gwens eigener Serie, plus ein Annual aus Spider-Gwen und eines aus All-New Wolverine. Dennoch passt alles thematisch sehr gut zusammen und die beiden Annuals sind nette Abwechslungen zu dem doch eher düsteren Ton der Hauptserie, der gerade jetzt vorherrscht. Die einst so lustige, wenn auch vom Leben gebeutelte, Gwen Stacy entwickelt sich zunehmen zu einer weiblichen Version des 616er Peter Parkers, was leider nur noch bedingt lesbar ist. Nun ist es aber bei Weitem nicht so, dass die Geschichten langweilig wären, sondern eher der Fall, dass Gwen hier nicht mehr als Figur charakterlich funktioniert. Von daher bin ich gespannt, wie sich die Serie selbst weiterentwickelt und war erfreut, dass die Annuals einen anderen Weg gingen und wieder etwas Freude und manchmal etwas subtileren Humor einflechten liessen, wenngleich der Holzhammerhumor vergangener Ausgaben nicht unbeachtet geblieben ist.
Spider-Gwen war optisch schon immer etwas anders. Nicht nur der Stil und die Farbgebung haben dies oft genug mehr als deutlich gemacht. Auch die Panelanordnung, dass gesamte Storytelling sagte: „Ich bin frisch und anders“ und genau dies setzt sich in diesem Band, besonders im Spider-Gwen Annual fort. Optisch sehr abwechslungsreich und dennoch ansprechend, präsentieren sich hier viele Kurzgeschichten mit sehr viel eigenem Charme. Vollkommen anders sieht es wieder mit dem Wolverine Annual aus, dass optisch eher gediegen und gewohnt daherkommt. Zwar sind die Zeichnungen technisch sauber und sehen auch gut aus, allerdings könnte ich nicht einmal wirklich sagen, wer der Zeichner ist, da es zu austauschbar wirkt.

Dieser Band hinterlässt gemischte Gefühle. Zum einen ist Gwens Verhalten ein wenig nervig, weil dieses Weinerliche so überhaupt nicht zu ihr passt, andererseits sind da die sehr unterhaltsamen Annuals, die wirklich viel Spaß machen. Ich warte einfach mal den nächsten Band ab, der übrigens auch die letzte deutsche Veröffentlichung darstellt, bevor Panini die Spinnenlady in Deutschland auf Eis gelegt hat.

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