Gratis Comic Tag 2019-Review (9): Der Krieg der Knirpse

Seit einigen Jahren hat der Stuttgarter Panini Verlag neben den bereits seit Ende der Neunziger Jahre etablierten Superheldencomics auch eine Sparte für Alben und Material, welches nicht in die sonst üblichen Sparten passte. Man sicherte sich einige namhafte Lizenzen und begann mit Wieder- und auch Neuveröffentlichungen. Neben Serien wie „Tex“, „Karl, der Wikinger“, „Trigan“, „Mark Brandis“ oder auch „Tag X“, gehörte „Der Krieg der Knirpse“ mit zu den frühen Veröffentlichungen im neuen Segment. Bisher sind fünf Alben erschienen, die sich den Erlebnissen der Lulus im ersten Weltkrieg widmen …

Der Krieg der Knirpse: 1914 – Das Haus der Findelkinder [Mai 2019]

Autor: Régis Hautière
Zeichner: Hardoc
Format: Heft
Umfang: 68 Seiten
Inhalt: La guerre des Lulus (tome 1): 1914 – La maison des enfants trouvés
Verlag: Panini Comics
Preis: 0,00 Euro

Wir schreiben das Jahr 1914, Sommer. Einer der letzten Lehrer einer Abtei, die auch als Waisenhaus fungiert wird zum Krieg einberufen. Zurück bleiben nicht nur der Abt und zwei Helfer, sowie zahlreiche Kinder, sondern auch die Lulus. Die Lulus sind vier Jungs, namentlich Lucas, Lucien, Luigi und Ludwig, alle unterschiedlichen Alters, die aber weder verwandt sind, aber dennoch unzertrennlich. Immer wieder schleichen sie sich in den nahegelegenen Wald, um dort an einem Baumhaus zu werkeln. Doch eines Tages wird die Abtei evakuiert, während die Jungs im Wald sind. Und so bleiben die Lulus alleine zurück, nur um sich kurz darauf hinter den immer weiter vorrückenden feindlichen Linien wiederzufinden …

Kriegserzählungen gibt es bereits so viele weltweit, fast schon so viele, wie Sand am Meer. Doch meist sind es Geschichten, Nacherzählungen oder Augenzeugenberichte des Zweiten Weltkriegs. Sich er gibt es auch einige, die sich dem Ersten Weltkrieg widmen, doch im Vergleich sind es verhältnismäßig wenige. Daher kommt diese Serie, welche sich auch noch Kindern während dieser Zeit widmet, ganz gelegen und erfrischend daher. Auch wenn man ganz ehrlich nichts wirklich Neues erwarten darf, stellt dieses „Familiendrama“ auf seine Art wieder etwas Besonderes dar. Denn auch wenn die Kids selbst keinerlei biologische Familienbande verbindet, entwickelt sich schnell etwas Familiäres daraus. Die unterschiedlichen Altersgruppen und im Verlauf hinzukommende Figuren erhöhen diesen Faktor deutlich. So wenig wie die Geschichte selbst neu ist, überraschen die Zeichnungen kaum. Sie sind sehr schön gezeichnet, die Umgebung sehr detailliert und realitätsnah, die Figuren hingegen ein wenig karikaturistisch angelegt. Doch auch hier macht es vor allem die Mischung aus. Zeichner Hardoc bedient sich zwar bei der Visualisierung seiner Figuren vieler Klischees, macht dies aber ohne zu übertreiben, oder das es langweilig wird. Kriegsbedingte Kämpfe, blutige Schlachten und ähnliches sucht man hier dennoch vergebens. Der Krieg ist zwar allgegenwärtig, wird aber kaum bildlich dargestellt.

Bisher hatte ich mich ehrlich gesagt ein wenig gesträubt, der Serie eine Chance zu geben. Zu groß meine Vorurteile, dass es sich wieder nur um eine Kriegsgeschichte handelt, bei der die Kinder als Mittel zum Zweck dienen, um die Greueltaten noch unmenschlicher erscheinen zu lassen. Umso überraschter war ich aber, als ich merkte, dass der Krieg zwar eine immerwährende Bedrohung darstellt, die Kids aber dennoch ihre Freude und Lebensmut bisher nicht verloren haben. Die Hoffnung in den Wirren des Krieges, von Kindern die alleine zurückgelassen wurden und dennoch weiterkämpfen und neue Freundschaften schließen.

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