Schönheit – Limitierte Vorzugsausgabe [Reprodukt, Oktober 2013]

Dominik_AVASchönheit ist die Überraschung für mich schlechthin. Dieser Band hat mich von der ersten bis zur letzten Seite zutiefst gefesselt. Ich konnte durchgehend in eine fabelhafte Welt hinein tauchen. Ich bin schlicht und ergreifend beeindruckt von diesem Band. Bereits im Vorwort kann ich diesen Band jedem Comic Fan uneingeschränkt empfehlen.

Schönheit - Limitierte Vorzugsausgabe mit nummerierten DruckSchönheit – Limitierte Vorzugsausgabe mit nummerierten Druck

Beginnen möchte ich mit der sehr schönen Aufmachung dieses Bandes. Hier hat der Verlag Reprodukt absolut nichts falsch gemacht. Auf 152 Seiten im schicken Hardcover Format (Maße:  20,5 x 28 cm.) kommt dieser Band daher. Die Vorzugsausgabe beinhaltet ein Lesebändchen sowie eine kleine auf 999 limitierte Zeichnung. Der Preis liegt bei stolzen 39.00 Euro. Die reguläre Ausgabe kostet mit 36.00 Euro nur 3.00 Euro weniger. Wobei mir persönlich das Cover der regulären Ausgabe besser gefällt als das der Vorzugsausgabe, aber das ist reine Geschmackssache.

Kerascoët ist für die Zeichnungen verantwortlich, wohingegen Hubert das Szenario entworfen hat und die Farbgebung bestimmt.
Unter dem Pseudonym Kerascoët haben sich Marie Pommepuy und Sébastien Cosset bereits einen Namen gemacht. Kerascoët ist ein Künstlername, benannt nach einem kleinen Ort in der Bretagne.
Hubert studierte Kunst und arbeitet für verschiedene französische Verlage als Kolorist und Szenarist.

Morue alias Schönheit

Morue alias Schönheit

Klappentext:

Schönheit! Oh, wie sehr Morue sich danach sehnt! Und siehe da, eines Tages soll ihr Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen: Eine Fee lässt das unscheinbare Mädchen in den Augen eines jeden Betrachters als strahlende Schönheit erscheinen. Von nun an muss Morue sich der Avancen sämtlicher Männer aus nah und fern erwehren. Auch der junge Ritter Eudes erliegt ihrem Liebreiz. Doch warum sollte man sich mit der Rolle der einfachen Burgherrin bescheiden, wenn man ebenso gut das Herz eines Königs erobern kann?

Wird Morues anbetungswürdige Anmut ihr das so sehnlich erhoffte Leben gewähren? Und um welchen Preis?
Mitreißend und voll rabenschwarzen Humors hinterfragen Hubert und Kerascoët in ihrem opulenten Feenmärchen das allseitige Streben nach Schönheit.

Wie lässt sich der Inhalt dieses Bandes am ehesten umschreiben? Ich denke, das Wort „Zauberhaft“ trifft, es ganz gut. Hubert und Kerascoët schaffen es bereits innerhalb von wenigen Augenblicken, den Leser zu verzaubern. Das mag zum einen an den absolut passenden Zeichnungen liegen. Für eine Fabel oder ein Märchen sind diese Zeichnungen genau richtig. Eine anderweitige Darstellungsart wäre einfach nicht passend. Es sind unfassbar schöne, vor allem harmonische Zeichnungen, die den Leser zum Verweilen einladen. Die Farbgebung ist in sich stimmig und gibt gekonnt die jeweilige Situation der handelnden Charaktere wieder. Besonders hervorzuheben ist, dass dabei alles wie aus einem Guss wirkt. Die Autoren haben sich mit den verschiedenen Märchen der Welt befasst, immer wieder kann der Leser kleine Anspielungen auf uns bekannte Märchen entdecken. So sind kleine Anspielungen durchaus mal im Text oder auch in den Zeichnungen zu finden. Es gibt eine Szene, wo Morue einen Frosch küsst. Natürlich erinnert diese Szene an „Der Froschkönig“. Auch „Aschenputtel“ oder Dornröschen“ fallen mir spontan ein.

Meinem Empfinden nach ist dieser Band für keine bestimmte Altersgruppe oder ein bestimmtes Geschlecht gedacht. Ich würde diesen Band jedem wärmstens empfehlen. Das Thema Schönheit betrifft sowohl Frau und Mann, Kind, Jugendliche und Erwachsene. Jeder Leser, der dem Thema Schönheit nicht abgeneigt ist, macht mit diesem Band nichts falsch.

Die Farbgebung ist durchgehend kräftig gehalten. Selbst bei Dunkelheit bekommt der Leser einen strahlenden Eindruck der ausdruckstarken Farben. Das verursacht eine innere Wärme beim Lesen.
Die Zeichnungen sind eher einfach gehalten. So sind die Charaktere zumeist einfach bekleidet und tragen keine aufwendigen Details an ihren Körpern. Diesbezüglich ist die Farbgebung der Kleidung meist auf einen Farbton (weiß, rot, blau …) „reduziert“. Hintergründe sind stets vorhanden und werden ebenso wie die Kleidung teilweise schlicht und „einfach“ dargestellt. Immer mal wieder jedoch bekommt der Leser sehr fein ausgearbeitete Hintergründe zu bestaunen. Diese laden den Leser, in Kombination mit der warmen Farbgebung, zum Verweilen ein. Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, ist die ausgefeilte Mimik der Gesichter. Die Stimmungen der jeweiligen Personen sind sehr gut zu erkennen und werden hervorragend eingefangen.
Zeichnungen und Farben ergeben einen Mix aus dem, wie ich mir ein Märchenabenteuer einfach vorstelle. Es passt von Anfang an Perfekt wie die Faust aufs Auge.

Die Geschichte beginnt in einen kleinem Dorf, in dem Morue aufwächst.
Morue ist sichtlich keine Schönheit, sie hat es in ihrem Dorf sehr schwer.
Morue wird nicht gerade geliebt von den Dorfbewohnern, sie muss harte Arbeit leisten, um den Tag zu überstehen. Die Welt in der Morue lebt unterteilt sich in den Norden und den Süden. Es gibt diesbezüglich das Königreich des Nordens und das Königreich des Südens. Der Glaube an gute Feen ist in der Bevölkerung beständig. Die Feen sind Wesen, denen die Bevölkerung Opfergaben darbringt. Einige Menschen behaupten, die Feen können Wünsche erfüllen.

Morue ist Schönheit

Morue ist Schönheit

König Maxence regiert das Königreich im Süden, König Eber das Königreich im Norden.
Eines Tages schafft es Morue zu fliehen und zufälligerweise erfüllt ihr ein Frosch einen Wunsch:
Morue wird zwar weiterhin hässlich bleiben und auch altern, jedoch in den Augen eines jeden anderen wird sie die perfekte Schönheit sein. Es kommt, wie es kommen muss, die Ereignisse überstürzen sich. Morue alias Schönheit findet Zuflucht bei dem Ritter Eudes in seiner Burg. Das Leben geht weiter, jedoch erfahren auch König Maxence und König Eber von der Schönheit bei Eudes. Es dauert nicht mehr lange und ein Krieg zwischen den beiden Königreichen beginnt. Das Chaos rund um Schönheit scheint ihren Lauf zu nehmen. Als wäre das noch nicht genug, haben auch die Feen ihre Finger mit im Spiel …

Was mir durchgehend gefallen hat, ist dass Morue mal als die Schönheit und mal als Morue dargestellt wird. Da es sich um ein und dieselbe Person handelt, mag dies durchaus etwas schwierig sein, aber Hubert und Kerascoët haben dies hervorragend gemeistert. Der Band enthält insgesamt drei Teile:

1 – Erfüllte Wünsche
2 – Die wankelmütige Königin
3 – Einfache Sterbliche

Meinem Empfinden nach haben die jeweiligen Teile einen unterschiedlichen Erzählrhythmus.
Ich habe dies jedoch als überhaupt nicht störend empfunden, ganz im Gegenteil.

Während der Leser den Eindruck bekommt, dass sich der Teil „Erfüllte Wünsche“ recht viel Zeit für die Entwicklung der Handlung und der Charaktere nimmt, so wirkt der zweite Teil „Die wankelmütige Königin“ vielleicht ein wenig überstürzt. Das mag aber auch durchaus daran liegen, dass sich die Ereignisse überstürzen. Erst zum Ende hin nimmt sich der Band wieder die Ruhe des ersten Teils an. Das hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Spannung dieses Bandes. Spannend ist der Band vom Anfang bis zum Schluss. Gerade zum Schluss will man es noch mal Wissen und der Leser atmet erleichtert auf, wenn er den Band dann beiseitelegt.

Es geht schlicht und ergreifend um das Verlangen nach Schönheit.

Eine seltsame Begegnung im Wald bei Nacht.

Eine seltsame Begegnung im Wald bei Nacht.

Dabei loten Hubert und Kerascoët die jeweiligen Blickwinkel in Bezug auf die Schönheit aus. Das Thema Liebe spielt dementsprechend eine sehr große Rolle. Immer mal wieder kann es vorkommen, dass sich der Leser mit den jeweiligen Handlungen einer Person identifizieren kann. In Schönheit verliebt sich beinahe jeder Mann! Ganz besonders hervorheben möchte ich den „rabenschwarzen“ Humor der Autoren. Dieser spielt mit den Erwartungen und den Vorurteilen der Leser. Zwischenzeitlich scheint es sogar, dass die Wahrnehmung des Lesers überlistet wird. Für den einen riecht man nach Fisch und stinkt. Für den anderen ist dies der Duft des Meeres.
Die Geschichte ist weitaus mehr als nur eine Fabel oder ein Märchen. Sie ist tiefgründig und lotet die guten sowie die schlechten Seiten von purer Schönheit aus. Die Tiefgründigkeit ist dabei jedoch niemals zu philosophisch. Der Band ließt sich durchweg sehr angenehm und ist stets nachvollziehbar und logisch aufgebaut. Dabei machen die Autoren keineswegs vor wahnsinnigen Taten halt. Menschen werden ermordet, vergewaltigt, Inzucht wird betrieben und noch weitaus mehr Gräueltaten erwarten den Leser. Diese sind jedoch keineswegs zu drastisch in Szene gesetzt.
Zu guter Letzt möchte ich einfach noch kurz loswerden: Schönheit liegt im Auge des Betrachters!

Morue hat es nicht leicht...

Morue hat es nicht leicht…

Kaufen, Kaufen Kaufen!

„Schönheit“ – Reguläre Ausgabe

Die reguläre Ausgabe von Schönheit und die limitierte Vorzugsausgabe könnt ihr hier bei Amazon erwerben.

Der Seufzer [Panini Comics, Oktober 2013]

Der Seufzer

Klappentext:

Rose ist eine der drei Töchter eines reichen Kaufmanns, der seinen Mädchen von jeder Reise in ferne Länder die schönsten Geschenke mitbringt. Eines Tages bittet Rose ihren Vater um Samen von blauen Bohnen, doch es gelingt ihm nicht, auch nur einen für seine Tochter zu finden. Sie seufzt vor Enttäuschung, was Oh den Seufzer herbeiruft, ein rätselhaftes Wesen, das dem Kaufmann die ersehnten Samen bringt. Aber jede Schuld fordert irgendwann ihre Bezahlung und jedes Geschenk hat seinen Preis, und so kehrt Oh der Seufzer ein Jahr später zum Haus des Kaufmanns zurück, um dessen Tochter mitzunehmen – in weite Ferne, zu einem geheimnisvollen Palast, von dessen Existenz niemand weiß.

Dieses „Buch“ ist geschrieben und illustriert von Marjane Satrapi, der Autorin der preisgekrönten Graphic Novel Persepolis.

Oh der Seufzer

Oh der Seufzer

Persepolis hat mich damals beim ersten lesen fasziniert. Persepolis war eine dieser Graphic Novels, die mich richtig umgehauen haben! Weitere Werke von Marjane Satrapi habe ich bisher noch nicht gelesen. Umso gespannter war ich nun auf „Der Seufzer“. Für runde 10 Euro ist der Band auch nicht zu teuer, die Aufmachung ist angemessen. Im schicken Hardcover Format ( Maße: 15,8 x 21,1 cm) stimmt das Cover den Leser auf die morgenländische Fabelwelt ein. Was ich zuvor nicht wusste war, dass dieser Band eigentlich nichts mit einem Comic oder einer Graphic Novel zu tun hat. Es ist ganz einfach eine illustrierte Geschichte, mehr nicht. Dieser Umstand hat mich zu Beginn etwas enttäuscht, ich hatte irgendwie was anderes erwartet. Nun, vielleicht hilft es ja sich beim nächsten mal vorher zu informieren. Was nicht heißen soll das die Geschichte schlecht ist, keineswegs, aber meine Erwartungen waren eigentlich eher ein Comic bzw. eine Graphic Novel. Nun, der Leser bekommt auf rund 56 Seiten eine Geschichte zum lesen, die mich irgendwie an Schneewittchen oder gar Aladin erinnert. Ich kann gar nicht so genau sagen wieso.

An sich ist „Der Seufzer“ ein ganz klassisches Märchen. Junge Leser und Erwachsene Leser dürften zugleich ihre Freude daran finden. Der Text wird beinahe auf jeder Seite von klassischen Wachszeichnungen schlicht und einfach illustriert. Einige Illustrationen sind ganzseitig, einige kleinere auch auf einer Seite. Die Farben wirken stets bunt und kräftig. Passend zu der Geschichte können diese Illustrationen die Emotionen der Protagonisten gut ausdrücken. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich jemand ärgert, aufregt, verliebt ist, weint oder lacht. Dadurch fällt es dem Leser leichter, sich ein Bild von der Geschichte zu machen und emotional mitzuerleben.

Geschichtlich gesehen ähnelt dieser Band dem klassischen Märchenaufbau.
Durchgehend spannend und interessant ist der Band. Es geschieht reichlich auf diesen begrenzten Seiten.
Die Geschichte hält dem Leser vor Augen, wie zerbrechlich unsere heile Welt doch sein kann. Von einem Tag auf den anderen kann sich das Leben verändern. Wie eine Parabel lässt diese Geschichte keine Facette des Lebens aus. Liebe Hass, Wut und Trauer, Grausamkeiten gemischt mit Betrug.

Ist es Liebe...

Ist es Liebe…

Dominik_AVAFAZIT:

Ich muss wirklich sagen, mir hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn meine vorherigen Erwartungen nicht erfüllt werden konnten, dennoch ist dieses kleine illustrierte Buch ein kurzweiliger Zeitvertreib. Es ist relativ schnell ausgelesen und anders wie Persepolis, wirkt es auch nicht weiter nach im Kopf.
Ich würde jedem interessierten dazu raten, kurz einmal reinzuschauen bevor ihr es euch kaufen mögt.
Von einem großen Hit ist dieser Band allerdings meilenweit entfernt.

Dieses „Buch“ kann man bei Amazon oder in jeder gut sortierten Buchhandlung erwerben.

Copyright der verwendeten Bilder © 2013 Panini Comics