Marvel Must Have: Silver Surfer – Parabel [Panini Comics, Februar 2023]

Die größte Bedrohung der Erde, abgesehen von der Menschheit selbst, hat Kurs auf den blauen Planeten genommen. Galactus, der Weltenverschlinger erscheint, doch statt die Erde einfach zu vernichten, beginnen einige Menschen ihn ähnlich einem Gott zu verehren. Und so versucht Galactus, die Menschheit von innen heraus zu vernichten. Jetzt liegt die Hoffnung letzte Rettung in den Händen eines Mannes, der eigentlich nie mehr kämpfen wollte. Der sich auf die Erde zurückzog, um sein Leben als Ausgestoßener am Rande der Menschheit zu leben. Norrin Radd, der Silver Surfer!
Aber wie kämpft ein Pazifist, gegen ein Monster, dessen Macht größer ist, als das Universum selbst? Wie kann ein einziges Individuum, eine ganze Rasse vor ihrem Untergang retten? Welche Chance hat die Erde und die Menschheit, unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch?

Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass „Silver Surfer – Parabel“ all die Jahre an mir vorbeigegangen ist, obwohl ich eigentlich auch ein großer Fan des Silbernen Beschützers bin. Daher stellt dieses eine Erstsichtung dar und deshalb kann es von meiner Seite aus diesmal keine Rosa Nostalgiebrille geben, was einem bei Klassikern oder älteren Dingen gerne vorgeworfen wird. Dementsprechend bin ich bei diesem Band vollkommen unvoreingenommen, weil sowohl Stan Lee, als auch Jean Giraud in meinem persönlichen Empfinden gutes, als auch schlechteres im Laufe ihrer Karriere geschaffen haben.
Zur Handlung kann ich nur eines sagen: GENIAL! Selten habe ich einen Comic gelesen, der auch heute noch so eine Aktualität aufwarten kann, und das, obwohl er bereits über 35 Jahre als ist. Die Art und Weise, wie Stan Lee dem Leser hier als Teil der menschlichen Rasse den Spiegel vorhält, vor allem im Bezug auf die Möglichkeiten, wie schnell Menschen sich manipulieren und in eine gewisse Richtung lenken lassen, obwohl sie eigentlich immer die Freiheit und freie Entscheidungswahl fordern. Stattdessen suchen „wir Menschen“ immer wieder andere als Leitbild aus, denen wir dann fast schon bedingungslos, Lemming gleich, folgen, ohne nachzudenken. Die von allen Menschen immer geforderte Freiheit und Eigenständigkeit verkommt so zu einem Paradoxon, da die Menschheit offenbar nur dann zufrieden ist, wenn sie selbst nicht nachdenken muss.
Ähnlich genial sind die Zeichnungen, die Moebius hier aufs Papier gezaubert hat. Zuerst ist der Stil ein wenig ungewöhnlich, vor allem wenn man bedenkt, dass der Surfer eigentlich ein Standard-US-Comicsuperheld ist. Gerade im Vergleich mit den „normalen“ Zeichnungen der 80er Jahre, ist es fast schon wie ein Stilbruch, oder besser gesagt ein Stilwechsel, da ich dies als durchaus positiv empfinde. Besonders die Widersprüchlichkeit der vielen Details und dennoch großen minimalistischen Flächen, die dann zumeist einfarbig gestaltet wurden.
Wobei die Farbgebung für Moebius nicht leicht war, da dieser Comic im Standard Vierfarb-Druckverfahren amerikanischer Comics hergestellt wurde und Moebius die größere Farbauswahl europäischer Comics gewohnt war. Das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich wohl selten einen besseren Comic gelesen habe, der so viele Stile vereint, nach über 35 Jahren immer noch topaktuell ist und dem Menschen aufzeigt, was man so alles an Möglichkeiten verpasst, wenn man seine Individualität aufgibt und blindlings anderen folgt.
Zusammen mit der Aufmachung als „Marvel Must-Have“, angereichert mit vielen Hintergrundinfos, Extras, uvm. ist dies die aktuell wohl beste erhältliche Version, die als Hardcover für 19 Euro auch optisch einen guten Eindruck macht.

Copyright aller verwendeten Bilder © 1988-2023 Marvel Characters B.V. / Panini Comics

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Der Seufzer [Panini Comics, Oktober 2013]

Der Seufzer

Klappentext:

Rose ist eine der drei Töchter eines reichen Kaufmanns, der seinen Mädchen von jeder Reise in ferne Länder die schönsten Geschenke mitbringt. Eines Tages bittet Rose ihren Vater um Samen von blauen Bohnen, doch es gelingt ihm nicht, auch nur einen für seine Tochter zu finden. Sie seufzt vor Enttäuschung, was Oh den Seufzer herbeiruft, ein rätselhaftes Wesen, das dem Kaufmann die ersehnten Samen bringt. Aber jede Schuld fordert irgendwann ihre Bezahlung und jedes Geschenk hat seinen Preis, und so kehrt Oh der Seufzer ein Jahr später zum Haus des Kaufmanns zurück, um dessen Tochter mitzunehmen – in weite Ferne, zu einem geheimnisvollen Palast, von dessen Existenz niemand weiß.

Dieses „Buch“ ist geschrieben und illustriert von Marjane Satrapi, der Autorin der preisgekrönten Graphic Novel Persepolis.

Oh der Seufzer

Oh der Seufzer

Persepolis hat mich damals beim ersten lesen fasziniert. Persepolis war eine dieser Graphic Novels, die mich richtig umgehauen haben! Weitere Werke von Marjane Satrapi habe ich bisher noch nicht gelesen. Umso gespannter war ich nun auf „Der Seufzer“. Für runde 10 Euro ist der Band auch nicht zu teuer, die Aufmachung ist angemessen. Im schicken Hardcover Format ( Maße: 15,8 x 21,1 cm) stimmt das Cover den Leser auf die morgenländische Fabelwelt ein. Was ich zuvor nicht wusste war, dass dieser Band eigentlich nichts mit einem Comic oder einer Graphic Novel zu tun hat. Es ist ganz einfach eine illustrierte Geschichte, mehr nicht. Dieser Umstand hat mich zu Beginn etwas enttäuscht, ich hatte irgendwie was anderes erwartet. Nun, vielleicht hilft es ja sich beim nächsten mal vorher zu informieren. Was nicht heißen soll das die Geschichte schlecht ist, keineswegs, aber meine Erwartungen waren eigentlich eher ein Comic bzw. eine Graphic Novel. Nun, der Leser bekommt auf rund 56 Seiten eine Geschichte zum lesen, die mich irgendwie an Schneewittchen oder gar Aladin erinnert. Ich kann gar nicht so genau sagen wieso.

An sich ist „Der Seufzer“ ein ganz klassisches Märchen. Junge Leser und Erwachsene Leser dürften zugleich ihre Freude daran finden. Der Text wird beinahe auf jeder Seite von klassischen Wachszeichnungen schlicht und einfach illustriert. Einige Illustrationen sind ganzseitig, einige kleinere auch auf einer Seite. Die Farben wirken stets bunt und kräftig. Passend zu der Geschichte können diese Illustrationen die Emotionen der Protagonisten gut ausdrücken. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich jemand ärgert, aufregt, verliebt ist, weint oder lacht. Dadurch fällt es dem Leser leichter, sich ein Bild von der Geschichte zu machen und emotional mitzuerleben.

Geschichtlich gesehen ähnelt dieser Band dem klassischen Märchenaufbau.
Durchgehend spannend und interessant ist der Band. Es geschieht reichlich auf diesen begrenzten Seiten.
Die Geschichte hält dem Leser vor Augen, wie zerbrechlich unsere heile Welt doch sein kann. Von einem Tag auf den anderen kann sich das Leben verändern. Wie eine Parabel lässt diese Geschichte keine Facette des Lebens aus. Liebe Hass, Wut und Trauer, Grausamkeiten gemischt mit Betrug.

Ist es Liebe...

Ist es Liebe…

Dominik_AVAFAZIT:

Ich muss wirklich sagen, mir hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn meine vorherigen Erwartungen nicht erfüllt werden konnten, dennoch ist dieses kleine illustrierte Buch ein kurzweiliger Zeitvertreib. Es ist relativ schnell ausgelesen und anders wie Persepolis, wirkt es auch nicht weiter nach im Kopf.
Ich würde jedem interessierten dazu raten, kurz einmal reinzuschauen bevor ihr es euch kaufen mögt.
Von einem großen Hit ist dieser Band allerdings meilenweit entfernt.

Dieses „Buch“ kann man bei Amazon oder in jeder gut sortierten Buchhandlung erwerben.

Copyright der verwendeten Bilder © 2013 Panini Comics