Dominiks Private Session (19): China Rundreise im November 2017

Vom 11.11.2017 bis zum 27.11.2017 habe ich an einer Marco Polo Young Line Gruppenreise teilgenommen.
Wir waren 18 Teilnehmer im Alter zwischen ca. 22 und 40 Jahren. Leider habe ich mich etwas zu spät darüber informiert, das die gängigen Internetseiten und viele soziale Netzwerke in China nicht funktionieren, doch Dank WeChat konnte die Kommunikation mit meiner Freundin daheim gehalten werden. Wenn man im November nach China verreisen möchte, stellt sich die Frage, was man alles an Kleidung in den Koffer packt. Im Süden sollte es laut Wettervorhersage beinahe sogar T-Shirt Wetter sein. Im Norden gab es kalte Luft, kalten Wind und nächtliche Minustemperaturen, viel wärmer als um die 15 Grad hatten wir es auf der Reise eigentlich nicht. Entsprechend kalt und windig wurde es bei Ausflügen in die Berge oder auch auf der Chinesischen Mauer. China ist ein sehr großes und vielseitiges Land, welches sich rasant entwickelt. Der Fortschritt in den großen Millionenmetropolen, insbesondere in Shanghai, ist gigantisch.

Allgemeine Informationen über China
Volksrepublik China

Fahne
Auf der Nationalflagge von China befinden sich 1 großer und 4 kleine Sterne auf rotem Grund. Die Farbe Rot steht für den Kommunismus, die Sterne symbolisieren China (Mandschurei, Mongolei, Xinjiang und Tibet). Dabei stehen sie ebenfalls für die kommunistische Partei China, welche das Land führt und leitet. Die kleineren Sterne stehen für die vier Klassen – Arbeiter, Bauern, Kleinbürger und (nationales) wohlhabendes Bürgertum.

Lage:
Im Osten des asiatischen Kontinents liegt China auf der Nordhalbkugel.

Fläche:
China ist ca. 9,6 Millionen km² groß.
Damit ist China fast so groß wie ganz Europa mit 10.180.000 km².

Einwohner:
China hat rund 1,37 Milliarden Einwohner.

Hauptstadt:
Die Hauptstadt von China ist Peking
北京, Pinyin Běijīng
In dieser Stadt leben ca. 22 Millionen Einwohner einschließlich des zur Verwaltung gehörenden Umlands.

Größte Städte (nach Verwaltungseinheit)
Chongqing (30 Millionen), Shanghai (24,5 Millionen), Peking (21,5 Millionen), Chengdu (14,5 Millionen), Guangzhou (12,7 Millionen), Shenzhen (12,5 Millionen), Tianjin (12,3 Millionen), Xi’an (8,7 Millionen),  Dongguan (8,2 Millionen), Nanjing (8,2 Millionen)

Ethnische Zusammensetzung:
In China gibt es ca. 92 % Han-Chinesen sowie 55 weitere offiziell anerkannte „nationale Minderheiten“; u. a. Zhuang: 17 Millionen, Hui: 11 Millionen, Mandschu: 10 Millionen, Uiguren: 10 Millionen, Miao: 9 Millionen, Yi: 9 Millionen

Sprachen:
Die Amtssprache in China ist „Putonghua“, welche auch als „Hochchinesisch“ oder „Mandarin“ bezeichnet wird. Es gibt zahlreiche lokale Dialekte wie z. B. Kantonesisch und Shanghai-Chinesisch, sowie viele weitere Sprachen der ethnischen Minderheiten (z. B. Tibetisch, Uigurisch), welche auch für einheimische Chinesen nicht immer leicht zu verstehen sind.

Verwaltung:
In China gibt es 23 Provinzen (aus Sicht der Volksrepublik China zählt Taiwan auch dazu), 5 autonome Gebiete, 4 regierungsunmittelbare Städte und 2 Sonderverwaltungszonen (Hong Kong und Macao).

Grenzen:
Die Länge aller Grenzen beträgt 22.457 km
Die Länge der chinesischen Küsten: 14.500 km
China grenzt an 14 Staaten: Afghanistan, Buthan, Indien, Kasachstan, Nordkorea, Kirgistan, Laos, Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Russland, Tadschikistan, Vietnam

Flüsse:
Yangtze (6.300 km), Huanghe „Gelber Fluss“ (4.850 km), Zhu Jiang „Perlfluss“ (2.200 km).
Der Yangtze Fluss (Changjiang) ist der längste Fluss in China und ist nach Nil und Amazonas der drittlängste Fluss der Welt.

Gebirge:
Der Mount Everest im Himalaya Gebirge ist mit 8.848 Metern der höchste Berg der Welt. Es gibt in China weitere Hochgebirge mit Gipfeln über 5.000 Metern Höhe.

Religionen:
In China ist der Buddhismus, Daoismus und Christentum verbreitet, die Mehrheit der Menschen in China ist jedoch offiziell konfessionslos.

UNESCO Weltkulturerbe:
In China befinden sich mehr als 50 UNESCO Weltkulturerbe-Stätten, darunter befinden sich Paläste, Tempel, Nationalparks und vieles mehr.

Die Reiseroute

Die Reiseroute

Am 11.11.2017 sind wir am Abend in Frankfurt abgeflogen. Die Flugzeit beträgt rund 9 Stunden nach Peking. In China gibt es offiziell eine Standardzeit, obwohl sich bedingt durch die große Fläche von China 5 Zeitzonen auffinden lassen. Die Zeitverschiebung beträgt 7 Stunden.
Ich habe den Hinflug als recht anstrengend empfunden, konnte ich irgendwie nicht so richtig Schlaf finden im Flugzeug.

Am Flughafen in Peking haben wir erstmals alle Gruppenteilnehmer kennengelernt. Mit dem Bus sind wir dann durch Peking in unsere erste Unterkunft gefahren und haben unser Gepäck in den Zimmern verstaut. Einige Reiseteilnehmer haben erst jetzt ihren Zimmergesellen kennengelernt. Angeschaut haben wir uns den nahe gelegenen Himmelstempel. Der Himmelstempel (ein kaiserlicher Opferaltar) wurde bereits in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Der Komplex ist umgeben von schönen Gartenanlagen und alten Kieferhölzern. Der Himmelstempel dient als Symbol für die Beziehung zwischen Erde und Himmel, zwischen menschlicher und himmlischer Welt. Nach einem gemütlichen Rundgang am Abend in Peking haben wir gemeinsam den Abend bei einem angenehmen Abendessen mit der Gruppe in einer chinesischen Lokalität ausklingen lassen. Der Abend stand zur freien Verfügung und die Reiseteilnehmer sind entsprechend ihren Bedürfnissen vom Hotel aus in Peking unterwegs gewesen.

An der Chinesischen Mauer

An der Chinesischen Mauer

Der nächste Tag in Peking hat durchaus Sonnenschein dabei. Klare Luft, kein Smog, etwas Wolken aber definitiv kein Regen.
Das geplante Programm wurde getauscht, an diesem Tag sind wir zum ersten Highlight der Reise gefahren. Wir haben einen Ausflug zur Chinesischen Mauer gemacht. Rund 90 Minuten Busfahrt, ehe wir Peking verlassen haben und den Weg zur Mauer gefunden haben. Touristen an diesen Tagen finden sich nur wenige. Im November ist bereits keine Reise-Hauptsaison mehr, sodass sich dieses Phänomen (wenig Touristen) immer wieder gezeigt hat. Viele steile Stufen führen die Chinesische Mauer entlang. Abenteuerfeeling und sehr schöne Foto Motive gibt es hier garantiert. Kalt und windig, anstrengend und eine klare Sicht, die Chinesische Mauer ist definitiv ein absolutes China Reise Erlebnis, welches man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte. Zu Mittag haben wir bei einer einheimischen Familie an der Chinesischen Mauer selbstgemachte Maultaschen mit verschiedenen Füllungen gegessen. Nach der Rückfahrt haben wir erneut individuell den Abend ausklingen lassen und die Zeit zum bummeln, shoppen und Bier trinken in Bars verbracht.

Die Verbotene Stadt - ein Blick über Peking

Die Verbotene Stadt – ein Blick über Peking

Am 3. Tag haben wir uns den Platz des himmlischen Friedens angeschaut. Der Platz des himmlischen Friedens wird auch Tian’anmen Platz genannt und wird mit 39,6 ha Fläche als der größte befestigte Platz der Welt bezeichnet. An diesem Tag war das Wetter besonders klar, mir war dennoch sehr kalt. Sehr viele Menschen tummeln sich an diesem Platz. Im Westen steht die Große Halle des Volkes und im Osten das Chinesische Nationalmuseum. Nach dem Tod von Mao Zedongs im Jahr 1976 befindet sich ein gewaltiges Mausoleum auf dem Platz des himmlischen Friedens. Viele einheimische Chinesen besuchen an diesem Ort den konservierten Leichnam Maos.
Vom Platz des himmlischen Friedens sind wir in die Verbotene Stadt gelaufen. Die Verbotene Stadt befindet sich mitten im Zentrum von Peking. In der Verbotenen Stadt (UNESCO Weltkulturerbe) lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser der Dynastien Ming und Qing. Den einfachen Menschen war der Zutritt zu dieser Stadt damals nicht erlaubt.
Es ist sehr beeindruckend, wie die Gebäude der damaligen Zeit ausgesehen haben, wir sind durch die Verbotene Stadt gelaufen und haben uns alles angeschaut, ehe wir einen schönen Panorama Aussichtspunkt hinaufgestiegen sind und dort den Anblick über Peking bewundern konnten. Im direkten Vergleich zu Shanghai ist Peking längst nicht so modern unterwegs …
Peking hat ein ganz eigenes Flair, welches schwierig in Worte zu fassen ist. Der Verkehr ist langsam, stockend und überfüllt auf den Straßen, was bei einer Einwohnerzahl von über 21 Millionen nicht verwundern sollte, wobei in Shanghai der Verkehr für eine Großstadt deutlich entspannter gewesen ist.
Nach der verbotenen Stadt sind wir mit dem Fahrrad durch Peking durch Hutongs – Pekings traditionelle Wohnquartiere gefahren. Wir haben an einer sehr schönen chinesischen Tee Zeremonie teilgenommen. Selbstverständlich konnte ich es nicht lassen mir Tee zu kaufen, auch wenn dieser etwas teuer schien. Hoffentlich stimmt hier die Qualität. Neben Freizeit in Peking und einem gemütlichen Abendessen haben wir den Tag ausklingen lassen. An einem der Abende gab es noch die Möglichkeit, sich im Red Theatre Beijing eine Kung Fu Show anzusehen. Zum Verständnis der Story wurde englische Sprache genutzt. Ein kleiner Junge verlässt seine Mutter um Kung Fu Mönch zu werden. Schöne Musik, eine ausgeklügelte visuelle Technik und eine interessante Darbietung der Tänzer und Akteure versprechen einen durchaus schönen Abend für umgerechnet 40 Euro!

Mit dem Fahrrad durch Peking

Mit dem Fahrrad durch Peking

Am Tag darauf sind wir mit dem ICE in vier Stunden von Peking nach Pingyao gereist. Wir haben die Hauptstadt Peking verlassen. Eine kleinere Stadt, gefühlt auf dem Land, erwartet uns. In Pingyao wohnen rund 42.000 Einwohner. Im Stadtkern befindet sich ein mingzeitliches Stadtbild, welches im Jahre 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.
In diesem Stadtkern hatten wir unsere gemütliche und auf der Reise einmalige Unterkunft. Ein Spaziergang auf der Stadtmauer, schlendern durch die engen Gassen oder einfach nur die Zeit ein wenig vergessen und den Trubel der Hauptstadt Peking hinter sich lassen. Hochhäuser sieht man hier auf Anhieb erstmal nicht. Das chinesische Flair der damaligen Zeit kann hier getrost auf den Besucher einwirken.
Viele chinesische Touristen machen ebenfalls hier in Pingyao Urlaub, und da wir nicht in der Hauptsaison unterwegs gewesen sind, blieben viele weitere Touristen aus aller Welt uns Fern.

Unterwegs in der Altstadt Pingyao

Unterwegs in der Altstadt Pingyao

Am nächsten Tag sind wir erneut mit dem ICE innerhalb von 2 Stunden nach Xian gefahren. Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben SMOG sehr deutlich zu spüren bekommen. In Xian sind wir mit dem Fahrrad auf der Stadtmauer einmal umhergefahren. Es gab Tandem Fahrräder und normale Fahrräder. Dabei haben wir immer wieder angehalten und schöne Fotos gemacht. Die Stadtmauer ist rund 14 Kilometer lang.  Xian ist in der damaligen Zeit der Ausgangspunkt der Seidenstraße gewesen. Was hat es mit dem Trommelturm und dem Glockenturm auf sich? In früheren Zeiten wurde am Abend durch den Trommelschlag das Hochziehen der Zugbrücken an den Eingangstoren der Stadtmauer veranlasst. Durch den Schlag auf den Glockenturm wurde damals am Morgen verkündet, dass sich die Stadttore wieder öffnen.
In Xian gibt es auch am Abend schöne Möglichkeiten das Nachtleben zu erkunden. So gibt es dort durchaus einige Straßen mit Bars, Kneipen, live Musik und Cafes. Die Stadtmauer und viele kleine Gebäude sind in der Nacht hell erleuchtet, was für schöne Fotomotive sorgt.

Smog in Xian

Smog in Xian

Der nächste Tag hat uns zur weltberühmten Terrakotta-Armee geführt. Dort hatten wir ausgiebig Zeit, uns die vielleicht größte archäologische Entdeckung des letzten Jahrhunderts anzuschauen.
Es ist immer noch nicht alles freigelegt und entdeckt worden. Ich bin sehr froh gewesen, mir einmal das Original anzuschauen. Dennoch habe ich leider nicht diesen sensationellen WOW Effekt gespürt, wie ich es mir eigentlich erhofft hätte.. Wenn man aber schon mal in China ist, sollte man sich die Terrakotta-Armee jedoch nicht entgehen lassen. Sie ist definitiv sehenswert! Der Bau dieser gewaltigen Anlage begann damals unmittelbar nach der Krönung Qín Shǐhuángdì zum Kaiser. Mehr als 70.000 Arbeiter sollen an dieser gewaltigen Anlage mitgeholfen haben. In dieser Anlage befinden sich geschätzte 8000 Krieger. Derzeit sind jedoch erst rund 2000 Krieger restauriert worden. Das Grab bot eine Wohnstätte für die Seele von Qín Shǐhuángdì. Scheinbar strebte er danach, alles was er zu Lebzeiten besaß, auch nach seinem Tod bei sich zu haben. Vermutlich ließ er deshalb eine mit vielen Grabbeigaben gefüllte Totenstadt als sein unterirdisches Reich erbauen. Die Terrakotta-Armee bewacht die Ruhestätte und sollte auf magische Weise das Reich vor bösen Mächten des Jenseits schützen. Der Besucher hat die Möglichkeit, sich mehrere Hallen dieser gewaltigen Armee anzuschauen.
Am Abend zurück in Xian, haben wir den Abend im muslimischen Viertel ausklingen lassen und sind dort in kleinen Gassen umher gelaufen. Dabei haben wir das bunte Treiben der Einheimischen dort, sowie die vielen Verkaufsstände und Essensstände uns angeschaut. Gemeinsam haben wir mit unserem Reiseleiter später einen sehr schönen Abend verbracht – wir haben mongolischen Feuertopf gegessen.
In Xian ist die Luftverschmutzung sehr hoch, was wir definitiv im Sinne von SMOG für unseren kurzen Aufenthalt in dieser Stadt spüren konnten.

Besichtigung der Terrakotta-Armee

Besichtigung der Terrakotta-Armee

Am Samstag sind wir am Mittag mit China Eastern Airlines weiter nach Shanghai geflogen, sodass wir nach der Ankunft in Shanghai umgehend einen kleinen Bummel über den kolonialen Flussboulevard am Bund machen konnten. Das Hotel in Shanghai war sehr gut, die Stadt pulsiert. Shanghai ist eine Stadt für sich. Dieses Großstadtfeeling muss man einfach mal erlebt haben. Gigantisch und geheimnisvoll zugleich zeigt sich Shanghai dem Besucher. So weltoffen, luxuriös und prunkvoll zeigt sich China nur in Shanghai. Herzlich willkommen in der Moderne. Hier vermischen sich Historie und Hightech, chinesischer und westlicher Lifestyle bieten eine erstaunliche Mischung. Am Bund steht der Shanghai Tower (Endhöhe von 632 Meter), welches das zweitgrößte Gebäude der Welt ist.
Die Kulisse hat mich richtig beeindruckt. Die Aussicht auf die Stadt ist atemberaubend. Am Abend haben wir noch eine Busrundfahrt durch Shanghai gemacht und uns ein sehr schön beleuchtetes Viertel angeschaut.

Skyline von Shanghai

Skyline von Shanghai

In Shanghai hatten wir jeweils auch Freizeit für uns. So haben wir die Tage auch durchaus allein verbringen können.
Wir haben uns Shanghai im Stadtplanungsmuseum angeschaut, ein dreidimensionaler Stadtplan zeigt auf, wie es in Zukunft mit Shanghai weitergehen könnte.
Wir sind jeweils viel durch die Straßen gebummelt, waren in Einkaufsläden unterwegs, staunten über den Verkehr, welcher für eine Großstadt sehr ordentlich verläuft und haben die U-Bahn genutzt oder sind in der ein oder anderen Bar versunken.
Bummeln in der Altstadt, im französischen Viertel oder Stadtgarten, den Teilnehmern der Reise standen alle Möglichkeiten offen, den Tag individuell zu gestalten.
An einem Tag sind wir früh aufgestanden und mit dem Fahrrad durch Shanghai gefahren. Frühstück so, wie die Einheimischen auch frühstücken. Wir haben uns verschiedene Stadtteile angeschaut, sind auf einem Tiermarkt gewesen und insgesamt rund fünf Stunden mit dem Fahrrad gefahren. Gegen Abend sind wir dann mit dem Transrapid (Magnetschwebebahn) zum Flughafen gefahren. 30 Kilometer lang, und eine maximale Geschwindigkeit zum Flughafen von 431 km/h sind atemberaubend. Die Fahrt beträgt rund 7 Minuten bis zum Flughafen.
Mit Shanghai Airlines sind wir dann in die Bergwelt von China geflogen.

Ein beleuchtetes Viertel in Shanghai

Ein beleuchtetes Viertel in Shanghai

In Zhangijajie lässt der Blick aus dem Zimmerfenster keinen Zweifel: Der „grüne“ Teil der Reise hat begonnen. Mitten in der subtropischen Provinz Hunan sind wir angekommen, direkt am Eingang zum Zhangjiajie-Nationalpark. Zhangijajie wirkt wie ein „touristisches“ Ski-Partygebiet. Auf der einen Seite des Flusses die einheimischen Wohngegenden und auf der anderen Seite des Flusses die „Party“ und Barviertel.
Hier gibt es teures Bier, live Musik und eine Straße zum Einkaufen und bummeln. Am Abend ist die touristische Gegend hell erleuchtet und lädt zum Ausgehen ein.
Dann sind wir aufgebrochen in den Zhangjiajie-Nationalpark. Selbst die Natur wartet mit Superlativen auf, hier in diesem Nationalpark gibt es über 200 Gipfel die spitz und schroff aussehen. Kommen euch diese Felsnadeln irgendwie bekannt vor fragt uns der Reiseleiter? Die Chinesen sind sich sicher, dieser Ort und ihre beeindruckende Landschaft ist Vorbild für David Camerons Fantasieplaneten Pandora in Avatar gewesen. Interessanterweise gibt es an diesem Ort einen Aufzug, der die Besucher nicht die vielen Stufen hinauf auf den Bergpfad gehen lässt, sondern in spektakulärer Weise hinauffahrt. Das interessante daran ist, dass die Besucher im Aufzug vorerst auf eine Wand starren, ehe sich plötzlich wie aus heiterem Himmel eine erstaunliche Kulisse vor den Augen ausbreitet. Hier ist definitiv ein WOW-Effekt garantiert. Es ist schon cool gemacht, wie der Aufzug an dem Berg entlang hinauffahrt. Der Besucher hat, oben angekommen, ausgiebig Zeit den Rundweg zu wandern. An einigen Stellen auf diesem Weg besuchen einen auch wilde Affen. Mit der Seilbahn und zu Fuß erkunden wir die riesige Landschaft. Wie es im Zhangijajie-Nationalpark aussieht, zeigt dieses kurze Youtube Video sehr gut.

Am 12. Tag sind wir rauf auf den Tianmen-Berg. Mit der längsten Seilbahn der Welt geht es dort hoch hinauf auf die Spitzen der Berge. Die Fahrt mit der Seilbahn dauert ungefähr 30 Minuten. Rund 7 Kilometer fährt die Seilbahn, der letzte Part neigt sich dabei sehr steil den Bergen entgegen. Später sind wir mit dem Bus die gut 99 Kurvenstrecke hinab gefahren. Oben angekommen folgt der Klippenweg hoch über dem Abgrund entlang an den steilen Abhängen der Berge. Fantastische Aussichten entlohnen den Besucher des Tianmen-Berg. Ein Teil des Klippenwegs ist allerdings auf einer Länge von rund 60 Meter gläsern. Ob das unheimlich oder beängstigend sein mag, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Damit der Glasweg nicht zerkratzt, bekommt jeder Besucher einmalig Schlappen über die Schuhe gestülpt.
Wir sind an diesem Berg ausgiebig entlang gewandert und haben uns leider nicht mehr die ca. 100 Kilometer entfernte längste Glasbrücke der Welt angeschaut. Ich war anfangs etwas enttäuscht, dass wir die längste gläserne Brücke der Welt uns nicht angeschaut haben, aber der Tianmen-Berg mit seiner grandiosen Aussicht und dem gläsernen Pfad ist einfach atemberaubend.  Ein Teil des Rückwegs sind wir sogar mit Rolltreppen gefahren. Gefühlt 5 oder 6 lange Rolltreppen durch den Berg hinab, ehe wir noch knapp 900 kleine Stufen zu Fuß einen weiteren Berg hinabgestiegen sind und dann in den Bus steigen konnten, um die 99 Kurvenstrecke zurück zum Ausgangspunkt zu fahren.
Wie der Klippenweg aussieht an dem wir entlanggelaufen sind, zeigt folgendes kurzes Youtube Video.

Am Donnerstag sind wir mit dem Bus in die Provinzhauptstadt Changsha und dann mit dem ICE weiter nach Guilin gefahren. Von dort sind wir mit dem Bus weitergefahren nach Yangshuo. Je näher wir unserem Zielort für diesen Tag gekommen sind, desto zahlreicher wurden die berühmten Kegelkarstberge. Landschaftlich wunderschön anzusehen liegt die kleine Stadt Yangshuo ( hier dürfen aktuell keine Wolkenkratzer gebaut werden) am Li-Fluss. In dieser Stadt kann man sehr schön bummeln und shoppen. Hier machen ebenfalls sehr viele chinesische Touristen Urlaub. Wie im Märchen ist die Stadt umringt von Kegelkarstbergen. Bars und Kneipen gibt es ebenfalls genügend, die Gegend ist am Abend sehr schön beleuchtet. Die let zten Tage unserer China Rundreise haben wir an diesem sehr idyllischen Ort verbracht. Nicht weit von unserem Hotel gab es einen Berg mit einer kleinen Aussichtsplattform. Innerhalb von rund 5 Minuten lässt es sich die Stufen hinaufsteigen und oben angekommen hat man einen wundervollen Blick über die Stadt, die Kegelkarstberge bis hin zum Li-Fluss. Diese Aussichtsplattform haben wir erneut in der Nacht besucht und uns dort oben ein paar Bier gegönnt. Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug  mit dem Bambus Boot über den Li-Fluss gemacht. Eine entspannte und gemütliche Fahrt auf dem Wasser, doch leider hat es etwas geregnet. Die letzten Tage in Yangshuo hatten wir an sich viel bewölktes und leicht regnerisches Wetter. Am Nachmittag sind wir dann mit einer kleinen Gruppe zum nahegelegenen Berg am Li-Fluss gefahren und haben uns dort die bewölkte Landschaft mit den Kegelkarstbergen angeschaut.
Der Abend stand uns zur freien Verfügung. Den letzten Tag haben wir eine Wanderung entlang der Stadt und den Kegelkarstbergen auf dem Land gemacht. Auch hier treibt ein Fluss entlang, die Landschaft ist atemberaubend. Entlang der Reisfelder und Berge sind wir gut 24 Kilometer gewandert. Fernab der großen Städte, fernab des Trubels kommt hier ein wenig Ruhe auf. Am Abend habe ich mir dann noch ein weiteres Highlight angeschaut. Für umgerechnet 40 Euro konnte ich mir die ausverkaufte Open-Air-Monumentalshow Liu San Jie mit rund 600 Darstellern auf dem Li-Fluss ansehen. Rund 10.000 Zuschauer fasst die Naturbühne. Eine gute Stunde ging die atemberaubende Show auf dem Wasser. Die Darsteller tragen die traditionelle Kleidung der Zhuang-, Miao- und Yao-Minderheiten in China. Sehr viele Chinesen kommen für diese Show, die Tickets sind scheinbar immer schnell ausverkauft. Die Kulisse wird noch schöner, denn die 12 umliegenden Kegelkarstberge am Fluss werden beleuchtet und spiegeln sich im Wasser.
Das nachfolgende Youtube Video gibt einen kurzen Überblick über diese Show.

Der letzte Tag bricht an. Nach einem gemeinsamen Frühstück fahren wir mit dem Bus zurück nach Guilin. Von dort fahren wir mit dem ICE weiter. Einmal müssen wir sogar umsteigen um dann mit dem Bus weiter von Shenzhen zum Flughafen zu fahren. Am Flughafen angekommen  haben wir uns verabschiedet von unserem Reiseleiter. Der Rückflug hat nicht ganz 13 Stunden gedauert, ehe wir dann früh morgens in Frankfurt in Deutschland angekommen sind. In Frankfurt haben wir uns dann jeweils von allen Reiseteilnehmern verabschiedet und uns auf den Heimweg gemacht.

Eine Wanderung entlang der Kegelkarstberge

Eine Wanderung entlang der Kegelkarstberge

Anmerkung

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Teilnehmern dieser Reise bedanken. Es war eine sehr schöne Zeit für mich, an die ich mich sehr gerne zurückerinnern werde.
Ganz besonderer Dank gilt unserem Reiseführer, der die Reise für mich zu etwas ganz besonderem gemacht hat. China ist ein sehr großes, kulturell vielfältiges Land, welches man definitiv mit nur einer Reise in all seinen Facetten längst noch nicht begreifen kann. Wie sagt unser Reiseführer – ob wir uns wohl wiedersehen werden? JAWOLL! Der nächste Schabernack geht auf meine Kosten 😉

Quellenangabe

Einige Informationen habe ich mir mit Wikipedia zusammengesucht.
Auf den Internetseiten www.feelchina.de und www.chinarundreisen.com habe ich mir ebenfalls einige Informationen für diesen Bericht entnommen.
Die Marco Polo Reiseunterlagen sowie der Marco Polo Reisebuchführer über China waren ebenfalls sehr nützlich.
Alle Rechte liegen ebenfalls bei den jeweiligen Youtube Videos

2 Kommentare zu “Dominiks Private Session (19): China Rundreise im November 2017

  1. Hi Dominik! Dein Reisebericht gefällt mir super, da hast du ja mega viel gesehen. China ist wirklich ein schönes Urlaubsland. Wie du weißt, war ich ja auch schon dort. Ich habe nur genau die andere Seite des Landes erkundet, den Süden/Südosten. 🙂
    Liebe Grüße, Alex

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.