Dark (Staffel 1) [Netflix, Dezember 2017]

Ja, es gibt Dinge, die einen so überraschen, dass es einem fast den Atem verschlägt. Dinge, die so unverhofft kommen und einen dann so dermaßen faszinieren, dass man es unbedingt mit anderen teilen möchte. So verhält es sich für mich derzeit mit der neuen Netflix-Serie „Dark“. Wer jetzt sagt, dass Netflix viele gute Eigenproduktionen im Sortiment hat, dem muss ich zustimmen. Doch „Dark“ ist dennoch etwas Besonderes, weil die Serie nämlich aus Deutschland stammt, und so überhaupt nicht typisch ist für die deutsche Film/Serien-Produktionslandschaft …

Dark

Titel: Dark
Idee:
Baran bo Odar, Jantje Friese
Regie:
Baran bo Odar
Drehbuch:
Jantje Friese, Martin Behnke
Darsteller:
Cordelia Wege, Michael Mendl, Anatole Taubman, Hermann Beyer, Peter Schneider, Tom Philipp, Karoline Eichhorn, Stephanie Amarell, Stephan Kampwirth, Gina Alice Stiebitz, Carlotta von Falkenhayn, Vico Mücke, Florian Panzner, Angela Winkler, Anne Ratte-Polle, Lena Urzendowsky, Maja Schöne, Ella Lee, Louis Hofmann, Andreas Pietschmann, Antje Traue, Tatja Seibt, Anne Lebinsky, Rike Sindler, Walter Kreye, Felix Kramer, Joshio Marlon, Jördis Triebel, Nele Trebs, Oliver Masucci, Ludger Bökelmann, Moritz Jahn, Lisa Vicari, Daan Lennard Liebrenz, Sebastian Rudolph, Jennipher Antoni, Tom Jahn, Paul Radom, Luise Heyer, Christian Pätzold, Sebastian Hülk, Lisa Kreuzer, Julika Jenkins, Gwendolyn Göbel, Deborah Kaufmann, Lydia Maria Makrides, Peter Benedict, Béla Gabor Lenz, Paul Lux, Christian Steyer, Arnd Klawitter, Mark Waschke
Musik:
Ben Frost
Kamera:
Nikolaus Summerer
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2017
Laufzeit:
1. Staffel (10 Folgen á 45-55-Minuten)
FSK:
16

Die kleine deutsche Stadt Winden wird vom Selbstmord Michael Kahnwalds erschüttert. Doch mit seinem Tod beginnen sich furchtbare Ereignisse zu wiederholen, die 33 Jahre zuvor mit dem Verschwinden des jungen Mads Nielsen seinen Lauf genommen haben …

Mehr zu verraten wäre ein großer Fehler und wer sich die Spannung nicht nehmen will, sollte auch tunlichst die gängigen Infoseiten wie „Wikipedia“ meiden, da hier sehr viel von der Handlung vorweggenommen wird. Auf den ersten Blick wirkt „Dark“ wie ein deutscher Abklatsch von „Stranger Things“. Denn auch hier gibt es ein Wiedersehen mit den 80er Jahren. Doch anders als die erfolgreiche amerikanische Mystery-Serie, setzt „Dark“ nicht ausschließlich auf die Vergangenheit, sondern läuft eher auf unterschiedlichen Zeitebenen parallel ab. Das Duo Baran bo Odar und Jantje Friese haben eine unglaublich dichte, faszinierende, spannende, mysteriöse und dennoch glaubwürdige Geschichte geschaffen, die sich hinter den großen Mystery-Erfolgen nicht zu verstecken braucht. Die erste Staffel, angelegt auf 10 Folgen ging am 1. Dezember 2017 mit einer eher geringeren Werbekampagne auf Netflix online. So richtig offensiv wurde die erste deutsche Eigenproduktion des US-Streaming-Riesen nicht beworben. Ein paar Trailer auf Youtube, Werbung in sozialen Medien und auf Twitter und natürlich auch im eigenen Streamingportal/App.

Aber eine gute Geschichte alleine reicht nicht aus, um eine faszinierende Serie zu schaffen. Dazu braucht es ebenso Schauplätze, die die Atmosphäre der Serie zu transportieren vermögen, Schauspieler, die durch ihre Leistungen den Figuren Leben einhauchen, anstatt sie einfach nur darzustellen, und eine Musikkulisse, die untermalt und nicht dominiert, aber dennoch nicht belanglos wirkt. Und auch hier schafft „Dark“ diesen Spagat zu großen Teilen. Zu großen Teilen deshalb, weil die Musik an einigen Stellen zu aufdringlich und übertrieben bedeutungsschwanger daherkommt, und die Atmosphäre fast schon erschlägt. Dies ist aber meiner Meinung nach auch das einzige wirkliche Manko. Zieht man nun noch einmal den Vergleich zu „Stranger Things“ der irgendwo unausweichlich ist, so fällt dennoch auf, dass „Dark“ noch um einiges düsterer ist, was sich aber eher in der Atmosphäre äußert, als im Setting.

Ihr merkt bestimmt, dass ich alles in allem ein wenig ungenau und um den Brei drum herum rede. Dies liegt vor allem daran, dass ich euch, wenn ihr jetzt Interesse an der Serie habt, die Spannung nicht nehmen möchte, da die Serie von ihren Geheimnissen und Enthüllungen lebt und ein Großteil, dessen, was „Dark“ ausmacht, dadurch verloren gehen würde. Ich kann euch nichts vorschreiben, ich kann nur empfehlen und „Dark“ ist eine wirklich gelungene deutsche Serie, wie ich sie seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Allerdings habe ich dennoch einen Hinweis. Lasst euch auf die Serie ein. Es gibt viele Interaktionsebenen, viele Kreuzverweise und sich überschneidende Handlungen, die Aufmerksamkeit erfordern. Mal so eben nebenbei schauen, ist da nicht drin. Widmet euch „Dark“ und nehmt euch Zeit und Aufmerksamkeit dafür. Andernfalls werdet ihr nie in den vollen Genuss der Serie kommen. So, oder so, der Erfolg gibt dem Konzept recht. Immerhin hat Netflix bereits eine zweite Staffel bestellt.

Copyright aller verwendeten Bilder und Videos © 2017-2018 Netflix / Wiedemann & Berg Filmproduktion

Ein Kommentar zu “Dark (Staffel 1) [Netflix, Dezember 2017]

  1. Ich konnte einfach nicht von der Serie lassen. Und wenn ich bei deutschen Serien bei der Stange bleibe, dann ist dies schon recht bedeutsam. Sonst mache ich einen großen Bogen um solche Produktionen. Aber „Dark“ wurde mir wärmstens empfohlen, und wurde nicht enttäuscht. Da kann man sich mit Fug und Recht auf die 2. Staffel freuen.

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