A Tribute to Mike Wieringo

Ja, heute ist eigentlich das neue Asterix Review Special an der Reihe, und keine Sorge, es kommt später auch noch. Aber dieser Artikel muss heute online gehen, weil er etwas Besonderes für einen ganz besonderen Künstler ist.
Heute vor 11 Jahren verstarb der sehr talentierte US-Comiczeichner Michael „Mike“ Lance Wieringo im Alter von nur 44 Jahren. Mit diesem Review möchte ich dem außergewöhnlichen Künstler, der viel zu früh von uns gehen musste, gedenken, ein wenig über ihn erzählen, sein Leben und seine Arbeit, und auch was nach seinem Tod noch alles geschah.

Erste Arbeiten an „Flash“

Michael Lance „Mike“ Wieringo wurde am 24. Juni 1963 in Vicenza in Italien geboren und wanderte mit seinen Eltern in frühester Kindheit in die USA aus, um dort seine Jugend in Lynchburg im US-Bundesstaat Virginia zu verbringen. Seine Liebe zu den Comics festigte sich bereits sehr früh, da auch sein Vater ein begeisterter Comicleser war und so verwunderte es nicht, dass Mike bereits mit 11 Jahren begann, seine ersten Comics zu zeichnen. Später studierte er Modeillustration an der Virginia Commonwealth University, obwohl er sich bereits während seines Studiums sehr stark auf die Comics konzentrierte. Daher überraschte es auch keinen, als er nach seinem Abschluss der Modeillustration den Rücken kehrte, da er erkannte hierfür nicht die nötige Stärke für kommerzielle Illustrationen besaß.

Doppelseite aus der vierteiligen Miniserie „Rogue“

Mike Wieringos erste professionelle Arbeit war die Miniserie „Doc Savage: Doom Patrol“ für Millenium Publications im Jahr 1991. Im darauffolgenden Jahr nahm Wieringo einige seiner Zeichnungen zur San Diego Comic Con mit, wo er auf DC-Redakteur Neil Pozner traf, der dessen Arbeiten seinen Kollgen zeigte, was dazu führte, dass Wieringo schon kurze Zeit später seine ersten Arbeiten für DC und die Comicserie „Justice League Quarterly“ ablieferte, bevor er zusammen mit Mark Waid an DCs schnellsten Helden „The Flash“ arbeitete und dort, bis auf zwei Ausgaben die Hefte 80 bis 92 illustrierte. Mit Mark Waid schuf er auch am Ende dieses Runs den jungen Bart Allen, alias Impulse. Danach gab es noch einen kurzen Run an „Robin“ zusammen mit Chuck Dixon.

„Spider-Boy“ aus dem Amalgam-Universum

Noch während seiner letzten Arbeit für DC wechselte Ringo, wie er sich inzwischen auch nannte, zu Marvel, wo er an der X-Men-Miniserie „Rogue“ arbeitete. Zuerst war er durch den dunklen Ton der Geschichte eingeschüchtert, doch nachdem er seine Arbeit an der ersten Ausgabe abgeschlossen hatte, entschloss man sich bei Marvel, den Grundtenor etwas aufzuhellen. So sehr war man von Wieringos Arbeit überzeugt. Doch dies war erst der Anfang.
Während Marvels großem Crossover mit DC zeichnete der den One-Shot „Spider-Boy“ ein Amalgam aus Spider-Man und Superboy und wurde kurz darauf der Stammzeichner der neuen Spider-Man-Serie „Sensational Spider-Man“, die er ab Ausgabe 8 bis zum Ende übernahm und mit Ausnahme von wenigen Heften durchgehend zeichnete.

Ein Abenteuer mit Onkel Ben aus „Sensational Spider-Man -1“

Nach DC und Marvel und diversen anderen Auftragsarbeiten schuf er zusammen mit seinem Freund Todd Dezago die Coming-of-Age-Fantasy-Comicserie „Tellos“, die es auf 10 Ausgaben brachte, plus Prelude und einige nachfolgende One-Shots und eine 3-teilige Miniserie, von denen allerdings nur vier Ausgaben der regulären Serie in Deutschland in Form von zwei Heften durch den Panini Comics Deutschland-Verlag veröffentlicht wurden. Nach diesem Ausflug in das Creator Owned-Fach kehrte Wieringo zu DC zurück, wo er zusammen mit Joe Casey an „The Adventures of Superman“ arbeitete, bevor er zu Marvel zurückkehrte, um mit Mark Waid an „The Fantastic Four“ zu arbeiten, wo er von den 36 Ausgaben während seines Runs immerhin 27 zeichnete. Danach ging es wieder zurück zu Spider-Man, genauer gesagt zur Serie „Friendly Neighbourhood Spider-Man“, von der er die Ausgaben 1-5 und 8-10, sowie die Cover für 1-19 zeichnete, bevor er im April mit Jeff Parker an der Miniserie „Spider-Man and the Fantastic Four“ zu arbeiten begann.

Spider-Man-Skizze von Mike

Am 12. August starb Mike Wieringo im Alter von nur 44 Jahren an einer Aortedissektion in seinem Haus in Durham in North Carolina. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 7 Seiten zu einer What if-Story gezeichnet, die während US-Fantastic Four 347-349 spielt, als Spider-Man, zusammen mit Wolverine, dem Hulk und Ghost Rider die Fantastic Four ersetzten. Dank der „Hero Initiative“ und vielen von Mikes Freunden, Kollegen und Honoratoren wurde die von Jeff Parker verfasste Story ein Jahr später als Tribute-Book veröffentlicht. Und diese möchte ich euch nun hier vorstellen:

What if this was the Fantastic Four – A Tribute to Mike Wieringo [August 2008]

Autor: Jeff Parker
Zeichner: Mike Wieringo, Art Adams, Paul Renaud, Stuart Immonen, Cully Hamner, Alan Davis, Casey Jones, David Williams, Sanford Greene, Humberto Ramos, Skottie Young, Mike Allred, Barry Kitson
Format: Heft
Umfang: 48 Seiten
Verlag: Marvel Comics
Preis: 4,99 US-Dollar

Was wäre, wenn die Skrull D’lilah damals gewonnen und die Fantastischen Vier vernichtet hätte? Der Beobachter erzählt eine mögliche Version der Geschehnisse, in denen Spider-Man, der graue Hulk, Wolverine und Ghost Rider die Fantastischen Vier ersetzen. Anfangs widerwillig, finden sie sich schnell mit der Situation zurecht und treffen auch recht schnell auf die ersten Gegner. Einen Superskrull, der die Chance nutzen will, dass die Fantastischen Vier nicht mehr da sind, Blastarr, der aus der Negativzone kommt, um die Erde zu zerstören und dann tauchen auch noch Sandman, Abomination, Venom und Sabretooth auf, die aber unter der Kontrolle eines anderen stehen. Könnte das etwa Dr. Doom sein …?

Genaugenommen ist dieses What If eines, wie jedes andere auch. Inhaltlich recht einfach gehalten befasst es sich mit dem alternativen Ausgang von vergangenen Ereignissen. In diesem Fall dem Tod der Fantastischen Vier. Angesiedelt rund um die Zeit von Walter Simonsons und Arthur Adams Fantastic Four-Run, genauer gesagt während der Ausgaben 347 bis 349. Allerdings gibt es einen kleinen Fehler, wie Autor Jeff Parker zugibt, denn Mike Wieringo zeichnete Johnny Blaze in der Rolle des Ghost Rider, weil er irrtümlich glaubte, dass dieser noch als Rider aktiv wäre, was aber zu dieser Zeit bereits Danny Ketch war. Der Story selbst schadet dies nicht. Denn hauptsächlich lebt die Story von den Kämpfen der neuen Fantastischen Vier mit Schurken, die sonst nicht deren Liga sind, und wie sie miteinander harmonieren, oder eben auch nicht.

Ehrlich gesagt wäre diese Geschichte nie etwas Besonderes geworden, wenn da nicht Mike Wieringos Tod dazwischen gekommen wäre. Mit der Hero Initiative hat man sich bei Marvel entschlossen, das Buch auf eine etwas unkonventionelle Art und Weise fertigzustellen. Viele der beteiligten Künstler haben ehrenamtlich oder gegen geringe Bezahlung, die sie dann meist auch an die Hero Initiative gespendet haben, teilgenommen, um einen der Ihren, einem Freund, einem Kollegen, ihre Ehre zu erweisen. Und so stammen letztendlich von den 27 Comicseiten nur 7 aus der Feder von Mike Wieringo. Eine Seite und das ursprüngliche Originalcover übernahm Art Adams. Jeweils eine weitere Seite stammen von Paul Renaud, Cully Hamner, Alan Davis, Casey Jones, Sanford Greene und Mike Allred. Zwei Seiten und mehr steuerten Stuart Immonen, David Williams, Humberto Ramos, Skottie Young und Barry Kitson bei. Somit ist das Artwork sehr wechselhaft, da jeder der Zeichner seinen ganz persönlichen Stil einbringt, was aber im Sinne der Zusammenstellung des Heftes nicht wirklich stört. Handelt es sich doch um einen Tribut für einen Kollegen, der diese Welt zu früh verlassen musste.

Das Ergebnis ist ein sehr schönes Heft, mit einer unterhaltsamen Geschichte, die trotz der Dramatik um sie herum eine Leichtigkeit und Fröhlichkeit versprühen, wie sie zeitlebens aus den Zeichnungen von Mike Wieringo sprühten. Angereichert wird das Heft mit Danksagungen diverser Freunde, Kollegen und Wegbegleiter, von denen ich drei ausgesucht, abgetippt und übersetzt nach diesem Review präsentieren möchte. Außerdem hat auch Chris Giarusso einen Mini Marvel-Strip beigesteuert, der sich der Thematik des Heftes widmet, auf Chriss‘ ganz eigene Art und Weise.

Ist das hier etwa Mike Wieringo, den Barry Kitson hier verewigt hat?

Zum Abschluss möchte ich gerne noch alle beteiligten Künstler auflisten unabhängig davon, was sie für das Heft getan haben.
Jeff Parker, Mike Wieringo, Art Adams, Paul Renaud, Stuart Immonen, Cully Hamner, Alan Davis, Casey Jones, David Williams, Sanford Greene, Humberto Ramos, Skottie Young, Mike Allred, Barry Kitson, Karl Kesel, Nathan Massengill, Val Staples, Leanne Hannah, Blambot’s Nate Piekos, Chris Giarusso, Paul Mounts, Taylor Esposito, Mark Paniccia, Nathan Cosby, Michael Pasciullo, Joe Quesada, Dan Buckley, Tom Brevoort, David Bogart, dave Althoff, Jon Ennis, Tim Dillon, Charles Meyer, Omar Otieku, Justin Gabrie, David Gabriel, Sue Crespi, Jordan D. White, Mark Beazley, Zachary A. Pennington, Jim McLauchlin, Steve Borock, Guillermo del Toro, Mike Malve, Brian Pulido, Beth Widera, George Pérez, Dick Giordano, Charlie Novinskie, Dennis O’Neil, John Romita Sr., Roy Thomas, Jim Valentino

Ultimate Spider-Ham war eine der Arbeiten, die Ringo zu einem Sonderheft beisteuerte, welches sich dem Civil War auf humorvolle Weise widmete

Wie bereits erwähnt haben einige von Mikes Wegbegleitern und Freunden in diesem Heft dankbare und erinnernde Worte gefunden. Drei von ihnen halte ich persönlich für besonders wichtig, weshalb ich sie übersetzt habe. Oder besser gesagt versucht, da mein Schulenglisch nicht das Beste ist. Ich hoffe dennoch, dass es einigermaßen gelungen ist, und man den Sinn versteht. Der erste ist Matt, Mikes Bruder, gefolgt von Mark Waid, mit dem Mike mehrmals zusammenarbeitete und Todd Dezago, der ebenfalls weit mehr als nur ein Autor für Mike war.

Eine Tribut-Zeichnung von Richard Case, mit dem sich Mike Platz bei Artamus Studio teilte

„When Jim McLauchlin suggested I write a piece for the tribute book you’re holding in your hands, I panicked. I’m not a professional writer. I had no idea what to say. I spent many hours going over what to say in my head, and kept coming up empty. I started several times, usually going over how devastating it’s been to hav elost Mike so young. But I think you all know that already. If you’re reading this, you’re most likely a fan of Mike’s work and you’ve experienced at least a little of that loss yourself.

When is was near the end of my rope, Jim reminded me of a comment I’d left on The Hero Inititative’s blog. He’d kindly included me on an email he sent ot detailing the good things Hero has accomplished recently. I was feeling down at the time, and it struck just the right chord.

As a comic book reader, I’ve spent my life on the outside looking in. I go to the nes sites, read the trade magazines, and devour the biographies and interviews with creators that made the comics Mike and I loved as kids. As Mike’s brother, I enjoyed some early knowledge of his upcoming projects and insider anecdotes after swearing not to tell a soul. But I was just a fan, like most of you. And I think, as a fan, I had different perspectives on the comics industry than Mike did.

One of the things that has most impressed me about the creators working in comics is the unique sense of community that exists among them. Working in a different industry, I admit to a bit of envy in this regard. How many stories have youo heard about artists pitching in, uncredited to help each other meet an impossible deadline, or writers sharing story ideas with a colleague facing a creative roadblock? Pencilers and inkers share tips and techniques freely with each other, rather than hoarding them like misers. Mike frequented a couple of websites where artists share their work, and offer each other compliments and advice. And when one of their own is facing a more serious problem, the rallying cry goes out and like the heroes whose tales they tell, the pros come to the rescue , donating their time an energy to help any way they can.

That’s where The Hero Initiative comes in, Mike and I always shared an appreciation for the talented men and women in the industry that came before him. People who toiled back in the days when pages rates were miniscule. When artwork was rarely, if ever, returned. Before there were royalties of exclusive contracts to add to what meager wages the creators could scrape together. Never mind the luxuries of health insurance and retirement plans that many of us take for granted. The Hero Initiative was formed to help the people who made our childhoods a little more special in their time of need.

I know Mike would be honored to be a part of this project. He was always one of the first to step up when someone needed a helping hand. I’ve only recently learned just how generous Mike was with his time and work. For myself, I’m very gratified you’re getting teh chance to see some new work by ‘Ringo. I can’t tell you how much I miss the excitement of going to the comic shop each month and seeing Mike’s books on the stands. I’m very grateful to Marvel Comics and The Hero Initiative for giving me the chance to experience that excitement one more time.“

Matt Wieringo (Mike’s Brother)
Richmond, VA

„Als Jim McLauchlin vorschlug, etwas für das Tribute-Buch zu schreiben, das Sie in Ihren Händen halten, geriet ich in Panik. Ich bin kein professioneller Autor. Ich hatte keine Ahnung, was ich sagen sollte. Ich verbrachte viele Stunden damit, über das, was ich in meinem Kopf sagen sollte, nachzudenken, doch immer ohne Ergebnis. Ich habe mehrere Male angefangen, normalerweise dachte ich darüber nach, wie verheerend es war, Mike so jung verloren zu haben. Aber ich glaube, das wissen Sie alle schon. Wenn Sie dies lesen, sind Sie höchstwahrscheinlich ein Fan von Mikes Arbeit und Sie haben zumindest ein wenig von diesem Verlust selbst erfahren.

Als es fast zu Ende war, erinnerte mich Jim an einen Kommentar, den ich auf dem Blog von The Hero Inititative hinterlassen hatte. Er hat mich freundlicherweise in eine E-Mail aufgenommen, in der er mir die guten Dinge, die Hero kürzlich vollbracht hat, schilderte. Ich fühlte mich zu der Zeit niedergeschlagen, und es traf genau den richtigen Ton.

Als Comic-Leser habe ich mein Leben damit verbracht, nach innen zu schauen. Ich gehe zu den News-Seiten, lese die Fachzeitschriften und verschlinge die Biographien und Interviews mit Schöpfern, die die Comics schufen, die Mike und ich als Kinder liebten. Als Mikes Bruder genoss ich frühes Wissen über seine bevorstehenden Projekte und Insider-Anekdoten, nachdem ich geschworen hatte, es keiner Seele zu erzählen. Aber ich war nur ein Fan, wie die meisten von euch. Und ich denke, als Fan hatte ich andere Perspektiven auf die Comicindustrie als Mike.

Eines der Dinge, die mich an den Schöpfern von Comics am meisten beeindruckt haben, ist das einzigartige Gemeinschaftsgefühl, das es unter ihnen gibt. Wenn ich in einer anderen Branche arbeite, gebe ich zu, dass ich in dieser Hinsicht ein wenig neidisch bin. Wie viele Geschichten haben Sie über Künstler gehört, die sich gegenseitig helfen, einen unmöglichen Termin einzuhalten, oder Schriftsteller, die ihre Ideen mit einem Kollegen teilen, der vor einer kreativen Blockade steht? Bleistift- und Tuschezeichner tauschen Tipps und Techniken frei miteinander aus, anstatt sie wie Geizhälse zu horten. Mike besuchte eine Reihe von Websites, auf denen Künstler ihre Arbeiten austauschen und sich gegenseitig Komplimente und Ratschläge geben. Und wenn einer von ihnen vor einem ernsteren Problem steht, ertönt der Ruf und wie die Helden, deren Geschichten sie erzählen, kommen die Profis zur Hilfe und spenden ihre Zeit und Energie, um zu helfen, wo immer sie können.

An dieser Stelle kommt die Hero Initiative ins Spiel. Mike und ich haben immer eine Wertschätzung für die talentierten Männer und Frauen in der Branche geteilt, die vor ihm kamen. Leute, aus den Tagen, als die Seitenpreise noch winzig waren. Als Artworks noch selten waren, wenn überhaupt, und zurückgegeben wurden. Bevor es Tantiemen von Exklusivverträgen gab, die zu den mageren Löhnen hinzukamen, und die Künstler ihren Verdienst zusammenkratzen mussten. Vergessen Sie den Luxus der Krankenversicherung und Rentenpläne, die viele von uns für selbstverständlich halten. Die Hero Initiative wurde gegründet, um den Menschen zu helfen, die unsere Kindheit in ihrer Zeit der Not zu etwas Besonderem gemacht haben.

Ich weiß, Mike würde sich geehrt fühlen, ein Teil dieses Projekts zu sein. Er war immer einer der ersten, der aufstand, wenn jemand eine helfende Hand brauchte. Ich habe erst kürzlich erfahren, wie großzügig Mike mit seiner Zeit und seiner Arbeit war. Für mich selbst bin ich sehr froh, dass du die Chance bekommst, neue Arbeiten von ‚Ringo zu sehen. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich die Aufregung vermisse, jeden Monat in den Comicladen zu gehen und Mikes Bücher in den Regalen zu sehen. Ich bin Marvel Comics und The Hero Initiative sehr dankbar, dass sie mir die Chance geben, diese Aufregung noch einmal zu erleben.“

Matt Wieringo (Mikes Bruder)
Richmond, VA

Bereits 2006 von Mike gezeichnet wurde dieses Bild von einem Gorilla im Daredevil -Kostüm 2008 für die Marvel Apes-Miniserie verwendet

„I’ve talked so much about Mike over the past few months – about what his work meant to me and what at meant to the medium – that I sometimes worry that I’m going to run out of things to say. Then I go and look at one of the hundreds and hundreds of pages that we did together throughout his career, and it becomes obvious to me that I’ll never be able to say enough.

Mike was a smart, smart man. Any artist can draw pictures, but only the brightest of them can tell stories. I can open any modern comic at random and, chances are, see drawings that may be pretty but are strewn, like ransom-note clippings, on pages that have no sense of design. Snapshots that don’t really relate to one another (or to the words) to communicate anything. Mike would never stand for that. He thought about everything: how text and images integrated, how to lead the reader’s eye across the page, and most importantly, what the story was. The big picture: He had 20/20 vision in an industry where most everyone else wears bifocals.

Mike’s relentless talent raised my game considerably. Writing for him was a joy because I trusted him implicitly. We didn’t know if it was because we were roughly the same age or that we’d read the same comics growing up or because we grew up, in part, in the same city and went to the same college – all things we learned only after months of collaboration – but our mind’s eyes were always onm perfect sync. Wether a crowd scene in Latveria or an expression on Ben Grimm’s Face, what I saw in my Head as I wrote was, miraculously, exactly what Mike put on paper – except, of course, with a thousand times more expression and insight and in a way that always made the sum greater than the total of its parts. Comics is a collaborative medium. Some artists add to your scripts, some subtract, and if you’re a very, very lucky writer, you’ll find one in your career whose vision is so complementary to yours, that brings out the best in you.

Thanks, Mike. You are missed more – knowing you and your maddening humility as I did – than you ever imagined you would be.“

Love you, pal.
Mark Waid

„Ich habe in den letzten Monaten so viel über Mike gesprochen – darüber, was seine Arbeit für mich bedeutete und was sie für das Medium bedeutete -, dass ich manchmal befürchte, dass mir die Worte ausgehen werden. Dann schaue ich mir eine der Hunderte von Seiten an, die wir während seiner Karriere zusammen gemacht haben, und es wird mir klar, dass ich nie genug sagen kann.

Mike war ein kluger, kluger Mann. Jeder Künstler kann Bilder zeichnen, aber nur die Besten von ihnen können Geschichten erzählen. Ich kann jeden modernen Comic nach dem Zufallsprinzip öffnen und sehe wahrscheinlich Zeichnungen, die zwar hübsch sind, aber wie Lösegeldforderungen auf Seiten angeordnet wirken und keinen Sinn für Design haben, verstreut sind. Schnappschüsse, die sich nicht wirklich aufeinander beziehen (oder auf die Worte), um etwas zu kommunizieren. Mike würde das nie ertragen. Er dachte über alles nach: wie Text und Bilder integriert wurden, wie man das Auge des Lesers über die Seite führt und vor allem, was die Geschichte war. Das große Ganze: Er hatte eine 20/20-Vision in einer Branche, in der die meisten anderen Bifokalbrillen tragen.

Mikes unerbittliches Talent hat mein Spiel erheblich verbessert. Für ihn zu schreiben war eine Freude, weil ich ihm unbedingt vertraute. Wir wussten nicht, ob es daran lag, dass wir ungefähr gleich alt waren oder dass wir die gleichen Comics gelesen hatten oder dass wir zum Teil in derselben Stadt aufwuchsen und zum selben College gingen – alles Dinge, die wir erst nach Monaten der Zusammenarbeit gelernt hatten – aber unsere Gedanken waren immer perfekt synchron. Ob eine Massenszene in Latveria oder ein Ausdruck auf Ben Grimms Gesicht, was ich in meinem Kopf sah, wie ich schrieb, war auf wundersame Weise genau das, was Mike zu Papier brachte – außer natürlich mit tausendmal mehr Ausdruck und Einsicht und in einer Weise, die immer das Ergebnis größer machte als die Summe ihrer Teile. Comics sind ein kollaboratives Medium. Einige Künstler addieren zu Ihren Drehbüchern, andere subtrahieren, und wenn Sie ein sehr, sehr glücklicher Autor sind, werden Sie einen in Ihrer Karriere finden, dessen Vision so komplementär zu Ihrer ist, dass er das Beste in Ihnen hervorbringt.

Danke, Mike. Du wirst mehr vermisst – du kennst dich und deine verrückte Demut wie ich – als du dir je vorgestellt hast.“

Ich liebe dich, Kumpel.
Mark Waid

An den Fantastischen Vier arbeitete er mit Mark Waid

„Mike was my best friend.

This is the way we worked:

He would tell me what characters he wanted to draw, and I’d write a story about them. Then, when he was drawing it, or just before, we’d talk it out, our imaginations taking off. We would extend some scenes for drama or suspense, add something that we both thought was funny (and hoped everyone else would too), amp up the action.

He was a marvelous storyteller.

He was a wonderful collaborator.

We would talk all the time. Sometimes two or three times a week, sometimes every day, depending on what we were working on, what was inspiring us, or what was going on in our personal lives. It wass very rare that a phone call didn’t include, to some extent, talk of what we dreamed we could do, what we planned to do …

We dreamed of being one of those teams – like Jeph Loeb and Tim Sale – who could jump from project to project, from character to character, doing a miniseries here an d an miniseries there, presenting our own versions of the heroes we loved so much. We had planned and plotted ou several Spider-Man arcs, two X-Men tales, an old school Avengers yarn, and the Hulk we never got to do. And others.

And we had more – dalliances into other genres, creator-owned things, we wanted to try, a slightly paranormal western, a mystery set against the backdrop of war-torn Europe, a futuristic society so bored with its own existence that they begin doing monstrous things just feel alive, a team of teenage heroes …

And certainly more Tellos. More of that than anything.

We had it all.

Except, of course, time.

They say that the five stages of death, of grieving, are denial, anger, bargaining, depression, and acceptance. I think I’ve been through them each at least twice by now.

In the case of my pal, my brother, Mike, I’ve added wonder.

I wonder each day what we would be doing now, what we would be working on, dreaming about, and what amazing things Mike would be creating for all of us with his wonderful pencils, with his incredible imagination.

What If, indeed.

Miss you, Mike.“

Todd Dezago
Elizaville, NY
January 19, 2008

„Mike war mein bester Freund.

So haben wir gearbeitet:

Er erzählte mir, welche Figuren er zeichnen wollte, und ich schrieb eine Geschichte über sie. Dann, als er es zeichnete, oder kurz zuvor, sprachen wir es aus, und unsere Phantasie nahm Fahrt auf. Wir würden einige Szenen für Drama oder Spannung erweitern, etwas hinzufügen, was wir beide für lustig hielten (und hofften, dass alle anderen es auch tun würden), die Action verstärken.

Er war ein außergewöhnlicher Geschichtenerzähler.

Er war ein wunderbarer Mitarbeiter.

Wir würden die ganze Zeit reden. Manchmal zwei- bis dreimal pro Woche, manchmal jeden Tag, je nachdem, woran wir gearbeitet haben, was uns inspiriert hat oder was in unserem persönlichen Leben vor sich ging. Es war sehr selten, dass ein Telefonanruf nicht in gewissem Maße das enthielt, wovon wir träumten, was wir tun könnten, was wir vorhatten

Wir träumten davon, eines dieser Teams – wie Jeph Loeb und Tim Sale – zu sein, die von Projekt zu Projekt, von Charakter zu Charakter springen, hier eine Miniserie machen und dort unsere eigenen Versionen der Helden präsentieren konnten, die wir so sehr liebten. Wir hatten mehrere Spider-Man-Handlungsbögen, zwei X-Men-Geschichten, ein Avengers-Strang der alten Schule und den Hulk geplant und gezeichnet, den wir nie machen konnten. Und andere.

Und wir hatten mehr – Dallianzen in andere Genres, schöpferische Dinge, die wir ausprobieren wollten, einen leicht paranormalen Western, ein Mysterium vor dem Hintergrund des vom Krieg zerrissenen Europas, eine futuristische Gesellschaft, die so gelangweilt von ihrer eigenen Existenz ist, dass sie anfangen, monströse Dinge zu tun, die sich einfach lebendig anfühlen, ein Team von Teenagerhelden….

Und sicher noch mehr Tellos. Mehr als alles andere.

Wir hatten alles.

Außer natürlich Zeit.

Sie sagen, dass die fünf Stadien des Todes, der Trauer, Verleugnung, Wut, Verhandlung, Depression und Akzeptanz sind. Ich glaube, ich habe sie alle schon mindestens zweimal durchlebt.

Im Falle meines Freundes, meines Bruders Mike, habe ich Wunder hinzugefügt.

Ich frage mich jeden Tag, was wir jetzt tun würden, woran wir arbeiten würden, wovon wir träumen und was für erstaunliche Dinge Mike mit seinen wunderbaren Stiften und seiner unglaublichen Phantasie für uns alle erschaffen würde.

Was wäre wenn, in der Tat.

Ich vermisse dich, Mike.“

Todd Dezago
Elizaville, NY
19. Januar 2008

Eine Doppelseite aus Tellos, das er zusammen mit Todd Dezago schuf

Mike Wieringo hat viele Menschen in seinem kurzen Leben auf so unterschiedliche Art beeinflusst, doch eines war allen gleich. Sein Einfluss war positiv, freundlich, hilf- und lehrreich. Und so verwundert es nicht, dass im vergangenen Jahr auf der Baltimore Comic-Con der „Ringo-Award“ ins Leben gerufen wurde, um Menschen in der Comicbranche zu ehren.

Nur einige der Arbeiten von Mike Wieringo aus meiner privaten Sammlung

Ich selbst bin und bleibe ein großer Fan von Mike Wieringos Arbeiten, Werken und seinem Schaffen, und wenn du diesen Artikel bis zum Schluss gelesen hast, dann gilt dies auch für dich. Abschließen möchte ich diesen Artikel nun mit ein paar Worten, von Mike selbst, über seine Arbeit:

„I just try to keep things fun. I like to do fun comics. It doesn’t have to be realistic to be believable. In fact, I sometimes think that funny [material] might actually add something to certain books.“

„Ich versuche nur, die Dinge lustig zu halten. Ich mache gerne lustige Comics. Es muss nicht realistisch sein, um glaubwürdig zu sein. Tatsächlich denke ich manchmal, dass lustiges [Material] bestimmten Büchern etwas hinzufügen könnte.“

Copyright aller verwendeten Bilder © 1992-2018 Marvel Characters B.V. / The Hero Inititative / DC Comics / Image Comics / und der jeweiligen Rechteinhaber

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.