Asterix Review Special (64): Asterix & Obelix XXL (PS2)

Endlich geht es online, das aktuelle Asterix Review Special. Eigentlich sollte es schon letzten Monat online gehen, aber die Umstände und die Komplexität und der Umfang des Spiels, welches ich euch vorstellen wollte, hat es letztendlich einfach unmöglich gemacht, das Special rechtzeitig zu veröffentlichen. Die meisten Spiele hatten einen überschaubaren Umfang und waren weitgehend fair gestaltet, sodass ich sie binnen zwei Wochen durchgespielt hatte, Fotos machen konnte, oder Screenhots, je nachdem, und dann noch genug Zeit hatte, nach Infos im Internet zu suchen, damit das Special möglichst informativ und umfangreich ausgefallen ist. Inzwischen habe ich das Spiel fast durchgespielt und nun kann ich auch das Special verfassen. Warum ich es nur fast durchgespielt habe und weshalb es diesmal so lange gedauert hat, das könnt ihr nun nachlesen …

Die Ladebildschirme der 6 Provinzen

Mit Super Mario 64 trat die dritte Dimension auch in die Jump & Runs ein. Was in Adventures und First Person Shootern schon eine gängige Praxis war, wurde dank Nintendos Hit auch in anderen Titeln möglich. Rayman trat in die dritte Dimension über, Gex auch und noch viele andere. Was also bei anderen Spielen erfolgreich funktionierte, kann demnach auch für eine Asterix-Versoftung kein falscher Weg sein.
Also hat man sich beim Entwickler Étranges Libellules entschieden, die erfolgreichen Komponenten der Vorgängerspiele zu nutzen und diese in die dritte Dimension zu übertragen. Hinzu kommt eine Geschichte, die allgemein funktioniert, keine Basis eines Comicabenteuers ist, und dennoch möglichst viele Orte aus den Comics in das Spiel zu integrieren und nebenbei auch noch ein paar bekannte Figuren zu übernehmen. Fertig sollte der Spielehit schlechthin sein.

Verschiedene Sprachen, ein hünsches Intro und der Titelbildschirm sieht auch ganz gut aus. Bisher …

Nun, im Grunde sind die Zutaten recht einfach und logisch. Die Handlung war schnell gefunden, die passenden Orte auch, die Gegner stammen ebenfalls aus den Comics und alles, was letztendlich fehlte, war die passende Spiele-Engine. Denn ein großes Problem bei 3D-Spielen ist, dass die Kamera oftmals „im Weg“ ist und die Übersichtlichkeit darunter leidet. Auch die Bewegung der Figuren im dreidimensionalen Raum stellt oftmals Probleme dar. Doch glücklicherweise stellt „Asterix & Obelix XXL“ nicht die erste Entwicklung von ELB dar. Die ersten erfolgreichen Titel des 1994 gegründeten Studios waren „Alone in the Dark 3“, „Little Big Adventure: Twinsens Adventure“ und „Need for Speed: Porsche Unleashed“. Auch „The Legend of Spyro: Dawn of the Dragon“, „Alice im Wunderland“ und „Drachenzähmen leicht gemacht“ stammen von ELB und stellen die derzeit letzten Entwicklungen des Studios dar, bevor es 2012 geschlossen wurde. Betrachtet man also die Liste, dürfte einem gelungenen Spiel nichts im Weg stehen.

Nach und nach vervollständigt sich die Landkarte

Asterix & Obelix XXL“ erschien erstmals im November 2003 für die Playstation 2. Weitere Umsetzungen folgten im Juli 2004 für Windows, den Nintendo Gamecube und den GameBoy Advance. Die Handlung ist bei allen Umsetzungen die Gleiche, nur der Umfang wurde dem jeweiligen System angepasst, wobei der GameBoy Advance die inhaltlich schwächste Fassung erhalten hat. In diesem Special widme ich mich vorrangig der Playstation 2-Fassung, die identisch ist mit der Windows- und Gamecube-Version. Ob ich mir die GameBoy Advance-Fassung noch gebe, steht derzeit noch nicht fest, im Moment sieht es aber eher nicht danach aus. Die Gründe liefert das folgende Review:

Asterix & Obelix XXL

Story:
Cäsar hat mit seinen Legionen das Dorf angegriffen, während Asterix und Obelix nicht vor Ort waren, und haben sämtliche Bewohner gefangen genommen. Nun liegt es an Asterix, Obelix und Idefix ihre Freunde zu befreien. Dafür müssen sie quer durch die bereits besiegten Provinzen reisen, in die Cäsar die Gefangenen verschleppt hatte. Und so reist das Trio vom Dorf in die Normandie, nach Griechenland, weiter nach Helvetien und über Ägypten bis nach Rom. Doch können sie am Ende siegreich hervorgehen …

Mit einem Überfall fängt alles an

Gameplay:
Hüpfen, Schlagen, einfache Rätsel lösen. Im Grunde reicht das aus, um das Gameplay zu beschreiben. Die unterschiedlichen Settings wirken sich dabei kaum auf das Spielgeschehen aus. So macht es letztendlich keinen Unterschied, ob nun Sand, Schnee oder eine andere Landschaft als Schauplatz dient. Und das stellt somit eines der großen Probleme dar. Andere Spiele nutzen Abwechslunsgreiche Elemente, wie Loren, Schwimm- oder Fluglevel, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Diesmal hat man lediglich eine andere Steuerungsoption, die aber weder wirklich Spaß macht, noch richtig für Abwechslung sorgt. An zwei Punkten im Spielverlauf, kann man Obelix steuern, der ein Boot schiebt. Beim ersten Mal ist das noch ganz witzig, aber die Steuerung ist dermaßen verhunzt, dass jeglicher Spielspaß flöten geht. Gepaart mit anderen Steuerungsproblemen ist das Spiel nur zu Beginn eine wirkliche Freude. Und dann wäre da noch die Lebensenergie, die in Form von Schilden dargestellt wird, und standardmäßig auf 3 begrenzt ist. Man kann zwar mehr kaufen, allerdings fallen diese wieder auf 3 zurück, wenn man stirbt.
Außerdem fehlt dem Spiel ein Multiplayermodus, denn es würde um einiges mehr Spaß machen, wenn man die Römer zu zweit im Coop-Modus verkloppen könnte, wodurch auch der Schwierigskeitsgrad etwas moderater wäre. Zusätzlich freischaltbare Kombo-Moves haben kaum Wirkung, wenn man sie überhaupt auslösen kann. Trotz mehrerer Versuche hat es bei mir nur in ca. 30% der Fälle auch funktioniert, was für weiteren Frust sorgte.

Obelix als Außenbordmotor

Steuerung:
Das Spiel ist zwar ein klassisches Jump’n’Run, wie bereits die Vorgänger für GameBoy, NES, SNES, Mega Drive, Master System und Game Gear, nutzt aber die Verfolgerperspektive, wie es aus Action-Adventures bekannt ist. Die Kamera bewegt sich dabei immer hinter der Spielfigur, um eine möglichst gute Übersicht zu gewährleisten. Leider funktioniert dies nur bedingt, da die Kamera nicht nur durch den Spieler mithilfe des rechten Analogsticks gesteuert werden kann, sondern auch eigenständig agiert, was leider immer wieder dazu führt, dass sich die Kamera so verstellt, dass man eben leider nichts mehr sieht. Des Weiteren ist die Kamerasteuerung invertiert, was leider auch nicht geändert werden kann, wodurch gerade in hektischen Momenten schnell die Übersicht verloren geht.
Dies spürt man vor allem dann, wenn knifflige Sprungpassagen meistern muss und die Kamera eben nicht so reagiert, wie sie soll. Die Figuren selbst lassen sich zwar recht sicher steuern, und es gibt auch spürbare Unterschiede zwischen Asterix und Obelix, allerdings fallen diese eher marginal aus. Gesprungen wird mit der Kreuz-Taste, bei Wiederholung wird daraus ein Doppelsprung und mit Zaubertrank sogar ein Dreifachsprung. Mit der Dreieck-Taste kann man einen Gegner festhalten, mit Kreis schieben und mit der Viereck-Taste wird zugehauen. Der linke Analogstick steuert die Figur. Aber es gibt auch noch die R- und L-Tasten, die mit Zusatzfunktionen (Befehlen) belegt sind. Diese reichen über Pfeifsignale, um der jeweils nicht vom Spieler gesteuerten Figur den Befehl zu geben Gegner zu schnappen, oder zu schleudern, oder Idefix Gegner angreifen zu lassen, damit diese Waffen oder Schilde fallen lassen und somit besser angreifbar sind.

Bei den Druiden darf gespeichert werden

Grafik:
Was an der Steuerung und dem Gameplay versaut wurde, hat man wohl versucht mit der Grafik wiedergutzumachen. Die Figuren sehen den Comicvorlagen täuschend ähnlich, die Hintergründe sind ebenfalls liebevoll und getreu der Comicvorlage gestaltet und auch die Animationen sehen so aus, wie man sich die Bewegungen anhand der Comiczeichnungen vorstellt. Wenn dann noch der Zaubertrank zum Einsatz kommt und die bekannte Wirkung einsetzt, ist man zumindest optisch direkt im Comicabenteuer gefangen.
Ein Manko, welches bereits angesprochen wurde, ist die mangelnde Abwechslung in der Levelgestaltung. Denn nicht nur im Gameplay ist diese eher dürftig. Auch optisch hat man sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viele Texturen wiederholen sich bereist ab dem zweiten Abschnitt und auch später wirkt der Schnee nur wie weißer Sand. Und dies betrifft nicht nur die Texturen, sondern die gesamte Polygonwelt. Sicher merkt man dem Spiel sein Alter von inzwischen 15 Jahren an, aber für dieses Alter sieht das Spiel immernoch akzeptabel aus. Zumindest wenn man gewisse Abstriche macht.

Die Zwischensequenzen sind auch gelungen. Zumindest optisch.

Sound/Musik:
Anders, als die Grafik geht einem die Musik und der Sound recht schnell auf die Nerven. Die situativ agierende Musik erzeugt oft nur unnötige Hektik, was sehr oft, sehr störend ist. Auch wiederholen sich die Musik und der Sound schnell. Getoppt wird das Ganze nur noch von der eher dürftigen Sprachausgabe. So geben sich die Sprecher zwar durchaus Mühe, wirken aber hin und wieder schon gelangweilt und sind generell einfach nur schlecht besetzt. Selbst über den gesamten Spielverlauf hinweg konnte ich mich nicht an die Sprecher gewöhnen, sodass es immer irgendwie befremdlich wirkt, wenn Asterix, Obelix oder eine andere Figur zu sprechen beginnt.

Okay, und warum habe ich nun das Spiel nur „fast“ durchgespielt. Das größte Manko des Games ist nämlich die Unausgewogenheit im Schwierigkeitsgrad/Gameplay. Eine immerwährende sich wiederholende Aufgabe ist es nämlich, gewisse Mengen an Römern zu beseitigen. Anfangs machen diese „Gruppenschlägereien“ auch noch Spaß. Zumindest so lange, wie die Anzahl zu bewältigen ist. Denn 20, 30, 40 oder auch einhundert Gegner sind möglich, solange diese nicht zu mächtig sind. Sprich einfache Römer sind recht schnell zu besiegen. Kommen aber die großen Legionäre, oder Zenturios mit Schilden und Schwertern, wird es schon schwieriger. Und hier ist auch der Grund. Im letzten Level in Rom erwarten den Spieler 1000 Zenturios und schwergewichtige Legionäre, die Asterix bereits mit wenigen Treffen besiegen können. Das ist fast unlösbar und nachdem sich das Spiel bereits bis hierher „gezogen“ hat, war meine Motivation diese 1000 Gegner im mehr als 50. Versuch zu besiegen, eher gering, bis überhaupt nicht mehr vorhanden. Und dies ist eben besagter Grund. Nachdem ich bereits fast 6 Wochen in das Spiel investiert hatte, wollte ich einfach nicht mehr weitermachen, weil es das Special dadurch erneut nach hinten verschoben hätte.

1000 Gegner besiegen mit nur drei Schilden!

Und so bleibt am Ende ein Spiel, welches im ersten Moment wirklich Spaß macht, dass aber mit jeder weiteren Minute weniger Freude bereitet und ab einem gewissen Punkt sogar frustriert. Auch als eingefleischter Asterix-Fan kann ich das Spiel nicht wirklich empfehlen. Zwar habe ich im Laufe der Recherche für dieses Spiel viele positive Meinungen gefunden, die ich aber nur bedingt teilen kann. Und für Zwischendurch ist das Game sowieso überhaupt nicht geeignet.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2003-2018 Les Edition Albert/René / Atari

Die bisherigen Review-Specials:

  1. Asterix der Gallier
  2. Die goldene Sichel
  3. Asterix und die Goten
  4. Asterix als Gladiator
  5. Tour de France
  6. Asterix und Kleopatra
  7. Der Kampf der Häuptlinge
  8. Asterix bei den Briten
  9. Asterix und die Normannen
  10. Asterix als Legionär
  11. Asterix und der Avernerschild
  12. Asterix bei den Olympischen Spielen
  13. Asterix und der Kupferkessel
  14. Asterix in Spanien
  15. Streit um Asterix
  16. Asterix bei den Schweizern
  17. Die Trabantenstadt
  18. Die Lorbeeren des Cäsar
  19. Der Seher
  20. Asterix auf Korsika
  21. Das Geschenk Cäsars
  22. Die grosse Überfahrt
  23. Obelix GmbH & Co. KG
  24. Asterix bei den Belgiern
  25. Der grosse Graben
  26. Die Odyssee
  27. Der Sohn des Asterix
  28. Asterix im Morgenland
  29. Asterix und Maestria
  30. Obelix auf Kreuzfahrt
  31. Asterix und Latraviata
  32. Asterix plaudert aus der Schule
  33. Gallien in Gefahr
  34. Asterix & Obelix feiern Geburtstag
  35. Asterix & Friends (Browsergame)
  36. Asterix der Gallier (Film)
  37. Asterix (Gameboy/NES)
  38. Asterix in Novaesium
  39. Asterix und Kleopatra (Film)
  40. Asterix (SNES)
  41. Gallische Geschichten mit Asterix und Obelix
  42. Asterix & Obelix (Gameboy)
  43. Asterix erobert Rom (Film)
  44. Asterix erobert Rom – Das Buch zum Film (Album, Neuauflage)
  45. 12 Prüfungen für Asterix
  46. Asterix and The Great Rescue (Sega Mega Drive)
  47. Asterix – Sieg über Cäsar (Film)
  48. Uderzo von seinen Freunden gezeichnet
  49. Asterix – The Great Rescue (Game Gear/Master System)
  50. Uderzo – Der weite Weg zu Asterix
  51. Asterix & Obelix (SNES)
  52. Asterix bei den Briten (Film)
  53. Asterix – Streit um Gallien (Playstation)
  54. Asterix bei den Pikten
  55. Asterix – Die Trabantenstadt (3DS)
  56. Asterix in Italien
  57. Die Trabantenstadt (Limitierte Sonderausgabe)
  58. Asterix – Operation Hinkelstein (Film)
  59. Asterix bei den Belgiern (Limitierte Sonderausgabe)
  60. Asterix Review Special (60): Asterix and the Secret Mission (Game Gear)
  61. Der Papyrus des Cäsar
  62. Asterix in Amerika (Film)
  63. Die hysterischen Abenteuer von Isterix

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