Life is Strange Band 1: Staub [Panini, August 2019]

Life is Strange basiert auf dem sehr erfolgreichen Game aus dem Hause  Square Enix. Der erste Teil hat mich sehr fasziniert. Der zweite Teil war für mich auch in Ordnung, hat sich jedoch nach meinem Empfinden sehr in die Länge gezogen. Ich habe für den zweiten Teil gefühlt sehr lange gebraucht, bis ich das Ende erreichte. Dennoch schafft es Life is Strange (nicht nur durch einen fantastischen Soundtrack) zu begeistern. Das liegt ganz besonders daran, dass sich die Entwickler Zeit für Emotionen und Charakterentwicklung lassen. Sie entschleunigen das Spiel gewaltig und lassen wichtige Entscheidungen (welche das Spiel enorm beeinflussen können) den Spieler treffen. So knüpft der erste Comic an eine der zwei gravierenden Enden des ersten Games an. Als Leser hat man quasi das Gefühl, mitten im Spiel zu sein. Viel Spaß mit Staub 😉

Life is Strange Band 1: Staub

Autor: Emma Vieceli
Zeichner: Claudia Leonardi, Andrea Izzo (Farben)
Format: Softcover
Umfang: 116
Inhalt: US: Life is Strange (2018) 1-4
Verlag: Panini
Preis: 15,00 Euro

Es macht definitiv Sinn, erst den grandiosen ersten Teil gespielt zu haben, ehe man sich mit dem Comic befasst. Der Band setzt nahtlos an eines der Enden des ersten Teils an. Den zweiten Teil sollte man natürlich auch gezockt haben, ist aber für das Verständnis der Spielmechanik und dem Gesamtgeschehen in dem Comic nicht ganz so wichtig. Max und Chloe haben neue Freunde in einer neuen Stadt gefunden. Ein Jahr nach der Katastrophe in Arcadia Bay, kehren sie jedoch gemeinsam zurück an den Ort, wo alles begonnen hat.
Bis es dazu kommt, muss sich der Leser jedoch sehr viel Emotionen und Gesprächen der beiden stellen. Was wäre wenn, wieso ist alles meine Schuld, gibt es verschiedene Realitäten bzw. Zeitebenen und kann Max überhaupt noch bewusst die Zeit zurückspulen? Das alles ist etwas langwierig erzählt, jedoch bringt das die beiden Hauptprotagonisten in ein sehr emotionales Licht. Die neuen Freunde (eine Musiker Band) bleiben zumindest in diesem Band noch etwas blass. Über die Band und ihre persönlichen Beziehungen und Bedürfnisse untereinander erfährt man nicht sehr viel. Deutlich wird durch das ganze Chaos in Arcadia Bay, dass etwas wieder in Ordnung gebracht werden muss. Nicht nur die Vergangenheit muss geradegerückt werden, sondern auch die Gegenwart bzw. die Zukunft. So kann Max immer wieder sehen, was in der Vergangenheit passiert ist oder was passiert wäre, wenn damals alles einen anderen Verlauf genommen hätte. Max und Chloe begegnen diesen Geschehnissen sehr intensiv in Arcadia Bay. Der Comic nimmt viel Bezug auf den ersten Teil. Viele Schlüsselszenen aus dem ersten Spiel werden in dem Comic aufgearbeitet und auch Rachel Amber scheint nicht vergessen zu sein. So hat man einfach das Gefühl, man spielt einen weiteren Teil, doch es ist nur ein Comic. Passend dazu schaffen es die Autoren und Zeichner, ein grandioses Setting zu erstellen. Die Zeichnungen und Farben sind nah am Game entlang gehalten. Strich und Hintergründe sind einfach gehalten, genau passend für das Life is Strange Feeling.

Freunde sind einander da

Freunde sind einander da

Der klare kühle Strich vermittelt ein konstantes Wohlergehen beim Ansehen und Lesen der Geschichte. Ich bleibe definitiv am Ball der Reihe, jedoch möchte ich auch loswerden, dass der Comic insgesamt eine Mischung der beiden Spiele für mich darstellt. Ich meine damit, dass er sich einfach in die Länge zieht, viel geredet wird und viel erklärt wird, ehe es dann endlich in Arcadia Bay losgeht. Doch auch in Arcadia Bay wird weiterhin viel geredet und versucht zu erklären, was irgendwie den Band wie das zweite Spiel erscheinen lässt. Ich möchte es einfach mal so ausdrücken: Der Comic ist ähnlich wie ein zähflüssiges Kaugummi, welches erst nach „gefühlten Stunden kauen“ seine volle Kraft entfaltet …
Abschließend bleibt für mich ein gelungener Comic, der mich bewegt und irgendwie anregt, jedoch auch etwas langwierig im Gesamtkonzept (viel Gerede um eigentlich immer das Gleiche, nämlich was wäre wenn die Zeit anders verlaufen wäre und ich hätte etwas ändern können …) erscheint. Für den nächsten Band würde ich mir dann entsprechend eine etwas mehr vorantreibende auf den Punkt gebrachte Story wünschen, die es schafft, dennoch ruhig und langsam den Protagonisten genug Zeit für persönliche Entfaltung zu lassen und nicht immer und immer wieder ein und dasselbe zu besprechen bzw. zu erörtern. Kennt ihr das, wenn man etwas „tot redet“? Manchmal habe ich mich so gefühlt. Vielleicht ist es aber auch etwas schwer, wenn man nicht mehr Teenager ist, das alles so nachzuvollziehen (die vielen Gefühle zu besprechen) … Somit ist die Zielgruppe, ähnlich wie beim Spiel auch, junge Erwachsene und Teenager. Emotional gut gemachte Games, emotional gut gemachter Comic 😉

Copyright aller verwendeten Bilder © 2018(-2019) Panini / Titan Comics / Publisher und Entwickler – Square Enix, Dontnod / Emma Vieceli, Claudia Leonardi, Andrea Izzo

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