Incoming! (Variant Cover-Edition) [Panini/Marvel, Juni 2020]

Endlich habe auch ich den Prolog zum kommenden Marvel-Crossover Empyre gelesen. Auf 100 Seiten wird dem Leser der aktuelle Stand der jeweiligen Helden Teams kurz und knapp näher gebracht. Es wird eine Bedrohung auf viele Helden des Marvel Universums zukommen, welche erneut in typischer Crossover Manier die einzelnen Heftserien und Welten beeinflussen wird. So befindet sich in diesem Heft eine Rahmenhandlung (ein seltsamer Mordfall), welche als verbindendes Element die einzelnen Heldentruppen auf eine noch größere Bedrohung aufmerksam macht. Wie mir das Ganze so gefallen hat und ob mich die Story und ihr Aufbau begeistern konnten, erfahrt ihr hier in meinem Bericht dazu. Bevor es jedoch mit dem Crossover richtig losgeht, erscheint zuvor noch Empyre – Die Vorgeschichte, welche wahrscheinlich tiefgründiger als Incoming! die Geschichte und aktuelle Lage der Kree und Skrulls beleuchtet. Seid gespannt auf das, was da noch kommt.

Incoming! (Variant Cover-Edition)

Weiterlesen

Shadowland Special (Daredevil #9 & #10, Shadowland Special) [Panini, Juli bis August 2011]

Heute will ich mich dem Shadowland-Event aus der Daredevil-Reihe widmen. Ist sein schlechter Ruf gerechtfertigt, oder ist es vielleicht sogar besser als sein Ruf?

Daredevil #9: Shadowland #1

Bullseye war schon immer ein rotes Tuch für Matt Murdock. Nicht nur, dass er Elektra getötet hat, auch Matts große Liebe Karen Page hat er auf dem Gewissen. Als er dann aber auch noch einen Wohnblock dem Erdboden gleichmacht und dabei über 100 Menschen ihr Leben verlieren, sieht Daredevil nur noch eine Möglichkeit. Er wird das neue Oberhaupt der Hand, errichtet einen Tempel auf den Ruinen des Wohnblocks und versucht so mit eiserner Hand sein Viertel, Hells Kitchen, sicherer zu machen.

Kaum das Matt es geschafft hat die Cops aus Hells Kitchen fernzuhalten, dann das Kriegsrecht ausgerufen hat und somit der Hand die Möglichkeit gegeben hat das Viertel zu kontrollieren, kommt Bullseye wieder zurück um sich dem neuen Herrscher gegenüberzustellen und ihn herauszufordern. Lord Daredevil, wie sich Matt inzwischen nennt, ist alles andere als erfreut und es kommt zum Kampf infolge dessen Matt eine verhängnisvolle Entscheidung trifft. Auch seine alten Freunde Foggy, Spider-Man, Luke Cage und Danny Rand kommen von nun an nicht mehr an Matt heran. Etwas hat sich seines Geistes bemächtigt und droht Unheil über die ganze Welt zu bringen …

Shadowland beginnt mit einem Paukenschlag. Und wenn ich ganz ehrlich bin, war diese Aktion von Matt schon längst überfällig. Das soll jetzt nicht falsch gewertet werden. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Gewalt zur Lösung eines Konfliktes, doch manchmal muss man leider den Weg wählen, der für das gesellschaftliche Leben das geringere Übel darstellt. Aber die Frage hierbei bleibt noch offen, ob denn die Entscheidung von Matt denn wirklich das Problem gelöst hat, oder dieses einfach nur verlagert wurde.

Andy Diggle schafft es, mich sofort in den Bann zu ziehen, wenngleich ich auch sagen muss, dass mir die reinen Shadowland-Ausgaben einen Tick weit besser gefallen als die Daredevil-Ausgaben, die sich mit Shadowland befassen. Dies liegt zum einen an den Zeichnungen, die bei Shadowland 1 bis 3 einfach einen Tick dynamischer sind, was im Übrigen auch für den Storyaufbau zutrifft, während Daredevil 508 und 509 zwar zeichnerisch wirklich schön anzusehen sind, dafür aber auch wesentlich statischer wirken. Bei Daredevil 510, für das Marco Checchetto den Zeichenstift geschwungen hat, sieht es schon wieder ein wenig anders aus. Diese Ausgabe ist eine gelungene Mischung aus beidem.

Shadowland Special

Mit diesem Special werden ein paar interessante Lücken geschlossen und Hintergrundinfos zum Event geliefert. Der Leser erlebt wie Bullseye bei einer fadenscheinigen und gestellten Beerdigung als ehrenvoller Mann bestattet werden soll, und auch wie Ben Urich da mit drin hängt. Außerdem erfahren wir wie Elektra in die Geschichte passt und was ihre Beweggründe sind sich an Matts Seite zu stellen. Auch der vom Kingpin angeworbene Ghost Rider erhält ein Special in dem Er sich versucht von dem Einfluss der Hand, der ihm durch den Kingpin aufgedrückt wurde. Und auch Spider-Man, der sich in Daredevil 9 von der Versammlung der Helden entfernt hat, will sein ganz eigenes Problem mit Mr. Negative und seinen Männern beseitigen.

Um das eigentliche Event verfolgen zu können, ist dieser Band, genau wie die Monster-Edition nicht notwendig. Das muss man ganz klar sagen, aber ich muss auch zugeben das einige der Hintergründe und auch die Zeichnungen sehr wohl zu gefallen wissen. Wieso einige? Nunja. Leider ist die Qualität eher durchwachsen. Während das Bullseye-Special noch guter Durchschnitt ist und sowohl grafisch als auch storytechnisch noch zu überzeugen weiß, fällt das darauf folgende Elektra-Special schon ein wenig ab. Die Geschichte kann mich überhaupt nicht überzeugen und wirkt ziemlich konfus, dafür sind die Zeichnungen durchaus gelungen. Emma Rios die hier den Zeichenstift schwingt, schafft es eine Atmosphäre zu erschaffen wie seinerzeit Miller bei der Elektra-Saga.

Für das anschließende Ghost Rider-Special sind als Autor Rob Williams und als Zeichner der durch die beiden Carnage-Miniserien und die Universe-Miniserie zusammen mit Paul Jenkins bekannte Clayton Crain verantwortlich. Dieses Special kann mich leider überhaupt nicht überzeugen. Wo mir Crain bei Universe oder der ersten Carnage Mini noch sehr gut gefallen hat, finde ich ihn hier einfach nur hässlich. Abgesehen von 3 bis 4 Panels, die wirklich atemberaubend aussehen, ist der Rest nur noch unterster Durchschnitt. Da fehlen die Dynamik und die Energie. Alles wirkt statisch und einfach lieblos hingeklatscht. Das finale Spider-Man-Special hat vor allem eines. Viel Action und noch mehr Humor. Aber ansonsten ist es wieder nur Durchschnitt. Dan Slott liefert zwar eine unterhaltsame Story ab, aber an wirklich essenziellen Elementen fehlt es, denn anders als das Bullseye-Special liefert es nur eine Zwischengeschichte ab und liefert absolut keine neuen Hintergrundinfos oder neue Blickwinkel.

Daredevil #10: Shadowland #2

Mit dem Tod von Bullseye begann Daredevils tragischer Abstieg in die Dunkelheit. Selbst seine Freunde, die ihm zu Hilfe eilen wollten, wurden vom neuen dämonischen Daredevil und seiner Armee der Hand niedergestreckt. Und als ob das noch nicht reichen sollte, fällt auch Hells Kitchen dem Wahnsinn anheim, als sich die Bürger gegenseitig an die Kehle gehen. Aber einen Trumpf haben die Helden noch im Ärmel. Nur wie geht es weiter, wenn sie es wirklich schaffen Daredevil zu besiegen? Wird Matt diese Prozedur überleben und was wird aus Hells Kitchen ohne seinen Beschützer? Fragen über Fragen …

Das Finale von Shadowland hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Zum einen ist es keine wirkliche Überraschung und einen wirklich neuen Status Quo bekommt man auch noch nicht geboten. Zwar gibt es eine gewisse Neuorientierung aber man merkt schon jetzt, dass dies nicht von Dauer sein wird. Foggy bekommt seine Anwaltslizenz wieder und der Kingpin macht sich erneut auf Hells Kitchen zu erobern und zu unterjochen. Alles irgendwie so, wie es schon immer war.

Wo bleiben die Ideen etwas Neu zu gestalten und neue Charaktere einzuführen, die massive Auswirkungen auf das Umfeld der Hauptfiguren haben? Marvel schafft es leider nicht wirklich diese Spannung und diese Wissbegierigkeit in dieser Ausgabe so zu bündeln, als dass man sich unbedingt die nächste Ausgabe kaufen müsste.

Zeichnerich bleibt der Band auf dem Niveau von Ausgabe Nummer Neun mit dem Start von Shadowland. Billy Tan der die Shadowland-Ausgaben zeichnet ist routiniert und bringt die notwendige Dynamik sehr zu Papier. Auch Marco Checchetto darf wieder einmal ran und schafft es auch diesmal mich zu überzeugen. Seine dunkle und fast schmutzige Art passt ideal zum vorletzten Kapitel des Bandes. Fast gleichauf ist auch Roberto De La Torre dessen ebenfalls düsterer Stil die Verzweiflung die in dem Band mitschwingt fast greifbar visualisiert.

FAZIT:

Zusammenfassend ist Shadowland leider nur ein Solohelden-Event von vielen. Kurzweilig, mit ordentlichen Zeichnungen und der Einbindung einiger bekannten und weniger bekannten Helden. Aber was bleibt, nach Shadowland? Bei mir persönlich nicht viel. Ja, es hat Spaß gemacht, und ebenfalls Ja für die Zeichnungen, zumindest zu größten Teil. Aber ein klares Nein zum Gesamtstorybild und das, was es bewirkt hat. Denn da bleibt nicht viel. Vielmehr wirkt es so als wolle man ein paar Fehler der Vergangenheit ausbügeln, ähnlich „One Moment in Time“ (auf deutsch bei Panini als „Ein besonderer Augenblick“ erschienen), in dem auch einiges korrigiert wurde, oder wenigstens versucht.

Daher kann ich persönlich Shadowland auch nur bedingt empfehlen. Als reine Unterhaltung erfüllt es seinen Zweck, wenngleich ich der Meinung bin, dass es weitaus bessere Comics gibt, mit der man die gleiche Zeit gehaltsamer verbringen kann. Aber für einen seichten und entspannenden Ausgleich und als Ausklang eines stressigen Tages ist es sehr gut geeignet.

„Daredevil #9: Shadowland #1“ bei Panini bestellen.
„Daredevil #9: Shadowland #1“ bei Amazon bestellen.
„Daredevil #10: Shadowland #2“ bei Panini bestellen.
„Daredevil #10: Shadowland #2“ bei Amazon bestellen.
„Shadowland Special“ bei Panini bestellen.
„Shadowland Special“ bei Amazon bestellen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2010/2011 Marvel & Subs. / Panini Comics