The Homeland Directive [Carlsen, Januar 2013]

Für die heutige Review möchte ich mich ganz herzlich bei Carlsen Comics für die Bereitstellung dieses Bandes als Rezensionsexemplar bedanken. Dieser Comic ist wirklich etwas besonderes. Warum? Das erfahrt ihr in dieser Review …

The Homeland Directive

Anfangs scheint es noch eine normale Grippe zu sein. Doch schnell entwickelt sich daraus eine tödliche Epidemie, an deren Ende Millionen von Amerikanern sterben könnten. Was ist die Ursache, und in welchem Zusammenhang stehen der kürzlich ermordete Dr. Ari Musa und seine Kollegin Dr. Laura Regan, beide Mitarbeiter des Centers for Disease Control and Prevention, mit diesem möglichen Anschlag? Als aber Dr. Regan plötzlich von einer Gruppe abtrünniger Regierungsagenten entführt wird, welche ihr eine unfassbare Geschichte offenbaren, wird es immer mysteriöser. Ist dieser Terroranschlag auf das amerikanische Volk vielleicht sogar eine Aktion der eigenen Regierung? Und wie weit steckt der Präsident in dieser Verschwörung mit drin? Der Gruppe bleibt nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen, da ihnen auch das FBI und andere Organisationen der Regierung dicht auf den Fersen sind …

Die Epidemie breitet sich aus.

Die Epidemie breitet sich aus.

The Homeland Directive ist ein Comic-gewordener Kinofilm. Atmosphärisch dicht, spannend und voller Action. Auch wenn die Handlung schon ab der Hälfte vorhersehbar ist, wird es dennoch nicht langweilig. Robert Venditti schafft ein Szenario, welches sich bewusst dem Zitat von Benjamin Franklin: „Wer bereit ist, grundlegende Freiheiten aufzugeben, um kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“ bedient. Denn dieses Zitat fasst die Geschehnisse sehr treffend zusammen. Einziges Problem sind einige der auftretenden Figuren. So bleiben unter anderem der FBI Special Agent John Carson, als auch der Homeland Security Secretary Albert Keene und seine Stabschefin, trotz nicht gerade unwichtiger Rollen eher eindimensional und flach. Kaum Persönlichkeit und kaum Emotionen. Dass es aber auch anders, und vor allem besser, geht, zeigen die Ausarbeitungen der Persönlichkeiten von Dr. Laura Regan und Gene Robillard vom United States Secret Service.

Ein Mord im Auftrag der Regierung.

Ein Mord im Auftrag der Regierung.

Visuell ist dieser Band sehr schwer zu beschreiben. Denn Zeichner Mike Huddleston bedient sich sehr verschiedener Stile, Farbgebungen, Zeichen- und Hilfsmittel um ein außergewöhnliches Leseerlebnis zu schaffen. Während beispielsweise im Oval Office des Präsidenten noch grobe Bleistiftskizzen mit Radierungen überzeugen, dominieren in der nächsten Szene, im Büro des Secretary der Homeland Security, bereits starke Tuschelinien, Rasterfolien und Fotoelemente. Farben werden in diesem Band eher dezent eingesetzt, wenn man von ein paar wenigen Ausnahmen absieht. So wird eine Szene bei einer Veranstaltung mit geradezu psychedelischen Farben untermalt. Immer sind die Farben eine Unterstützung der jeweiligen Situation und wirken trotz ungewöhnlicher Farbgebung und -mischung in sich stimmig. Einzig die Tatsache, dass die Perspektiven gelegentlich arg überzogen sind, stört das eigentlich eher realistische Gesamtbild merklich.

Gespräche im Oval Office gehören zur Tagesordnung.

Gespräche im Oval Office gehören zur Tagesordnung.

FAZIT:

Mit The Homeland Directive liefern Autor Robert Venditti und Zeichner Mike Huddleston ein grandioses Werk ab, das sich mit seiner Story und der grafischen Umsetzung nicht vor den großen Hollywood-Kino-Blockbustern verstecken braucht. Sowohl die Geschichte als auch das Artwork bildet ein gelungenes Gesamtwerk und fesseln den Leser von der ersten Seite an. Auch wenn es einige kleinere Kritikpunkte gibt, an denen beide Künstler noch arbeiten sollten, ist es schnell möglich, sich in der Geschichte zurechtzufinden, und zu verlieren.
Dieser spannende Thriller ist eine Empfehlung an alle, die etwas Außergewöhnliches suchen, und sich nicht vor einer Geschichte mit Verrat am eigenen Volk, einer Handvoll Action und, zumindest teilweise, gut ausgearbeiteten Figuren, scheuen.

Dr. Laura Regan auf der Flucht vor der Regierung, mit Agenten der Regierung.

Dr. Laura Regan auf der Flucht vor der Regierung, mit Agenten der Regierung.

„The Homeland Directive“ bei Carlsen Comics bestellen.
„The Homeland Directive“ bei Carlsen Comics bestellen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012/2013 Top Shelf Productions / Carlsen Comics

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 11) – Die Comics von ToonFish und Splitter

Mit der heutigen Review endet mein kleiner Gratis Comic Tag 2012-Marathon. In den letzten 11 Tagen habe ich alle 30 Comics des diesjährgen Gratis Comic Tages reviewt und ich hoffe ihr hattet ein wenig Freude daran, oder habt eventuell ein paar Serien für euch entdecken können. Für mich persönlich war dieser Gratis Comic Tag wieder sehr interessant und spannend, weil es Hefte gab die ich so aus meinem Bauchgefühl wohl niemals mitgenommen hätte, mich dann aber doch Schlussendlich überraschen konnten. Doch bevor ich jetzt ein Fazit ziehe sind erstmal die Hefte von Splitter und dessen Imprint ToonFish dran. Das endgültige Fazit kommt dann am Wochenende mit einer Zusammenfassung…

Die Welt der Schlümpfe: Gargamel und die Schlümpfe (Gratis Comic Tag 2012)

Drei Geschichten aus der „Welt der Schlümpfe“ präsentiert Splitters Imrpint ToonFish in diesem Jahr.
Zuerst versucht Gargamel einen Oger davon zu überzeugen das Schlümpfe das leckerste auf der Welt sind und will ihm dann auch noch zeigen wo er welche findet. Doch der Oger hat da so seinen eigenen Weg und auch die Schlümpfe sehen nicht tatenlos zu wie der Oger fast zielgerichtet gen Dorf spaziert…
In der zweiten Geschichte lässt sich ein riesiger Vogel auf Gargamels Schornstein nieder und das will der bösartige Zauberer natürlich nicht zulassen. Doch der Vogel will sich nicht verjagen lassen. Als er dann auch noch ein Junges bekommt sieht Gargamel nur eine Möglichkeit, jedoch nicht ohne von Schlumpfine und Schlaubi beobachtet zu werden…
Als letztes erhält Gargamel Besuch von seinen drei kleinen Neffen und will diese natürlich auch sofort zu erfolgreichen Schlumpfjägern trainieren. Als die Vier sich also aufmachen Schlümpfe zu jagen kommt es zu einem kleinen Zwischenfall infolgedessen die drei kleinen Neffen sogar im Schlumpfdorf landen…
FAZIT:
Wie schon im letzten Jahr ist auch dieses Heft wieder eine fast nostalgische Reise in die eigene Jugend. Mit drei neuen (bisher unveröffentlichten) Geschichten macht ToonFish Appetit auf mehr. Mehr Gargamel, mehr Humor, mehr Azrael und vor allem mehr Schlümpfe. Und auch wenn inzwischen Peyos Neffe mitsamt einer Vielzahl von Künstlern an den Abenteuern sitzt ist der Charme noch immer der gleiche.
Nicht nur für Kinder gilt, dass man mit den Schlümpfen einfach nicht viel falsch machen kann. Es sei denn man kann den kleinen blauen Wichten so überhaupt nichts abgewinnen.

Zombies #0: Tod und Agonie (Gratis Comic Tag 2012)

Manchmal (vor allem nach vielen erfolgreichen Jahren) ist ein Schauspieler nichts mehr wert. So ähnlich geht es auch dem früher sehr erfolgreichen Horrordarsteller Serge Lapointe, der mit diversen Zombiefilmen erfolgreich war. Doch nun ist sein Stern verglüht und der alternde Star tingelt von einem Filmfestival zum anderen.
Aktuell befindet er sich in Russland und versucht wenigstens noch ein wenig im Erfolg seiner vergangenen Filme zu baden. Sogar eine wilde Nacht mit einer heißen Blondine ist noch drin. Doch diese entpuppt sich zu seinem Entsetzen als Nutte und will 800 Dollar für die letzte Nacht. Aber das ist nicht Serges einziges Problem. Denn als er aus dem Fenster seines Hotelzimmers schaut muss er feststellen das die Stadt von Zombies überrannt wurde.
Von nun an beginnt ein Kampf auf Leben und Tod, und dem Versuch diese Hölle lebendig hinter sich zu lassen. Doch dazu muss Serge erstmal zum Flughafen Pulkowo kommen und von dort einen Flug erwischen…
FAZIT:
Zombies, Epidemien, Pandemien und Viren überall. Nach „The Walkind Dead“ aus den USA und „Die Toten“ aus Deutschland gibt es nun auch „Zombies“ aus Frankreich. Und was haben alle drei Serien gemeinsam? Ganz einfach. Sie sind würdige Vertreter dieses Genres. Denn auch „Zombies“ macht da keine Ausnahme und weiß mit tollen Bildern und einer dichten atmosphärischen Geschichte zu überzeugen. Auch der Humor kommt bei dieser doch eher tragischen Geschichte nicht zu kurz. Seien es die kleinen Anspielungen auf das offensichtlich große Vorbild „The Walking Dead“ oder die vielen kleinen anderen Seitenhiebe auf die Zombiefilme, -romane und -comics.
Wer mit Zombies und/oder einer der oben genannten Serien klar gekommen ist und gefallen daran gefunden hat, der ist auch bei dieser Reihe bestens bedient.

Thorgal: Das verschollene Langboot/Tjahzis Tränen (Gratis Comic Tag 2012)

Zwei abgeschlossene Geschichten rund um den nordischen Helden Thorgal präsentiert Splitter dieses Jahr in seinem zweiten Gratis Comic Tag-Beitrag.
Zuerst erleben die Mannen um Leif Haraldson und Gandalf eine furchtbare Schifffahrt durch einen gefährlichen Sturm. Als Gandalf auch noch Leif vorwirft seine Männer gezielt in den Tod zu schicken, kommt es zum Streit infolge dessen Leif an den Mast gefesselt wird und als Menschenopfer die Götter besänftigen soll…
In der zweiten Geschichte trifft Aaricia einen blinden Gott. Es handelt sich dabei um den eher unbekannten Gott Vigrid der um sich einen Namen zu machen auf Midgard gekommen ist um Heldentaten zu vollbringen. Doch gleich nach seiner Ankunft fällt er dem Riesen Hrun in die Hände, dem Hüter des Eises, und dieser stiehlt dem arglosen Gott sein Augenlicht. Nun versucht Aaricia dem blinden Vigrid zu helfen nach Asgard zurück zu kehren…
FAZIT:
Thorgal bietet sehr gute Unterhaltung in der Welt der nordischen Sagen- und Mythologiewelt. Sowohl storytechnisch als auch zeichnerisch bewegt sich das gesamte Heft auf sehr hohem Niveau. Die Geschichten sind atmosphärisch, dicht und wissen auch mit gezieltem Humor und Emotionen zu überzeugen. Grafisch sind beide Geschichten sehr gelungen und glänzen mit sehr detaillierten Zeichnungen und stimmungsvoller Farbgebung.
Auch mich, der sonst eher weniger mit nordischen Göttern und Wikingergeschichten anfangen kann, haben die beiden Geschichten überzeugt. Wenn man bedenkt das meine bisherigen Berührungspunkte mit nordischer Mythologie sich nur auf Marvels Thor bezogen hat, ist dies eine ganz klare Weiterentwicklung. Ich persönlich werde die Serie auf jeden Fall mal ins Auge fassen.

Die letzte Gratis Comic Tag-Review ist beendet und auch diesmal bedanke ich mich beim Comic Attack in Erfurt für den Komplettsatz an Gratis Comics. Wenn euch meine Reviews gefallen habe oder ihr Kritik und Verbesserungsvorschläge habt, dann haut sie ruhig in die Kommentare oder mailt mir an Blogmail. Am Wochenende wird es dann noch eine Zusammenfassung und ein Fazit zum Gratis Comic Tag geben.