Mein aktueller Serienstand

Früher habe ich mich lange gegen Serien gesträubt. Es hat seine Zeit gebraucht, bis der Reiz von Serien mich befangen hat. Angefangen bin ich damals mit Prison Break. Das hat mich damals umgehauen, die Spannung, die Action und die haarsträubenden Wendungen in der Handlung. Hinzu gesellte sich etwas später Breaking Bad. Hierzu muss ich wohl nicht mehr viele Worte verlieren, eine der besten Serien überhaupt, findet ihr nicht? Ich muss leider gestehen, dass ich es noch nicht geschafft habe, Better Call Saul zu schauen. Hoffentlich werde ich das bald nachholen.
Was habe ich daraus gelernt, fängt man einmal mit guten Serien an, kommt man nicht mehr davon los. Leider ist der Serienmarkt auch mit schlechten oder gar mittelmäßigen Serien derzeit überflutet. Dieser Umstand erschwert es zeitweise, gute von schlechten Serien zu unterscheiden. So kommt es auch mal vor, dass man eine Serie beginnt und dann mittendrin aufhört, sie weiterzuschauen. 

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The Homeland Directive [Carlsen, Januar 2013]

Für die heutige Review möchte ich mich ganz herzlich bei Carlsen Comics für die Bereitstellung dieses Bandes als Rezensionsexemplar bedanken. Dieser Comic ist wirklich etwas besonderes. Warum? Das erfahrt ihr in dieser Review …

The Homeland Directive

Anfangs scheint es noch eine normale Grippe zu sein. Doch schnell entwickelt sich daraus eine tödliche Epidemie, an deren Ende Millionen von Amerikanern sterben könnten. Was ist die Ursache, und in welchem Zusammenhang stehen der kürzlich ermordete Dr. Ari Musa und seine Kollegin Dr. Laura Regan, beide Mitarbeiter des Centers for Disease Control and Prevention, mit diesem möglichen Anschlag? Als aber Dr. Regan plötzlich von einer Gruppe abtrünniger Regierungsagenten entführt wird, welche ihr eine unfassbare Geschichte offenbaren, wird es immer mysteriöser. Ist dieser Terroranschlag auf das amerikanische Volk vielleicht sogar eine Aktion der eigenen Regierung? Und wie weit steckt der Präsident in dieser Verschwörung mit drin? Der Gruppe bleibt nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen, da ihnen auch das FBI und andere Organisationen der Regierung dicht auf den Fersen sind …

Die Epidemie breitet sich aus.

Die Epidemie breitet sich aus.

The Homeland Directive ist ein Comic-gewordener Kinofilm. Atmosphärisch dicht, spannend und voller Action. Auch wenn die Handlung schon ab der Hälfte vorhersehbar ist, wird es dennoch nicht langweilig. Robert Venditti schafft ein Szenario, welches sich bewusst dem Zitat von Benjamin Franklin: „Wer bereit ist, grundlegende Freiheiten aufzugeben, um kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“ bedient. Denn dieses Zitat fasst die Geschehnisse sehr treffend zusammen. Einziges Problem sind einige der auftretenden Figuren. So bleiben unter anderem der FBI Special Agent John Carson, als auch der Homeland Security Secretary Albert Keene und seine Stabschefin, trotz nicht gerade unwichtiger Rollen eher eindimensional und flach. Kaum Persönlichkeit und kaum Emotionen. Dass es aber auch anders, und vor allem besser, geht, zeigen die Ausarbeitungen der Persönlichkeiten von Dr. Laura Regan und Gene Robillard vom United States Secret Service.

Ein Mord im Auftrag der Regierung.

Ein Mord im Auftrag der Regierung.

Visuell ist dieser Band sehr schwer zu beschreiben. Denn Zeichner Mike Huddleston bedient sich sehr verschiedener Stile, Farbgebungen, Zeichen- und Hilfsmittel um ein außergewöhnliches Leseerlebnis zu schaffen. Während beispielsweise im Oval Office des Präsidenten noch grobe Bleistiftskizzen mit Radierungen überzeugen, dominieren in der nächsten Szene, im Büro des Secretary der Homeland Security, bereits starke Tuschelinien, Rasterfolien und Fotoelemente. Farben werden in diesem Band eher dezent eingesetzt, wenn man von ein paar wenigen Ausnahmen absieht. So wird eine Szene bei einer Veranstaltung mit geradezu psychedelischen Farben untermalt. Immer sind die Farben eine Unterstützung der jeweiligen Situation und wirken trotz ungewöhnlicher Farbgebung und -mischung in sich stimmig. Einzig die Tatsache, dass die Perspektiven gelegentlich arg überzogen sind, stört das eigentlich eher realistische Gesamtbild merklich.

Gespräche im Oval Office gehören zur Tagesordnung.

Gespräche im Oval Office gehören zur Tagesordnung.

FAZIT:

Mit The Homeland Directive liefern Autor Robert Venditti und Zeichner Mike Huddleston ein grandioses Werk ab, das sich mit seiner Story und der grafischen Umsetzung nicht vor den großen Hollywood-Kino-Blockbustern verstecken braucht. Sowohl die Geschichte als auch das Artwork bildet ein gelungenes Gesamtwerk und fesseln den Leser von der ersten Seite an. Auch wenn es einige kleinere Kritikpunkte gibt, an denen beide Künstler noch arbeiten sollten, ist es schnell möglich, sich in der Geschichte zurechtzufinden, und zu verlieren.
Dieser spannende Thriller ist eine Empfehlung an alle, die etwas Außergewöhnliches suchen, und sich nicht vor einer Geschichte mit Verrat am eigenen Volk, einer Handvoll Action und, zumindest teilweise, gut ausgearbeiteten Figuren, scheuen.

Dr. Laura Regan auf der Flucht vor der Regierung, mit Agenten der Regierung.

Dr. Laura Regan auf der Flucht vor der Regierung, mit Agenten der Regierung.

„The Homeland Directive“ bei Carlsen Comics bestellen.
„The Homeland Directive“ bei Carlsen Comics bestellen.

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