Ewiger Himmel: Ein Schweizer in Amerika (Luxus Ausgabe) [Virtual Graphics, Mai 2013]

Dominik_AVADiese tragisch-komische Graphic Novel ist der Beweis dafür, dass das Leben immer noch die interessantesten Geschichten schreibt.

Ein fesselnder neuer, autobiografischer Comic von David Boller.

Inhalt:

1992 wanderte der Schweizer David Boller nach Amerika aus, um professionell Comics zu zeichnen. Ein einfaches Ziel entfaltete sich in ein sechzehn Jahre langes Abenteuer, bevölkert von exzentrischen Figuren und begleitet von Triumphen und Niederlagen, die sein Leben nachhaltig beeinflusst haben. David erzählt von seinen Erfahrungen in der amerikanischen Comic-Industrie, wie er seine Frau Rachel, Tochter eines bekannten Malers, kennenlernt und er ihr schlussendlich das Leben rettet.

Ewiger Himmel – Luxus Hardcover Ausgabe

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The Homeland Directive [Carlsen, Januar 2013]

Für die heutige Review möchte ich mich ganz herzlich bei Carlsen Comics für die Bereitstellung dieses Bandes als Rezensionsexemplar bedanken. Dieser Comic ist wirklich etwas besonderes. Warum? Das erfahrt ihr in dieser Review …

The Homeland Directive

Anfangs scheint es noch eine normale Grippe zu sein. Doch schnell entwickelt sich daraus eine tödliche Epidemie, an deren Ende Millionen von Amerikanern sterben könnten. Was ist die Ursache, und in welchem Zusammenhang stehen der kürzlich ermordete Dr. Ari Musa und seine Kollegin Dr. Laura Regan, beide Mitarbeiter des Centers for Disease Control and Prevention, mit diesem möglichen Anschlag? Als aber Dr. Regan plötzlich von einer Gruppe abtrünniger Regierungsagenten entführt wird, welche ihr eine unfassbare Geschichte offenbaren, wird es immer mysteriöser. Ist dieser Terroranschlag auf das amerikanische Volk vielleicht sogar eine Aktion der eigenen Regierung? Und wie weit steckt der Präsident in dieser Verschwörung mit drin? Der Gruppe bleibt nicht viel Zeit, das Rätsel zu lösen, da ihnen auch das FBI und andere Organisationen der Regierung dicht auf den Fersen sind …

Die Epidemie breitet sich aus.

Die Epidemie breitet sich aus.

The Homeland Directive ist ein Comic-gewordener Kinofilm. Atmosphärisch dicht, spannend und voller Action. Auch wenn die Handlung schon ab der Hälfte vorhersehbar ist, wird es dennoch nicht langweilig. Robert Venditti schafft ein Szenario, welches sich bewusst dem Zitat von Benjamin Franklin: „Wer bereit ist, grundlegende Freiheiten aufzugeben, um kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“ bedient. Denn dieses Zitat fasst die Geschehnisse sehr treffend zusammen. Einziges Problem sind einige der auftretenden Figuren. So bleiben unter anderem der FBI Special Agent John Carson, als auch der Homeland Security Secretary Albert Keene und seine Stabschefin, trotz nicht gerade unwichtiger Rollen eher eindimensional und flach. Kaum Persönlichkeit und kaum Emotionen. Dass es aber auch anders, und vor allem besser, geht, zeigen die Ausarbeitungen der Persönlichkeiten von Dr. Laura Regan und Gene Robillard vom United States Secret Service.

Ein Mord im Auftrag der Regierung.

Ein Mord im Auftrag der Regierung.

Visuell ist dieser Band sehr schwer zu beschreiben. Denn Zeichner Mike Huddleston bedient sich sehr verschiedener Stile, Farbgebungen, Zeichen- und Hilfsmittel um ein außergewöhnliches Leseerlebnis zu schaffen. Während beispielsweise im Oval Office des Präsidenten noch grobe Bleistiftskizzen mit Radierungen überzeugen, dominieren in der nächsten Szene, im Büro des Secretary der Homeland Security, bereits starke Tuschelinien, Rasterfolien und Fotoelemente. Farben werden in diesem Band eher dezent eingesetzt, wenn man von ein paar wenigen Ausnahmen absieht. So wird eine Szene bei einer Veranstaltung mit geradezu psychedelischen Farben untermalt. Immer sind die Farben eine Unterstützung der jeweiligen Situation und wirken trotz ungewöhnlicher Farbgebung und -mischung in sich stimmig. Einzig die Tatsache, dass die Perspektiven gelegentlich arg überzogen sind, stört das eigentlich eher realistische Gesamtbild merklich.

Gespräche im Oval Office gehören zur Tagesordnung.

Gespräche im Oval Office gehören zur Tagesordnung.

FAZIT:

Mit The Homeland Directive liefern Autor Robert Venditti und Zeichner Mike Huddleston ein grandioses Werk ab, das sich mit seiner Story und der grafischen Umsetzung nicht vor den großen Hollywood-Kino-Blockbustern verstecken braucht. Sowohl die Geschichte als auch das Artwork bildet ein gelungenes Gesamtwerk und fesseln den Leser von der ersten Seite an. Auch wenn es einige kleinere Kritikpunkte gibt, an denen beide Künstler noch arbeiten sollten, ist es schnell möglich, sich in der Geschichte zurechtzufinden, und zu verlieren.
Dieser spannende Thriller ist eine Empfehlung an alle, die etwas Außergewöhnliches suchen, und sich nicht vor einer Geschichte mit Verrat am eigenen Volk, einer Handvoll Action und, zumindest teilweise, gut ausgearbeiteten Figuren, scheuen.

Dr. Laura Regan auf der Flucht vor der Regierung, mit Agenten der Regierung.

Dr. Laura Regan auf der Flucht vor der Regierung, mit Agenten der Regierung.

„The Homeland Directive“ bei Carlsen Comics bestellen.
„The Homeland Directive“ bei Carlsen Comics bestellen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012/2013 Top Shelf Productions / Carlsen Comics

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 10) – Die Comics von Holzhof und Schreiber&Leser

Heute gibt es die vorletzte Review zu den Gratis Comic Tag Ausgaben dieses Jahres. Morgen folgt dann das große Finale und noch immer gilt, wenn ihr wollt das ich eine Zusammenfassung mache (oder eben auch nicht) dann postet es einfach unten in die Kommentare oder mailt mir (Mailadresse findet ihr im Impressum dieses Blogs). Aber nun geht es erstmal um die Ausgaben vom Holzhof Verlag und von Schreiber & Leser…

Holzhof Comix #2 (Gratis Comic Tag 2012)

Alwin arbeitet als Page in einem Hotel und verursacht durch seinen Arbeitseifer leider ein kleines Missgeschick, als er drei Koffer verliert und diese dummerweise auf einem Mülllaster landen. Nun muss Alwin die Koffer schnellstens wiederbesorgen…
Als nächstes erwacht durch eine Reihe von Zufällen der kleine Kobold Gabelfuss und findet sich in einer Welt wieder die er nicht mehr wiedererkennt. Eine Müllhalde, ein Stausee und was er aber noch gar nicht weiß, ist die Tatsache das er der letzte seiner Art ist…
Danach gibt es ein paar Abenteuer von Rolf und Robert die ihr Leben in der DDR schildern. Sei es das Altstoffsammeln um eine Angelrute kaufen zu können, oder die Vorbereitungen auf einen Fahrradausflug mit der gesamten Klasse…
Als letztes tauchen (wie schon im Gratis Comic von 2011) die Virtonauten von Remory auf. Diesmal im England Ende des 19 Jahrhunderts. Jack the Ripper ist gerade verschwunden und die drei entdecken durch Zufall das Labor von Professor Phillius Wombelrata, dem Erfinder des Virtomaten…
Die allerletzte Seite ist diesmal Schwarwels Schweinevogel gewidmet der glaubt einen neuen unbekannten Planeten entdeckt zu haben…
FAZIT:
Auch dieses Jahr ist das Heft vom Holzhof-Verlag eine bunte Mischung an klassischem Material aus DDR-Zeiten und aktuellem Material. Dabei gefällt vor allem das neben den Abenteuern von Rolf und Robert auch die beiden klassischen DDR-Figuren Otto und Alwin wieder neue Abenteuer erleben. Für mich als alter Ossi ist es immer wieder sehr schön zu sehen wie Sachen die früher in der „Zone“ erfolgreich waren, noch immer ihre Liebhaber finden.
Aber auch das neue Material ist sehr humorvoll und weiß mit gelungenen Zeichnungen zu überzeugen. Wobei mir davon der kleine Kobold Gabelfuss noch am besten gefiel. Mit den Virtonauten von Remory werde ich irgendwie nicht so richtig warm, auch wenn sowohl Story als auch Zeichnungen nicht schlecht sind.
Zusammenfassend wieder ein gelungenes Heft mit ein paar kleinen Längen und sehr viel Humor, den man stellenweise aber auch mögen muss.

Cosa Nostra: Die schwarze Hand (Gratis Comic Tag 2012)

Es ist Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. East Side von Manhattan, New York. Später würde dieses Viertel als Little Italy bekannt werden. Leonardo Teresi, den alle nur Bricks nennen wegen seiner roten Haare, ist ein aufgeweckter Junge der alles was auf der Strasse passiert mitbekommt. Und so entgeht es ihm auch nicht als ein verzweifelter Kupferschmied, Alfredo Morici, den Block regierenden Don Giuseppe aufsucht, weil er einen Brief erhalten hat in dem er 2000 Dollar zahlen soll, oder seine Familie würde ermordet werden.
Doch nicht nur Bricks hat Interesse an dem Geld. Diese Information macht sehr schnell die Runde und bald gibt es kaum jemanden der es nicht auf das Geld abgesehen hat…
Danach wird in einer sehr eindrucksvollen 6-seitigen Kurzgeschichte geschildert wie schnell die amerikanische Mafia Probleme lösen kann. Diesmal ist Louis „Pretty“ Amberg an der Reihe „gelöst“ zu werden…
FAZIT:
„Cosa Nostra“ schildert auf sehr eindrucksvolle Weise und mit sehr bewegenden Bildern wie es im Amerika (vorrangig New York) des beginnenden 20 Jahrhunderts voranging, als sich die verschiedensten Völker in diesem Land der Träume und Hoffnungen niederliessen. Das es nicht immer freundlich war und sehr oft nur rohe Gewalt regierte wird ebenso schonungslos geschildert wie die kleinen fröhlichen Momente des Erfolges oder Sieges. Manchmal bedarf es auch einfach nur eines bisschen Glücks.
David Chauvel und Erwan Le Saëc bilden die damalige Zeit sehr naturgetreu wieder. Die Zeichnungen sind gelungen und stimmungsvoll und die Farbgebung, welche sich vorrangig im roten und braunen Spektrum bewegt, untermalt die Emotionen sehr gut. Gewalt wird zwar ebenso nicht ausgeklammert, aber es wird wenigstens nicht explizit dargestellt. So wird einiges noch der Fantasie des Lesers überlassen.
Zusammenfassend ist „Cosa Nostra“ ein tolles Heft das ein eindrucksvolles Zeugnis der Zeit um die vorletzte Jahrtausendwende und den Beginn der italienisch/amerikanischen Mafiakultur darstellt.

Meine vorletzte Gratis Comic Tag-Review und auch heute danke ich nochmals dem Comic Attack in Erfurt für die freundliche Bereitstellung dieser 30 Gratis Comic Tag-Hefte.