Layla – Die Legende der blutroten Sümpfe [Splitter Verlag, September 2019]

Beim Stöbern auf der Splitter-Verlagsseite bin ich immer mal wieder auf diesen Band aufmerksam geworden. Im Internet hat dieser Band durchaus hervorragende Kritiken erhalten. So blieb er mir lange Zeit im Kopf und letztendlich habe ich ihn auch erworben. Meine Vorfreude war bereits durch die vielen  Rezensionen „angefixt“.  Ich würde dem Gesamtwerk nicht die volle Punktzahl geben, jedoch 90 von 100 Punkten verteilen.  Für ein Meisterwerk hat mir irgendwie etwas gefehlt …
Für eine absolute Kaufempfehlung kann ich mich jedoch durchaus aussprechen, wobei man sich auf die Story und die Thematik einlassen sollte.

 

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Layla – Die Legende der blutroten Sümpfe

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Also schwieg Zarathustra [Egmont Graphic Novel, Juni 2015]

Dominik_AVAIm März 2015 war ich auf einer Rundreise im Iran unterwegs.
Bereits dort bin ich annähernd mit der zoroastrischen Kultur (Religion, Lehre) in Berührung gekommen.
Einige Orte im Iran, die in dieser Graphic Novel näher beschrieben werden, habe ich bereits besucht.
Yazd, Persepolis, Teheran und Shiraz sind nur einige Städte dieser Reise. Umso spannender ist es, diese Orte anhand einer sehr gelungenen Graphic Novel erneut zu „besuchen“.
Nicht nur die Zeichnungen haben mich überzeugt, nein auch die fiktionale Geschichte auf Grundlage wahrer Begebenheiten, sowie die geniale Art, Zeichnungen, Story (die Geschichte ist spannend), Ort und verschiedene Zeit Ebenen für den Leser leicht nachvollziehbar und auf eine interessante Art und Weise miteinander zu verknüpfen.
Der Leser erhält interessante Einblicke in die iranische Kultur und erfährt sehr viel über den Zoroastrismus und seine Lehren.
Diese Kombination wird hervorragend mit einer spannenden Kriminalgeschichte garniert.
Letztendlich dreht sich der gesamte Band um die Auflösung des Mordes von Kyros Yazdani. Kyros große Leidenschaft ist der Zoroastrismus gewesen, Kyros wollte zu Lebzeiten ein zoroastrisches Kulturzentrum in Yazd eröffnen.
Eine wahrlich gelungene Graphic Novel, die ich jedem aufgeschlossenen Leser nur wärmstens empfehlen kann.

Also schwieg Zarathustra Also schwieg Zarathustra

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Pluto: Urasawa X Tezuka #3 [Carlsen, Februar 2011]

Nach etwas längerer Zeit geht es mit Pluto von Naoki Urasawa weiter. Der dritte Band schlägt ein wenig aus der Art, aber dies ist nicht im negativen Sinne gemeint…

Pluto: Urasawa X Tezuka #3

Plutos kleine Schwester Uran bekommt Ärger mit der Polizei, da sie die Fähigkeit hat den Schmerz anderer Lebewesen zu spüren und so zuerst eine direkte Konfrontation mit einem Löwen erlebt und dann auch noch eine verlorene Seele findet, welche er durch besondere künstlerische Darstellung auslebt. Doch hinter diesem geheimnisvollen Unbekannten verbirgt sich noch weitaus mehr, und das zu erfassen ist die kleine Uran noch gar nicht erfahren genug. Nur Atom ahnt schon dass das Böse in greifbare Nähe gerückt ist…
Währenddessen kommt es in Deutschland zu folgenschweren Ereignissen, als Gesicht eines seiner speziellen und sehr seltenen Zeronium-Panzergeschosse einsetzt um einen flüchtigen zu stoppen. Ein ähnliches Geschoss wurde vor einigen Jahren verwendet um den Bruder von Adolf Haas geradezu zu pulverisieren. Adolf ist Mitglied einer Art Ku-Klux-Klans der es sich zur Aufgabe gemacht hat alle Roboter auszulöschen…
FAZIT:
Pluto von Naoki Urasawa bleibt auf einem sehr hohen Niveau. Die spannenden Ermittlungen von Gesicht pausieren in diesem Band, dafür erhält der Leser neue Einblicke in die Hintergründe und die Vergangenheit, sowohl von Gesicht als auch von Pluto selber.
Besonders gelungen hierbei ist die grafische Darstellung und die farbliche Einbindung in Kapitel 21. Für den kurzen Augenblick von 2 Panels wird hier mit ein wenig Farbe eine ganze Menge an Emotionen und Hoffnung vermittelt, während die Welt drumherum, und die Protagonisten selber farblos, grau und unbedeutend wirken.
Ganz großes Kino und ein wirklich überzeugendes Werk welches auch Nicht-Manga-Lesern uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Ähnliche Artikel:
“Pluto: Urasawa X Tezuka” #1 [Carlsen, Oktober 2010]
“Pluto: Urasawa X Tezuka” #2 [Carlsen, Dezember 2010]

“Pluto: Urasawa X Tezuka #3″ bei Carlsen kaufen.
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Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 8) – Die Comics von Reprodukt und Tokyopop

Im heutigen Gratis Comic Tag-Review-Artikel sind die Mädels/Damen an der Reihe. Ich habe mir die beiden Ausgaben „Comic Girls“ von Tokyopop und „Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An“ von Reprodukt zur „Brust“ genommen und möchte euch nun hier mein Fazit dazu präsentieren…

Comic Girls (Gratis Comic Tag 2012)

Bei Tokyopop wird es rosa und Girlielike.
In „Lou“ erleben wir wie ein 12-jähriges Mädchen, welches für ihr Alter viel zu klein ist, sich den alltäglichen Irrungen und Wirrungen der Liebe und Romantik entgegenstellt. Dabei ist es nicht gerade hilfreich das ihre Mama ebenfalls solo ist und mehr Interesse an Videospielen als an ihrem zukünftigen, möglichen Freund hat…
Die zweite Geschichte handelt von Rebecca. Ein kleines Mädchen das mit einer schwachen Immunabwehr zu kämpfen hat und deshalb ebenfalls (wie auch Lou) etwas zu klein für ihr Alter ist. Auch das ihre Eltern sich immer streiten nagt an dem kleinen Mädchen. Aber Rebecca lässt sich nicht unterkriegen und findet dennoch ihren Spaß im alltäglichen Leben. Als sie sich dann auch noch mit einem sehr alten, intelligenten und widerstandsfähigen Virus infiziert, die durch die Super-Mikrobe Ernest hervorgerufen wird, entsteht eine gefährliche aber sehr lustige Freundschaft…
In den Sommerferien haben sich Ninas Eltern getrennt und deshalb beginnt ihr neues Schuljahr alles andere als glücklich. Als dann auch noch ein kleines Monster und eine Fee in ihrem Schulranzen auftauchen und ihr niemand so richtig glauben will, wird es erst richtig mysteriös und verzwickt…
Zuletzt geben sich noch die beiden Schwestern Marine und Wendy die Ehre, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Allerhand turbulente Abenteuer erleben die beiden wenn sie sich den alltäglichen Problemen stellen müssen. Ob es nun die kleinen Problemchen unter Schwestern sind, die Liebe oder auch Paparazzi. Die beiden werden irgendwie mit allem fertig.
FAZIT:
Eine lustige, bunte und auch manchmal nachdenkliche Mischung legt Tokyopop mit diesem Heft vor, an dem nicht nur Mädchen ihren Spaß haben werden. Auch Jungs und Männer werden an diesen kleinen Geschichten ihren Spaß haben, wenn sich Schwestern zoffen, ihrem Liebestaumel ergeben, oder verzweifelt versuchen ihren Lieben irgendwelche ausgefallenen Präsente zukommen zu lassen.
Die Zeichnungen sind stilsicher, bunt und immer irgendwie niedlich, auch wenn die Ereignisse so überhaupt nicht zum lachen sind. Manches wirkt ein wenig „Manga-Like“ was einige abschrecken könnte, aber dennoch passt genau diese Charakterisierung sehr gut zu den Geschichten. Immerhin soll es sich im Großen und Ganzen um Mädels handeln und die sehen nun mal nicht wie ein Vollweib aus.
Aber eben genau die Tatsache das die Protagonisten oftmals auch ein wenig naiv handeln macht einen Großteil des Charmes aus. Und genau deshalb ist Comic Girls unterhaltsame Comicunterhaltung nicht nur für Mädchen.

Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An: Die Jungfrau im Freudenhaus (Gratis Comic Tag 2012)

Agathe und Blanche sind Schwestern und Hausmädchen in Paris. Doch eines Tages wird Agathe ermordet und das nur weil Blanche beobachtet hat wie der berüchtigte Schlächter der Guinguettes ein Mädchen ermordet. Doch als die Polizei eintrifft sieht es so aus als hätte Agathe Selbstmord begangen. Niemand will Blanche glauben und so beginnt die einsame Jungfrau ihre eigenen Nachforschungen. Die Spur führt dabei ein eines der edelsten Bordelle von Paris. Als sich Blanche dort als Hausmädchen bewirbt, wird sie abgelehnt, aber sie bekommt die Chance als unnahbare Gouvernante in das Hurenbusiness einzusteigen. Schnell macht Blanche Entdeckungen die sie ihre ganze Kraft kosten…
FAZIT:
Dieser Comic ist bisher wirklich die Überraschung des Gratis Comic Tages für mich. Was Anfangs wie ein einfaches Drama klingt (Jungfrau kommt durch widrige Umstände in das älteste Gewerbe der Welt) entwickelt sich sehr schnell zu einem düsteren und verzwickten Kriminalfall. Dadurch das die Protagonisten so gut charakterisiert sind, fällt es dem Leser auch nicht schwer mit den Damen mitzufühlen und deren Freud und Leid nachzuempfinden. Unterstützt wird dies durch die sehr stimmungsvollen Bilder, die zwar vorwiegend in verschiedenen Rottönen gehalten sind, aber auch durch den klaren Strich und die emotionalen Mimiken der Figuren.
„Fräulein-Rühr-Mich.Nicht-An“ ist ein dichter und atmosphärischer Thriller der von Anfang an überzeugen kann und sicher schnell seine Fans finden wird.

Mein Dank geht auch heute wieder nach Erfurt zum Comic Attack für die Bereitstellung dieser Hefte.

Pluto: Urasawa X Tezuka #2 [Carlsen, Dezember 2010]

Diesmal geht es mit dem zweiten Band von Pluto weiter. Dem Werk von Naoki Urasawa das sich einer Geschichte aus dem großartigen Astro Boy-Universum bedient…

Pluto: Urasawa X Tezuka #2

Immer weiter zieht sich die Mordserie an hochentwickelten Robotern oder deren Befürwortern. In Tokyo macht derzeit Inspektor Gesicht die Bekanntschaft von Atom. Inzwischen gibt es weitere Opfer, darunter auch einer derjenigen die Gesicht erst vor kurzem aufgesucht hat und Gesicht muss sich erneut dem Dämonen stellen, der als bisher einziger Roboter einen Menschen tötete. Doch es gibt noch weitere Probleme. So scheinen die Erinnerungen von Inspektor Gesicht manipuliert worden zu sein. Das zumindest scheinen einige Indizien zu beweisen, doch bei einer Inspektion sind keine Spuren irgendwelcher Manipulationen zu finden…
FAZIT:
Der Thriller um die Robotermorde fesselt weiter. Von den bekannten und typischen Astroboy-Abenteuern ist hier nicht mehr viel zu spüren. Vielmehr hat Urasawa hier ein vollkommen eigenständiges Abenteuer kreiert und bedient sich dabei nur Tezukas Figuren. Auch wenn man als Leser inzwischen einen gewissen Verdacht hat wohin die Geschehnisse führen bleibt es dennoch spannend.

Ähnliche Artikel:
„Pluto: Urasawa X Tezuka“ #1 [Carlsen, Oktober 2010]

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Pluto: Urasawa X Tezuka #1 [Carlsen, Oktober 2010]

Heute möchte ich einen Manga vorstellen der es Anfangs nicht leicht hatte. Zuerst hatte sich für den deutschen Markt der Ehapa Manga & Anime-Verlag die Rechte gesichert und Pluto sogar schon im Sommer 2007 im damaligen kostenlosen Shinkan #13 angekündigt, aber dennoch keine Veröffentlichung begonnen. Nun wiederum hat sich der Carlsen-Verlag der sehr guten Serie erbarmt und einen Start im Oktober 2010 begonnen. 8 Bände umfasst dieses Werk in seiner Gesamtheit, welches an Osamu Tezukas großartiges Kapitel „Der größte Roboter auf Erden“ aus der Serie „Astro Boy“ angelehnt ist. Doch in dieser Reihe steht nicht Astro Boy im Vordergrund, sondern der Europol-Ermittler und Roboter Gesicht.
Pluto ist (neben ein paar anderen Mangas) dieses Jahr in der Kategorie „Manga“ für dem Max & Moritz Publikumspreis nominiert worden (die Nominierung fand bis 15. März im Animexx-Forum statt) und man kann ab Anfang August im besagten Forum sein Voting seinen Manga-Favoriten abgeben. Ich hoffe doch, das Pluto die Ehre zuteil wird, welche die Serie verdient.

Pluto: Urasawa X Tezuka #1

Alles beginnt mit dem seltsamen Tod an dem Forstroboter Mont Blanc. Dieser riesengroße Roboter hatte weltweit sehr viele Freunde und sein Tod stürzt nicht nur die Schweizer Berg- und Forstwirtschaft in tiefe Trauer. Als dann am nächsten Tag auch noch ein Freund der Roboter, Bernhard Lanke, ebenfalls ermordet wird und seltsame Paralellen zum Tod von Mont Blanc aufweisen ist Europol-Ermittler Gesicht klar das es sich hierbei um einen Serientäter handeln muss. Doch kein Mensch wäre in der Lage einen Roboter wie Mont Blanc derart zu zerstören und Robotern ist es wegen der Robotergesetze ebenfalls nicht möglich Menschen zu töten oder anderweitig zu schaden.
Doch einen Roboter gab es schon der diese Tat vollbracht hat. Ist er der Auslöser oder sogar der Drahtzieher hinter diesen Morden? Kurze Zeit später erwischt es einen weiteren Roboter, der zwar auch wie Mont Blanc im 39. Zentralasiatischen Krieg teilnahm und ebenfalls inzwischen ein friedliches Leben, diesmal bei einem blinden Komponisten führt, von dem er sich das Klavierspielen beibringen ließ.
Es verdichten sich immer weiter die Hinweise das der „Täter“ es offenbar auf die intelligentesten, mächtigsten und kräftigsten Roboter abgesehen hat. Doch wie passt hier der Mord an Bernhard Lanke hinein? Gesicht hat keine Chance sich auf die Suche nach den möglichen zukünftigen Opfer zu machen und sie zu warnen. Auch wenn ihn seine Reise dafür bis nach Japan führt…
FAZIT:
Pluto: Urasawa X Tezuka, ist weit mehr als die „Neuinterpretation des Astro Boy“ als die es immer angepriesen wird. Vielmehr ist es ein vollkommen eigenständiges Werk innerhalb des Astro Boy-Universums, in dem einmal nicht Astro Boy die Hauptrolle spielt, sondern der aus der Episode „Der größte Roboter auf Erden“ bekannte Europol-Ermittler Gesicht. Urasawa konstruiert hierbei ein faszinierendes Kriminalspiel das emotional, mysteriös und vor allem spannend ist. Jeder Roboter der hier sein „Leben“ verliert wird vom Leser betrauert. Er schafft es die „Opfer“ nur allzu menschlich darzustellen, so das ihr „Verlust“ den Leser doch weit mehr trifft, als man dies zuerst erwarten würde.
Diese aussergewöhnliche Erzählweise zusammen mit seinen imposanten Bildern hat Urasawa schon bei „Monster“ unter Beweis gestellt, wofür er ja auch schon mit dem Osamu Tezuka Kulturpreis ausgezeichnet wurde.
„Pluto“ ist ein faszinierender Thriller der spannend unterhält und mit aussergewöhnlichen Zeichnungen aufwartet.

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