Sam Feuerbach. Der Totengräbersohn Band 1-4 Komplettset [Bene Bücher 2018]

Kennt ihr bereits den Autor und Schriftsteller Sam Feuerbach? Ich selbst bin durch den Totengräbersohn auf ihn aufmerksam geworden und habe mir direkt alle vier Bände im schönen Schuber zukommen lassen. Wer mal wieder spannende und wirklich hervorragende Unterhaltung sucht, der sollte unbedingt mal in die Werke des Autors hineinschauen. Weshalb ich den Totengräbersohn uneingeschränkt empfehlen kann, das könnt ihr in meinem kleinen Bericht hierzu nun nachlesen. Ich werde mir definitiv weitere Werke des Autors bestellen.  Gute und spannende Unterhaltung mit einem feucht-fröhlichen augenzwinkernden -Humor gibt es hier nahezu auf fast jeder Seite.

4 Bücher und ein Schuber

4 Bücher und ein Schuber

Sam Feuerbach. Der Totengräbersohn Band 1-4 Komplettset

Weiterlesen

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce [8. Auflage, Februar 2014]

Dominik_AVAWenn jemand eine Reise tut,
So kann er was erzählen;
Drum nahm ich meinen Stock und Hut,
Und tät das Reisen wählen.

Matthias Claudius, 1740-1815

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Ich werde laufen. Die Wanderung, das ist der Sinn.“
Eigentlich will Harold Fry nur einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.
Ein ganz außergewöhnlicher und tief berührender Roman – über Geheimnisse, besondere Momente und zufällige Begegnungen, die uns von Grund auf verändern.

„Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ ist das erste Buch von Rachel Joyce.
Ihr Buch wurde bereits auf der ganzen Welt, in über dreißig Sprachen gelesen. Dieses Buch wurde für den „Booker – Preis“ nominiert, mit dem „Specsavers National Book Award“ für das beste Debüt prämiert und eroberte in mehr als 30 Ländern die Bestsellerlisten (unter anderem Spiegel Bestsellerliste: Platz 1). Zu alledem wird ihr Roman in absehbarer Zukunft verfilmt werden.
Rachel Joyce und ihr Mann leben mit vier Kindern in Gloucestershire (Südwesten von England) auf dem Land.

Ließt man sich die vielen positiven Kritiken im Internet durch, so war ich auch bei diesem Buchkauf äußert zuversichtlich, dass mir dieser Roman gut gefallen wird.
Der Klappentext allein und die vielen positiven Kritiken (bei Amazon allein schon mehr als 660
4,5 Sterne Kritiken sowie die bereits 8. Auflage) haben mich überzeugt.

Vorweg, dieses Buch ist absolut kein „Action Buch“, es ist ein ruhiges Buch, welches eine andere Art von Spannung aufbaut. Diese Art von Spannung, die sich durch das Buch zieht, habe ich so bisher noch nicht kennengelernt.

Auf 379 Seiten entfaltet sich die Geschichte rund um Harold und seine Familie und Queenie Hennessy.
Queenie hat Krebs und liegt im Hospiz, um zu sterben.

Harold ist frisch pensioniert, hat einen Sohn David und seine Frau Maureen.
Die Ehe zwischen ihnen ist nicht mehr das, was sie einmal gewesen ist.
David wohnt schon lange nicht mehr bei der Familie.

Queenie war eine sehr gute Arbeitskollegin, von der er sich damals als sie weggezogen ist, leider nicht mehr verabschieden konnte. Sie haben sich bereits seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen.
Harold bekommt einen Brief von Queenie, in diesem teilt sie ihm ihre Diagnose mit.
Harold möchte ihr antworten, und begibt sich zum nächsten Briefkasten, doch daraus wird ein langer Weg…

Und so begibt sich Harold von einem Ort zum nächsten auf seiner Reise zu Queenie nach Berwick upon Tweed.

Während dieser Zeit kommen ihm allerlei Gedanken und Erinnerungen auf. Diese Erinnerungen drehen sich um Maureen, Queenie, sich selbst und seinen Sohn.
Nach und nach fügen sich diese Erinnerungen zu einem Großen und Ganzen zusammen.
Während seiner Reise von Ort zu Ort begegnet Harold vielen fremden Menschen, denen er seine Beweggründe erläutert. Harold selbst ist für viele dieser Fremden Menschen ein stiller Zuhörer. Viele dieser Menschen erzählen auch Harold ihre persönlichen Belange des Alltags bzw. ihres Lebens. Dabei macht Harold des öfteren die Erkenntnis, dass nicht alle Menschen auf den ersten Blick, so sind, wie es den Anschein hat. Harold erlebt viele wundersame Begegnungen, die den Leser wie ihn selbst berühren und verändern.
So trifft Harold zum Beispiel auf eine junge Dame in einer Tankstelle, die ihm sagt, wie wichtig der richtige Glaube an eine Sache doch sei, oder in einem Café trifft Harold auf einen gut gekleideten Gentleman mit einem interessanten Geheimnis. Einige Leute geben Harold für eine Nacht eine Unterkunft und unterhalten sich ein wenig. Viele fremde Begegnungen, die sein Leben auf eine kurze aber prägnante Art und Weise beeinflussen bzw. verändern.

Ungefähr die nächsten 200 Seiten verhält sich dieser Roman im Wechsel zwischen Ortschaften, fremden Begegnungen, Landschaftsbeschreibungen, die aber nicht zu ausgiebig sind und den persönlichen Erinnerungen von Harold an Maureen, David und Queenie. Hin und wieder beschreibt Rachel Joyce das Geschehen aus der Sicht von Maureen und auch ihr einsamer Nachbar Rex bekommt einen Platz in der Geschichte.

Ehrlich gesagt, die ersten 200 Seiten haben mich nicht sonderlich fesseln können. Der Roman ist interessant, aber es kommt irgendwie nicht die gewohnte Spannung auf, so wie ich sie aus bisherigen Romanen gewohnt bin. Viele Hinweise und Erinnerungen von Harold reißen nur einen kleinen Teil des Gesamten an. So schafft es die Autorin für mich leider nicht diese gewisse Spannung aufzubauen, die ich vielleicht erwartet habe. Die kleinen Hinweise, die kleinen Ereignisse der Vergangenheit führen den Leser zu nichts Konkreten zu Beginn. Sie schaffen es irgendwie nicht diese Spannung zu erzeugen, denn jedes Mal wenn der Leser denkt, es könnte jetzt spannend werden, erzählt die Autorin wieder von etwas anderem.

Auf diesen ersten 200 Seiten hatte ich mehrmals dieses Gefühl von, „hmm ja der Roman liest sich ganz nett, haut mich aber nicht von den Socken!“

Aber eben durch diese kleinen Anspielungen, die stets kontinuierlich gegeben werden, baut sich ganz langsam aber gewiss eine Spannung auf, die man erst nicht so recht wahrzunehmen weiß.

Ungefähr ab Seite 200 beginnt sich für Harold die Reise zu verändern. Er trifft auf viele neue Leute, die sich ihm anschließen wollen. Harold seine sogenannte Pilgerreise schafft es sogar in das Fernsehen.

Von diesem Zeitpunkt an hat mich das Buch erwischt. Nun konnte ich nicht mehr anders, als einfach weiterzulesen. Das Ende scheint vorhersehbar, ist es einerseits auch aber dennoch gibt es einen Kniff, den ich so absolut nicht habe kommen sehen.

Mit der Ankunft im Hospiz in Berwick upon Tweed schließt sich der Kreis. Natürlich will der Leser von Anfang an Wissen, ob Queenie auf seine Ankunft wartet, bevor sie sterben muss.
Diese Frage drückt sich dem Leser von Anfang an aufs Auge.

Stellenweise musste ich mich persönlich fragen, ob die Zielgruppe eher Frauen seihen und weniger Männer. Diese Frage musste ich mir mehrmals stellen, weil die Beziehungsschwierigkeiten zwischen Maureen und Harold mir doch manchmal zu viel wurden. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass diese Beziehungsprobleme genauso gut in ein Buch für Frauen gepasst hätten. Ich möchte damit nicht sagen, dass es kitschig oder so geschrieben ist, ganz im Gegenteil aber nun ja ich fühlte mich stellenweise etwas fehl am Platz.

Das Thema Liebe scheint über allem zu stehen und das merkt man auch in Bezug auf Harold und Maureen. Die Beziehung zwischen den beiden ist auseinandergelaufen und sehr oft wird analysiert, worin dies begründet liegt. Für mich ist dies stellenweise einfach zu viel davon gewesen.
In Kombination mit dieser neuartigen mir bisher unbekannten Spannung, die sich so schleppend aufgebaut hat, ist dieses Buch eine interessante Erfahrung für mich gewesen.

Nun, ich kann gar nicht so recht sagen, was ich von diesem Buch halten soll. Es ist keinesfalls schlecht! Es ist aber für meinen Geschmack auch keineswegs ein Überflieger, wobei Frauen das vielleicht wirklich ganz anders beurteilen würden. Es entwickelt sich eine ruhige langsame, vielleicht auf den ersten Blick auch belanglose Geschichte, mit einer Spannung, die ich irgendwie auch nicht richtig benennen kann. In diesem Sinne, wer auf Action, Mord und Totschlag steht, der hat an diesem Buch wirklich rein gar nichts verloren. Wer aber Interesse an einer sehr einfühlsamen Geschichte, die das Herz der Leser berühren wird, sowie sich mit Beziehungsproblemen allgemein in der Familie auseinandersetzen mag und das Thema Krebs mit einbeziehen kann, der macht mit dieser Lektüre absolut nichts falsch.
Nicht umsonst gibt es so viele positive Kritiken, höhere Auflagen, eine baldige Verfilmung und dieses Buch weltweit in über 30 Ländern und Sprachen käuflich zu erwerben.

Zu diesem Buch erhält der Leser die Möglichkeit, am Ende nach der Danksagung, sich die Pilgerreise von Harold Fry in Form einer Landkarte mit den einzelnen Stationen seiner Reise, anzusehen. Zusätzlich enthält dieses Buch eine kurze zweiseitige Leseprobe von Rachel Joyce ihren neuem Roman: „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte.“

Copyright des Covermotives © 2014 Fischer Taschenbuch Verlag

„Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Taschenbuch)“ bei Amazon bestellen.
„Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Hardcover)“ bei Amazon bestellen.
„Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Kindle Edition)“ bei Amazon bestellen.

Civil War – Der Roman. Auf welcher Seite wirst du stehen?

Marvels Bürgerkrieg war „DAS EVENT“ des Jahres 2006 und brachte tiefgreifende Veränderungen für viele Marvel-Figuren mit sich. Neben der eigentlichen 7-teiligen Comicserie gab es auch sehr viele Randereignisse (sogenannte Tie-Ins) und zählt noch heute zu den besten Events des Marvel Universums. Kein Wunder also, dass es der Civil War auch noch in andere Medien schaffte. So wird er unter anderem in der TV-Serie „Avengers – Earth Mightiest Heroes“ (Avengers – Die mächtigsten Helden der Welt) in der Episode „The Man Who Stole Tomorrow“ (Der Eroberer aus der Zukunft) erwähnt. Auch in Videospielen ist der Civil War vertreten. In Spider-Man: Web of Shadows sieht man einen Bugle Artikel, der sich mit dem Superheldenregistrierungsgesetz befasst. In Marvel: Ultimate Alliance 2 dient der Civil War, neben Secret Invasion als Grundgeschichte für das Spiel und auch in Marvel vs. Capcom 3: The Fate of Two Worlds tritt Captain America gegen Iron Man an, um ihn nach einen Sieg mit „And that was for Civil War!“ zu erniedrigen. Aber auch bei Marvel Pinball, bzw Zen Pinball 2 gibt es einen Civil War Flippertisch, der sich dem Thema widmet.

Doch warum diese ganze Einleitung über den Civil War. Panini veröffentlicht am 18. Februar den Roman zum Superhelden-Event, der von Starautor Stuart Moore adaptiert wurde, und den es seit geraumer Zeit auch als Audiobook von Graphic Audio gibt. Eine Leseprobe gibt es, wenn ihr unten auf das Cover klickt, und wer sich den Roman gleich sichern will, kann den Amazonlink nutzen und diesen Blog noch ein wenig unterstützen.

CIVILWARHELDGEGENHELD_Roman

Erscheint am: 18.02.2014
Seiten: 432
Format: Roman
Original-Storys: Civil War – A Novel of the Marvel Universe
Autor: Stuart Moore
Preis: 14,99 €

„Civil War – Ein Marvel-Roman: Bd. 1“ bei Amazon vorbestellen.

Der Selbstmörderclub [Splitter, August 2012]

Auch heute möchte ich euch mit einer besonderen Review begeistern, und ich bedanke mich beim Splitter Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensions Exemplares.

Der Selbstmörderclub

Edelmänner sind Ehrenmänner. So denkt man das jedenfalls landläufig. Doch als ein junger Prinz, namens Florizel, aus Langeweile einen seltsamen und sehr elitären Club aufsucht, ist es vorbei mit der Ehre. Zumindest dem Club gegenüber verhält er sich alles andere als ehrenhaft. Denn dieser Club ist der Treffpunkt von Menschen, welche des Lebens überdrüssig sind, denen aber der Mut fehlt, es selber zu beenden.
Also treffen sie sich hier bei einem mysteriösen Kartenspiel, bei dem zum Einen das Opfer und zum Anderen der Henker ermittelt wird. Am Abend darauf erscheint dann ein Edelmann weniger im Club. Prinz Florizel will, trotz ehrenhafter Zusage, diesem Treiben nicht tatenlos zusehen und „sprengt“ den Club. Doch er ahnt nicht, was für eine Tragödie er damit in Gang gesetzt hat …

Das Schicksal schlägt zu.

Was passiert, wenn sich zwei Künstler wie Clément Baloup und Eddy Vaccaro einem Roman von Robert Louis Stevenson annehmen, zeigt dieser Band eindrucksvoll. Zwar wurde das Vorbild nur sehr frei adaptiert, aber der Vater dieser Geschichte ist noch immer unverkennbar. Dennoch schafft es Baloup, einen ganz eigenen Stil einfließen zu lassen. Sein Erzählstil ist ein wenig lockerer und direkter, als der von Stevenson, und dennoch verändert sich dadurch das Grundgefühl der Story kein bisschen. Die Geschichte rund um den Prinzen und seine selbst gewählte Tragödie ist spannend erzählt und kann auch mit ein paar gekonnten Überraschungen punkten.

Wem kann man noch vertrauen?

Die Zeichnungen sind hierbei so ein Ding für sich. Gleich eines vorweg, schlecht sind sie nicht. Doch man muss den manchmal etwas eigenwilligen Stil auch mögen. Die Bilder sind stark skizzenhaft und fallen schon durch die Tatsache, dass sie keine festen Panelränder besitzen ins Auge. Hinzu kommt noch eine sehr außergewöhnliche Farbgebung, die sich einzig und alleine auf verschiedene Nuancen von ein- und derselben Farbe konzentrieren. Kaum ein Panel weißt mehrere Farben gleichzeitig auf. Oftmals werden sogar ganze Szenen in ein und demselben Farbton präsentiert, immer nur in verschiedenen Helligkeits- und Intensitätsstufen.

Was wird die Beiden erwarten?

FAZIT:

Der Selbstmörderclub ist außergewöhnlich und faszinierend zugleich. Auch wenn die Geschichte mitsamt ihren Zeichnungen anfangs verstörend wirken mag, so stellt sich doch sehr schnell eine Art Abhängigkeit ein. Man muss einfach wissen, wie es weitergeht, und ertappt sich immer wieder dabei, wie man die Bilder nach Details absucht, die einem so nicht gleich auffallen. Und davon gibt es reichlich in den aquarellfarbenverwöhnten Gemälden.

London in seiner ganzen Pracht.

Baloup und Vaccaro liefern ein überzeugendes und fesselndes Gesamtwerk ab, welches von Anfang bis Ende überzeugen kann. Was mir persönlich jedoch gefehlt hat, wären ein paar kurze Erläuterungen und Infos zu den beiden Künstlern. Jeweils ein Profilfoto und eine Auflistung der bisherigen Werke ist mir persönlich zu wenig. Da wäre durchaus mehr drin gewesen.

„Der Selbstmörderclub“ bei Splitter bestellen.
„Der Selbstmörderclub“ bei Amazon bestellen.