Mueli77 auf neuen Wegen …

Lange habe ich heute überlegt, ob ich diesen Beitrag wirklich verfasse, und ob ich ihn dann auch online bringe. Den Anstoß dazu hat mir eigentlich mein Blogkollege Dominik gegeben, der ein Video in meinem WhatsApp-Status gesehen hat, was ihm so gut gefiel, dass er meinte, ich sollte dieses unbedingt auf dem Blog veröffentlichen. Nun, eigentlich ist das neue Medium, zu dem mich meine Tochter überredet hat, nur ein Spaß für mich, aber letztendlich hat Dominik ja recht. Der Blog ist irgendwie mein virtuelles Zuhause und da kann auch der Blödsinn aus meiner wenigen Freizeit, einen Platz finden. Ich bin nun also auch auf musical.ly, aka tiktok zu finden, wo ich allerdings erst seit kurzem aktiv bin und deswegen auch erst zwei Videos hochgeladen habe, die ich euch heute hier zeigen möchte.

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Solanin #1 und #2 [Tokyopop, April/Juli 2013]

Heute möchte ich euch eine interessante Entdeckung meinerseits vorstellen:
Solanin wurde mir von Freunden empfohlen, die eigentlich keine Manga oder Comics lesen.
Allein aus diesem Grund war ich neugierig. Es kommt wie es kommen muss, ich habe mir beide Bände zugelegt und möchte nun darüber berichten.

Solanin Band 1 und Band 2

Solanin Band 1 und Band 2

Klappentext:

Meiko und Taneda sind ein junges Pärchen, das in seinen eintönigen Bürojobs versauert und eines Tages beschließt, alles anders zu machen. Kein Job? Neuer Job? Besserer Job? Keine Beziehung? Neue Beziehung? Bessere Beziehung? Meiko und Taneda müssen sich quälenden Fragen stellen, deren Antworten sie in eine ungewisse Zukunft führen.
Eine Geschichte über folgenschwere Entscheidungen und die Gewissheit, dass das Leben keinen Reset – Knopf hat.

Wenn man erst einmal im Beruf steht und sich die gewohnte Routine eingeschlichen hat, könnte man sich fragen: Was wäre wenn ich alles anders gemacht hätte? Würde ich dann ein anderer Mensch sein? Würde mein Leben völlig anders sein? Ist man im Leben glücklich mit einem Job? Möchte ich jetzt bis an mein Lebensende arbeiten? In diesem Manga geht es um die ernüchternde Realität. Fragen, die junge Leute im Arbeitsleben bewegen, was wäre wenn?
Dementsprechend dürfte ich persönlich, ebenso wie meine Freunde, die mir diese Manga Bände empfohlen haben, die Zielgruppe darstellen.

Taneda und Meiko leben in einer gemeinsamen Wohnung. Seit ein paar Jahren sind sie bereits ein Paar. Schule und Ausbildung sind soweit abgeschlossen, das Leben läuft. Taneda und Meiko funktionieren im japanischen System. Mitten In Tokio schlagen die beiden sich durch das Leben. Ihre Beziehung läuft auch wie gewohnt dahin. Alles geht den gewohnten Trott, bis Meiko aus heiterem Himmel ihren Job kündigt. Taneda hat ein paar Minijobs und spielt in einer Band. Meiko versucht derweil von ihrem gesparten Einkommen das Leben zu genießen. Was ist das Ziel des Lebens? Was kann man mit so viel Freizeit eigentlich alles anfangen? Und ganz nebenbei scheint ihre Beziehung auseinander zugehen…

Ein Feuerwerk

Ein Feuerwerk

Die Story ist wirklich gut beschrieben. Sie ist in sich schlüssig, so wie es das Leben schreibt.
Ähnlich wie das Leben von Meiko und Taneda dümpelt der Manga vor sich hin. Der Leser spürt förmlich durchgehend dieses eintönige, beinahe langweilige Leben von Meiko und Taneda. Es passiert zwar einiges, was auch durchaus spannend ist, aber dennoch hatte ich das Gefühl, wie im richtigen Leben auch, dass eine gewisse Routine aufkommt. Erst zum Schluss des ersten Bandes kommt ein absolut genialer Cliffhanger, der es wirklich in sich hat! Ganz im Ernst, danach muss man sofort den zweiten Band lesen, und ohne zu viel zu verraten, zu Beginn des zweiten Bandes wird der Leser in Sicherheit gewogen. Erst nach und nach wird dem Leser dann die bittere Realität klar und deutlich! Das ist richtig gut gemacht. Und wenn man dann diese bittere Realität akzeptiert hat geht es darum mit den Charakteren, allem voran Meiko, ein neues Leben zu beginnen. Musik ist ein zentrales Hobby von Taneda und auch Meiko. Wer schon mal in einer Band gespielt hat, kann sich sicherlich vorstellen, wie wichtig einem Musik sein kann. Das Thema rund um die Band wird durchgehend aufgegriffen und spielt eine zentrale Rolle bis zum Schluss von Solanin.

Die Story hat mir richtig gut gefallen, ja sie regt zum nachdenken über das eigene Leben an. Dennoch, das letzte I – Tüpfelchen für einen absoluten Hit fehlt mir irgendwie. Keine Frage, die beiden Bände sind Geschmackssache, ich bin sehr zufrieden damit, aber am Ende auch leicht durcheinander. Es ist keine Story, die danach einfach so aus dem Kopf verschwindet. Für mich hat einfach dieses absolute „Wow“ Gefühl gefehlt.

Realitätsnahe Zeichnungen

Realitätsnahe Zeichnungen

Was kann ich zu den Zeichnungen sagen?
Inio Asano seine Zeichnungen sind für einen Manga auf einem sehr hohem Niveau. Weitestgehend realistisch dargestellt sind seine Charaktere. Zwischendurch gibt es immer wieder mal ein paar Slapstick Einlagen die die jeweilige Situation gut darstellen. Zeichnerisch sind diese dann durchaus etwas albern dargestellt, was aber eher ernüchternd und durchaus lustig wirken mag auf den jeweiligen Leser. So kann es vorkommen, dass die Bandmitglieder Strohhalme in der Nase haben, oder ein Vogel jemanden auf den Kopf macht…

Ich hatte das Gefühl, dass einige Zeichnungen Bilder sind, die bearbeitet wurden. Damit meine ich Fotos, die mit einem Computerprogramm dementsprechend angepasst wurden. Das lässt das Wasser des Flusses so dermaßen realistisch wirken, auch einige Häuser wirken dementsprechend realistisch. Dieser Kniff wirkt anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber nicht weiter tragisch. Im späteren Verlauf fällt es beinahe gar nicht mehr auf, der Leser hat sich daran gewöhnt.
Die Proportionen der Charaktere sind der japanischen Realität entsprechend. Hier gibt es keine Frauen mit „riesigen“ Brüsten.

Beide Bänden haben zusammen 28 Kapitel, doch wurde diesen keine Überschrift gegeben. Es hat den Anschein, dass diese einfach den jeweiligen Abschnitten der Handlung dienen.

Dominik_AVAFAZIT:

Ich kann diese Manga eigentlich uneingeschränkt empfehlen. Wie gesagt, für mich fehlte das letzte i-Tüpfelchen für einen absolut perfekten Manga. Es ist und bleibt ja auch Geschmackssache, aber die definierte Zielgruppe sollte allenfalls ein Auge riskieren. Wer sich natürlich überhaupt nicht mit Geschichten über die Realität und den Alltag identifizieren kann, der wird es mit diesen Bänden schwer haben.

Ich werde weitere Werke von Inio Asano im Blick behalten. Neugierig bin ich jedenfalls.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 Tokyopop

Diese beiden Manga Bände können in jeder gut sortierten Buchhandlung oder auch bei Amazon bestellt werden.

„Solanin 01“ bei Amazon bestellen.
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Der Selbstmörderclub [Splitter, August 2012]

Auch heute möchte ich euch mit einer besonderen Review begeistern, und ich bedanke mich beim Splitter Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensions Exemplares.

Der Selbstmörderclub

Edelmänner sind Ehrenmänner. So denkt man das jedenfalls landläufig. Doch als ein junger Prinz, namens Florizel, aus Langeweile einen seltsamen und sehr elitären Club aufsucht, ist es vorbei mit der Ehre. Zumindest dem Club gegenüber verhält er sich alles andere als ehrenhaft. Denn dieser Club ist der Treffpunkt von Menschen, welche des Lebens überdrüssig sind, denen aber der Mut fehlt, es selber zu beenden.
Also treffen sie sich hier bei einem mysteriösen Kartenspiel, bei dem zum Einen das Opfer und zum Anderen der Henker ermittelt wird. Am Abend darauf erscheint dann ein Edelmann weniger im Club. Prinz Florizel will, trotz ehrenhafter Zusage, diesem Treiben nicht tatenlos zusehen und „sprengt“ den Club. Doch er ahnt nicht, was für eine Tragödie er damit in Gang gesetzt hat …

Das Schicksal schlägt zu.

Was passiert, wenn sich zwei Künstler wie Clément Baloup und Eddy Vaccaro einem Roman von Robert Louis Stevenson annehmen, zeigt dieser Band eindrucksvoll. Zwar wurde das Vorbild nur sehr frei adaptiert, aber der Vater dieser Geschichte ist noch immer unverkennbar. Dennoch schafft es Baloup, einen ganz eigenen Stil einfließen zu lassen. Sein Erzählstil ist ein wenig lockerer und direkter, als der von Stevenson, und dennoch verändert sich dadurch das Grundgefühl der Story kein bisschen. Die Geschichte rund um den Prinzen und seine selbst gewählte Tragödie ist spannend erzählt und kann auch mit ein paar gekonnten Überraschungen punkten.

Wem kann man noch vertrauen?

Die Zeichnungen sind hierbei so ein Ding für sich. Gleich eines vorweg, schlecht sind sie nicht. Doch man muss den manchmal etwas eigenwilligen Stil auch mögen. Die Bilder sind stark skizzenhaft und fallen schon durch die Tatsache, dass sie keine festen Panelränder besitzen ins Auge. Hinzu kommt noch eine sehr außergewöhnliche Farbgebung, die sich einzig und alleine auf verschiedene Nuancen von ein- und derselben Farbe konzentrieren. Kaum ein Panel weißt mehrere Farben gleichzeitig auf. Oftmals werden sogar ganze Szenen in ein und demselben Farbton präsentiert, immer nur in verschiedenen Helligkeits- und Intensitätsstufen.

Was wird die Beiden erwarten?

FAZIT:

Der Selbstmörderclub ist außergewöhnlich und faszinierend zugleich. Auch wenn die Geschichte mitsamt ihren Zeichnungen anfangs verstörend wirken mag, so stellt sich doch sehr schnell eine Art Abhängigkeit ein. Man muss einfach wissen, wie es weitergeht, und ertappt sich immer wieder dabei, wie man die Bilder nach Details absucht, die einem so nicht gleich auffallen. Und davon gibt es reichlich in den aquarellfarbenverwöhnten Gemälden.

London in seiner ganzen Pracht.

Baloup und Vaccaro liefern ein überzeugendes und fesselndes Gesamtwerk ab, welches von Anfang bis Ende überzeugen kann. Was mir persönlich jedoch gefehlt hat, wären ein paar kurze Erläuterungen und Infos zu den beiden Künstlern. Jeweils ein Profilfoto und eine Auflistung der bisherigen Werke ist mir persönlich zu wenig. Da wäre durchaus mehr drin gewesen.

„Der Selbstmörderclub“ bei Splitter bestellen.
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