Ravencroft: Das Grauen hinter Gittern

Das Ravencroft Institut für geisteskranke Superschurken hatte seinen ersten „Auftritt“ während des Spider-Man-Crossovers „Maximum Carnage“ (ebenfalls bei Panini als Sammelband erschienen) und sollte nicht nur als eine Art Gefängnis, sondern auch Heilanstalt für die „geisteskranken“ Schurken des Marvel Universums dienen. Ähnlichkeiten mit DCs „Arkham Asylum“ sind nicht nur offensichtlich, sondern teilweise sogar gewollt, stellt es doch Marvels Pendant zu eben jener Institution dar.

Ravencroft: Das Grauen hinter Gittern

Autor/in: Frank Tieri
Zeichner/in:
Angel Unzueta, Guiu Vilanova, Stefano Landini, José Luis, Guillermo Sanna
Format:
Softcover / Hardcover
Umfang:
212 Seiten
Inhalt:
Ruins of Ravencroft: Carnage, Ruins of Ravencroft: Dracula, Ruins of Ravencroft: Sabretooth, Ravencroft 1-5
Verlag:
Panini Comics
Preis:
22,00 Euro (SC) / 31,00 Euro (HC)
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Fraternity #1 und #2 [Egmont Ehapa Comic Collection, Juni/August 2013]

Mit diesen beiden Bänden stelle ich euch die abgeschlossene Story von Jose Luis Munuera (Zeichnungen) und Juan Diaz Canales (Szenario) vor. Für die Farbgebung zeichnet sich Sedyas verantwortlich.

Fraternity #1 und #2Klappentext:

Seit Anbeginn der Zeiten sucht der Mensch erfolglos nach einem Modell der perfekten Gesellschaft. In der Mitte des 19. Jahrhunderts glaubt Robert Mc. Corman, ein reicher Visionär, dass der lang erwartete Moment endlich gekommen ist. Unterstützt von einer Gruppe Männer und Frauen gründet er, getragen von seinen Idealen, die Kolonie New Fraternity in Indiana im Herzen der neuen Welt. Leider wird die junge amerikanische Nation von einem Bruderkrieg zerrissen, der alte Dämonen weckt. In einem nahe gelegenen Wald wird Emilio, ein verwilderter Junge, entdeckt. Unter dem Schutz von Fanny Zoetrope wird er in der Kolonie aufgenommen. Von da an wird er Zeuge dramatischer Ereignisse., die sich nach dem Eindringen einer Gruppe Deserteure abspielen. Zur gleichen Zeit streicht eine seltsame und beunruhigende Kreatur um das Dorf, die Zweifel und viele Fragen sät…

Selten beschreibt ein Klappentext so hervorragend den Inhalt einer Comic Geschichte wie dieser hier. Zentraler Dreh und Angelpunkt der Handlung ist New Fraternity. Emilio, der verwilderte Junge und die seltsame mysteriöse Kreatur aus dem nahegelegenen Wald beängstigen die Kolonie. Und als wäre das alles noch nicht genug finden auch noch ein paar farbige Deserteure den Weg nach New Fraternity. Die Kolonie ist eine beinahe unabhängige Gemeinschaft, die sich am brodelnden Bruderkrieg nicht beteiligen möchte. In New Fraternity wurde die traditionelle Religion und die konventionelle Ehe aufgelöst. Dennoch haben es farbige Menschen in dieser Kolonie nicht leicht. Niemand hat Waffen, alles gehört jedem, gleiche Rechte für jedermann. Nahrungsmittel werden gerecht untereinander aufgeteilt. Demnach gibt es keine Sklaven mehr und keine Armut. Kann dieses utopische Modell gelingen?

Das mysteriöse Monster

All diese im ersten Band noch lose verwobenen Handlungsfäden werden gekonnt im zweiten Band zu einem Ende geführt. Beinahe alle aufkommenden Fragen werden auch beantwortet. Ich habe die Bände in einem Rutsch gelesen, was ich auch jedem empfehlen würde. Die Story ließt sich äußerst rasant und spannend. Politische Diskussionen bezüglich der richtigen Führung der Kolonie treten durchgehend auf. Diese Diskussionen sind äußerst spannend zu lesen. Hier sieht man auch, wie schwierig es scheint eine solche Utopie am Leben zu erhalten. Das Ende der Geschichte wirkt noch mal überraschend aber in sich nur logisch und schlüssig. Ein leicht offenes Ende lässt Vermutungen für weitere Bände.

Fanny im Mittelpunkt

Beide Bände wirken sehr düster. Dunkle Braun, Beige und Grüntöne dominieren die Seiten. Auch am Tag finden sich keine hell leuchtenden Farben in der Kolorierung. Das erzeugt eine äußerst angespannte düstere Stimmung. Zudem lässt Sedyas gewählte Sepiafärbung das Geschehen in der Umgebung passend altmodisch erscheinen, so als befinde man sich im Jahre 1863. Die Zeichnungen sind wahrhaft schön anzusehen, sie wirken stets dynamisch. Die Bewegung der einzelnen Charaktere kommt hervorragend zur Geltung. Oftmals sprechen einzelne Bilder für sich alleine. So zum Beispiel, wenn Emilio in das naheliegende Stein Labyrinth hineinläuft, oder das unbekannte Monster im Wald zum ersten mal gesichtet wird. Durchaus mag die Geschichte etwas überladen wirken, das macht aber nichts weiter aus. Sie bleibt durchweg konsequent spannend.

Ich muss aber auch dazu gestehen, dass ich zuerst nur den ersten Band gelesen habe und dann im Nachhinein diesen noch einmal gemeinsam mit dem abschließenden zweiten Band. Ließt man nur den ersten Band so ist diese Geschichte etwas schwierig, da noch viele Fragen offenund lose im Raum stehen bleiben. Das hat auf mich zuerst etwas unbefriedigend gewirkt. Fans von Canales und Munuera kommen sicherlich sowieso voll auf ihre Kosten, aber auch Comicleser, die sich mit historischen und politischen Geschichten gepaart mit mysteriöser Fantasy anfreunden können.

Ein Kampf auf Leben und Tod

Dominik_AVACopyright aller verwendeten Bilder © 2013 Egmont

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