Internetwahnsinn & Co. (3)

So sehr ich es mir manchmal wünsche würde, so richtig zur Ruhe kommt diese Rubrik irgendwie nie. Bereits zum dritten Mal muss ich nun meinen Frust über den Spielplatz Internet loswerden, und die Menschen, die sich in der Anonymität des WWW sicher fühlen. Doch, was genau ist eigentlich passiert …

Vor einigen Tagen (genauer gesagt am Montag, letzte Woche) hat meine Lebensgefährtin einen Dampfmop bei Ebay versteigert. Es gab einen Bieter, welcher das Gerät mit seinem abgegebenen Gebot für 30 Euro ersteigert hat. Alles nicht so wild. Doch es gibt eine Vorgeschichte. Diesen Dampfmop hatte meine Frau bereits letztes Jahr mehrfach bei Ebay erfolglos angeboten. Also hat sie zusätzlich die Ebay Kleinanzeigen bemüht und auch prompt eine Anfrage erhalten. Der Interessent wollte das Gerät kaufen und wir haben sogar einen Termin ausgemacht. Wie es der Zufall nun wollte, gab es genau während dieser Absprache auch zum ersten Mal ein gebot auf den Artikel bei Ebay. Da nun die Anfrage über Ebay Kleinanzeigen vor dem Gebot erfolgte, brach meine Frau die Auktion ab. Wie wir inzwischen wissen, hätte sie dies nicht tun dürfen, sondern in diesem Moment eher dem potenziellen Kunden auf Ebay Kleinanzeigen absagen müssen. Doch es kam noch schwieriger. Der Interessent über Kleinanzeigen sprang plötzlich ab und wollte das Gerät nicht mehr. Daher hat es meine Lebensgefährtin Anfang des Jahres bei Ebay wieder eingestellt, worauf der aktuelle Käufer auch erneut geboten hat. Nach Beendigung der Auktion und der Kontaktaufnahme meiner Frau antwortete er, dass er den Artikel für 1 Euro haben möchte, weil dies damals bei Abbruch der Auktion sein Gebot war.

Ebay Logo neu 2012 PNG

Nach Rücksprache mit Ebay und einem befreundeten Anwalt stellte sich heraus, dass er durchaus recht bekommen hätte, wenn er nicht zwei entscheidende Fehler gemacht hätte. Zum einen hat er nach Abbruch der Auktion keinen Kontakt zu uns aufgenommen um seinen Rechtsanspruch geltend zu machen, und zum anderen hat er erneut auf den Artikel mit dem jetzt aktuellen Preis von 30 Euro geboten. Stattdessen drohte er bereits in der zweiten Mail mit einem Anwalt und Schadenersatz. Auf den Hinweis, dass er durch seine zwei Fehler seinen Rechtsanspruch verwirkt habe, reagierte er erneut mit Anwaltsdrohungen und setzte uns eine „erste und letzte Frist bis 22. Januar“ zur Herausgabe des Artikels für einen Euro. Dennoch haben wir ihm bisher zwei Mal die Möglichkeit eingeräumt, den Artikel für die von ihm gebotenen 30 Euro bei uns abzuholen. Beide Termine verstrichen ohne das der Käufer erschienen ist. Stattdessen schloss er eine Kaufabwicklung ab, und überwies nur einen Euro, welchen wir sofort haben zurückbuchen lassen. Er hat somit nachweislich bisher nicht den aus der Auktion hervorgehenden Kaufpreis bezahlt.

In der Zwischenzeit hat er nicht nur die Termine verstreichen lassen, sondern durch Abgabe einer Negativbewertung sogar seine eigene Fristsetzung außer Kraft gesetzt. Zusätzlich unterstellte er uns im Bewertungskommentar die Manipulation der Auktion und drohte erneut mit einem Anwalt. Auch wenn wir den ersten Kommentar durch Ebay haben löschen können, gibt es noch immer keine Ruhe. Erneut setzte er unter den gelöschten Kommentar einen Ergänzungskommentar mit identischem Inhalt. Bis gestern Abend (21 Uhr) wurde dieser Kommentar aber seitens Ebay nicht gelöscht, sondern die Löschung mit der Begründung abgelehnt, dass dieser nicht gegen die Grundsätze für Bewertungen verstoße.

Oben: Negativbewertung mit 1. Kommentar Unten: gelöschter Kommentar und Ergänzungskommentar

Oben: Negativbewertung mit 1. Kommentar
Unten: gelöschter Kommentar und Ergänzungskommentar

Es ist also nicht nur so, dass wir von einem Käufer bedroht werden, der sein Bewertungsprofil nicht öffentlich zeigen will, unter der beim Auktionsende angegeben Anschrift nicht zu ermitteln ist, und stattdessen einen Versand in eine Nachbarstadt veranlassen wollte, obwohl nur Abholung angegeben war, sondern auch Ebay dieses Verhalten nicht nur toleriert, sondern uns als private Verkäufer auch noch nicht wahrnimmt und im Stich lässt. Am meisten verwundert mich jedoch, dass der Käufer jeglichen direkten Kontakt vermeidet. Er ruft nicht an um Termine zu vereinbaren, zu der einen Abholung, welcher er zugestimmt hatte, konnte er nicht kommen und er wollte jemand mit der Abholung beauftragen, welcher dann aber auch nicht erschien, und unter seiner Anschrift ist sein Name nicht am Klingelschild verzeichnet.

Wie kann ein Unternehmen, das seinen Erfolg dem kleinen privaten Verkäufer verdankt, Betrügern und anderen zwielichtigen Gestalten derart freie Hand lassen? Da dies nicht der erste Zwischenfall war bedeutet dies für mich und meine Partnerin vor allem, dass wir nun nicht mehr bei Ebay verkaufen werden, sondern meine Frau ihren Account sogar löschen wird. Solch ein Verhalten seinen Kunden gegenüber kann und darf man nicht tolerieren.

Der tägliche Simpsons-Gag #686

Heute ist doch tatsächlich schon Mittwoch. Da hilft der neue Wolkengag doch richtig gut, um den Rest der Woche in Angriff zu nehmen.

Viel Spaß damit!

© Copyright Matt Groening & 20th Century Fox

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Ralph fliegt an einem Drachen durch das Bild.