60 Jahre „Die Schlümpfe“ – 6-Tage-Special (3): Die Schlümpfe Mini Nr. 3: Das Zauberei und die Schlümpfe [Toonfish/Splitter, November 2011]

Original-Mini-Récit

Der dritte Tag der 60 Jahre „Die Schlümpfe“ – 6-Tage-Special-Reihe und auch heute möchte ich euch nicht nur mit einem reinen Review erfreuen, sondern auch gleichzeitig ein paar Zusatzinfos zu den Schlümpfen präsentieren, die vielleicht, oder auch hoffentlich, noch nicht alle kennen. Denn immerhin haben die kleinen niedlichen Kobolde mit ihren 60 Jahren schon einiges erlebt. Dass dies nicht immer sehr einfach war und manchmal die eine oder andere Anekdote hervorbrachte, kann man ruhig erwähnen. Immerhin erzeugt dies den bekannten Charme, der die kleinen freundlichen Figuren umgibt …

Die Schlümpfe Mini Nr. 3: Das Zauberei

Das große Schlumpffest steht an und um dies gebührend zu feiern wollen die Schlümpfe etwas ganz besonderes zu diesem Fest beitragen. Nach einiger Überlegung einigen sie sich auf eine große Torte, für die fast alle Zutaten schnell herangeschafft werden können. Bis auf ein Ei. Hierfür machen sich zwei Schlümpfe auf den Weg und kommen nach einigen Widrigkeiten mit einem Zauberei zurück, welches alle Wünsche erfüllt, die man ausspricht, während man auf das Ei klopft. Schnell gerät die wilde Wünscherei außer Kontrolle …

Egal, wie menschlich sich die Schlümpfe verhalten, Peyo wollte nie, dass die Schlümpfe wie kleine Menschen wirkten. Deshalb hatten sie ab diesem dritten Abenteuer nur noch drei statt vier Finger, plus Daumen. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits im zweiten Abenteuer ab, da dort bereits in vielen Panels die Schlümpfe mit drei und dann mal wieder mit vier Fingern zu sehen waren. Das genaue Design der Schlümpfe war zwar relativ früh festgelegt, entwickelte sich aber dennoch stetig weiter. Denn nach dem bereits im erste Review erwähnten gemeinsamen Essen mit Franquin und der Namensfindung seiner kleinen Kobolde, entwarf Peyo wenige Monate später zu Hause in Brüssel sein erstes Konzept dessen, was er auf den Namen „Schtroumpf“ taufte und das er in seiner Serie „Johan et Pirlouit“ (auf deutsch „Johann und Pfiffikus“) und dessen neunten Abenteuer mit dem Titel „La Flûte à six trous“ (dt. „Die Flöte mit sechs Löchern“) etablieren wollte, wobei auch dies eher Zufall war. Denn diese besagte Flöte sollte von etwas Außergewöhnlichem und nicht menschlichem erschaffen worden sein. Zuerst dachte Peyo dabei an einen Zauberer oder eine Hexe. Doch dann kam ihm der Einfall, warum nicht ein kleiner Kobold, die man sowieso nur selten sieht. Während Johanns getreuer Knappe im Comic übrigens den deutschen Namen Pfiffikus erhielt, wurde er in der deutschen Synchronfassung der Hanna Barbera-TV-Serie aufgrund der amerikanischen Vorlage Peewit getauft, aber das nur als kleine Info am Rande.

Der erste Entwurf eines Schlumpfs von Peyo

In diesem Abenteuer wird nicht nur erstmals Bezug auf frühere Ereignisse genommen, auch werden hier Folgen dessen dargestellt. So entwickelt der im ersten Abenteuer von der Mücke Bss gestochene Schlumpf ein dauerhaft griesgrämiges Verhalten. Zwar wurde bereits im ersten Band ein Schlumpf eingeführt, der sich als ein bisschen naiv und ja, zugegebenermaßen etwas dümmlich, aber hilfsbereit zeigte, doch erst in diesem Band erhält er mit seinem zweiten Auftritt wirklich Bedeutung und charakterliche Tiefe. Somit sind mit Band drei bereits drei Schlümpfe, mit Ausnahme von Papa Schlumpf, durch gewisse Charaktereigenschaften von den anderen Schlümpfen etabliert worden.
Zeichnerisch entwickelt sich das dritte Abenteuer nur unmerklich vom Vorgänger weiter. So lagen zwischen diesen beiden Abenteuern immerhin auch nur vier Monate. Zudem gibt es zahlreiche kreative Schlumpfversionen mit anderen Farben (auf die Schlumpffarbe gehe ich im nächsten Review noch einmal ausführlicher ein), anderen Mützen, mit Fell, größeren Ohren und Nasen, mit Schwanz und vielem mehr zu sehen. Es stellt sich dabei also die Frage, ob Peyo möglicherweise ein wenig mit dem Aussehen der Schlümpfe gespielt hat, um gewisse „Kreative Möglichkeiten“ auszutesten. Auch sonst zeigt dieses Abenteuer Anzeichen davon, dass Peyo mit seinen Kreationen noch ein wenig spielt. Statt eines klassischen Endes, mit Moral, Happy End und glücklichen Schlümpfen, präsentiert Peyo eher noch eine Art Gag, der als krönender Abschluss die Lachmuskeln herausfordern soll. Dies funktioniert zwar durchaus, der Weg dahin offenbart aber auch einen Schlumpf mit einem verhalten, welches so überhaupt nicht typisch schlumpfig ist.

Ein wenig leichter und fast wie eine Füller-Episode kommt das dritte Abenteuer daher. Die Handlung ist insgesamt etwas schwächer und bringt dennoch viele Entwicklungen mit sich. Man merkt hier schon deutlich die verkürzte Produktionszeit im Gegensatz zu den anderen beiden Abenteuern. Aber auch hier schwingt der altbekannte Charme der Schlümpfe mit, und auch wenn man dieses Abenteuer „nur“ liest, als alter Fan summt man automatisch das Titellied der Serie im Kopf mit, wenn man die erste Seite mit Blick in das Schlumpfdorf aufschlägt.

Peyo und Yvan Delporte

Copyright aller verwendeten Bilder (soweit nicht anders angegeben) © 1958-2018 Peyo / Dupuis / Splitter / Toonfish

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